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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002


vom:
01.11.2002


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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002:

  Reden

Rede bei der Demonstration gegen einen Angriff auf Irak, 26.10.2002, Freiburg

Julia Meier

Liebe Freundinnen und Freunde,

Im Irak ist der Krieg nicht nur Drohung, sondern bereits Realität. Seit bestehen der UNO-Sanktionen wird die Bevölkerung dieses zerstörten Landes immer wieder ohne offizielle Kriegserklärung bombadiert. Was George W. Bush jetzt forciert, ist nicht "nur" Krieg, sondern eine Invasion. Es ist ihm und seinen Verbündeten nichts daran gelegen, die starke irakische Opposition zu unterstützen, im Gegenteil, sie wird kosequent totgeschwiegen und bestenfalls als schwaches Grüppchen erwähnt, das der starken Hand des amerikanischen Miltärs bedarf, um zu seinem Recht zu gelangen. Seit Wochen ist bekannt, dass Bush nach dem bereits vor Beginn des Krieges sicher geglaubten Sieg einen amerikanischen General als irakischen Staatschef einsetzten will.

Ist dies das Ergebnis eines Krieges für Demokratie? Dieses Vorhaben macht nur allzu deutlich, dass es weder um Demokratie noch um Menschenrechte geht, in all den "neuen Kriegen" der vergangenen Jahre nie darum ging, wohl aber um die Interessen der sogenannten westlichen Welt. Im Falle des Irak liegen diese Interessen auf der Hand: Dieser Staat kontrolliert 20% der Ölreserven der Welt, für den Westen ein Gut von unschätzbarem Wert. Das dieser Krieg gerade jetzt geführt werden soll, wo doch die Gier nach dem Öl des Irak schon lange besteht, hängt nur bedingt mit den Anschlägen des 11. September 2001 und dem danach propagierten "Krieg gegen den Terror" zusammen. Natürlich wäre es ohne dieses Alibi schwerer gewesen, einen solchen Krieg zu rechtfertigen, doch hinter diesem steckt weit mehr als nur eine gute Chance wahrgenommen zu haben: Der Krieg ist eine Notwendigkeit der neoliberalen Globalisierung. Diese verstärkt nicht nur den internationalen Wettbewerb zu Gunsten er großen westlichen Unternehmen und provoziert deren Drang ihre Vorteile immer weiter auszubauen, sondern bewirkt auch eine immer engere Verquickung von Wirtschaft und Politik, schafft eine vestärkte Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik bis zu deren fast vollständiger Entmachtung.

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Aktionstag gegen Irak-Krieg 26.10.2002
Der Widerstand gegen George W. Bushs Kriegspläne muss Teil unseres Widerstandes gegen die neoliberale Globalisierung sein. Wirklicher, wirksamer Kampf gegen die wirschaftlichen Auswirkungen dieses globalen Verbrechens ist nicht möglich ohne radikale Verurteilung des Krieges, ebenso wie die Verhinderung des Krieges mit der Bewusstmachung der wirtschaftlichen Zusammenhänge einhergehen muss.

Es mag vielleicht so aussehen, als ob wir sehr wenige wären heute. Doch es ist keinesfalls so, dass sich niemand für den Krieg interssiert. Hätte sich sonst Bundeskanzler Schröder im Wahlkampf distanzieren müssen, um wiedergewählt zu werden? Letzte Woche kamen auf Anhieb 40 Leute zu einem Anti-Kriegs-Kommitee-Treffen in der Uni, das nur mit gelben Din-A4-Zetteln angekündigt worden war.

Der Standpunkt der Bevölkerung zu diesem Thema ist eindeutig, wir müssen uns nur zeigen. Wenn wir uns in Massen auf den Straßen versammeln, um zu zeigen, dass wir uns eine lebenswerte Welt anders vorstellen, wird Schröder sein Versprechen halten müssen und man wird uns auch in anderen Fragen nicht mehr so leicht überhören können.

Widerstand dem Krieg und der globalisierten Macht der Konzerne!

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