60 Jahre
Hiroshima

update:
07.08.2005


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2005

 Echo/Presse

Pressesplitter II (4.-7. August)

div. Zeitungen, Agenturen, ..

Leonberger Kreiszeitung Abrüstung bleibt das wichtigste Thema

epd Lotosblüten erinnern an Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

jW Nacht der 100000 Kerzen

tazBremen Kerze, Blume, Reaktor

LZ Greenpeace erinnert an Hiroshima

FNP Bundesweites Gedenken an Hiroshima-Opfer

TSP Erinnerung an 60 Jahre Hiroshima

ND"Kernwaffen sind ein Machtfaktor"

05.08.05

taz Hiroshima-Konferenz für A-Waffen-Verbot

rp Grüne fordern Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland

swr-online.de Erinnerung an Bombenabwurf auf Hiroshima

br-online.de München und Nürnberg gedenken der Opfer

06.08.05

ndrinfo.de Gedenken in Hiroshima

Schwä. Tagblatt Zum Hiroshima-Tag

rp "Die Welt ist nicht mehr dieselbe"

afp Japan gedenkt Atombombenabwurf auf Hiroshima

rrb-online.de Gedenken an Atombomben-Opfer von Hiroshima

tagesschau.de Bundesweites Gedenken an Atombomben-Opfer

HNA Hiroshima - OB Hilgen tritt Initiative bei

swr-online.de Erinnerung an Bombenabwurf auf Hiroshima

wdr Friedensinitiative fordert Zeichen gegen Atomwaffen

br Gedenken an die Atombombenopfer von Hiroshima

07.08.05

epd Deutsche gedenken der Toten von Hiroshima

Die Kirche Im Zentrum der Konflikte



Quelle: Leonberger Kreiszeitung, Kreis Böblingen, 02.August 2005

Abrüstung bleibt das wichtigste Thema

RENNINGEN - Im Mai waren Nina Eisenhardt und Hannah Buchter bereits in New York, um die internationale Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffen-Sperrvertrages zu verfolgen. Nun haben sie erneut ihre Koffer in Sachen Weltfrieden gepackt. Ihr Ziel: Hiroshima und Nagasaki.

Von Stefan Bolz

Zum 60. Jahrestag der Atombomben-Abwürfe auf die beiden japanischen Großstädte soll der "Schutzwall für das Völkerrecht" wieder aufgebaut werden, den die "Aktion Völkerrecht" im vergangenen Jahr für die New Yorker Konferenz zusammengestellt hat. Auf rund 57 000 Holzklötzen haben weltweit Menschen unterschrieben, dass sie keine Atomwaffen auf der Erde haben wollen - aneinander gefügt ergeben die Klötze einen Wall von 250 Meter Länge.

Bis zum 13. August sind die Klötzchen nun in Japan unterwegs. Begleitet werden sie von acht Jugendlichen und einem Betreuer, darunter Nina Eisenhardt, Hannah Buchter und Barbara Streibel aus Renningen. Sie wollen mithelfen, den Schutzwall am 6. August im Friedenspark von Hiroshima und am 9. August auf "Ground Zero" in Nagasaki aufzubauen. "Das wird ganz schön stressig, weil wir in New York viel mehr Leute für den Aufbau waren", richtet sich Nina Eisenhardt auf anstrengende Tage ein. Dass sie dennoch an der von der Heidelberger "Aktion Völkerrecht" organisierten Aktion teilnimmt, ist für die 16-Jährige selbstverständlich. "Das Thema Abrüstung ist schließlich das wichtigste Thema überhaupt. Nur wenn alle Waffen verboten werden, haben wir Jugendliche eine Zukunft", ist die Schülerin überzeugt. Nach der Aktion in Japan bleibt der größte Teil des Schutzwalls im Peace Memorial Museum von Hiroshima. Der Rest wird in den Ländern verteilt, aus dem die meisten Holzklötze stammen. "Dort soll der Wall dann lokal weiter wachsen", so Nina Eisenhardt.

Anlass für das Treffen in Hiroshima ist neben dem 60. Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs ein Treffen der "Mayors for Peace", einer internationalen Vereinigung von Bürgermeistern, die sich für Frieden und Abrüstung einsetzt. Zu den beteiligten Städten gehören auch Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart. "Nachdem der Atomwaffen-Sperrvertrag in New York gescheitert ist, wollen die Bürgermeister nun beraten, wie es weitergehen soll", erzählt Nina Eisenhardt. Der Bombardierung Hiroshimas wird in der Nacht vom 5. auf den 6. August in der "Nacht der hunderttausend Kerzen" gedacht. Genau 60 Jahre, nachdem die tödliche Fracht der "Enola Gay" in Hiroshima um 8.15 Uhr Ortszeit explodiert war, sollen in ganz Deutschland Kerzen an diese Katastrophe erinnern. Einer der Veranstaltungsorte ist vor dem Europakommando der US-Streitkräfte in Vaihingen. Wenn die Technik mitspielt, wollen sich Nina Eisenhardt und die anderen deutschen Jugendlichen dort per Live-Schaltung aus Japan melden.

Im Kirchenbezirk Leonberg hält am Freitag, 5. August, um 22 Uhr Dekan-Stellvertreter Pfarrer Peter Hartmann eine Friedensandacht in der Leonberger Stadtkirche.



Quelle: epd, 02.08.2005

Kiel gedenkt der Opfer

Lotosblüten erinnern an Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Kiel (epd). Mit leuchtenden und schwimmenden Lotosblüten wird in Kiel am kommenden Sonnabend (6. August) an die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki gedacht.

Hiroshima wurde am 6. August 1945 und Nagasaki drei Tage später (9. August) von der US-Armee bombardiert. Die Friedensaktion in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt beginnt am Sonnabend um 19.30 Uhr, kündigte die städtische Pressestelle am Dienstag an. Gegen 21 Uhr sollen die durch Kerzen erleuchteten Lousblüten auf das Innenstadtgewässer "Kleiner Kiel" im Hiroshimapark gesetzt werden.

Vorher gibt es Ansprachen unter anderem von Kiels Stadtpräsident Rainer Tschorn. Auch mit einer Mahnwache vor der Nikolaikirche und einem Ökumenischen Gottesdienst (12 Uhr) im Gotteshaus wird auf die Ereignisse vom August 1945 hingewiesen. Seit den Atombombenabwürfen wird in Japan jedes Jahr der Opfer mit leuchtenden Lotosblüten gedacht. Sie werden in die Flüsse gesetzt, die die Städte durchfließen. Als Kiel 1986 der weltweiten Initiative "Städtesolidarität für Frieden und atomare Abrüstung" beitrat, wurde diese Tradition übernommen.



