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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
28.10.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

Rede auf der Auftaktkundgebung der Demonstration der Achse des Friedens am 26.11.2002 in Berlin

Nelli Tügel

Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten,

ich bin Nelli von "Schülerinnen und Schüler gegen den Krieg" und "widerstand international".

In den letzten Monaten und Wochen ist deutlich geworden, dass ein neuer Krieg, ein Krieg gegen den Irak bevorsteht. So erleben wir wie die Kriegstrommeln gerührt und die notwendigen Vorbereitungen für einen Krieg gegen den Irak getroffen werden. Unter dem Vorwand, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei und man das irakische Volk von einem grausamen Diktator befreien wolle, haben Bush und Konsorten das Kriegsgeheul angestimmt, und sie werden alles dafür tun, diesen Krieg durchzusetzen und zu führen.

Einmal abgesehen davon, dass es mehr als fraglich ist, ob ein Land nach zwei Kriegen und elf Jahren Sanktionen über die Mittel verfügen kann, die für den Bau von Massenvernichtungswaffen notwendig sind, sind die Bemühungen der USA uns weismachen zu wollen, ihr Angriff auf den Irak sei reine Menschenfreundlichkeit dem irakischen Volk gegenüber reine Heuchelei.

Saddam Hussein ist ein grausamer Diktator, das ist gar keine Frage, doch der Leidtragende eines Krieges wird das irakische Volk sein. Der Leidtragende der Sanktionen, die über den Irak verhängt sind, ist seit Jahren das irakische Volk. Jeden Monat sterben mehrere tausend Menschen an den Folgen der Sanktionen, an schmutzigem Wasser, mangelnden Medikamenten und Unterernährung, so dass sich die Situation im Irak drastisch verschlechtert und die Sanktionen sich zu einem regelrechten Massenmord an der irakischen Bevölkerung entwickelt haben.

Der wahre Grund für den bevorstehenden Krieg gegen den Irak ist nicht die Freiheit für die Menschen im Irak. Der wahre Grund für den drohenden Krieg ist, dass die Region ökonomisch enorm wichtig ist für die USA, denn der Irak verfügt über die zweitgrößten Erdölvorkommen der Welt. Und Saddam Hussein als unkontrollierbarer Herrscher ist den USA in diesem Zusammenhang natürlich ein Dorn im Auge, den es zu entfernen gilt! Hier zeigt sich ganz deutlich, dass die Herrschenden für ihre Profite bereit sind, alles Mögliche zu tun, auch einen Krieg zu führen, der das Elend des irakischen Volkes noch steigern wird.

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Dieser Krieg ist ein Krieg für Öl, doch die Rechnung für diesen Krieg haben nicht die zu zahlen, die ihn führen wollen!

Dass heute so viele Menschen hier auf der Demonstration zusammengekommen sind, zeigt, dass der Widerstand gegen einen bevorstehenden Krieg wächst. 400 000 Menschen in London und mehrere Zehntausende in Madrid und Rom haben gezeigt, dass die Antikriegsbewegung international am Erstarken ist. Um diesen Krieg stoppen zu können, müssen wir die Antikriegsbewegung weiter aufbauen und können uns dabei nicht auf Schröder, Fischer & Co. verlassen. Dass SPD und Grüne keine Antikriegsparteien sind, haben sie in den letzten vier Jahren bewiesen! Zwei Kriege und 17 mal die Bundeswehr im Ausland unter Rot Grün sind hierfür Beweis genug!

Würde Rot-Grün es ernst meinen, dann hätten sie schon längst die Panzer aus Kuwait abgezogen und Schritte unternommen, um eine indirekte Unterstützung des Krieges, in Form von zum Beispiel Überflugrechten für amerikanische Flieger unmöglich zu machen.

"Schülerinnen und Schüler gegen den Krieg" haben beim Krieg gegen Afghanistan im letzten Herbst einen Schülerstreik am Tag des Beginns des Krieges mit 5000 Teilnehmern organisiert und dies werden wir in Anbetracht eines neuen bevorstehenden Krieges wieder tun!

Doch wir können nicht warten bis ein Krieg beginnt, deswegen ist diese Demonstration heute ein großartiger Anfang, aber das ist noch nicht genug.

Um eine indirekte Unterstützung des Krieges zu verhindern, müssten Blockadeaktionen organisiert und durchgeführt werden. Und wie das Beispiel London zeigt, sind Massenmobilisierungen möglich, und sie sind auch nötig, um möglichst großen Druck aufzubauen. Um solche erfolgreichen Massenmobilisierungen durchzuführen, wäre eigentlich notwendig, dass auch die Gewerkschaften ihre Mobilisierungskraft nutzen

Wenn wir planen, einen Schülerstreik durchzuführen, so denken wir aber auch, dass unsere Eltern und Lehrer es uns eigentlich gleich tun müssten.

Wir Schüler haben angefangen, Antikriegskomitees an Schulen aufzubauen. Aber wir glauben auch, dass es eigentlich nötig wäre, dies über Schulen hinaus in Stadtteilen, Betrieben, an Hochschulen usw. aufzubauen!

Die Antikriegsbewegung steht gerade erst am Anfang. In den nächsten Wochen und Monate werden wir, Schülerinnen und Schüler, alles Mögliche dafür tun, die Antikriegsbewegung mit aufzubauen und diesen Krieg zu stoppen.

Stoppt den Krieg!

Kein Blut für Öl!

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