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Erstellt:
Juli 1998


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FriedensForum 4/1998


Editorial

Martin Singe

Liebe Leserinnen,

liebe Leser!


Das diesjährige Sommerheft unseres FriedensForums ist dem Schwerpunkt "Osnabrücker Friedenskongreß" gewidmet. Erneut haben wir damit unsere Schwerpunktplanung verändert und bitten diesbezüglich um Nachsicht. Der Osnabrücker Friedenskongreß war jedoch für die 800 bis 1.000 TeilnehmerInnen ein wichtiges Erlebnis friedensbewegter Diskussion und Kultur, so daß wir uns entschlossen haben, einige der Beiträge zu veröffentlichen, ohne der Gesamtdokumentation des Kongresses vorzugreifen. Wir hoffen, dadurch auch denjenigen, die nicht anwesesend sein konnten, etwas von den Inhalten und der Atmosphäre des gelungenen Kongresses vermitteln zu können.

Die Krise im Kosovo/a spitzt sich leider dramatisch zu. Die Friedensbewegung hat auf diese Problematik seit Jahren hingewiesen und politische Konfliktbearbeitung eingefordert, ohne gehört zu werden. Wenn die sogenannten politisch Verantwortlichen immer erst wach werden, wenn manifeste Gewalt ausgeübt wird, brauchen sie sich nicht wundern, daß ihre eigeninteressengeleitete Diplomatie immer zu spät kommt. Zwei Beiträge in dieser Ausgabe beschäftigen sich mit dem Kosovo/a-Konflikt.

Die Atombombenversuche Indiens und Pakistans haben die Welt aufschrecken lassen. Auch hier rächt sich die falsche Politik der offiziellen Atommächte. Statt gemäß dem Atomwaffensperrvertrag auf eine vollständige Abrüstung hinzuarbeiten, streben sie die Verewigung ihrer Potentiale an. Die verheerenden Folgen solcher Politik, gegen die die Friedensbewegung seit Jahren ankämpft, werden jetzt offensichtlich. In diesem Zusammenhang ist es beachtlich, daß ein deutscher Richter anläßlich der EUCOM-Entzäunungsaktionen das Bundesverfassungsgericht angerufen hat, um klären zu lassen, ob die bundesdeutsche Atomwaffenpolitik grund- und völkerrechtskonform sei.

 zum AnfangWir wünschen anregende Lektüre und eine schöne Sommerzeit!
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