Quelle: junge Welt, 04.08.05

Inland

Nacht der 100.000 Kerzen

Bundesweit Aktionen zum 60. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki. Eine Terminübersicht

Mit mehr als 180 Veranstaltungen und Kundgebungen begeht die Friedensbewegung auch in der BRD die 60. Jahrestage von Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August. Sie will damit der Opfer der US-Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte gedenken. Zugleich warnen die Friedensgruppen und -initiativen vor der Bedrohung durch die 28000 existierenden Atomwaffen, deren Sprengkraft ausreichend sei, um das Leben auf der Welt mehrfach zu vernichten. Knapp 7000 davon seien in ständiger Alarmbereitschaft. Auch in der BRD, in Ramstein und Büchel, lagerten noch immer eine geheimgehaltene Anzahl von Atombomben der USA. Zu den vielfältigen Aktivitäten zählt die durch den Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen" und die Kampagne "Ohne Rüstung leben" bundesweit koordinierte "Nacht der 100000 Kerzen". Im folgenden eine Auswahl der Antikriegsaktionen:

[Es folgt eine Liste]



Quelle: tazBremen, 04.08.05

Kerze, Blume, Reaktor

Mahnwachen zum 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima

Bremen/Oldenburg taz Mit Kerzen wollen Friedensengagierte weltweit dem 60. Jahrestag des Abwurfs der ersten Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima gedenken. Wegen der Zeitverschiebung werden diese in Oldenburg (am Ufer der Haaren im Bereich Ofenerstraße) bereits am Freitagabend (22.00-0.15 Uhr) entzündet. Am Samstag folgt eine Mahnwache mit Pflastermalaktion (16 Uhr) und Schweigekreis (17.30 Uhr) auf dem dortigen Rathausmarkt.

In Bremen lädt das Friedensforum für Samstag um 12 Uhr zur Mahnwache und Kundgebung auf den Marktplatz ein. Aus mitgebrachten Blumen soll ein großes peace-Zeichen entstehen.

Aktuellen Lesestoff zum Thema liefert taz-Redakteur Armin Simon. In seinem soeben erschienenen Buch "Das atomare Kuckucksei" schildert er, wie Wissenschaftler der TU München jahrzehntelange internationale Abrüstungsbemühungen konterkarierten und in Garching einen neuen Atomreaktor bauten, der mit waffenfähigem Uran betrieben wird - genug für unzählige Hiroshima-Bomben.

Armin Simon: Das atomare Kuckucksei. München: Buchbäcker, 2005. 428 Seiten, 14,90 Euro. In jeder Buchhandlung (ISBN 3-9808950-3-3) und bei der taz.



Quelle: Landeszeitung, Stadt und Landkreis Lüneburg, 4.8.05

Greenpeace erinnert an Hiroshima

Lichtinstallation auf der Ilmenau

ahe Lüneburg. "Little Boy" hat zigtausenden Menschen den Tod gebracht. Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr Ortszeit haben die Amerikaner die Atombombe mit dem zynischen Namen "Kleiner Junge" über der japanischen Industriestadt Hiroshima abgeworfen. 90 000 Frauen, Männer und Kinder sind damals sofort gestorben, weitere 50 000 an den Folgen der ungeheuren Strahlenkraft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Der Opfer gedenken will die Lüneburger Gruppe der Umweltorganisation Greenpeace in der Nacht zu Sonnabend, 6. August, dem 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs, mit einer Mahnwache am Stint.

Die Umweltaktivisten planen in der Zeit von Freitag, 22 Uhr, bis Sonnabend, 2 Uhr, eine Installation aus schwimmenden Lichtern auf der Ilmenau. Eine Friedenstaube soll vom Schriftzug "60 Jahre nach Hiroshima - Atomwaffen weltweit abschaffen !" umrahmt werden. "Wir laden alle Lüneburger dazu ein, Lichter mitzubringen und gemeinsam mit uns der Opfer des Atombombenabwurfs vor 60 Jahren zu gedenken", sagt Stefan Hülsmann, Leiter des Arbeitskreises Krieg und Frieden der Greenpeace-Gruppe Lüneburg.

Die Organisatoren wollen mit der Aktion auch bewusst machen, "dass unsinnigerweise immer noch Atomwaffen produziert und auch in Deutschland für die USA gelagert werden". Hülsmann: "Wir wollen gemeinsam ein Zeichen für den Frieden setzen." Unter dem Namen "Nacht der 100.000 Kerzen" finden parallel ähnliche Aktionen in vielen anderen deutschen Städten statt.



Quelle: Frankfurter Neue Presse, 04.08.08

Bundesweites Gedenken an Hiroshima-Opfer

Köln (dpa) In bundesweit mehr als 200 Veranstaltungen gedenken Friedensgruppen und kirchliche Organisationen der Atombomben-Opfer in Hiroshima und Nagasaki vor 60 Jahren. Geplant sind in zahlreichen Städten Mahnwachen, Vorträge oder Ausstellungen, wie das Netzwerk Friedenskooperative und andere Gruppen mitteilten. Allein in der "Nacht der 100.000 Kerzen" an diesem Freitag werden in 50 Städten und Gemeinden wie Berlin, Stuttgart, Köln und Düsseldorf mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Sie wollen für die Opfer sowie für eine Welt ohne Atomwaffen Kerzen an öffentlichen Plätzen aufstellen.

Am 6. August 1945 hatte die amerikanische Atombombe "Little Boy" die japanische Stadt Hiroshima weitgehend ausgelöscht, drei Tage später wurde die Atombombe über Nagasaki abgeworfen. Weit mehr als 300.000 Menschen starben. Noch heute gibt es Todesopfer in Folge der Verstrahlung.

Die größte japanische Gemeinde in Europa, die mit gut 8.000 Mitgliedern im Düsseldorfer Raum lebt, plant zum 60. Jahrestag keine eigene Gedenkveranstaltung. Es sind aber Ausstellungen und Gedenkfeiern mit japanischer Beteiligung in Dortmund oder Wuppertal vorgesehen. Die "Nacht der 100.0000 Kerzen", zu der die ökumenische Aktion "Ohne Rüstung Leben" bundesweit aufgerufen hat, folgt einer japanischen Tradition, der zufolge am Hiroshima-Tag auf Flüssen schwimmende Kerzen für die verstorbenen Seelen entzündet werden. Mehrere Friedensgruppen verlangten anlässlich des Gedenktages die Abschaffung aller Atomwaffen.



