60 Jahre
Hiroshima


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2005

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60 Jahre Atombomben über Hiroshima und Nagasaki

Nacht der 100.000 Kerzen

Bernhard Ilg (in Heidenheim)



- Sperrfrist: 05.08.2005, 18 Uhr -

- Es gilt das gesproche Wort -

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was wir hier gemeinsam versuchen, ist eigentlich unmöglich. Denn woran wir mit dieser Versammlung und der Kerzen-Aktion erinnern wollen, übersteigt jedes menschliches Vorstellungsvermögen. Was wir vielleicht noch schaffen, das ist, uns jetzt in Gedanken in die japanische Stadt Hiroshima zu begeben, wo es zur Stunde gerade Tag wird. Vielleicht gelingt es uns auch noch, 60 Jahre zurückzurechnen und uns in den Minuten vor der Explosion wiederzufinden in der damals herrschenden Atmosphäre gespannter Aufmerksamkeit und verordneter Alltagsnormalität.

So könnte es damals gewesen sein: Japan war noch immer in einem Krieg, der in Europa schon beendet war. Warum er sich im Pazifik noch dahin schleppte, wollen wir hier nicht erörtern, denn es ist immer schwieriger, einen Krieg zu beenden als ihn anzufangen. Nur eines steht für mich fest: Ob die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki den pazifischen Krieg tatsächlich verkürzt haben, ist eigentlich schon die falsche Frage. Denn eine solche Frage zielt darauf, dem Einsatz von Nuklearwaffen wenigstens eine gewisse Form der Legitimation zu verleihen.

Diese Legitimation aber kann es unter keinen Umständen geben. Deshalb gehört Heidenheim der Kampagne "Mayors for Peace" an. Deshalb stehe ich hier und unterstreiche die von Oberbürgermeister Dr. Herbert Schmalstieg im Großen Saal der UN erhobenen Forderung, Nuklearwaffen weltweit vollständig abzuschaffen. Ich stehe auch deshalb hier, weil es immer schwieriger wird, den Schrecken dieser Bomben, den Schrecken von Krieg und Gewalt, an die nächste Generation weiterzugeben.

In einer Welt voll widerwärtigem Terror muss jeder selbst entscheiden, ob er sich mit uns auf die Seite der Freiheit, des Rechts und der Demokratie stellt. Die Guten und die Schlechten lassen sich aber nicht anhand der Schlagkraft ihrer Waffen unterscheiden, schon eher an ihren konkreten Beiträgen zu Frieden, Völkerverständigung und Entspannung. Ihren Beiträgen gegen Armut, Menschenhandel und Krankheit.

In Hiroshima ist es guter Brauch geworden, am Jahrestag der Atomexplosion Kerzen schwimmen zu lassen. Wir schließen uns heute diesem Ritual an, weil es nicht nur ein Symbol der Trauer und der Erinnerung an die Opfer ist, sondern auch eine sichtbare Geste der Mahnung und der Hoffnung. Wer Gottes Schöpfung liebt und achtet, die etwas so Wunderbares wie unseren blauen Planeten hervorgebracht hat, der darf nicht ruhen, ehe die nukleare Bedrohung nicht vollständig beseitigt worden ist.



Kontakt: Stadt Heidenheim, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Grabenstr. 15, 89522 Heidenheim, Tel.: 07321/327-1031, Fax: 07321/323-1031



Bernhard Ilg ist Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und Mitglied bei "Mayors for Peace".

E-Mail: roswitha.grossberger@heidenheim.de

Website: www.heidenheim.de
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