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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004


vom:
15.07.2004


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004:

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Freitag, 6. August 2004, Kiel, Hiroshimapark, ab 19.30 Uhr,

Lotosblüten für Hiroshima und Nagasaki

Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft Kiel

Hiroshima und Nagasaki mahnen

6. August 1945 - 8 Uhr, 15 Minuten und 17 Sekunden: über dem Zentrum der japanischen Stadt Hiroshima explodiert die Atombombe "Little Boy", wie ihre US-amerikanischen Konstrukteure sie verniedlichend genannt haben. Schlagartig sind 90% aller Menschen in einem Umkreis von einem halben Kilometer um den "Ground Zero" tot. Hier beträgt die Temperatur für eine Sekunde 3.000 bis 4.000 Grad Celsius Alles verdampft und von den Menschen bleiben nur einige Schatten an der zerfetzten Hausmauern übrig. Am Ende des ersten Tages sind mindestens 45.000 Menschen an den Brand- und Strahlungsfolgen gestorben. Weitere Zehntausende folgen in den Tagen, Wochen, Monaten und Jahren danach.

9. August 1945 - 11 Uhr und 2 Minuten: 500 Meter über der japanischen Stadt Nagasaki explodiert die Atombombe "Fat Man". Die Bilanz des ersten Tages 42.000 Verletzte und 22.000 Tote, viele von ihnen erstickt, weil der Höllenbrand allen Sauerstoff verbraucht. Ein Augenzeuge berichtet: "Der Brand entstand nicht, weil das Feuer sich, von Stelle zu Stelle springend, ausgeweitet hätte; vielmehr brachen viele Feuer gleichzeitig in einem riesigen Gebiet aus und loderten, bis der Barnd auf einen Schlag erloschen. Eine Zeit lang tobte die ganze Erde und spie Feuer." (Jurij Takatani, Bakushin no Oka ni te).

Atomwaffen abschaffen

Die Bedrohung durch Atomwaffen ist nicht Geschichte.
Noch immer bedrohen uns mehr als 30.000 Atomwaffen, genug um die Welt mehrere Male zu zerstören. In den knapp sechzig Jahren seit Hiroshima und Nagasaki wurden fast 130.000 Atomsprengkörper hergestellt, die meisten von dort USA und der Sowjetunion (heute Russland), gefolgt von England, Frankreich und China sowie seit einigen Jahren auch Indien, Pakistan und (inoffiziell) Israel.

In den 80er und 90er Jahren unterzeichneten die USA und die Sowjetunion/Russland eine Reihe von Verträgen zur Reduzierung von Atomwaffen. In der Folge dieser Vereinbarungen sank die Zahl der einsatzfähigen Atomwaffen um mehr als die Hälfte. Ende der 80er Jahre wurden alle atomaren Mittelsreckenraketen aus Europa abgezogen und vernichtet. 1996 wurde ein Vertrag über einen umfassenden Atomteststopp unterzeichnet.
Atomare Abrüstung ist also möglich, sie muss nur gewollt werden.

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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004
Der politische Wille zur Abschaffung der atomaren Massenvernichtungswaffen ist heute jedoch schwächer als noch vor wenigen Jahren, nachdem die öffentliche Aufmerksamkeit für diese Frage geringer geworden ist, Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington haben dazu beigetragen. Jetzt richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen zweifelhaften "Krieg gegen den Terrorismus", während kaum darüber gesprochen wird, dass die USA den wichtigen Raketenabwehr-Vertrag von 1972 aufgekündigt haben. Die Aromwaffenstaaten haben angekündigt, ihre Konzepte und Techniken für den Einsatz von Atomwaffen zu ändern. Der Ersteinsatz von Atomwaffen wird nicht mehr ausgeschlossen.
Die Gefahr eines Atomkrieges wächst wieder.

Um so mehr dürfen "Hiroshima" und "Nagasaki" nicht in Vergessenheit geraten. Sie müssen Mahnung und friedenspolitischer Auftrag bleiben.
Massenvernichtungswaffen müssen geächtet werden.

Atomwaffen bis 2020

Die Organisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) hat im Oktober 2003 die Kampagne "2020 Vision" gestartet. Mit ihr sind die derzeit 562 Mitgliedsstädte in 108 Ländern dazu aufgerufen, sich in die Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen.

Die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki, die Gründer von "Mayors for Peace", appellieren an uns alle, sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass die im kommenden Jahr anstehende UN-Konferenz über Atomwaffen (NPT Review Conference) zu einem Durchbruch führt. Ziel ist die verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen bis zum Jahr 2020.

Der aktuelle europäische Verfassungsprozess bietet die Chance, die Abschaffung aller atomaren Massenvernichtungswaffen im Europa der EU vertraglich festzuschreiben. Wir fordern ein atomswaffenfreies vereintes Europa. Die Bundesregierung bleibt aufgefordert, sich für den Abzog aller atomaren Sprengköpfe aus Deutschland einzusetzen.

Lotosblüten für Hiroshima und Nagasaki

Seit den Atombombenabwürfen durch die USA auf Hiroshima und Nagasaki zünden Männer und Frauen jedes Jahr am 6. und 9. August in den beiden Städten Kerzen und Lampions an und setzen sie auf das Wasser, die jeweils beide Städte durchfließen: den Opfern der Atombombenabwürfe zum Gedenken und der Welt zur Mahnung. dass dieser Wahnsinn nicht wieder geschehe.

Wir laden die Kieler Bürgerinnen und Bürger ein, sich auch in diesem Jahr an der Lotosblütenaktion in Kiel zu beteiligen.



Programm:

Hiroshimapark am Kleinen Kiel

19.30 Uhr: Informationsstände und Basteln der Lotosblüten

20 Uhr: Begrüßung/Ansprachen: Dr. Arne Wulff (Stadtpräsident Kiel), Pastor Joachim Liß-Walther, Musik: Cesar Mazzi (Internat. Lieder gegen Krieg und Gewalt)

(ca.)21 Uhr: Lotosblüten für Hiroshima und Nagasaki auf dem Kleinen Kiel



Die Lotosblütenaktion wird unterstützt vom Arbeitskreis Städtesolidarität, Mitglieder sind: Gesprächskreis für christliche Friedensarbeit, Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft, SPD-Ratsfraktion, Ratsfraktion B90/Die Grünen, CDU-Ratsfraktion, IPPNW (Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges), SCHIFF (Schleswig-Holsteinisches Institut für Friedensforschung)

Kontakt: Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft, c/o Benno Stahn, An den Birken 18, 24111 Kiel, Tel.: 0431/690167



E-Mail:   b.stahn@bi-online.de
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