Quelle: Stuttgarter Nachrichten, 04.08.05

Hiroshima

Konferenz fordert Atomwaffenverbot

Hiroschima - Mit einer Demonstration für ein weltweites Nuklearwaffenverbot haben Tausende von Friedensaktivisten in Hiroshima die Gedenkfeiern zum Jahrestag des Atombombenangriffs auf die japanische Stadt eingeleitet. Am Samstag jährt sich der Abwurf der ersten Atombombe durch die US-Streitkräfte zum 60. Mal. Zu der Demonstration am Donnerstag hatten die Organisatoren der Weltkonferenz gegen Atom- und Wasserstoffbomben aufgerufen.

"Wir wollen, dass von dieser Konferenz ein starker Impuls für die Schaffung einer fairen und atomfreien Welt ausgeht", erklärten die Veranstalter bei der Eröffnung des Treffens, zu dem 8.000 Delegierte aus 29 Ländern anreisten. De Organisatoren sammelten bereits 8,5 Millionen Unterschriften für ein Atomwaffenverbot. Der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, forderte die Abkehr vom "überholten System atomarer Abschreckung". In einer gemeinsamen Erklärung mit dem Bürgermeister der ebenfalls bombardierten Stadt Nagasaki, Iccho Itoh und der Organisation Ärzte für die Verhinderung des Atomkrieges (IPPNW) warnte Akiba vor dem Vergessen des "höllischen Endes" der Atombombenabwürfe. Das Risiko des globalen Todes sei noch nicht überwunden, hieß es in der von der deutschen IPPNW-Sektion in Berlin verbreiteten Erklärung.

In Hiroshima hielten sich auch rund 30 Jugendliche aus dem Raum Hannover und europäischer Partnerstädte der niedersächsischen Landeshauptstadt auf. Die Jugendliche wollten im Rahmen der Gedenkfeiern unter anderem ein Theaterstück aufführen, wie ein Sprecher des Vereins Freundschaftskreis Hannover-Hiroshima mitteilte. Am Samstag sind auch in Hannover Gedenkveranstaltungen geplant. Hannover und Hiroshima sind seit 1983 Partnerstädte. (AP)



Quelle: Tagesspiegel, 04.08.05

Atombomben

Erinnerung an 60 Jahre Hiroshima

Am Samstag werden Atomwaffen-Kritiker an die Bombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki erinnern. Die "Nacht der 100.000 Kerzen" findet auch in Berlin statt.

Berlin (04.08.2005, 9:40 Uhr) - Mit Gottesdiensten, Konzerten und der Teilnahme an einer bundesweiten "Nacht der 100.000 Kerzen" wird an diesem Samstag auch in Berlin an die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 60 Jahren erinnert. Die Kerzen sollen in Deutschland vor Militäreinrichtungen, auf städtischen Plätzen, in Kirchen, Rathäusern oder auf Seen und Flüssen angezündet werden.

In Berlin sollen Lichter vor der Gedächtniskirche entzündet werden, in der am Abend (22 Uhr) auch ein Benefizkonzert zu Gunsten der "Nuclear Weapons Inheritance Projects" stattfindet. Die von Studenten betriebene internationale Vereinigung dokumentiert die Folgen von Atomwaffeneinsätzen. Veranstalter ist die Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW). Bei dem Konzert spricht auch der EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Bischof Wolfgang Huber. Am 9. August findet in der Katholischen Gedenkkirche Maria Regina Martyrum am Heckerdamm ein Ökumenischer Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Atombombenabwürfe statt.

Im Volkspark Friedrichshain wird am Großen Teich am Vormittag des 6. August die japanische Friedensglocke geläutet, um der Opfer der Atombombenabwürfe zu gedenken und auf Atomwaffengefahren in heutiger Zeit aufmerksam zu machen. Auf dem Alexanderplatz wollen Medizinstudenten Antworten geben auf die Frage "Was wäre wenn...?"

Berlins Parlamentspräsident Walter Momper ist am Mittwoch nach Hiroshima gereist, wo er bis Sonnabend an der 6. Weltkonferenz der internationalen Vereinigung "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) und den Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe teilnimmt.

"Nach 60 Jahren begleitet uns nach wie vor die atomare Bedrohung", betonen die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges in einer Erklärung. "Die Sprengkraft der bis heute verbliebenen 28.000 Atomwaffen würde ausreichen, das Leben auf dieser Welt mehrfach auszulöschen. Und die Lage wird immer unübersichtlicher. Die USA planen neue Generationen von Atomwaffen und immer mehr Staaten und nichtstaatliche Akteure greifen nach dieser Massenvernichtungswaffe. Selbst in Deutschland lagern noch bis zu 150 US-Atomwaffen." (tso)



Quelle: Neues Deutschland, 04.08.2005

"Kernwaffen sind ein Machtfaktor"

Xanthe Hall über den Hiroshima-Aktionstag und die "Vision 2020" einer atomwaffenfreien Welt

Xanthe Hall ist Abrüstungsreferentin der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Anlässlich der bevorstehenden 60. Jahrestage der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki sprach mit ihr Stefan Mentschel.

ND:˙Am Sonnabend jährt sich zum 60. Mal der Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima. IPPNW, Bürgermeister für den Frieden und weitere Friedensgruppen veranstalten zu diesem Anlass in Berlin einen Aktionstag. Was ist für den 6. August in der Hauptstadt geplant ?

Hall: Wir wollen an den 1945 in Hiroshima und drei Tage später in Nagasaki begangenen Massenmord erinnern. Ab 22 Uhr veranstalten wir in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Benefizkonzert. Dessen Erlös soll dem studentischen "Nuclear Weapons Inheritance Project" zu Gute kommen, das sich für eine Zukunft ohne Atomwaffen engagiert. Auf dem Breitscheidplatz findet zudem ab 21 Uhr die "Nacht der 100 000 Kerzen" statt. Unter anderem mit einer Fotoausstellung, denn mit Bildern von damals lässt sich die verheerende Wirkung von Kernwaffen verdeutlichen.

ND:˙Welche politische Botschaft verbinden Sie mit dem Aktionstag?

Hall: Zum einen wollen wir Menschen- insbesondere Jugendliche - motivieren, sich mit dem Thema Atomwaffen auseinander zu setzen. Zum anderen fordern wir mit einer Unterschriftensammlung von der neu zu wählenden Bundesregierung; sich für den Abzug aller US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen.

ND:˙Wie viele werden noch gelagert?

Hall: Die Zahlen unterliegen der militärischen Geheimhaltung. Doch nach Schätzungen der New Yorker Friedens- und Umweltschutzorganisation "Natural Ressources Defence Council" sollen es 150 sein.

ND:˙Gibt es eine militärische Notwendigkeit für die Stationierung?

