Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004


vom:
07.08.2004

update:
11.08.2004


 nächster

Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004

 Echo/Presse

Pressesplitter ab dem 07.08.04

div. Tageszeitung, Agenturen, ...

07.08.04

taz Hisohima-Gedenken: US-Atompolitik gerügt

taz, NRW "Wir müssen optimistisch sein"

KStA Kritisches Gedenken

ND Gedenken an Tote von Hiroshima

09.08.04

DW Nagasaki gedenkt Opfer des US-Atombombenabwurfs

Kölnische Rundschau Grünanlage hält Erinnerung wach

Rheinpfalz Gedenken an Atombombenabwurf über Nagasaki

Stuttgarter Nachrichten Nagasaki gedenkt des Atombombenabwurfes

tagesschau.de Nagasaki warnt vor Mini-Atombomben

SWP Schutzwall für das Völkerrecht

10.08.04

GA Blumen für die Opfer von Hiroshima



Quelle: taz, 07.08.04

Hisohima-Gedenken: US-Atompolitik gerügt

Nicht überall wurde still gebetet: Zum 59. Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima hat der Bürgermeister schwere Vorwürfe gegen die USA erhoben. Die USA verfolgten die Entwicklung der nächsten Generation von Kernwaffen gegen den Widerstand der UNO, kritisierte er bei der Gedenkfeier zum 6. August 1945. (ap)



Quelle: taz NRW, 07.08.04

"Wir müssen optimistisch sein"

Der Friedensaktivist Kazuo Soda aus Japan ist in Köln, um am Aachener Weiher den Hiroshima-Nagasaki-Park einzuweihen. Er kämpft für eine atomwaffenfreie Welt

taz: Obwohl der Kalte Krieg vorbei ist, denken die Atommächte gar nicht daran, ihre nuklearen Arsenale zu vernichten. Müssen wir uns mit der Existenz von Atomwaffen abfinden?

Kazuo Soda: Der Mensch kann nicht mit Atomwaffen koexistieren. Die Bedrohung, die von ihnen ausgeht, gefährdet ernsthaft das Überleben der gesamten Menschheit und alles Leben auf der Erde. Die vollständige Abschaffung nuklearer Waffen ist die dringendste Aufgabe zur Sicherung eines friedlichen 21. Jahrhunderts.

taz: Die Entwicklung sieht aber anders aus: Inzwischen wollen auch kleinere Staaten ihr politisches Gewicht mit der Entwicklung der Bombe erhöhen.

Kazuo Soda: Richtig. Die wollen die Bombe allerdings nur, um im Konzert der Großen mitspielen zu können. Würden die Atommächte die nuklearen Arsenale abschaffen, gäbe es dieses Problem nicht mehr. Aber wir können nunmal nicht auf die Regierungen zählen. Im Grunde hängt es von den Friedensbewegungen ab.

taz: Sie engagieren sich seit 30 Jahren als Friedensaktivist. Wie reagieren die Menschen auf Ihre Argumente für eine atomwaffenfreie Welt?

Kazuo Soda: Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. In Europa habe ich noch nie jemanden getroffen, der nicht mit meinen Forderungen nach der Abschaffung von Atomwaffen übereingestimmt hätte. Bei einem Besuch in verschiedenen High Schools in Boston (USA) bin ich aber auch auf andere Meinungen gestoßen. Dort war Pearl Harbour in den Köpfen der jungen Menschen. Obwohl ich mich für diesen Angriff meines Landes entschuldigte, blieb der Tenor: Die Atombomben waren nötig, um den Zweiten Weltkrieg zu beenden.

taz: Wenn die Befürworter von Atomwaffen schwer zu überzeugen bleiben. Wo sehen Sie dann die Hauptaufgabe ihrer Arbeit?

Kazuo Soda: Junge Menschen müssen wissen, wie der Zweite Weltkrieg war. Wir müssen uns die großen Tragödien des letzten Jahrhunderts vor Augen halten. Ein Park wie der Hiroshima-Nagasaki-Park in Köln ist eine Basis für den Frieden - ein schöner Gegenentwurf zu all den Militärbasen in der Welt.

taz: Sie glauben, das reicht?

