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FF1/2001


vom:
Februar 2001


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FF1/2001:

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Ärzte ehren Brigadegeneral a.D. für seine Kritik an NATO-Kriegslegitimation

Clara-Immerwahr-Auszeichnung an Heinz Loquai

IPPNW

Beispiel für die Politik der Fehlinformation ist der "Hufeisenplan", der Anfang April 1999 von der Bundesregierung ins Spiel gebracht wurde. Angeblich handelte es sich dabei um einen Operationsplan der serbischen Führung mit dem Ziel, Kosovo von der albanischen Bevölkerung zu säubern. Für die Existenz eines solchen Plans gibt es keine Beweise, wie Heinz Loquai darlegt. Die Studie ist im Nomos-Verlag, Baden-Baden 2000, unter dem Titel "Der Kosovo-Konflikt, Wege in einen vermeidbaren Krieg" erschienen.


Brigadegeneral Heinz Loquai, heute 62, war vor seiner Pensionierung im März 1999 vier Jahre lang bei der deutschen OSZE-Vertretung in Wien tätig, mit Zuständigkeit für den Balkan. Danach war er Militärberater bei der OSZE selbst. Diese Tätigkeit musste er beenden, weil das Bundesverteidigungsministerium gegen eine routinemäßige Verlängerung seines Vertrags intervenierte. Kurz zuvor war Loquais Buch erschienen.

Mit der Clara-Immerwahr-Auszeichnung würdigt die IPPNW Loquais Engagement, der Öffentlichkeit eine verständliche Informationsgrundlage für die kritische Auseinandersetzung über den Kosovo-Krieg zu geben. Diese Auseinandersetzung ist überfällig, zumal nach den von ihm vorgetragenen Tatsachen friedliche Lösungen näher lagen als der Krieg, den Regierungen und NATO als zwingend darstellten. Loquai handelte damit vorbildlich verantwortlich. Der Krieg hat Tausende von Menschenleben gekostet, und schwerste materielle Schäden angerichtet.

Die Art und Weise, wie sachliche Kritik an der deutschen Regierungspolitik von den Ministern Josef Fischer und Rudolf Scharping bisher diffamiert wurde ("bösartig, böswillig, naiv"), lässt den Schluss zu, dass die Regierung die gebotene öffentliche Diskussion zu unterdrücken versucht.

Die nicht-dotierte Clara-Immerwahr-Auszeichnung wurde von der "Deutschen Sektion der IPPNW / Ärzte in sozialer Verantwortung" geschaffen, um Personen zu würdigen und hervorzuheben, die sich in ihrem Beruf, an ihrem Arbeitsplatz - ungeachtet persönlicher Nachteile - aktiv für Menschlichkeit und friedliches Zusammenleben einsetzen.

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FF1/2001
Bisher wurden ausgezeichnet:

1996: Michael Bouteiller, Bürgermeister der Hansestadt Lübeck

1994: Roland Schlosser, Polizeihauptkommissar

1992: Helmuth Prieß, Major, Sprecher des Arbeitskreises Darmstädter Signal

1991: Heinz Friedrich, Diplomingenieur (Dornier)

Das Auswahlgremium schreibt zur Ehrung für Dr. Heinz Loquai:

Der Name der Auszeichnung erinnert an die Chemikerin Clara Immerwahr (1870-1915), die sich als Ehefrau von Fritz Haber entschieden und mit persönlichem Einsatz gegen die Entwicklung und Anwendung von Giftgas verwahrte, welche ihr Mann vorantrieb. Sie nannte dies "eine Perversion der Wissenschaft".

Die feierliche Verleihung der Auszeichnung wird am 24. März 2001, zwei Jahre nach Beginn der NATO-Bombardierung, in Berlin stattfinden."

Kontakt: IPPNW, Körtestr. 10, 10967 Berlin, Tel.: 030/6930244, Fax: 030/6938166



E-Mail:   ippnw@ippnw.de
Internet: http://www.ippnw.de
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