Hall: Wir halten Atomwaffen prinzipiell für überflüssig. Und laut Forsa-Umfrage erwarten auch 92 Prozent der Deutschen ihre umgehende Beseitigung. Aber auch aus militärischer Sicht ist ihre Stationierung mitten in Europa unsinnig. Es handelt sich um frei fallende Bomben, die von NATO-Flugzeugen abgeworfen werden. Deren Reichweite ist auf die Außengrenzen der Europäischen Union beschränkt. Daher ließen sich potenzielle "Feinde" damit sowieso nicht erreichen.

ND:˙Aber warum halten die USA dann so vehement daran fest?

Hall: Kernwaffen sind ein Machtfaktor. In den 40er Jahren gab es einen Wettlauf zwischen den USA und Nazideutschland um die erste Atombombe. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Waffen dann als Machtinstrument gegen die UdSSR weiter entwickelt.

ND:˙Der Kalte Krieg ist vorüber.

Hall: Militärische Überlegenheit ist und bleibt der Grund, warum die USA an Atomwaffen festhalten und die im Atomwaffensperrvertrag avisierten Verhandlungen mit dem Ziel einer vollständigen nuklearen Abrüstung blockieren. Auch Indien und Pakistan haben aus taktischem Kalkül Kernwaffen entwickelt.

ND:˙Iran will sein umstrittenes Atomprogramm wieder aufnehmen. Strebt das Land nach Kernwaffen?

Hall: Diese Entscheidung ist meiner Meinung nach in Iran noch nicht getroffen worden. Es gibt Fraktionen, die für die nukleare Bewaffnung eintreten und andere, die dagegen sind. Allerdings ist die Situation durch den neuen Präsidenten ein bisschen gefährlicher geworden, denn Mahmud Ahmadinedschad gehört zu den Befürwortern von Atomwaffen. Der Iran möchte in eine ähnliche Position gelangen, in der sich etwa Japan und Deutschland befinden. Das heißt, ohne sofort die Bombe zu bauen, hält man sich die Option offen, in der Zukunft Atomwaffen entwickeln zu können.

ND:˙Im Mai waren die USA wesentlich für das Scheitern der Überprüfungskonferenz zur Nichtverbreitung von Atomwaffen verantwortlich. Beflügelt diese starre Haltung Länder wie Iran, an ihren Atomprogrammen festzuhalten?

Hall: Seit Präsident George W. Bush an der Macht ist, haben sich die USA weitestgehend davon verabschiedet, Probleme mit Hilfe multilatera1er Abkommen zu lösen. Für sie hat Priorität, so genannte Schurkenstaaten durch, Drohungen und militärische Macht in Schach zu halten. Daher glauben "manche in Iran, dass sie Atomwaffen für die Verteidigung ihres Landes brauchen.

ND:˙Gegenwärtig scheint die auch von IPPNW unterstützte "Vision 2020" einer atomwaffenfreien Welt wenig realistisch.

Hall: Zugegeben, für die "Vision 2020" sieht es im Moment nicht gut ist. Aber das bedeutet nicht, dass sie vollkommen unrealistisch ist. Man muss sich nur anschauen, unter welchen Umständen große Veränderungen stattgefunden haben. Nehmen wir den Atomwaffenteststoppvertrag. Über 20 Jahre hat man daran gearbeitet, und nichts ist passiert. Doch als sich die USA und Russland Anfang der 90er Jahre hinter das Projekt gestellt haben, kam die Sache, ins Rollen.



Quelle: taz, 05.08.05

Hiroshima-Konferenz für A-Waffen-Verbot

HIROSHIMA ap - Mit einer Demo für ein weltweites Nuklearwaffenverbot haben gestern tausende Friedensaktivisten in Hiroshima die Gedenkfeiern zum Jahrestag des Atombombenangriffs auf die japanische Stadt eingeleitet. Am Samstag jährt sich der Abwurf der ersten Atombombe durch die US-Streitkräfte zum 60. Mal. Zur Demo hatten die Organisatoren der Weltkonferenz gegen Atom- und Wasserstoffbomben aufgerufen. "Wir wollen, dass von dieser Konferenz ein starker Impuls für die Schaffung einer fairen und atomfreien Welt ausgeht", erklärten die Veranstalter des Treffens, zu dem 8.000 Delegierte aus 29 Ländern anreisten. Die Organisatoren sammelten bereits 8,5 Millionen Unterschriften für ein A-Waffenverbot. Der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, forderte die Abkehr vom "überholten System atomarer Abschreckung".



Quelle: Rheinische Post, 05.08.05

60 JAHRE NACH HIROSHIMA

Grüne fordern Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland

Hannover (rpo). Im Hinblick auf den 60. Jahrestag des Atombombenangriffs auf die japanische Stadt Hiroshima haben die Grünen die USA aufgefordert, ihre Nuklearwaffen endgültig aus Deutschland abzuziehen. Derzeit ist nicht klar, wie viele Sprengköpfe die Vereinigten Staaten in Deutschland lagern.

"Diese Atomwaffen müssen schleunigst abgezogen werden", sagte Grünen-Chef Reinhard Bütikofer der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Offiziell sei unklar, wie viele US-Sprengköpfe noch in Deutschland lagern. "Gerüchteweise ist von 130 Sprengköpfen mit bis zu der sechsfachen Kapazität der Hiroshima-Bombe die Rede", sagte Bütikofer.

Es gehe aber nicht nur darum, die USA von diesem Ziel zu überzeugen, sondern auch die übrigen europäischen Partner mit ins Boot zu kriegen, sagte Bütikofer.



Quelle: swr-online.de, 05.08.05

Erinnerung an Bombenabwurf auf Hiroshima

60 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima sind in Rheinland-Pfalz mehrere Gedenkveranstaltungen geplant. Schwerpunkte der Veranstaltungen sind die Militärstützpunkte Ramstein und Büchel. An beiden Standorten werden nach Darstellung der Grünen Nuklearwaffen gelagert.

An der Airbase Ramstein ist heute und morgen ein Friedenscamp geplant. Die Nacht steht wie andere Veranstaltungen nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative unter dem Motto "Nacht der 100.000 Kerzen". In Büchel in der Eifel soll es zudem heute eine Nachtwache geben.

Gedenkveranstaltungen in der "Nacht der 100.000 Kerzen" soll es auch in Bad Kreuznach und in Lahnstein geben. Aufgerufen zu den Aktionen haben unter anderem Friedensinitiativen und Kirchen.

Am 6. August 1945 fiel die erste Bombe auf die japanische Stadt, am 9. August folgte die nukleare Bombardierung von Nagasaki.

