Hiroshima-/Nagasakitag 2006

update:
06.08.2006


 voriger

 nächster

Hiroshima-/Nagasakitag 2006

 Echo/Presse

Pressesplitter zum Hiroshimatag 2006 - Vorfeld (bis 05.08.)

div. Tageszeitung / Agenturen / ...

[13]

[siehe auch
Pressesplitter II (ab 06.08.06)]

28.07

taz Streit um Nahost

01.08

Kreiszeitung Erinnerung an Hiroshima

03.08

FNP Initiative erinnert an Hiroshima

Bremer Tageszeitungen

tazNord Gedenken Hieroshima

Bergsträßer Anzeiger Hiroshima und Nagasaki mahnen

04.08

fr Mahnung für den Frieden

hna Lichter zur Mahnung

05.08

baz Koreaner in Japan gedenken des Atombombenabwurfs

tagesschau.de Heimat auf verbrannter Erde

ND Gedenken an Hiroschima

hr Gedenken an Opfer des Atombombenabwurfs

tazNord "Hiroshima und Nagasaki mahnen"





Quelle: taz, 28.07.06

Streit um Nahost

Kriegsgegner ringen vor Friedensfahrt um gemeinsame Position. US-Aktivist: Israelis an Terror selbst schuld

MANNHEIM taz: Eigentlich wollten Friedensgruppen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gestern in Mannheim ihr Programm zum Gedenktag an den Atombombenabwurf auf Hiroschima vorstellen. Doch dann drängte sich der aktuelle Krieg im Nahen Osten in den Mittelpunkt der Pressekonferenz. Roland Blach von der Initiative "Pacemakers" der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsgegner (DFG-VK) hatte den katholischen "Friedenspriester" Simon Harak aus den USA eingeladen. Der Koordinator der internationalen US-Friedensinitiative "War Resisters League" ist Professor für theologische Ethik und gilt als Experte für die Verflechtung zwischen Rüstungskonzernen und US-Regierung.

Harak warf in Mannheim der "gleichgeschalteten Presse" in den USA vor, nur über die Leiden der Israelis und ihren "angeblich heldenhaften Kampf gegen den Terror" zu berichten. Über die "Verbrechen Israels, wie etwa die widerrechtliche Inhaftierung von 10.000 Palästinensern", erfahre die US-Bevölkerung dagegen so gut wie nichts.

Den Israelis warf Harak vor, "das Nachbarland grundlos überfallen und ein ganzes Volk in Geiselhaft genommen" zu haben. Am Terror sei Israel selbst schuld, so der christliche Gottesmann arabischer Abstammung. Wenn man die arabischen Völker ständig demütige, brauche man sich nicht zu wundern, wenn Hamas und Hisbollah ihre Selbstmordattentäter losschickten. Diese Organisationen hätten schließlich keine Flugzeuge.

Das war den braven deutschen Friedensfreunden dann doch zu heftig. Blach widersprach seinem Gast energisch. Einseitige Schuldzuweisungen machten "keinen Sinn". Alle Konfliktparteien - auch Hisbollah und Hamas - müssten jetzt von den Großmächten an den Konferenztisch gezwungen werden. Selbstverständlich müsse von allen Konfliktparteien das Existenzrecht Israels anerkannt werden.

Mathias Kohler vom Friedensplenum Mannheim erinnerte daran, dass in den vergangenen drei Wochen rund 1.500 Raketen auf Israel abgeschossen worden sein. Wer die USA zu Recht an den Pranger stelle, weil sie Israel mit modernsten Waffensystemen ausgestattet habe, der müsse auch die Frage nach der Herkunft der Waffen der Hisbollah stellen. Kohler: "Und die Antwort heißt - Iran."

Das war die Überleitung zum Atom-Thema. Die Friedensradfahrt der "Pacemaker" startet kommenden Samstag am Atomwaffen-Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Weiter geht es über die US-Airbase in Ramstein bis nach Ludwigsburg. Dort zogen vor zwölf Jahren Bundeswehr und französische Streitkräfte ab. Jetzt sei die Stadt, so Blach, das "gelungenste Konversionsprojekt in ganz Deutschland".

