Antikriegstag 2010

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27.08.2010


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Antikriegstag 2010

 Reden/Kundgebungsbeiträge

Rede bei der Eröffnung der Foto-Ausstellung "30 Jahre Friedensbewegung in Dortmund" am 24. August 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

Ute Guckes (in Dortmund)



- Es gilt das gesprochen Wort -



Ich freue mich sehr, Sie hier heute Abend begrüßen zu dürfen zu unserer Ausstellung "30 Jahre Friedensarbeit in Dortmund".

Ich bin Gründungsmitglied der ökumenischen Gruppe "Christinnen und Christen für den Frieden" seit 1982. Ich trage hier 2 Zeichen der Friedensbewegung: die Taube und den Regenbogen. Sie stammen aus der gleichen biblischen Geschichte von der Großen Flut, die Taube Zeichen der Bewohnbarkeit der Erde und der Regenbogen Zeichen für die Bestandsgarantie Gottes für die Erde.

Dieses Jahr 2010 ist ein besonderes, nicht nur wegen Ruhr 2010, wo natürlich die Friedensarbeit als ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens nicht fehlen darf 65 Jahre nach Kriegsende, 65 Jahre nach Hiroshima

30 Jahre Friedensdekade - da bot es sich an, auch auf 30 Jahre Friedensarbeit in Dortmund zurückzublicken:

gegen die atomare Bedrohung durch die Nachrüstung - damit fing es an,

Ablehnung von Krieg als Mittel der Politik,

Abrüstung, Ächtung von ABC-Waffen, Kampagnen gegen Landminen, Streubomben, Kleinwaffen,

Anti-Atomarbeit- ich nenne nur Ahaus oder die Kampagne xtausendmal quer,

Hiroshimagedenken, Ökologische Herausforderungen

Immer wieder Märsche: jedes Jahr Ostermarsch, Frauenfriedensmärsche

- das sind nur einige der Themen aus den 30 Jahren.

Diese Ausstellung bündelt das alles noch einmal. Herzliche Einladung an Sie alle: nehmen Sie sich Zeit, die Plakate und die Fotos anzusehen.

Für viele hier ist die Friedensarbeit in diesen 30 Jahren ist ein Teil unseres Lebens.

Ich bin Jahrgang 43: noch ein Kriegskind. Ich habe den Krieg zwar nicht mehr bewusst erlebt, wohl aber seine Folgen: der Vater vermisst und nie zurückgekehrt, ausgebombt sein, Leben bei Verwandten, dann in einer Einzimmerwohnung.

Eins stand für mich fest: nie wieder Krieg war auch mein Bekenntnis. Als dann Anfang der 80er der atomare Krieg durch die Nachrüstungsplanung zur realen Bedrohung wurde, wollten wir alles in unserer Macht Stehende dagegen tun. Diesmal war es die Verantwortung unserer Generation.

Die Friedensinitiativen bildeten sich: in vielen Bereichen. In meinem Fall zuerst die Stadtteilinitiative Bürgerinitiative Dortmund-Süd für Abrüstung gegen Sozialabbau

Die Dortmunder IPPNW Gruppe war aktiv, das Friedensplenum, die Frauenfriedensgruppe, die ökumenische Gruppe Christen für den Frieden, die Dortmunder Pax christi Gruppe, DFG/VK.

All diese Gruppen stellten sich den friedenspolitischen Herausforderungen der Zeit und arbeiteten auf Dortmunder Ebene zusammen wie auch in der Mobilisierung zu den überregionalen Großveranstaltungen.

Wir übten uns in Basisdemokratie, diskutierten unser Selbstverständnis. Zum Teil war es Atompazifismus, z.T. " auch ein grundsätzlicher Pazifismus - vor allem bei den christlichen Gruppen - wir übten gewaltfreien Widerstand.

Wir haben die Nachrüstung nicht verhindern können, aber wir sind überzeugt davon, dass wir die politische Landschaft des Kalten Krieges verändert haben. Die Friedensarbeit war auch wichtige Voraussetzung für das Bröckeln des Ostblocks und schließlich für den Fall der Mauer.

Die politische Landschaft hat sich verändert inzwischen, neue Kriege fordern uns heraus, Wirtschaftskriege, Menschenrechtsverletzungen, neue Bedrohungen sind wichtig geworden, neue Feindbilder sind entstanden, die Angst vor dem internationalen Terror, der erstarkende Rechtradikalismus.

Es ist nicht besser geworden, die alten Herausforderungen sind immer noch da, die Arbeit für den Frieden ist so wichtig wie immer. Früher haben wir gesagt: es gibt viel zu tun - packen wir`s an. Inzwischen sind wir älter geworden, die Gruppen werden immer kleiner. Diese Ausstellung ist dem Rückblick gewidmet und der Freude über das Erreichte, aber sie ist auch Ermutigung und Aufforderung an die nächsten Generationen, weiter zu machen.

Vielen Dank.



E-Mail: ute (Punkt) guckes (at) gmx (Punkt) de
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