Mehr zum Thema im WWW: 50 Jahre nach Hiroshima - Atombomben abschaffen
http://www.friedenskooperative.de/hir05ter.htm



Quelle: br-online.de, 05.08.05

60 Jahre nach Hiroshima München und Nürnberg gedenken der Opfer

Anlässlich des 60. Jahrestages des Atombomben-Abwurfes auf Hiroshima am 6. August 1945 beteiligen sich heute weltweit viele Städte an der Aktion "Nacht der 100.000 Kerzen". Auch in München und Nürnberg finden heute am späten Abend Gedenkfeiern statt.

Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr detonierte die US-Atombombe "Little Boy" in Hiroshima, die - Folgeschäden eingerechnet - Hunderttausenden Japanern das Leben kostete oder schwere Behinderungen verursachte. Exakt 60 Jahre später - morgen um 8.15 Uhr - beginnen in die Feierlichkeiten im Memorial-Park in Hiroshima.

In Mitteleuropa ist es dann 0.15 Uhr. Auf dem Münchner Marienplatz und auf der Nürnberger Museumsbrücke beginnen die Gedenkfeiern bereits heute Abend um 22.00 Uhr. In beiden Städten wird mit einem Meer aus brennenden Kerzen der Opfer der Atombomben-Abwürfe in Hiroshima und auch Nagasaki gedacht, das am 9. August 1945 Ziel einer zweiten US-Atombombe war.



Quelle: ndrinfo.de, 06.08.2005 12.45 Uhr

Gedenken in Hiroshima

Hiroshima: In der japanischen Stadt haben mehr als 55.000 Menschen des Atombombenabwurfs durch die US-Armee vor 60 Jahren gedacht. An der offiziellen Feier nahmen Überlebende, Angehörige der Opfer und Politiker teil. Um genau acht Uhr 15 Ortszeit legten die Menschen eine Schweigeminute ein. Es war der Zeitpunkt, als die USA am 6. August 1945 die Atombombe abwarfen. Japans Regierungschef Koizumi betonte, sein Land werde sich weiterhin für den Weltfrieden engagieren und keine Atomwaffen produzieren, besitzen oder auf seinem Territorium dulden. Vor fast 40 Jahren hatte sich Japan dazu verpflichtet. Bei dem Atombombenabwurf auf Hiroshima waren etwa 80.000 Bürger der Stadt ums Leben gekommen. Bis heute starben 220.000 Menschen an den Spätfolgen der Strahlung. (AFP/alte gü)



Quelle: Schwäbisches Tagblatt, Tübingen, 06.08.05

Zum Hiroshima-Tag

(upf). Heute ist Hiroshima-Tag. Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Tübingen erinnerten in der vergangenen Nacht mit einem aus Kerzen gebildeten Atomzeichen auf dem Tübinger Marktplatz an die Opfer des ersten Atombomben-Abwurfs auf Menschen vor 60 Jahren um 6.15 Uhr Ortszeit in Japan.

Die Bombe tötete sofort etwa 50.000 Menschen, insgesamt kamen 150.000 Menschen ums Leben. Greenpeace weist darauf hin, dass die Atommächte, voran die USA und Russland, noch immer mehrere zehntausend Atomsprengköpfe besitzen (einige davon sind in Deutschland gelagert) und mit dem Gedanken spielen, sie einzusetzen.

Für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen setzt sich auch die Stadt Tübingen ein. Sie gehört - wie auch ihre amerikanische Partnerstadt Ann Arbor - zu einem weltweiten Bündnis "Bürgermeister für den Frieden", das 1982 von den Bürgermeistern von Hiroshima und Nagasaki gegründet wurde. 259 deutsche Städte sind dem internationalen Solidaritäts-Netzwerk beigetreten.

In der Nähe von Korinth in Griechenland gibt der Theodorakis-Chor Tübingen-Stuttgart heute ein Friedenskonzert, an dem auch die Bundestagskandidatin der Linkspartei/PDS, Heike Hänsel teilnimmt. Der Erlös ist für die Unterstützung einer Musikschule in Bagdad bestimmt.



Quelle: Rheinische Post, 06.08.05

60 JAHRE HIROSHIMA

"Die Welt ist nicht mehr dieselbe"

Autor: Carsten Lißmann

Düsseldorf (rpo). Um 8:15 Uhr wird es still. Im Bruchteil eines Augenblicks brechen die Telefonleitungen in die Stadt zusammen, Radio Hiroshima hört auf zu senden. Ein betäubendes Schweigen legt sich über das japanische Industriezentrum. Sekunden vorher war eine gewaltige Druckwelle über die Stadt hinweg gefegt - ausgelöst durch den ersten Atombombenabwurf in der Geschichte der Menschheit. Am 6. August jährt sich das Ereignis zum sechzigsten Mal.

Die Atombombe sollte die wichtigste, die kriegsentscheidende, Waffe der Alliierten werden. Nachdem den deutschen Wissenschaftlern Otto Hahn und Fritz Strassmann die erste Kernspaltung gelungen war, hatte die amerikanische Regierung 1938 das hochgeheime Manhattan-Projekt ins Leben gerufen. Einige der brillantesten Forscher der Zeit waren an Bau und Entwicklung der Bombe beteiligt - viele von ihnen aus Europa vor den Nazis geflüchtet.

Neben Enrico Fermi, der den Weg für die Erfolge von Hahn und Strassmann experimentell bereitet hatte, sowie Leó Szilßrd und Edward Teller, der in den fünfziger Jahren zum Vater der noch verheerenderen Wasserstoffbombe wurde, hatte auch der Nobelpreisträger Albert Einstein Anteil am Manhattan Project. Einstein hatte bereits 1938 den amerikanischen Präsidenten Roosevelt auf die drohende Gefahr durch das Dritte Reich hingewiesen.

Doch als erstmals wesentliche Fortschritte auf dem Weg zur "Nuke" gemacht wurden, war nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor im Dezember 1941 längst eine entscheidende Lageänderung eingetreten. Seit 1943 hatten mehr als 100.000 Arbeiter und Wissenschaftler am Manhattan-Projekt gearbeitet. Im Juli 1945, als in der Wüste von New Mexico der erste Bombentest erfolgreich verlief, hatte Deutschland längst kapituliert. Letzte verbliebene Kriegspartei war das Kaiserreich Japan. Und die verbündete UdSSR, mit der gerade auf der Potsdamer Konferenz um die Zukunft Europas verhandelt wurde.

