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Erstellt:
März 1998


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FriedensForum 2/1998


Editorial

Martin Singe

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

seit November letzten Jahres brodelt es wieder in der Golfregion. Mitte Februar schien es, als könnte ein Krieg kaum noch verhindert werden. Um so größer die Erleichterung, als Kofi Annan eine vorläufige Vermittlung gelang. Doch kann die Lunte in jedem Moment wieder aufflammen. Die am 3.3.98 beschlossene UN-Resolution ist konfliktiv angelegt. Sie droht dem Irak automatisch "schwerste Konsequenzen" an, sollte er die Resolution/den Annan-Vertrag nicht vollständig erfüllen. Diese Gummiformulierung zeigt, daß es eigentlich keinen Kompromiß bzw. keine gemeinsame Position im Sicherheitsrat gibt. Für die USA ist das notfalls ein Freibrief für Krieg, während die meisten UN-Sicherheitsratsmitglieder und auch Annan im Falle einer Resolutionsverletzung durch den Irak neue Beratungen über Konsequenzen wünschen. Wir gehen in diesem Heft in der Rubrik "Krisen und Kriege" ausführlich auf die Hintergründe des Geschehens ein. Die Friedensbewegung muß wachsam bleiben und der verbreiteten Kriegsrechtfertigung Aufklärung entgegenstellen.

In der letzten März-Woche wird sich die Protestbewegung erneut gegen den nunmehr vierten Castor-Transport, diesmal von Gundremmingen und Neckarwestheim nach Ahaus bei Münster, richten. Es geht dabei um die grundsätzliche Forderung nach Ausstieg aus der Atomenergie-Nutzung. Wir greifen diese Problematik im Schwerpunktteil dieses FriedensFORUMS auf. Dabei kommen wir auch auf den Zusammenhang zwischen ziviler und militärischer Atomnutzung zu sprechen. Konsequenter Anti-Atomwaffen-Widerstand muß sich auch gegen die "zivile" Atom-Nutzung richten, denn die zivile Nutzung ist nicht nur als solche mit inakzeptablen Risiken verbunden, sie fördert weltweit auch immer wieder die Herstellung von Atomwaffen.

 zum AnfangAuf nach Ahaus, Gundremmingen, Neckarwestheim, Walheim, Soest oder anderswo an der Strecke!
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