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 Initiativen

Vor Ort für eine Welt ohne Atomwaffen - gegen das Atomwaffenlager Büchel / Eifel

Initiativkreis gegen Atomwaffen - Cochem

Zum Antikriegstag, am Sonntag, den 1. September 2002, versammelten sich ca. 100 Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Tor des Atomwaffenlagers Büchel. Es war nicht das erste Mal, dass an diesem Ort gegen die dort lagernden Atomwaffen demonstriert wurde. Aber es war das erste Mal unter der Leitung des Initiativkreises gegen Atomwaffen, Cochem.

Nach einer Eröffnungsveranstaltung wurde das Lager mit Trompeten und Hörnern umrundet. Zum Abschluss fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. In Anlehnung an die biblische Geschichte vom Fall der Mauern von Jericho - nachdem an sieben Tagen jeweils einmal die Mauern von Jericho umrundet wurden und am siebten Tag dann siebenmal, fielen die Mauern - war dies die erste Umrundung. "Jericho in der Eifel" - was ist die Konzeption und das Ziel dieser Unternehmungen?

Angelehnt an Arbeiten von Hildegard Goss-Mayr und Jean Goss, nach denen ein Unrecht nur solange Bestand haben kann, wie es ausreichend Stützen dafür gibt, geht der Initiativkreis davon aus, dass die Atomwaffen in Büchel u.a. deswegen dort lagern können, weil die Justiz, die Öffentlichkeit, die Politiker, Polizei und Soldaten, Kirchen und nicht zuletzt die unmittelbar betroffenen Nachbarn des Lagers dies befürworten bzw. dazu schweigen.

Während die Zivilen Inspektionen das Ziel haben, die Justiz mit dem Thema zu befassen, arbeitet die lokale Initiative daran, das lokale Schweigen und Nicht-wahrhaben-Wollen zu durchbrechen. Aber nicht ohne immer wieder die zuständigen Politiker daran zu erinnern, dass die Lagerung der Atomwaffen in Büchel zu beenden ist.

Vor allem die örtliche Bevölkerung soll dazu bewegt werden, sich gegen die Lagerung der Atomwaffen auszusprechen und damit den Kampf gegen die Atomwaffen unterstützen. Es ist durchaus daran gedacht, dann im siebten Jahr - evtl. nach sieben Umrundungen an einem Tag - in einer groß angelegten und angekündigten Aktion gemeinsam das Lager zu betreten - mit dem Hinweis: Was zu Unrecht gelagert wird, kann nicht zu Recht beschützt werden. Ausgehend von der lokalen Bevölkerung sollen die verantwortlichen Politiker dazu bewegt werden, die Atomwaffen abzuziehen.

Wir wissen, das ist ein langer Weg.

Vor und nach jeder Veranstaltung werden Gespräche sowohl mit dem Commodore und anderen Offizieren des 33. Luftwaffengeschwaders in Büchel und mit dem Leiter der örtlichen Polizei in Cochem geführt. Ziel ist es, sowohl die eigene Position deutlich zu machen und dazu einzuladen, sich ihr anzuschließen, als auch Vertrauen aufzubauen, weil sich diese Aktionen nicht gegen die Menschen richten, sondern gegen die falschen Entscheidungen und ihre Gefährdungen für sie selbst und die Menschheit.

Zugleich fanden Gespräche mit den Bürgermeistern der beiden Nachbarorte Büchel und Alflen statt, die interessanterweise über Anregungen für eine alternative Nutzung des Geländes nicht abgeneigt waren.

2004 fand im Vorfeld zur 3. Umrundung eine öffentliche Veranstaltung unweit in Ulmen statt, die nur sehr wenig Resonanz fand. So ist die Initiative in diesem Jahr dazu übergegangen, dahin zu gehen, wo sich die Menschen treffen. Am Dreikönigstag fand ein Treffen mit der katholischen Frauengemeinschaft Alflen statt, die erzählten, wie dort nach dem Zweiten Weltkrieg Wallfahrten stattfanden, um das Atomwaffenlager zu verhindern. Inzwischen hätten alle ihren Frieden damit geschlossen, weil sie sich nun besser stehen.

Vom 6.-8. Juli ist es geplant zahlreiche andere Gruppen der beiden benachbarten Ortschaften zu besuchen.

Zur Zeit wird von einigen interessierten Fachleuten geprüft, inwieweit - angeregt von Hermann Paulus - das Konzept für ein Zentrum lokal gestützter alternativer Energiegewinnung umsetzbar ist. Es ist zu hoffen, davon bei der Veranstaltung im kommenden September mehr davon vorstellen zu können.

Diese Veranstaltung, am Sonntag, den 4. September 2005 - an dem dann die 4. Umrundung ansteht - wird vom Demonstrationsschema abweichen:

Vor dem Tor zum Atomwaffenlager wird eine große Friedenstafel stehen, die alle Ankommenden diesseits und die Soldaten jenseits des Zaunes zum Frühstück einlädt. Nach einem kurzen Tischgebet werden Tischreden gehalten, die davon berichten, wie sich herkömmliche Positionen aufgeweicht und verändert haben: Beispiele dafür, dass - solange Menschen leben - es nie ausgeschlossen ist, dass sie sich ändern.

Es wird versucht bei der sich anschließenden Umrundung lokale Gruppe dafür zu gewinnen, die Wanderer zu bewirten und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Bringt das was? Um die Veranstaltung durchführen zu können, musste ein Bauer gefunden werden, der seine Wiese zur Verfügung stellt. Alle angesprochenen Bauern wiesen das Ersuchen freundlich ab und meinten zugleich, bei dem Bauern mit der nächstgelegenen Wiese, sei es zwecklos zu fragen. Nun blieb nur noch er übrig. Als er erfuhr, dass immer noch Atomwaffen in Büchel lagern - es war offensichtlich der Eindruck erweckt worden, sie seien vollständig abgezogen worden - meinte er nur kurz und bündig: "Dann könnt ihr die Wiese haben".

Einladung zur FRIEDENSTAFEL am Sonntag, den 4. September 2005 mit der anschließenden 4. Umrundung um das Atomwaffenlager Büchel!

Wir suchen: Aktionskünstler für den 4.9.2005!

Wir suchen: Redebeiträge von Menschen, die schildern, was sie bewegt, sich gegen Atomwaffen einzusetzen

Der Initiativkreis gegen Atomwaffen - Cochem

Dr. Elke Koller, Rüdiger Lancelle, Hermann Paulus Werner Schwarz, Joachim Willmann, Pfarrer Dr. Matthias Engelke



E-Mail: mwEngelke@t-online.de
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