Kazuo Soda: Natürlich ist die totale Abrüstung von Nuklearwaffen zunächst ein idealistisches Ziel. Aber Friedensaktivisten müssen seit jeher auch Optimisten sein.

Interview: Tobias Haucke



Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 07.08.09

Kritisches Gedenken

Am 59. Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs hat Hiroshimas Bürgermeister die USA heftig für ihre Pläne zur Entwicklung neuer Atomwaffen kritisiert. Mit einem "Die-in" erinnerten die Teilnehmer an der Veranstaltung an die rund 140.000 der 350.000 Einwohner Hiroshimas, die noch 1945 starben. Immer noch erliegen jährlich Tausende Menschen den Spätfolgen der Verstrahlung.



Quelle: Neues Deutschland, 07.08.09

Gedenken an Tote von Hiroshima

Atomwaffenpolitik der USA kritisiert

Hiroshima (dpa/AFP/ND). In der japanischen Stadt Hiroshima haben am Freitag etwa 40.000 Menschen der Opfer des ersteh Atombombenabwurfs vor 59 Jahren gedacht. Um 8.15 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, als die US-Bombe über der westjapanischen Stadt abgeworfen wurde, legten die Bürger eine Schweigeminute ein. Rund 200.000 Menschen waren durch die Explosion und an den Spätfolgen der radio-aktiven Strahlung gestorben. Hiroshimas Bürgermeister Tadatoshi Akiba äußerte tiefe Besorgnis über die »egozentrische Weltsicht« der USA-Regierung und kritisierte deren Atompolitik. Vor allem verurteilte er Pläne der USA, Mini-Atombomben für den Gefechtseinsatz zu entwickeln. Akiba forderte erneut die Abschaffung aller Atomwaffen. Zugleich zeigte sich das Stadtoberhaupt besorgt über Bestrebungen in Japan zur Änderung der pazifistischen Verfassung.

Drei Tage nach Hiroshima warf die US-Armee eine zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki ab.



Quelle: Deutsche Welle Nachrichten, 09.08.2004, 05:00 UTC

Nagasaki gedenkt Opfer des US-Atombombenabwurfs

Die Bewohner der japanischen Stadt haben der Opfer des zweiten US-Atombombenabwurfs vor 59 Jahren gedacht. Nagasakis Bürgermeister Itcho Ito forderte die USA in einer Rede vor 20.000 Menschen auf, ihr atomares Waffenarsenal komplett abzuschaffen. Er kritisierte, dass die USA nicht nur weiter im Besitz von Atomwaffen seien, sondern auch wiederholt Tests unternähmen und versuchten, kleinere, noch verheerendere Atombomben zu entwickeln. Ähnlich hatte sich drei Tage vorher der Bürgermeister von Hiroshima geäußert, wo ein US-Flugzeug die erste Bombe abgeworfen hatte.



Quelle: Kölnische Rundschau, Lokalteil Köln, 09.08.04

Grünanlage hält Erinnerung wach

Regenbogenfahnen und gefaltete Papier-Kraniche als Zeichen für den Frieden: Bei der Einweihung des neuen Hiroshima-Nagasaki-Parks am Museum für Ostasiatische Kunst wurde deutlich: Das öffentliche Eintreten für ein friedliches Zusammenleben der Völker ist wichtiger denn je. Vor dem Hintergrund aktueller Konflikte, etwa im Irak, stand die Forderung nach einem Verzicht auf Atomwaffen bei der Feier im Mittelpunkt.

Vor etwa vier Jahren hatten Mitglieder des Kölner Friedensforums angeregt, einen Ort in der Stadt nach Hiroshima und Nagasaki zu benennen, den Schauplätzen der US-Atombombenabwürfe im Jahr 1945. Das Amt für Liegenschaften schlug daraufhin die Grünanlage zwischen Bachemer und Dürener Straße sowie Universitätsstraße vor; der Rat nahm den Vorschlag einstimmig an. So konnte der Hiroshima-Nagasaki-Arbeitskreis das neu benannte Stück im Grüngürtel genau 59 Jahre nach den verheerenden Bombenabwürfen einweihen. Die Festredner, unter ihnen Bürgermeisterin Renate Canisius, betonten die Bedeutung des Ortes: Einerseits liegen unter dem Hügel am Aachener Weiher Trümmer aus dem Ersten Weltkrieg. Andererseits ist die Wiese seit Jahren Ort für friedliche und fröhliche Zusammenkünfte. Kazuo Soda, der den Angriff auf Nagasaki als 15-Jähriger überlebte, bezeichnete Köln als "das Mekka meiner Friedenspilgerfahrt".

