Netzwerk Friedenskooperative



Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004


vom:
20.07.2004


 vorheriger

 nächster
 Artikel

Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004:

  Aufrufe, Stellungnahmen

Die Gefahr eines Atomkrieges wächst

FI Hamburg-Rissen

Mohammed elBaradei, Direktor der Atomaufsichtsbehörde (IAEO):

"Noch nie war die Gefahr eines Atomkrieges so groß wie heute. Ein Atomkrieg rückt näher, wenn wir uns nicht auf ein neues internationales Kontrollsystem besinnen."

6. August 2004

Fast 60 Jahre nach dem Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima ist die Welt nach Aussagen von Experten von einem atomaren Inferno bedroht wie nie zuvor.

Die Fakten:

1.Von den rund 30.000 Atomwaffen, die es insgesamt gibt, sind z.Zt. 17.500 sofort einsatzfähig. Davon sind ca. 4.000 in ständiger Höchstalarmbereitschaft und können ihr Ziel in Minuten erreichen.

2.Trotz des tiefgreifenden Wandels der Beziehungen der beiden atomaren Supermächte halten die USA und Rußland mehrere Tausend strategische Atomwaffen weiter einsatzbereit auf die jeweilige Gegenseite gerichtet: auf Raketensilos, kommandozentralen und Städte. Auch Städte in Deutschland, Nato-Verbündeter der USA, sind weiter bestehende Ziele strategischer Atomwaffen, deren Sprengköpfe eine Zerstörungskraft haben, die ca. 20 mal größer ist als die der Hiroshima-Bombe.

3.Die Gefahr eines "Unfalls", menschlichen Versagens oder rechtswidrigen Handelns wächst: Das Frühwarnsystem, das täglich Alarme ausgelöst durch Satellitenstarts, Brände und solare Reflektionen erhält, hat in Rußland längst nicht mehr den notwendigen Sicherheitsstandard. ("Missverständnisse" haben bereits mehrfach zu Beinahe-Katastrophen geführt).
Die Computer-Frühwarnsysteme und Kommandozentralen sind vor Übernahme durch Terroristen oder Angriffe durch Computerhacker nicht ausreichend geschützt.
Der Verbleib von Atomwaffen und -materialien aus dem riesigen Bestand Rußlands scheint nicht immer gesichert.

4.Die Hoffnung, daß der Atomwaffensperrvertrag (= NW, Nichtverbreitungsvertrag) zur Abrüstung führt, hat sich nicht erfüllt. Heute werden wieder neue Atomwaffen entwickelt, und sogar in mehr Ländern als zuvor.
Die erklärte Absicht der USA, moderne Atomwaffen auch als Erste einzusetzen, wird bei weiteren Staaten nukleare Ambitionen wecken.
Die derzeitige atomare Aufrüstung in den USA mit der Entwicklung einer neuen Generation von Atomwaffen und der Erweiterung des Offensivarsenals für Raketenabwehrsysteme und Weltraumwaffen hat zu einer Kettenreaktion geführt. Die übrigen Atommächte reagieren ihrerseits mit Modernisierungsmaßnahmen:


China entwickelt eine Interkontinentalrakete, die jederzeit einsatzbereit wäre.
Rußland hat den Bau neuer Atomraketen angekündigt.
Frankreich modernisiert seine gesamte Atomstreitmacht mit neuen Raketen, Cruise Missiles, Sprengköpfen und Bomben.
Großbritannien hat Mehrfachsprengköpfe (mit einer 960-fachen Sprengkraft von Hiroshima! ) auf Trident U-Booten und will nun eine Anlage zur Entwicklung neuer Atomwaffen bauen.

Auch bei den de facto-Atommächten wächst das Atomwaffen-Arsenal ständig:

Indien und Pakistan besitzen bereits einige Dutzend Sprengköpfe; beide arbeiten an Raketen größerer Reichweite und tragen damit zur Destabilisierung dieser gefährdeten Region bei. Israel hat seine Atomwaffen nie offiziell bestätigt, verfügt aber über 75-200 Sprengköpfe, die mithilfe verschiedener Trägersysteme ständig einsatzbereit sind.

Facit: Unsere Sicherheit ist noch bedrohter als zu Zeiten des Kalten Krieges.



Kontakt/V.i.S.d.P.: Friedensinitiative Rissen, Lore Schröder-Jahn, Tel.: 040/813434



E-Mail:   loreinfo@aol.com


 vorheriger

 nächster
  
Artikel

       
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema
Hiroshima, Nagasaki
Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2000
Hiroshimatag 2001 Rede
Hiroshima: Flugblatt Karlsruhe
Hiroshima 2003 - Aufruf München
Hiroshima 2003 - Aktions-Bericht aus Castrop-Rauxel
Hiroshima 2003 - Hintergrundbeitrag aus "Freitag"

Bereich

 Netzwerk