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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
28.10.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

Rede bei der Demonstration gegen den Krieg gegen den Irak am 26.10.02 in Düsseldorf

Irene Wollenberg

Alle 7 Minuten verhungert ein Kind, allein in den dreißig Minuten, die wir hier stehen, dreihundert Kinder. Alle 5 Minuten erblindet ein Mensch wegen Mangel an Vitamin A. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen an Hunger oder den unmittelbaren Folgen des Hungers.

Das ist die verheerende, die skandalöse Bilanz in einer Welt, in der die größte Militärmacht immer weiter Aufrüstung betreibt, anstatt das Geld für die Bekämpfung des Hungers auszugeben.

Die USA tätigen im Jahre 2002 42% der Militärausgaben der ganzen Welt. Im Jahr 2003 soll der Rüstungsetat 380 Millionen Dollar erreichen, bis 2007 451 Millionen. Ja, sogar ein Atomkrieg soll führbar werden. Da planen die Pentagon-Strategen den begrenzten Einsatz nuklearer Waffen.

Sie reden davon, bei dem Krieg gegen den Irak gehe es um Massenvernichtungswaffen- und stellen sie selber her, wie die Zahlen belegen.

Kampf gegen den Terrorisms - Menschenrechte, angesichts dieser Fakten entlarven sich die Begründungen von George W. Bush für den geplanten Überfall auf den Irak als schale Vorwände.

Vom Irak gehe die Gefahr eines Angriffs mit Massenvernichtungswaffen aus wird behauptet. Angriffsvorbereitungen konnten bisher nicht ausgemacht werden, trotz permanenter Beobachtungsflüge des US-Militärs.

Saddam habe auf dem Weltmarkt die Zutaten für Massenvernichtungswaffen gekauft wird behauptet. Ich frage von wem denn eigentlich? Vielleicht von denen, die sie selbst produzieren, um sie dann gegen den Irak einzusetzen?

Neu wäre das alles nicht.

Nein- es geht um eines: um Öl.

Der Irak hat das Pech, im Besitz eines der größten Ölvorkommen der Welt zu sein und danach lecken sich die amerikanischen Ölmultis, an deren Pipeline George W. Bush hängt, alle schmutzigen Finger.

Es geht um die Neuaufteilung der Einfluss-und Machtsphären in der Welt. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht. Dafür nehmen sie Hunger und Elend von Millionen von Menschen in Kauf.

Nach 11 Jahren Embargopolitik gegen den Irak, die bisher mehr als 1 Million Menschenleben gekostet hat, wird ein neuer mörderischer Angriff vorbereitet.

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Der Primärenergiebedarf wird sich bis zum Jahre 2030 um 2/3 erhöhen. Öl und Erdgas bleiben die Hauptenergieträger. Allein die USA mit weniger als 5% der Weltbevölkerung verbrauchen 26% des geförderten Erdöls.

Die USA, Kanada, die EU und Japan verbrauchen 54% des weltweit geförderten Erdöls, verfügen allerdings nur noch über 4% der Weltölreserven. Daraus erklärt sich die Begehrlichkeit. In der Sprache der Kriminalisten nennt sich das Beschaffungskriminalität.

Dies ist einer der Zusammenhänge zwischen neoliberaler Globalisierung und Krieg. Attac, die internationale globalisierungskritische Bewegung, versteht sich deshalb als Teil der internationalen Friedensbewegung. So heißt es in der politischen Grundsatzerklärung, die von Attac Deutschland im Mai verabschiedet wurde: "Die neoliberale Globalisierung hat sehr viele Verlierer und nur wenige Gewinner hervorgebracht. Sie begünstigt damit politische Destabilisierung und ist ein Grund für Gewalt, Krieg und Terrorismus. Dies führt zur Rechtfertigung weltweiter Aufrüstung, von Militarisierung und zur Aushöhlung demokratischer Rechte. Die neoliberale Globalisierung ist keineswegs schicksalhaft und alternativlos. Attac streitet für eine neue Weltwirtschaftsordnung, in der der Reichtum der Welt gerecht verteilt und ökologisch genutzt wird. Attac ist Bestandteil der Antikriegs- und Friedensbewegung, denn eine gerechte Welt ist ohne Frieden nicht möglich. Attac setzt sich ein für ein Ende der neuen Kriegsvorbereitungen und Kriege und für zivile und friedliche Konfliktlösungen.

Ich danke Ihnen.


Irene Wollenberg ist aktiv bei Attac Düsseldorf
Internet: http://www.attac-netzwerk.de/duesseldorf/
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