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 Initiativen

PM zum 80sten Geburtstag von Andreas Buro

Glückwunsch Andreas!

Mani Stenner

Das Netzwerk Friedenskooperative gratuliert Andreas Buro herzlich zu seinem achtigsten Geburtag am 15. August 2008. Der Friedensforscher, emeritierte Professor an der Uni Frankfurt und Aachener Friedenspreisträger 2008 ist der wohl wichtigste Mentor, Analyst und Ideengeber für die deutsche Friedensbewegung.

"Andreas hat in den letzten Jahrzehnten so viele Aufs und Abs der sozialen Bewegungen miterlebt, dass ihm Euphorie und Resignation gleichermaßen fern liegen. Vielmehr folgt er dem Gramsci`schen Diktum vom Pessismismus des Wissens und dem Optimismus des Handelns", beschreibt das Komitee für Grundrechte und Demokratie die Grundhaltung seines friedenspolitischen Sprechers im aktuellen Informationsbrief.

Dem entspricht die konstruktive Betonung der Möglichkeiten Ziviler Konfliktbearbeitung als Alternative zu den dominierenden militärischen Konflikt-"Lösungen", die Andreas Buro zu vielen Krisen und Kriegen vorgelegt hat.

Die von Andreas Buro in letzter Zeit im Rahmen des Monitoring-Projekts für Zivile Konfliktbearbeitung (Träger ist der Zusammenschluss Kooperation für den Frieden) verfassten Dossiers mit detaillierten Vorschlägen für die Krisenherde Israel/Palästina, Türkei/Kurdistan und den Konflikt um das iranische Atomprogramm sind realitätstüchtige Handlungsanleitungen für Politik wie Soziale Bewegungen, um ohne Krieg und Zerstörung Krisen bewältigen zu können.

Auch zu Afghanistan liegen konkrete Ausarbeitungen aus Buros Hand vor, die intensiv in die Diskussionen und Aktionsplanungen der Friedensbewegung einfließen.

Trennscharfe Analyse politischer und wirtschaftlicher Machtinteressen und die Entwicklung alternativer Handlungsoptionen für die Politik ging bei Andraes Buro immer einher mit der Ermutigung für die Einmischung von Bürgerinitiativen und Sozialer Bewegung in die politische Willensbildung. Weit mehr noch: Viele der wichtigen sozialen Bewegungen der Nachkriegszeit hat er selbst mitbegründet. Er war aktiv in der Kampagne "Kampf dem Atomtod" in den 50er Jahren, in der damaligen Ostermarschbewegung, der außerparlamentarischen Opposition gegen die Notstandsgesetze und den Vietnamkrieg, in der Kampagne für Demokratie und Abrüstung, war Mitbegründer des Sozialistischen Büros und der Zeitschrift "links" und schließlich 1980 des Komitees für Grundrechte und Demokratie. In den 1980ern war er eine der Schlüsselfiguren der damals enorm großen Friedensbewegung zu den brisantesten Zeiten des Ost-West-Konfliktes, den es zu überwinden galt und die deshalb nach seinen Vorschlägen zunehmend blockübergreifend agierte.

Nach wie vor ist Andreas Buro einer der gefragtesten Redner auf Kundgebungen wie auch unverzichtbarer Referent auf Kongressen und Beratungstreffen.

In vielen Veröffentlichungen ist Andreas Buro auch das Gedächtnis der Friedensbewegung, u.a. mit den "Geschichten aus der Friedensbewegung" oder mit analytischeren Beiträgen wie "Die Friedensbewegung - Totgesagte leben länger".

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie schreibt: "Was Friedensforschung und Friedensbewegung dringendst brauchen, ist eine politische Autobiographie aus der Feder des Andreas Buro." Dem kann sich das Netzwerk Friedenskooperative nur anschließen.

Am 1. September 2008 wird der Aachener Friedenspreis an Andreas Buro überreicht und bei dieser Gelegenheit auch nochmals sein Geburtstag gefeiert.



Manfred Stenner ist Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative

E-Mail: fforum (at) aol (Punkt) com
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