Der Träger des Aachener Friedenspreises engagiert sich seit Jahrzehnten in der Anti-Atomwaffen-Bewegung und lobte das bürgerschaftliche Engagement in der Stadt. Gleichzeitig mit der Park-Einweihung wurde im Foyer des Museums für Ostasiatische Kunst die Ausstellung "Die Atombombe und der Mensch" (bis 7. September) eröffnet. Die Mitglieder des Arbeitskreises haben sich inzwischen schon ein neues Ziel gesteckt: Zum 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs soll ein Gedenkstein her. (aha)



Quelle: Die Rheinpfalz, 09.08.04

Gedenken an Atombombenabwurf über Nagasaki

Bürgermeister fordert Abschaffung der Atomwaffen

Der Bürgermeister von Nagasaki, Ittcho Ito, hat die USA zur Abschaffung der Atomwaffen aufgefordert. "Wir rufen die Bürger der Vereinigten Staaten auf, die Tragödien in der Folge der Atomexplosionen aus der Nähe zu betrachten", sagte Ito bei einer Gedenkfeier zum 59. Jahrestag des Atombombenabwurfs über der japanischen Stadt am 9. August 1945.

Solange die Supermacht USA ihre Haltung gegenüber den Atomwaffen nicht ändere, bleibe die Bedrohung durch die Weiterverbreitung dieser Waffen bestehen. Der "Weg zum Überleben der menschlichen Rasse" hänge von der Abschaffung der Atomwaffen ab, sagte der Bürgermeister.

Drei Tage nach dem Abwurf einer Atombombe über Hiroshima hatte ein US-Flugzeug vor 59 Jahren auch über der Hafenstadt Nagasaki eine Atombombe abgeworfen. Dabei wurden 74.000 Menschen getötet, 75.000 weitere wurden verletzt. Kurze Zeit später erklärte Japan die Kapitulation.



Quelle: Stuttgarter Nachrichten, 09.08.04

Vor 59 Jahren

Nagasaki gedenkt des Atombombenabwurfes

Appell zur Aufgabe aller Atomwaffen an die USA

(AP) Tokio - Zum 59. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki hat der Bürgermeister der japanischen Stadt vor der anhaltenden nuklearen Bedrohung gewarnt. Itcho Ito forderte die USA am Montag bei der zentralen Gedenkfeier auf, die Entwicklung von nuklearen Kleinwaffen einzustellen. Die so genannten "Mini-Nukes" besäßen eine verheerende Wirkung und könnten Schäden anrichten, die sich nicht von denen der Nagasaki-Bombe unterschieden.

Bei der Zeremonie im Friedenspark sagte Ito: "Wenn die Menschheit überleben will, gibt es nur einen Weg und das ist die Abschaffung von Nuklearwaffen." Ministerpräsident Junichiro Koizumi bekräftigte die japanische Politik, keine Atomwaffen zu produzieren, zu besitzen oder weiterzuverbreiten. Die USA arbeiten an der Entwicklung kleinerer Atomwaffen, die als "Bunkerbrecher" eingesetzt werden sollen. Der US-Senat hatte im Juni entsprechende Forschungsarbeiten gebilligt, nicht aber die Herstellung solcher Waffen. 1992 hatten sich die USA selbst ein Moratorium für Atomwaffentests auferlegt.

Mehrere japanische Politiker legten Chrysanthemen-Kränze am Fuße der Friedensstatue nieder, beim Glockenschlag vormittags um 11.02 Uhr legten die Anwesenden eine Schweigeminute ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte am 9. August 1945 ein B-29-Bomber die Atombombe "Fat Man" auf Nagasaki abgeworfen. Rund 70.000 Menschen starben in der Explosion, am 15. August 1945 kapitulierte Japan.

Nagasaki nahm in diesem Jahr 2.707 weitere an den Spätfolgen der Verstrahlung gestorbene Menschen in eine Gedenkliste auf. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Opfer auf 134.592.



