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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
26.10.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

Redebeitrag für die Kundgebungen in Trier und Spangdahlem am 26.10.2002

Stoppt den Krieg gegen den Irak!

Lydia Krüger

Die Regierungen der USA und Großbritanniens sind fest entschlossen, gegen den Irak einen Krieg zu führen. Bereits Anfang September diesen Jahres flogen alliierte Kampfjets die größten Luftangriffe seit vier Jahren. Die Vorbereitung für einen noch schlimmeren Militärschlag läuft auf vollen Touren.

Der Irak verfügt über die zweitgrößten Erdölreserven der Welt. Die Öl-und Rüstungslobby um Präsident Bush will dieses Öl haben und sie sind zweifellos bereit, dafür über Leichen zu gehen.

Dabei sind schon im letzten Golfkrieg 250.000 irakische Zivilisten ums Leben gekommen. Laut UNICEF sterben 250 Menschen täglich im Irak an den Folgen der Wirtschaftsblockade - das sind Tag für Tag zehn Schulklassen und dies seit zehn Jahren. Ein Drittel der irakischen Kinder leidet an Unterernährung und Untergewicht.

Die Bombardierungen und die Sanktionen sind ein Verbrechen am irakischen Volk. Die Sanktionen müssen bedingungslos aufgehoben und die Bombardierungen gestoppt werden. Ein neuer Krieg muss und kann - verhindert werden!

Auf der ganzen Welt wächst der Widerstand gegen einen Krieg im Irak.

In Großbritannien gingen vor ein paar Wochen mehrere hunderttausend Menschen auf die Strasse - die größte Antikriegsdemonstration, die es dort je gegeben hat. Heute finden nicht nur in über 60 Städten in Deutschland, sondern auch in zahlreichen Städten in den USA Kundgebungen und Demonstrationen gegen den drohenden Krieg statt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor den Wahlen versprochen, dass er sich an einem Krieg gegen den Irak nicht beteiligen wird. Diese Entscheidung begrüßen und unterstützen wir.

Allerdings sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Der Krieg gegen Jugoslawien hat gezeigt, dass sich auch die deutsche Regierung an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen beteiligt. Inzwischen ist die Bundeswehr mit über 10.000 Soldaten im Ausland aktiv. Auf dem Balkan in Bosnien, Kosovo und Mazedonien, in Afghanistan, aber auch am Horn von Afrika, in Kuweit usw. Diese Auslandseinsätze der Bundeswehr haben nichts mit der Wahrung unserer Sicherheit zu tun, sondern - ich zitiere aus den verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr - mit der "Aufrechterhaltung des freien Welthandels und dem ungehinderten Zugang zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt"

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Wir lehnen diese Militarisierung der deutschen Außenpolitik zur Sicherung von Wohlstandsprivilegien ab. Sämtliche Auslandseinsätze der Bundeswehr müssen beendet und die Soldaten nach Hause geschickt werden!

Wir dürfen es aber auch anderen Staaten nicht erlauben, von deutschem Territorium aus Kriege gegen andere Staaten zu führen.

In Rheinland-Pfalz, genauer gesagt in Ramstein und Spangdahlem befindet sich das Herz der US-Luftwaffe in Europa. In den nächsten Jahren werden Ramstein und Spangdahlem eine noch größere Rolle spielen. So will das US-Militär die US-Air-Base in Frankfurt räumen und bis 2006 soll eine Verlegung nach Ramstein und Spangdahlem stattfinden.

Für den Umzug der Air Force nach Ramstein und Spangdahlem werden die Frankfurter Flughafen AG (FAG), der Bund, die NATO sowie die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz 360 Millionen Euro zahlen. Gebaut werden sollen in Ramstein und Spangdahlem die größten Start- und Landebahnen in Europa. Damit werden diese Stützpunkte eine ganz erhebliche Bedeutung erlangen. Spangdahlem als zentrale Lagerstätte für Munition und Treibstoff, und Ramstein als Personaldrehkreuz für die Kriege der Zukunft.

Im Falle eines Krieges gegen den Irak ist davon auszugehen, daß von Ramstein und Spangdahlem wieder in großer Zahl US-Militärmaschinen starten. Schon jetzt herrscht dort ein Höllenlärm, berichten Anwohner...

Doch es ist nicht nur der Lärm, mit dem die Anwohner der US-Air-Bases zu kämpfen haben. Seit dem Golfkrieg 1991 kommt in den US-Militärmaschinen ein neuer Treibstoff zur Anwendung. Dieser JP-8-Treibstoff ist hochgiftig und steht im Verdacht, für erheblich ansteigende Krebsraten verantwortlich zu sein. So berichtet ein Anwohner von Binsfeld, einem Ort in der Nähe von Spangdahlem, dass die Zahl der Krebstoten in seinem Heimatdorf signifikant gestiegen ist.

Kriege zerstören Menschenleben - in fernen Ländern, aber in wachsendem Maße auch bei uns.

Daher müssen wir unsere Regierung dazu zwingen, den Worten endlich Taten folgen zu lassen und den USA jegliche materielle und logistische Unterstützung für den bevorstehenden Krieg zu untersagen.

In diesem Sinne fordern wir:

 den schleunigen Abzug der Spürpanzer aus Kuwait,

 den Rückruf der Marineverbände aus der Golfregion

 Keine Überflugrechte und keine Nutzung der US-Amerikanischen Basen für einen Angriff auf den Irak.

 kein Euro für neues Kriegsgerät

 Kein Ausbau, sondern Schließung der Air Base Spangdahlem



E-Mail:   kruegerl@uni-trier.de
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