5 Tonnen Stahl mit einem Herz aus Uran

Es ist noch dunkel, als am Morgen des sechsten August 1946 die "Enola Gay", ein Bomber vom Typ B-29, den Flughafen der Pazifikinsel Tinian verlässt. An Bord: "Little Boy" - ein fünf Tonnen schwerer Stahlzylinder mit einem Herz aus Uran. Ziel des Bombers: Hiroshima, Nagasaki oder Kokura - je nach Wetterlage. Das Leben der jeweils mehr als hunderttausend Einwohner hängt davon ab, ob der Himmel bei Sonnenaufgang von Wolken bedeckt sein würde, oder nicht.

Die Piloten der "Enola Gay" hatten Anweisung, ihre verheerende Fracht nur auf Sichtkontakt auszuklinken: Die Militärs wollten möglichst genaue Beobachtungen über die Auswirkungen der Superwaffe anstellen. Aus dem gleichen Grund hatten die Alliierten die Städte bis dato von Angriffen mit konventionellen Bomben verschont - um die zerstörerische Kraft besser einschätzen zu können, sollten intakte Strukturen angegriffen werden.

Um kurz nach 8 Uhr wissen die Piloten bereits, wo sie "Little Boy" abwerfen würden - ob ihnen auch klar war, welches Leid sie damit über die Menschen brachten, ist nicht sicher. Noch nie war ein Krieg mit atomaren Waffen geführt worden, noch nie hatte die Menschheit - abgesehen von der Wissenschaftlern des Manhattan-Projekts - eine nukleare Explosion gesehen. Als sich ein Loch in der Wolkendecke auftut, wird das Ziel klar und deutlich sichtbar - ahnungslos liegt Hiroshima in der Morgensonne. Minuten später gleißt eine zweite Sonne am Himmel.

Männer, Frauen und Kinder zerfallen zu Staub

Eine glühend heiße Druckwelle legt das Stadtzentrum binnen Sekunden in Schutt und Asche, das Wasser in Schwimmbädern beginnt zu kochen, Dachziegel schmelzen. Die Luft ist so heiß, dass Frauen, Männer, Kinder zu Staub zerfallen. Mindestens 80 000 Menschen sind sofort tot. Der erste Atompilz der Menschheitsgeschichte verdeckt den Himmel über Hiroshima.

Wer die ersten Sekunden überlebt, ist nicht gerettet. Nach der Hitze kommt schwarzer Regen - und die Strahlung. Sie wird bleiben, mindestens 100 Tage lang und für Abertausende ein ganzes Leben. An den Spätfolgen sterben nochmals 50.000 Menschen.

Der amerikanische Vater der Bombe, der Physiker Robert Oppenheimer, soll später über die Tests in der Wüste von New Mexico gesagt haben: "Wir wussten, die Welt würde nicht mehr dieselbe sein." Oppenheimer hatte recht: Zwar kapitulierte Japan erst Tage später, nach dem Abwurf der zweiten, ebenso verheerenden Atombombe über Nagasaki, doch strategisch war längst der sich abzeichnende Konflikt mit der Sowjetunion in den Mittelpunkt gerückt.

US-Präsident Harry S. Truman fand zynischere Worte als Oppenheimer: Welchen Unterschied würde es machen, ob Tausende Menschen mit einem einzigen Blitz ausgelöscht würden, oder in einem Feldzug? Von dieser Logik der maximalen Abschreckung sollte die neue Weltordnung bestimmt sein. Der kalte Krieg nahm von Hiroshima und Nagasaki seinen Ausgang.



Quelle: afp, 6. August 2005, 15.30 Uhr

Japan gedenkt Atombombenabwurf auf Hiroshima

Hiroshima (AFP) - Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und dem Aufruf zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben zehntausende Japaner der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 60 Jahren gedacht. Rund 55.000 Überlebende, Angehörige von Opfern und Politiker versammelten sich im Friedenspark der südjapanischen Stadt. Um 08.15 Uhr, dem Zeitpunkt des Angriffs, legten die Menschen unter dem Geläut einer Glocke eine Schweigeminute zum Gedenken an die mehr als 140.000 Toten ein. UN-Generalsekretär Kofi Annan kritisierte die geringen Fortschritte der Weltgemeinschaft bei der nuklearen Abrüstung.

Ein Kind und ein Hinterbliebener eines Opfers schlugen um 08.15 Uhr gemeinsam die Glocke am Mahnmal im Friedenspark von Hiroshima. Die versammelte Menge hielt für eine Minute inne. Zuvor hatten viele Menschen am Denkmal Räucherkerzen angezündet, Blumen niedergelegt und stille Gebete für die Toten gesprochen. Auch Ministerpräsident Junichiro Koizumi legte einen Kranz nieder. Als Symbol für den Frieden wurden tausend weiße Tauben in den Himmel gelassen.

Der Friedenspark von Hiroshima wurde in der Nähe des Einschlagsortes der Bombe errichtet. Dort steht auch der so genannte Atombomben-Dom, das Skelett eines Kuppelbaus, der als eines der wenigen Gebäude in der Stadt der Druckwelle standhielt, obwohl er nur 160 Meter vom Zentrum der Explosion entfernt lag.

"Heute sind wir alle Hibakushas", sagte Annan in einer in seinem Namen verlesenen Rede. Er benutzte das japanische Wort für die 266.000 Überlebenen, die bei den Atombomenangriffen von Hiroshima und von Nagasaki drei Tage später verstrahlt wurden. Die Tragödie von Hiroshima dürfe sich niemals wiederholen, mahnte der UN-Generalsekretär. Allerdings habe die Welt in den vergangenen 60 Jahren wenig Fortschritte gemacht.

Bei dem weltweit ersten Atombombenangriff am 6. August 1945 kamen rund 140.000 Menschen sofort oder in den folgenden Monaten ums Leben, fast die Hälfte der damaligen Einwohnerzahl Hiroshimas. Drei Tage später warf die US-Armee eine zweite Atombombe über der japanischen Stadt Nagasaki ab, die weitere 70.000 Menschen tötete.



Quelle: rbb-online.de, 06.08.2005 12.45 Uhr

Gedenken an Atombomben-Opfer von Hiroshima

60 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki haben 40 deutsche Friedensgruppen am Samstag in Berlin eine Unterschriftenaktion zur nuklearen Abrüstung gestartet.

Nach Angaben der Initiatoren wird damit an die kommende Bundesregierung appelliert, den vollständigen Abzug sämtlicher Atomwaffen aus Deutschland zu veranlassen. Nach Angaben von Friedensforschern haben die USA noch 150 Atombomben in den rheinland-pfälzischen Städten Ramstein und Büchel stationiert. Offizielle Angaben über Zahl und Ort der Nuklearwaffen in Deutschland gibt es nicht.

Im August 1945 hatten die USA Atombomben über den japanischen Städten abgeworfen. Nach offiziellen Angaben starben dadurch bis heute - auch an den Spätfolgen - mehr als 242.000 Menschen.

