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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
28.10.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

"Stoppt den Irak-Krieg, bevor er beginnt" - Demonstration in Düsseldorf am 26.10.02

Solidarität mit der US-Friedensbewegung

Peter Bürger (Rede in Düsseldorf)



Liebe Freundinnen und Freunde,

zur Erinnerung: Die USA haben im Grunde bei vier Golfkriege in zwei Jahrzehnten kräftig mitgemischt.

Nr. 1: In den 80er hat Saddam Hussein, dieser "jonny good fellow", mit massiven US-Hilfen Krieg gegen den Iran geführt. (Nach Zeitungsmeldungen war Mr. Cheney damals daran beteiligt, dass biologisches Material nach Bagdad kam!)

Nr. 2: Per Verschuldung und Diplomatie haben die USA es dann geschafft, Saddam so in die Enge zu treiben, dass er Kuwait angreift. In die Falle ist der fürchterliche Diktator auch getappt

Nr. 3: Und dann konnten sie ihren Golfkrieg führen, mitfinanziert von aller Welt, schmutzige Bomben mit Uran, 100 tote US-Soldaten gegen 150.000 krepierte Irakis.

Nr. 4: Hernach folgte der 4. Irakkrieg, den keiner so nennt. Nicht nur viele kleine - bis heute andauernde - Luftangriffe, von denen kaum einer berichtet. Vor allem: Ein Embargo, das nach UN-Angaben bislang über einer Million irakischer Menschen das Leben gekostet hat. Das ist Massenmord, das ist Krieg!

Immer wieder wird bei uns innenpolitisch diskutiert. Das zeigt, am widerlichsten im letzten Wahlkampf, wie verkommen Politik heute ist. Ich finde es bezeichnend, dass einer der wenigen, die als Mitglieder der großen Parteien an die MENSCHEN im Irak denken, Herr Todtenhöfer von der CDU ist. Im Gegensatz zu anderen fährt er nach Bagdad, spricht mit den Menschen und sieht die Angst in ihren Augen. Dieser Mann stellt übrigens auch immer wieder die Frage, was denn 5.000 oder mehr tote Zivilisten in Afghanistan mit 3.000 Terroropfern in New York zu tun haben sollen.

Es geht um Öl, um sehr viel Öl (die zweitgrößten Reserven auf der Welt) - und es wird Blut, viel Blut für viel Öl fließen. Bush, Cheney, das sind die Top-Leute der Erdölkomplex-Konzerne in der US-Regierung. Der Name der Sicherheitsberaterin schmückte noch bis vor kurzen einen Öltanker. Den hat man umgetauft, damit diese Zusammenhänge nicht so offensichtlich sind.

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Ich zitiere jetzt jemanden. Hört gut zu, am Ende verrate ich den Autor:

"Ich sehe den neuen Konflikt um den Irak (...) in einem engen Zusammenhang mit der innenpolitischen Situation in den USA und mit den Wirtschafts-, speziell Ölinteressen der USA. Hier sind wieder einmal die Folgezwänge einer imperialen Politik zu erleben, die sich nicht nur aus der Hochrüstung und Instrumentalisierung des Iraks gegen den Iran ergeben, sondern auch aus der Ordnungspolitik in der Region, die vor allem auf das korrupte und reaktionäre Regime Saudi-Arabiens setzt. - Dort aber sind die politischen Verhältnisse zunehmend instabil. Im Zusammenhang mit der Entwicklung in Iran und Irak tun sich da Gefahren auf für eine Ökonomie, die vom billigen Öl so abhängig ist wie der Junkie von der Nadel. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Diktator Saddam nur der Vorwand für ganz andere Interessen ist. - Von daher ist meine Position klar: Es darf keinen imperialen Krieg geben, der die Welt noch mehr spaltet und Gewalt produziert."

Das ist, wörtlich zitiert, aus einem Brief des Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Michael Müller (SPD) vom 19.9. an mich. Ich gehe davon aus, dass die Düsseldorfer MdBs Müller und Karin Kortmann (SPD), die eine engagierte Christin ist, auf keinen Fall irgendwelche Unterstützungen für einen Krieg gegen den Irak im Bundestag mittragen würden. Falls es aber doch mit den Stimmen von SPD und Grünen zu irgendwelchen (!) bundesdeutschen Unterstützungsmaßnahmen für einen Irak-Krieg kommen sollte, müssen Menschen aus der Friedensbewegung bei hellem Tageslicht alle örtlichen Parteizentralen der Regierungsparteien mit einem blutigen Kreuz kennzeichnen!

Wir stehen hier heute solidarisch mit allen Friedensbewegten in den USA. Die Hoffnungszeichen sind nicht klein zu reden: Die Lügen wirken nicht mehr richtig, auch in den USA. Unsere Freunde in Nordamerika erhalten überall prominenten Beistand; nicht nur Jimmy Carter, viele Politiker, Militärs und Künstler sind dabei.

Mit Ausnahme solcher Südstaatenbaptisten, vor deren Kirchen man früher auch schwarze Sklaven aufgehängt hat - und mit Ausnahme der Endzeitsekten - protestieren die großen Kirchen in den USA gegen einen Irak-Krieg. Bischöfe der Methodisten, zu denen Bush gehört, zählen dazu.

53 Prozent der US-Amerikaner finden inzwischen einen Alleingang gegen den Irak nicht richtig; das wird Georg W. Bush jun. 2004 die Wiederwahl kosten!

Zweihundert Unternehmer schalteten unlängst eine ganzseitige Anzeige: "Dieses Produkt, den Krieg, kaufen wir nicht. Er ist gut fürs Geschäft mit Leichensäcken, nicht für uns alle!"

Und dann gab es am Folgetag eine große Anzeige mit Bin Ladens Bild. Darunter stand: "Ich bin froh, dass der Kongress für einen Irakkrieg gestimmt hat. Die Bomben werden die Rachegefühle und den Hass gegen die USA noch weiter schüren!" - BITTE, sagt Bin Laden, marschiert in den Irak! Er wäre dabei der einzige Gewinner.

Die Gefahr bleibt drängend, und die paar Monate bis zum Februar, das ist nicht lang:

Die einzige Chance die die Völkergemeinschaft gegen eine blutige Herrschaft der Finanzmärkte, Rüstungsindustrie und Ölkonzerne hat, wäre eine unabhängigere UNO. Doch mit einem Irakkrieg wäre diese Hoffnung auf eine Zukunft des Völkerrechts begraben.

Ich behaupte: Wenn der planmäßige Wahnsinn im Weißen Haus nicht gestoppt wird, kann - vom Nahen Osten bis nach Pakistan - der nächste Weltkrieg beginnen.

Nicht nur Aktionen und Demonstrationen der alten Art sind gefragt. Wir alle müssen uns zusammentun - und uns Neues einfallen lassen. Wir brauchen mehr junge und alte Menschen hier, die sich berühren lassen, nicht nur gegen Krieg, sondern vor allem für den Frieden: Für eine Welt, in der endlich gilt, dass jedes einzelne Kind, in Bagdad oder wo auch immer, mit allen Finanzmärkten auf diesem Globus nicht bezahlt werden kann.


Peter Bürger ist aktiov beim Ökumenisches Friedensnetz Düsseldorfer Christinnen & Christen

E-Mail:   post@oekumenisches-friedensnetz.de
Internet: http://www.oekumenisches-friedensnetz.de
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