Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004


vom:
29.06.2004

update:
05.08.2004


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004

 Echo/Presse

Pressesplitter - Vorfeld

div. Zeitungen, Agenturen, ...

taz, NRW Köln ehrt Opfer der ersten Atombomben

ap Pilot des Atombombenabwurfs auf Nagasaki gestorben

Uetersener Nachrichten Die Atomraketenweltweit abschaffen

taz, NRW Erinnern und Aufklären

Wedel-Schulauer Tageblatt Damit sich Hiroshima nicht wiederholt

ap Atomwaffengegner bereiten sich auf Hiroshima-Gedenktag vor





Quelle: taz (NRW, Köln regional), 07.04.04

Köln ehrt Opfer der ersten Atombomben

Nach jahrelangen Bemühungen hat das Kölner Friedensforum Erfolg: Die bislang namenlose Grünfläche am Aachener Weiher erhält den Namen "Hiroshima-Nagasaki-Park". Zur Einweihung wird ein Überlebender aus Nagasaki erwartet

(KÖLN taz) Was derzeit vor allem ein Ort der Erholung ist, soll ab dem Sommer auch ein Ort der Erinnerung sein: Die hügelige Grünfläche oberhalb des Aachener Weihers, die an schönen Tagen hunderte Kölner anzieht, wird ab August offiziell "Hiroshima-Nagasaki-Park" heißen.

Das bisher namenlose Gelände zwischen Aachener Straße, Universitätsstraße, Bachemer Straße und Bahnlinie soll an die Atombombenopfer von 1945 in den beiden japanischen Städten erinnern. Der beliebte Park ist ein geschichtsträchtiger Ort: Die sanften Hügel, auf denen sich Erholungssuchende gerne in der Sonne räkeln, sind keineswegs auf natürlichem Wege entstanden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein "Schutthaufen der Geschichte" - darunter liegen die Trümmer des Zweiten Weltkriegs. Die Initiative, hier an die ersten Atombombenabwürfe zu erinnern, ging vom Kölner Friedensforum aus.

Im Jahr 2000 übergab es Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) einen Aufruf mit 140 Unterschriften, in dem ein "Hiroshima-Nagasaki-Platz" in Köln gefordert wurde. Das war gleichzeitig eine Erinnerung und ein Appell an das Engagement gegen Atomwaffen, das in Köln Tradition hat: Die Domstadt ist per Selbstverpflichtung atomwaffenfreie Zone und seit 1985 Mitglied des internationalen Städtebündnisses gegen Atomwaffen, dem so genannten "Hiroshima- Nagasaki-Bündnis".

OB Schramma gab die Suche nach einem geeigneten Ort an die Bezirksvertretungen weiter. Ende 2001 beschloss die Bezirksregierung Innenstadt schließlich die Benennung des Parks - einstimmig: "Ich habe selten erlebt, dass ein Anliegen so schnell auf offene Ohren bei der Verwaltung und auf eine derartig ungeteilte Zustimmung gestoßen ist", berichtete die Bezirksvorsitzende Elisabeth Thelen (Grüne) bei der Vorstellung des Projektes am Montag Abend im Domforum. Das Gelände sei durch seine Nähe zum Japanischen Kulturinstitut und zum Museum für Ostasiatische Kunst prädestiniert.

Thelen wünscht sich, dass durch die Namensgebung das Thema Krieg und Bedrohung durch die Atombombe wieder stärker ins Bewusstsein dringt. Im Park sollen Tafeln an das Geschehen vor nunmehr fast 60 Jahren erinnern: "Wir hoffen, dass möglichst viele mitten im Alltag, beim Spazierengehen in dem Park, auf die Schilder aufmerksam werden."

In einem Festakt wird der Park am 7. August offiziell eingeweiht. Auf die Frage, warum erst so lange nach dem Beschluss der Bezirksregierung, kann Thelen nur auf die Initiatoren selbst verweisen: Das Kölner Friedensforum habe darauf bestanden, dass Kazuo Soda, Überlebender des Atombombenabwurfs über Nagasaki und Träger des Aachener Friedenspreises, an der Einweihung teilnehme. Der aber habe in den vorangegangenen beiden Jahren nicht kommen können.

Jeanette Seiffert



Quelle: ap, 18.09.2004, 07.51 Uhr

Pilot des Atombombenabwurfs auf Nagasaki gestorben

Milton/USA (AP) Der frühere US-Luftwaffengeneral Charles Sweeney, der Pilot des Bombers mit dem die Atombombe auf Nagasaki geworfen wurde, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er starb bereits am Donnerstag in einem Krankenhaus in Boston, wie eine Kliniksprecherin am Wochenende mitteilte. Sweeney war 25, als er die B-29 in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs am 9. August 1945 nach Nagasaki steuerte. Es war sein erster Bombenabwurf über feindlichem Gebiet überhaupt.