Mit einer Kundgebung vor der US-Botschaft in Berlin-Mitte demonstrierten 15 Vertreter von Greenpeace für atomare Abrüstung. Sie gruppierten sich um ein etwa sechs Meter hohes Modell einer Atombombe, aus der eine Freiheitsstatue herausragte.

Am Samstagabend stand ferner die Teilnahme an der bundesweiten "Nacht der 100.000 Kerzen" auf dem Programm. Im Anschluss soll in der Gedächtniskirche ein Benefizkonzert stattfinden.

Berlins Parlamentspräsident Walter Momper weilt bereits seit Mittwoch in Hiroshima. Er nimmt dort bis Samstag an der 6. Weltkonferenz der internationalen Vereinigung "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) teil.



Quelle: tagesschau.de, 06.08.05,

Bundesweites Gedenken an Atombomben-Opfer

Glocke aus Hiroshima läutet mahnend in Hannover

In bundesweit mehr als 200 Veranstaltungen gedenken Friedensgruppen und kirchliche Organisationen der Atombomben-Opfer in Hiroshima und Nagasaki vor 60 Jahren. Mahnwachen, Vorträge oder Ausstellungen sind geplant.

In Hannover, der Partnerstadt Hiroschimas, schlug zum Zeitpunkt des Atombombenabwurfs um 8.15 Uhr in der Aegidienkirche die Friedensglocke drei Mal. Die Glocke ist ein Geschenk Hiroshimas an Hannover.

In Berlin starteten 40 deutsche Friedensgruppen eine Unterschriftenaktion zur nuklearen Abrüstung. Nach Angaben der Initiatoren wird damit an die kommende Bundesregierung appelliert, den vollständigen Abzug sämtlicher Atomwaffen aus Deutschlandzu veranlassen. Rund 75 Menschen hielten nach Polizeiangaben in Stuttgart vor dem Hauptquartier der US-Streitkräfte EUCOM in Deutschland eine Mahnwache. In Berlin bauten 15 Mitglieder von Greenpeace in der Nähe der US-Botschaft ein etwa sechs Meter hohes Modell einer Atombombe auf, aus der eine Freiheitsstatue herausragte

Kerzenmeere zum Gedenken

Zu einer "Nacht der 100.000 Kerzen" werden in 50 Städten und Gemeinden wie Berlin, Stuttgart, Köln und Düsseldorf mehrere tausend Teilnehmer erwartet. Die Aktion folgt einer japanischen Tradition, am Hiroshima-Tag auf Flüssen schwimmende Kerzen für die Seelen der Verstorbenen zu entzünden.

In Hannover wird am Abend mit einem Lichtermeer auf dem See hinter dem Neuen Rathaus der Opfer gedacht. Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg nimmt an den Gedenkfeiern in Hiroshima und Nagasaki teil.

300.000 Opfer in Japan

Am 6. August 1945 hatte eine amerikanische Atombombe die japanische Stadt Hiroschima weitgehend ausgelöscht. Drei Tage später wurde eine zweite Bombe auf Nagasaki geworfen. Mehr als 300.000 Menschen starben.



Quelle: HNA, Kassel, 06.08.05

Hiroshima - OB Hilgen tritt Initiative bei

kassel. Anlässlich des 60. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) angekündigt, als Oberbürgermeister der Stadt Kassel der "Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden", der internationalen Initiative "Mayors for Peace", beizutreten. Die Initiative habe allein in Deutschland mehr als 130 Mitglieder, darunter die Oberbürgermeister von Aachen, Hannover und München. Gleichzeitig kündigte Hilgen an, sich dafür stark zumachen, dass auch in Kassel eine Straße oder auch ein Platz gefunden werde, um die Erinnerung an Hiroshima wach zuhalten. Dies solle eine Örtlichkeit sein, wo dem Gedenken angemessen Raum gegeben werden könne.

Heute jährt sich der Atombombenabwurf auf Hiroshima zum 60. Male. Leider, so Hilgen im städtischen Pressedienst, gebe es immer mehr Staaten, die sich bemühten, Atomwaffen herzustellen. Und dies, obwohl die Atombombenabwürfe auf die beiden japanischen Städte eine große menschliche Tragödie gewesen seien, die teilweise noch heute ihre Opfer fordere. (ELS)



Quelle: swr-online.de, Letzte Änderung am: 06.08.2005, 11.25 Uhr

Erinnerung an Bombenabwurf auf Hiroshima

60 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima haben auch in Rheinland-Pfalz mehrere Gedenkveranstaltungen stattgefunden. Schwerpunkte der Veranstaltungen waren die Militärstützpunkte Ramstein und Büchel. An beiden Standorten werden nach Darstellung der Grünen Nuklearwaffen gelagert.

An der Airbase Ramstein gedachten knapp 50 Friedensaktivisten mit einem Gottesdienst und einem Schweigemarsch der Opfer das Atombombenabwurfs und zündeten mehrere hundert Kerzen an. Wie bei anderen Veranstaltungen auch lautete das Motto nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative "Nacht der 100.000 Kerzen". Laut Detlef Besier, Leiter der Friedensinitiative Westpfalz, lagern in Ramstein rund 130 US-Atomwaffen. Ramstein und Büchel in der Eifel sind nach Angaben von Thomas Hagenhofer, Sprecher des Friedens-Netz-Saar, die einzigen Orte in Deutschland, an denen Atomwaffen deponiert sind.

In Büchel gab es eine Nachtwache. Mitglieder einer Friedensbewegung protestierten hier friedlich gegen Atomwaffen. Auch vor der Stefanskirche in Simmern zündeten in der Nacht etwa 75 Friedensaktivisten rund 100 Kerzen an. Gedenkveranstaltungen in der "Nacht der 100.000 Kerzen" waren auch in Bad Kreuznach und in Lahnstein geplant. Aufgerufen zu den Aktionen hatten unter anderem Friedensinitiativen und Kirchen.

Am 6. August 1945 fiel die erste Bombe auf die japanische Stadt Hiroshima, am 9. August folgte die nukleare Bombardierung von Nagasaki. Die Zahl der getöteten Menschen in Hiroshima wird auf 90.000 bis 200.000 geschätzt.