Quelle: tagesschau.de, 09.08.2004, 09.37 Uhr

Gedenken an Atombombenabwurf

Nagasaki warnt vor Mini-Atombomben

Zum 59. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki hat der Bürgermeister der japanischen Stadt vor der anhaltenden nuklearen Bedrohung gewarnt. Itcho Ito forderte die USA bei der zentralen Gedenkfeier auf, die Entwicklung von nuklearen Kleinwaffen einzustellen. Die so genannten "Mini-Nukes" besäßen eine verheerende Wirkung und könnten Schäden anrichten, die sich nicht von denen der Nagasaki-Bombe unterschieden. Ministerpräsident Junichiro Koizumi bekräftigte die japanische Politik, keine Atomwaffen zu produzieren, zu besitzen oder weiterzuverbreiten.

Entwicklung trotz Moratorium

Die USA arbeiten an der Entwicklung kleinerer Atomwaffen, die als "Bunkerbrecher" eingesetzt werden sollen. Der US-Senat hatte im Juni entsprechende Forschungsarbeiten gebilligt, nicht aber die Herstellung solcher Waffen. 1992 hatten sich die USA selbst ein Moratorium für Atomwaffentests auferlegt.

Mehrere japanische Politiker legten Chrysanthemen-Kränze am Fuße der Friedensstatue nieder, beim Glockenschlag vormittags um 11.02 Uhr legten die Anwesenden eine Schweigeminute ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte am 9. August 1945 ein B-29-Bomber die Atombombe "Fat Man" auf Nagasaki abgeworfen. Rund 70.000 Menschen starben in der Explosion. Nagasaki nahm in diesem Jahr 2.707 weitere an den Spätfolgen der Verstrahlung gestorbene Menschen in eine Gedenkliste auf. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Opfer auf 134.592.



Quelle: Südwestpresse, 09.08.04

Friedensbewegung

Schutzwall für das Völkerrecht

SCHWÄBISCH GMÜND - 59 Jahre nach dem Abwurf von Atombomben aufHiroshima undNagasaki haben in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) Friedensaktivisten Grundsteine für einen symbolischen Schutzwall für das Völkerrecht gelegt. Damit soll für dieweltweite Abschaffung der Atomraketen demonstriert werden. In der nahegelegenen Gemeinde Mutlangen hatte vor gut 20 Jahren die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen vom Typ Pershing II zahlreiche Demonstrationen und Sitzblockaden zur Folge.

Wie ein Sprecher der Friedensinitiative in Schwäbisch Gmünd mitteilte, beteiligen sich an der Aktion auch 23 Bürgermeister aus dem Ostalbkreis mit einem Holzbauklotz, auf dem ihr Namenszeichen steht. Bis zum März 2005 soll der stetig wachsende Schutzwall im Ostalbkreis umher transportiert und danach mit anderen Mauer-Bausteinen aus der ganzen Welt bei der Uno in New York zusammengesetzt werden. "Wir hoffen auf bis zu 10.000 Steine aus dem Ostalbkreis", sagte der Sprecher der Friedensaktivisten. Den symbolischen Schutzwall hatten Heidelberger Schüler als "Denk-mal-Völkerrecht" entworfen. Bereits im vergangenen April hatten die Jugendlichen 17.000 Bausteine zur Uno transportiert. (lsw)

ONLINE-INFO:
http://www.aktion-voelkerrecht.de



Quelle: General-Anzeiger Bonn, 10.08.04

Blumen für die Opfer von Hiroshima

"Eine Mahnung ist weiterhin notwendig. Die Bedrohung durch Atomwaffen ist nicht kleiner geworden eher noch gewachsen" sagte Susanne Rohde von der Friedensinitiative Beuel. Wie in jedem Jahr legte die kleine Initiative ein großes Friedenszeichen aus Blumen zum Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki auf die Rheinpromenade in Höhe der Kennedybrücke. Trotz der Ferien nahmen rund 40 Bürger an der Aktion teil. (tni/Foto: Barbara Frommann)


E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
 nächster




       
Bereich:

Netzwerk
Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
          
Themen   FriedensForum Ex-Jugo Termine   Aktuelles