Drei Tage zuvor war in Hiroshima die erste Atombombe in einem Krieg eingesetzt worden. Sweeney war bis zuletzt ein Verteidiger der Atombombenabwürfe und hielt sie für notwendig, um den Krieg zu beenden. Er war auch am Atombombenabwurf auf Hiroshima beteiligt. Er flog dabei ein den Bomber begleitendes Flugzeug. Bei seinem eigenen Angriffsflug hatte er mit etlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. So gab es Treibstoffprobleme und widriges Wetter. Über dem ersten Ziel des Atombombenabwurfs, der Stadt Kokura, konnte die Bombe wegen der dichten Bewölkung nicht abgeworfen werden. Und auch über Nagasaki gab es nur eine kleine Lücke, die Sweeney dann nutzte.



Quelle: Uetersener Nachrichten, 03.08.04

Die Atomraketenweltweit abschaffen

Friedenswerkstatt Wedel gedenkt Opfer von Hiroshima.

Am Hiroshima-Tag, dem 6. August, führt die Friedenswerkstatt ihre Mahnwache für den Frieden durch. Der Informationsstand und die Mahnwachewerden am Freitag, 6. August, von 15 bis 17 Uhr,vor der Wedeler Post in der Bahnhofstraße zu finden sein.

Von Siegfried Schilling

Wedel/Pinneberg: Mit unserer Mahnwache wollen wir wieder an die Opfer der amerikanischen Atombombenabwürfe erinnern, die am 6. und 9. August 1945 mehr als 14 000 Menschen in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki das Leben kosteten. Gleichzeitig geht es aber darum, dass die nukleare Gefahr keineswegs gebannt ist. Die Bush-Regierung ist bereit Atomwaffen einzusetzen. Arme Staaten wie Korea drohen ebenfalls mit ihren Nuklearwaffen. Aus den jahrelangen Abrüstungsverhandlungen und Abrüstungsbemühungen droht wieder eine Spirale atomarer Aufrstung zu werden, stellt die Friedensaktivistin Irmgard Jasker fest.

Dagegen stehen weltweit friedensbewegte Menschen, Opfer und Hinterbliebene der Atombombenabwürfe, sowie Organisationen auf. Besonders engagiert war und ist der Brügermeister von Hiroshima, der weltweit viele Städte gewonnen hat für das Städteprogramm Hiroshima zur vollstndigen Abschaffung aller Atomwaffen. Diesem Städteprogramm hat sich auch Wedel angeschlossen, was an den Wedeler Ortseingängen auf Schildern dokumentiert ist. Mit der Mahnwache will die Wedeler Friedenswerkstatt immer wieder auf dieses Programm hinweisen und es mit Leben erfüllen. Sie informiert und mischt sich ein. Sie sammelt Unterschriften für Abrüstungsschritte und wendet sich an unsere Regierung. Und sie sieht auch Erfolge.

Erfreulich ist beispielsweise, dass mit Geldern und Fachleuten aus Deutschland auf der russischen Kola-Halbinsel ein Langzeitzwischenlager für Atomreaktoren aus U-Booten der russischen Marine gebaut wird. Es geht dabei um die Demontage und Lagerung von bis zu 120 U-Booten. Allerdings bleibt viel zu tun. Deshalb wenden wir uns in diesem Jahr an unsere Regierung mit der Bitte, fr den Abzug der US-Atomraketen aus Deutschland einzutreten. Mehr als 60 Atombomben lagern in Ramstein und Büchel/Eifel. Ihre Sprengkraft übersteigt die der Hiroshimabombe um ein Vielfaches. Auxerdem stellen diese Waffenarsenale bereits durch ihr Vorhandensein eine Gefahr dar. Sie könnten Ziele von Terroranschlägen werden oder aber eines Ersteinsatzes der Nuklearwaffen von Gegnern der USA, warnt Irmgard Jasker.

Denn seit die Bush-Regierung nicht nur mit Vergeltungsschlägen, sondern auch mit Präventivschlägen drohe, sei die nukleare Bedrohung weltweit wieder gestiegen und ein nuklearer Erstschlag im Gespräch. Im Zuge des US-Truppenabzuges aus Deutschland will die Friedenswerkstatt besonders auf den Abzug der Atomraketen drängen. Sie sammelt deshalb am 6. August Unterschriften gegen die Atomwaffen in unserem Land und für die weltweite Abschaffung aller ABC-Waffen.



Quelle: taz, NRW, 03.08.04

Erinnern und Aufklären

Die Parkanlagen am Aachener Weiher werden am Samstag in "Hiroshima-Nagasaki-Park" umbenannt

Der strahlend blaue Himmel am Morgen des 6. August 1945 versprach einen schönen Hochsommertag in Hiroshima. Der erste Atombombenabwurf um 8.15 Ortszeit jedoch tötete an diesem Tag 70.000 Menschen, verletzte ebenso viele und löschte die gesamte Stadt aus.

Am kommenden Sonnabend soll der Himmel über Köln laut Wettervorhersage bewölkt sein. Zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe in Japan wird an diesem Tag der "Hiroshima-Nagasaki-Park" am Aachener Weiher eingeweiht. Eine "grüne Gedenkstätte" sollen die Parkanlagen zwischen Universitätsstraße, Bachemerstraße, Bundesbahntrasse und Dürener Straße werden. "Der Park soll die Atombombenabwürfe im Bewusstsein der Kölner halten", sagt Ursula Forner vom Kölner Friedensforum, das die Umbenennung des Parks vor vier Jahren mit einer Unterschriftensammlung ins Rollen gebracht hatte. "Manche junge Menschen wissen ja gar nicht mehr, was für eine Katastrophe sich mit den beiden Städtenamen verbindet."