Quelle: WDR Hörfunk-Nachrichten aus Aachen und der Euregio vom 06.08.2005, 11 Uhr

Friedensinitiative fordert Zeichen gegen Atomwaffen

Die Dürener Friedensinitiative hat Bürgermeister und Landrat aufgefordert, sich für die Abschaffung von Atomwaffen einzusetzen. Paul Larue und Wolfgang Spelthahn sollen dem weltweiten Bündnis "Bürgermeister für den Frieden" beitreten, so die Friedensinitiative. Anlass dafür ist der Jahrestag des ersten Atombombenabwurfs am Samstag vor sechzig Jahren auf die japanische Stadt Hiroshima. In der Region gehören nach Angaben der Friedensinitiative unter anderen der Aachener Bürgermeister und der Landrat des Kreises Aachen dem Bündnis an.



Quelle: BR-Radionachrichten, 11 Uhr, 06. August 2005

Gedenken an die Atombombenopfer von Hiroshima

Hiroshima: Mit einer Schweigeminute und einer Gedenkfeier ist heute in Hiroshima an die Opfer des Atombombenabwurfs vor 60 Jahren erinnert worden. UN-Generalsekretär Annan betonte, die Tragödie von damals dürfe sich niemals wiederholen. Allerdings habe die Welt in dieser Frage wenig Fortschritte gemacht. Die internationale Gemeinschaft sehe sich dem anhaltenden Streben gegenüber, die Atomwaffenarsenale zu modernisieren und zu verbessern. Der japanische Ministerpräsident Koizumi bekräftigte das Engagements Japans gegen Atomwaffen und betonte, sein Land wolle beim Thema nukleare Abrüstung eine führende Rolle einnehmen. Bei dem ersten Einsatz einer Atombombe am 6. August 1945 kamen rund 140.000 Menschen sofort oder in den Monaten darauf ums Leben.



Quelle: epd, 7.8.05

Deutsche gedenken der Toten von Hiroshima

"Nacht der 100.000 Kerzen" - Bischöfe verurteilen Atomwaffen

Frankfurt a.M. (epd). Mit einer "Nacht der 100.000 Kerzen" und weiteren Veranstaltungen haben die Deutschen am 6. und 7. August der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 60 Jahren gedacht. Nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative (Bonn) wurde in der Nacht zum Samstag in zumeist "kleinen und stillen" Veranstaltungen an den 6. August 1945 erinnert. Damals warfen die USA über der japanischen Stadt die erste Atombombe ab. Mehr als 80.000 Menschen starben sofort, schätzungsweise 200.000 in der Folgezeit.

An der "Nacht der 100.000 Kerzen" beteiligten sich den Organisatoren zufolge mehr als 80 Städten, darunter auch Berlin, Düsseldorf, Hannover, Köln, München und Stuttgart. Insgesamt gab es mehr als 200 Vorträge, Diskussionen, Konzerte, Mahnwachen und weitere Gedenkveranstaltungen.

In Hannover, der deutschen Partnerstadt Hiroshimas, wurde nach einer Gedenkfeier am Samstagmorgen um 8.15 Uhr die Friedensglocke angeschlagen - genau zu dem Zeitpunkt, als sich die Explosion ereignet hatte. Am Nachmittag fand eine ökumenische Friedensandacht statt. Auch an vielen anderen Orten in Deutschland gab es Gebete und Gottesdienste.

In einer Ansprache im Rahmen eines Benefizkonzerts in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche plädierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Bischof Huber, für die Abschaffung von Atomwaffen. Sein katholischer Amtsbruder in Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky verurteilte den Abwurf der Atombombe in Hiroshima als Massenmord. Das Zünden der Bombe habe nicht wie vorgegeben dem Frieden gedient, sondern der Wissenschaft des Tötens, sagte er in einem Rundfunk-Interview.

Link: Hier finden Sie die Ansprache des Vorsitzenden des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, zum Tag von Hiroshima im Wortlaut auf der Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland.

In Kiel erinnerten leuchtende schwimmende Lotusblüten an die Toten von Hiroshima und Nagasaki. Die japanische Stadt Nagasaki war am 9. August 1945 durch die zweite amerikanische Atombombe zerstört worden. Mit der "Nacht der 100.000 Kerzen" knüpften die Initiatoren an die japanische Tradition an, am Hiroshima-Jahrestag schwimmende Kerzen auf den Flüssen anzuzünden. Sie stehen für die Menschen, die im Wasser Rettung vor dem atomaren Feuer suchten.

Greenpeace protestierte am Samstag in Berlin in Nähe der US-amerikanischen Botschaft gegen Atomwaffen. Dabei wurde nach Angaben der Umweltschützer ein Modell einer Atombombe aufgebaut, aus der sich eine skelettierte Freiheitsstatue windet. Auf einem Banner forderten die Demonstranten die USA zu nuklearer Abrüstung auf. (08776/7.8.2005)



Quelle: Die Kirche, Evangelische Wochenzeitung, 32, 7. August 2005, Seite 1

Im Zentrum der Konflikte

Von Jens-Peter Steffen

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki waren das menschenverachtende Finale des 2. Weltkrieges und zugleich der opferreiche Einstieg in die atomare Schreckensherrschaft des Kalten Krieges. Selbst heute würde die Sprengkraft der verbliebenen 28.000 Atomwaffen ausreichen, das Leben auf dieser Welt mehrmals auszulöschen.

Die Bedrohung durch Atomwaffen erhält eine neue Qualität: Immer mehr Staaten streben nach ihnen als Faustpfand ihrer Macht. Zugleich planen die USA neue Typen, deren Folgen angeblich kontrollierbar sein sollen. Es droht die Hemmschwelle des Einsatzes von Atomwaffen drastisch zu sinken.

Statt einer endgültigen Verschrottung zugeführt zu werden, rücken Atomwaffen in das Zentrum von immer mehr Konflikten. Die vertragliche Grundlage der Nichtverbreitung, der Atomwaffensperrvertrag, ist in Frage gestellt. Sein Grundkonsens, wonach keiner nach Atomwaffen greift und ihre Besitzer sie abrüsten müssen, wird nicht mehr geteilt.

Dabei muss atomare Abrüstung das Anliegen aller sein. Auch die deutsche Regierung kann durch die Ablehnung der militärischen und politischen Rolle der Atomwaffen für die NATO, ihres angedrohten Ersteinsatzes und der Unterlassung, Bundeswehrsoldaten ihren Gebrauch zu trainieren, einen wesentlichen Beitrag zu ihrer Abrüstung leisten.

Die 60. Jahrestage der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki mahnen uns nachdrücklich, wie alle Opfer des Atomzeitalters, uns von militärischer Eskalation und Rüstung abzuwenden. Auf der Grundlage von Multilateralismus, Achtung der Menschenrechte, Demokratie und nachhaltiger Entwicklung müssen wir uns für eine Kultur des Friedens, die Sicherheit, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit für alle bringt, engagieren.

Jens-Peter Steffen ist Mitglied bei Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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