Klaus-Peter Klingelschmitt



Quelle: Kreiszeitung, 01.08.06

Erinnerung an Hiroshima

Am Sonntag Mahnwache des Friedensforums auf dem Marktplatz

BREMEN (gn)Das Bremer Friedensforum und weitere Organisationen erinnern mit einer Mahnwache am Sonntag, 6. August, an den 61. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.

Unter dem Motto "Atomkriege sind unrechtmäßig" findet die Aktion um 16 Uhr auf dem Marktplatz statt. Die Teilnehmer werden gebeten, Blumen mitzubringen, um das Friedenszeichen auf dem Marktplatz auszulegen. Die Bremer Pastorin Ulrike Hardow und die Künstlerin Yourlaine de Sáenz aus Ludwigshafen halten Ansprachen. Florian Oberlechtner aus Innsbruck von der Hochschule für Künste in Bremen gestaltet den musikalischen Rahmen.

Im Anschluss an die Mahnwache spielt Enrico Saenz um 17 Uhr im St.-Petri-Dom die 1. Orgelsinfonie "Hieroshima 1945". Die gleichnamige Ausstellung wird von Freitag, 4. August (Eröffnung 19 Uhr), bis zum 2. September im Kapitel 8, Domsheide 8, gezeigt. Am Mittwoch, 9. August, liest Joachim Fischer um 20 Uhr in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, Texte zum Hiroshima- und Nagasaki-Tag.

61 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf die japanischen Städte weisen die Friedensorganisationen darauf hin, dass die USA noch immer auf dem angeblichen Recht zum "Erstschlag" mit Atomwaffen beharren. Aktuell werde sogar der Ersteinsatz gegen Länder ohne Atomwaffenbesitz erwogen. Besonders gegen den Iran richte sich die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen, falls dieser sein Atomprogramm weiterverfolge.

Angesichts der möglichen Ausweitung des Krieges im Nahen Osten auch mit Massenvernichtungswaffen will das Friedensforum am Sonntag außerdem für eine sofortige Waffenruhe demonstrieren.



Quelle: Frankfuter Neue Presse, Lokalausgabe FFm Nord, 03.08.06

Initiative erinnert an Hiroshima

Rödelheim: - Die Friedensinitiative Rödelheim organisiert einen Mahngang durch Rödelheim, um der Opfer des ersten Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima zu gedenken. Zugleich soll die Demonstration auch ein Protest gegen die aktuelle Kriegspolitik auf der Welt sein.

Insbesondere der aktuelle Krieg zwischen Israel und Libanon im Nahen Osten löse keines der dortigen politischen Probleme, sondern verursache nur unsägliches Leid für die Zivilbevölkerung und neuen Hass, und er zerstöre die Friedenshoffnungen der Bevölkerung in Israel, Palästina und Libanon für viele Jahre, heißt es in einer Mitteilung der Friedensinitiative.

Der Treffpunkt für Teilnehmer an dem Mahngang am Sonntag, 6. August, ist am Baruch-Baschwitz-Platz vor dem Bahnhof Rödelheim um 19 Uhr. Bei Einbruch der Dunkelheit werden am ehemaligen Rödelheimer Freibad (Solmspark) Lichter in die Nidda ausgesetzt.

Am 6. August 1945 zerstörte die erste Atombombe, abgeworfen von den Amerikanern, die japanische Stadt Hiroshima. Drei Tage später traf die zweite Atombombe Nagasaki. Über 200 000 Menschen wurden durch die Bomben getötet, und tausende leiden bis heute an den Spätfolgen. Der erste Einsatz von Atomwaffen gegen die Zivilbevölkerung Japans markierte den Beginn des Atomzeitalters; der Zweite Weltkrieg war vorüber, die fürchterliche Wirkung begründete eine Dimension des Schreckens, die die Auseinandersetzung im Kalten Krieg bestimmen sollte.