Deshalb haben Friedensforum und die Bezirksvertretung Innenstadt mit den Grünanlagen am Aachener Weiher einen in zweifacher Hinsicht passenden Ort für das Mahnmal gefunden. Der Park wurde nämlich nicht nur nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Trümmerschutt der Kölner Innenstadt errichtet - während der Sommermonate ist er auch Treffpunkt und Liegewiese für vor allem junge Kölner. " Tobias Haucke

Festakt im Park, Sa. 7. August, 18 Uhr. Um 16 Uhr Ausstellungseröffnung "Die Atombombe und der Mensch" im Museum für Ostasiatische Kunst



Quelle: Wedel-Schulauer Tageblatt, 04.08.04 (und weitere)

Damit sich Hiroshima nicht wiederholt

Von Insa Langosz

Wedel. Am Freitag, 6. August, ist es 59 Jahre her, dass auf Hiroshima - drei Tage später auf Nagasaki - eine amerikanische Atombombe fiel. Mehr als 140.000 Menschen mussten ihr Leben lassen. Irmgard Jasker von der Friedenswerkstatt Wedel, Hasenkamp 6, veranstaltet am Freitag eine "Mahnwache für den Frieden" von 15 bis 17 Uhr vor der Wedeler Post in der Bahnhofstraße. Hierbei wird es nicht nur um das Gedenken der Opfer gehen, sondern auch um die immer noch drohende Gefahr, die von den Atomwaffen ausgeht. Mit einem Informationsstand und einer Unterschriftensammlung wollen die Friedenswerkstättler auf diese Bedrohung hinweisen und sich an die Regierung wenden. Damit wird der Abzug der US-Atomraketen aus Deutschland und die weltweite Abschaffung der ABC-Waffen gefordert.

Mehr als 60 Atomraketen, deren Sprengkraft vielfach größer ist, als die der Bombe von Hiroshima, lagern in Ramstein und in Büchel/Eifel. Diese Waffenarsenale stellen eine Gefahr dar, denn sie könnten Terrorziele sein. Die US-Regierung und auch arme Staaten wie Korea seien bereit, Atomwaffen einzusetzen, sagt Jasker. Sie befürchtet, dass aus den jahrelangen Abrüstungsverhandlungen und -bemühungen eine Spirale atomarer Aufrüstung zu werden droht. Dagegen demonstrieren weltweit Organisationen, Opfer, Hinterbliebene der Atombombentoten und friedensbejahende Menschen. Der Bürgermeister von Hiroshima engagiert sich besonders für das "Städteprogramm Hiroshima zur vollständigen Abschaffung aller Atomwaffen", dem sich viele Städte auf der ganzen Welt bereits angeschlossen haben - darunter auch Wedel.

Mit der Mahnwache wollen Jasker und die Friedenswerkstatt wieder auf dieses Programm hinweisen, das auch Erfolge vorweisen kann. Mit Geldern und Fachleuten aus Deutschland wird auf der Kola-Halbinsel ein Langzeitzwischenlager für Atomreaktoren aus russischen U-Booten gebaut. Mit der Demontage und Lagerung von 120 U-Booten bleibt viel zu tun.



Quelle: 4. August 2004, 21.16 Uhr

Atomwaffengegner bereiten sich auf Hiroshima-Gedenktag vor

Berlin (AP) Vor dem Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima am kommenden Freitag haben Atomwaffengegner eine internationale Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen gestartet. Wie die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) am Mittwoch mitteilte, solle damit bis 2020 eine atomwaffenfreie Welt erreicht werden. Die Organisation rief zudem gemeinsam mit der Organisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) zu einem weltweiten Gedenkjahr auf.

Im Rahmen der Kampagne sollten sich verschiedene Organisationen sowie Bürger im nächsten Jahr in die Abrüstungsverhandlungen bei den Vereinten Nationen einmischen. Unter anderem sollen sie einen verbindliche Zeitplan für die Abschaffung aller Atomwaffen fordern, der 2010 in einer Atomwaffenkonvention ähnlich der Chemiewaffenkonvention münden soll.

Man sehen es als Pflicht an, "die Völker zum Widerstand gegen die fortdauernde nukleare Bedrohung aufzurufen", sagte IPPNW-Ehrenvorstand Horst-Eberhard Richter. Den Angaben zufolge gibt es weltweit noch 30.000 Atomwaffen, darunter 65 Atombomben der US-Streitkräfte, die in Deutschland lagern und im Ernstfall unter US-Befehl auch von der Bundeswehr eingesetzt werden könnten.

Beim Abwurf der ersten Atombombe durch die US-Luftwaffe am 6. August 1945 starben in der japanischen Millionenstadt mindestens 200.000 Menschen direkt oder indirekt an den Folgen der Strahlung.

http://www.atomwaffenfrei.de/
http://www.ippnw.de/



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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