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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004


vom:
11.08.2004


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004:

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Rede zur Einweihung des Hiroshima-Nagasaki-Parks in Köln am 7.8.2004

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde!

Elizabeth Compton

Als ich Jahre 1961, eine 19-jährige Studentin in Cambridge, den Versöhnungsbund zuerst kennenlernte, hätte ich nie gedacht, daß ich am 90. Jahrestag des Bundes hier bei der Eröffnung des Hiroshima-Nagasaki-Parks in Köln stehen wurde und sprechen dürfte. Für mich ist es eine große Ehre, und ich danke Ihnen.

Friedensgruppen in England gedenken wie Sie an diesem Wochenende die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki. Ich überbringe Ihnen die Grüße dieser Gruppen, vor allem Englischen Versöhnungsbunds, Pax Christi England, Christian CND, Church and Peace und der konfessionellen Friedensgruppen.

Der erste Weltkrieg, der 1914 begann und die Gründung des Versöhnunsbundes veranlaßt hat, sollte "der Krieg der alle Kriege zu Ende bringt" sein. 1918 war der Abscheu vor Waffenkampf ungeheuer. Dennoch sehen wir schon in den Bedingungen des Versailler Vertrags die Samen, die den Nationalsozialismus hervorbrachten, und schließlich zu den Atombombenabwürfen führten.

Wiederum dachte man, daß der Krieg endlich undenkbar geworden war. Die Wissenschaftler hatten eine Waffe erzeugt, die so grauenhaft war, daß niemand, nicht einmal ein Wahnsinniger, sie hätte benützten wollen.

Wieder eine Illusion! Seit dem zweiten Weltkrieg, und trotz der Vereinten Nationen, sehen wir überall in der Welt kleine und große Kriege innerhalb und zwischen Staaten und Bevölkerungen. Ich nenne sie nicht - die Zahl ist zu groß.

Lohnt es sich also nicht, Friedensbewegungen beizutreten? Haben sie total gescheitert? Ist es besser, wenn wir nach Hause gehen und uns auf Friede in unserem Haus und Gemeinde konzentrieren? Wir haben in den lezten paar Jahren erlebt, wie der Ökumenische Rat der Kirchen in seiner "Dekade zur Überwindung von Gewalt" immer mehr das domestische und gemeinschaftlische betont hat.

Es ist wahr, daß heutzutage in Westeuropa die meisten Leute den Krieg als übel und fürchterlich betrachten. Wir als Friedensleute müssen sie überzeugen, daß er unnotwendig ist. Gut, daß wir die Grauenhaftigkeit darstellen und dagegen mahnen, daß wir von Waffenhandel sprechen. Am wichtigsten ist es, daß wir von Alternativen reden. Daß wir die Fälle bekannt machen, wo Gewaltlosigkeit gelungen ist. Daß wir unseren Politikern und unseren Nachbarn überzeugen, daß unsere Helden - Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela, Mairead Corrigan, Hildegard Goß-Mayer - tatsächlich die sind, die die Welt verwandeln können.

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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2004

Elizabeth Compton ist Vorsitzende des Englischen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes (Fellowship of Reconciliation)
Internet: http://fore.gn.apc.org
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