Auch 61 Jahre nach der Bombe von Hiroshima habe die atomare Bedrohung kein Ende gefunden, mahnt die Friedensinitiative. Weil die USA neue Waffen entwickelten und mit dem Einsatz von Atomwaffen auch Staaten drohten, die keine nuklearen Waffen besitzen, werde "ein "Run` auf die Nukleartechnologie ausgelöst, wie wir es im Iran erleben", so die Initiative. Mit dieser Art von Politik werde die Welt nicht sicherer, sondern gefährlicher, so die Rödelheimer Friedens-Aktivisten. (fnp)



Quelle: Bremer Tageszeitungen, Stadtteilkurier Mitte, 03.08.06

ALTSTADTúOSTERTOR (XTÖ). Das Friedensforum, die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und weitere Initiativen wollen mit einer Mahnwache am Sonntag, 6. August, an den 61. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnern. Die Aktion auf dem Marktplatz unter dem Leitspruch "Atomkriege sind unrechtmäßig!" beginnt um 16 Uhr.

Die Teilnehmer werden gebeten, Blumen mitzubringen, um das Friedenszeichen auf dem Marktplatz auszulegen. Die Bremer Pastorin Ulrike Hardow und die Künstlerin Yourlaine de Sáenz aus Ludwigshafen halten Ansprachen. Florian Oberlechtner aus Innsbruck von der Hochschule für Künste in Bremen gestaltet den musikalischen Rahmen. Nach der Mahnwache spielt Enrico Saenz um 17 Uhr im St. Petri Dom die erste Orgelsinfonie "Hiroshima 1945". Die gleichnamige Ausstellung wird vom Freitag, 4. August, bis zum 2. September im Kapitel 8 an der Domsheide gezeigt. Die Eröffnung ist morgen um 19 Uhr. Am Mittwoch, 9. August, liest der Pazifist Joachim Fischer aus Woltmershausen um 20 Uhr in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, Texte zum Hiroshima- und Nagasaki-Tag.

Weitere Informationen unter
hhtp://www.bremerfriedensforum.de. Telefon Kapitel 8: 33 78 220.



Quelle: tazNord, 03.08.06, Seite 22

Gedenken Hieroshima (sic!)

Bilder und Lyrik von der bolivianischstämmigen Künstlerin Yourlaine de Sáenz gibt es bis zum 2. September im Kapitel 8 zu sehen. De Sáenz` Bilderzyklus "Hieroshima 1945", der ab Freitag in Bremen zu besichtigen ist, wurde in den letzten Jahren bereits mehrfach ausgestellt. Bei "Hieroshima" handelt es sich übrigens keineswegs um einen Schreibfehler. Die Künstlerin erläutert den Kunstgriff: "Hieroshima kann auch hier sein, überall auf unserer Erde ..." Die zu den Bildern gehörenden "Moments Lyriques" schrieb sie nach der Beendigung des Bilderzyklus in einer einzigen "Nachtschicht". Sie kommentieren die einzelnen Bilder. Am Sonntag gibt es weitere Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des ersten Atombombenabwurfs. Nach einer Mahnwache steigen am Dom 100 weiße Luftballons für die Kinder von Hiroshima in den Himmel über Bremen auf. Danach spielt Enrico Saenz die Sinfonie "Hieroshima" auf der Sauer-Orgel. Der Eintritt ist frei.

Freitag: Ausstellungseröffnung, Freitag, 19 Uhr, Ausstellung: 4. August bis 2. September, Kapitel 8, Domsheide

Sonntag, 16 Uhr, Marktplatz: Mahnwache, 16.50 Uhr am Dom: "100 weiße Luftballons", 17 Uhr, St. Petri Dom: Sinfonie "Hieroshima 1945"



Quelle: Bergsträßer Anzeiger, 03. August 2006

Hiroshima und Nagasaki mahnen

Gedenken an Atombombenopfer am Samstag in Michaelskirche

Bensheim. Am Vorabend des weltweiten Gedenkens an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki findet in der Evangelischen Michaelskirche Bensheim am Samstag (5.), um 18 Uhr, eine Vesper unter dem Thema "Hiroshima und Nagasaki mahnen" statt, an deren Gestaltung sich das Nord-Süd-Forum Bensheim beteiligt.

Durch die Bombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 starben unmittelbar oder wenige Tage danach etwa 200000 Menschen. Etwa 400000 Menschen litten oder leiden bis heute noch unter den Spätfolgen. Nach Schätzung der UNO lagern derzeit weltweit etwa 20000 Atombomben, davon schätzungsweise noch über 60 in Deutschland. Die atomare Aufrüstung geht sogar weiter. Neue Atomwaffenstaaten wie Indien, Pakistan und Nordkorea sind in jüngster Zeit hinzugekommen. Die Gefahr eines Einsatzes von Atomwaffen wird von vielen nicht mehr gesehen, aber mit zunehmender Zahl von Kernwaffenstaaten und der Entwicklung von "kleinen" Atombomben - so genannten mini-nukes - wird deren Einsatz eher wahrscheinlicher, heißt es in einer Pressemitteilung des Nord-Süd-Forums.

Hiroshima und Nagasaki mahnen, die atomare Aufrüstung nicht hinzunehmen, sondern konkrete Schritte zur Abrüstung zu fordern, unter anderem die Entfernung der Atomwaffen aus Deutschland und Europa, weil hier unser politischer Einfluss am größten ist.

Die Evangelische Michaelsgemeinde und das Nord-Süd-Forum laden alle, die der Opfer von Atomwaffeneinsätzen gedenken und für weltweite atomare Abrüstung eintreten wollen, zu dieser "Friedensvesper" ein. (z)



Quelle: Frankfurter Rundschau, Lokalteil Frankfurt, 04.08.06

Mahnung für den Frieden

Initiativen laden ein

Frankfurt - Das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg will am morgigen Samstag, 5. August, um 12 Uhr, mit einer Kundgebung vor der Katharinenkirche an der Hauptwache einerseits dem 61. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima gedenken und zum anderen für "das sofortige Ende des israelischen Angriffskrieges" in Palästina und in Libanon demonstrieren. Durch den aktuellen Konflikt in Nahost, in den die Atomwaffenmacht Israel an zwei Fronten verwickelt ist, wachse die "Atomkriegsgefahr", die Region drohe zum "Pulverfass" zu werden. Das Bündnis fordert eine "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten".

Bereits am heutigen Freitag, 4. August, 18 Uhr, empfängt das Frankfurter Bündnis gegen den Krieg die israelische Rechtsanwältin, Autorin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Felicia Langer. Sie erklärt im Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69- 77, warum aus ihrer Sicht Israel "alles tut, damit die Situation außer Kontrolle gerät".

Auch die Friedensinitiative Rödelheim erinnert am Sonntag, 6. August, 19 Uhr, mit einem Mahngang durch den Stadtteil an den Abwurf der US-Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima am 6. August 1945. Sie will ebenso "gegen die aktuelle Kriegspolitik", zumal im Nahen Osten, protestieren. Treffpunkt ist der Baruch-Baschwitz-Platz am Bahnhof Rödelheim. Bei Einbruch der Dunkelheit werden im Solmspark Lichter in die Nidda gesetzt. (loi)



Quelle: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 04.08.2006

Lichter zur Mahnung

Hiroshima-Gedenken

Kassel: Am 6. und 9. August jähren sich zum 61. Mal die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Aus diesem Anlass lädt das Kasseler Friedensforum zum Gedenken und Protest gegen die atomare Bedrohung ein.

Auch in diesem Jahr werden schwimmende Lichterketten auf die Fulda gesetzt. Die Aktion findet am Sonntag, 6. August, gegen 21 Uhr am Auedamm (am Fuldaufer, zwischen Drahtbrücke und "Spitzhacke") statt. Teilnehmer können ab 19 Uhr die schwimmenden Laternen am Fuldaufer selbst herstellen. Material und Werkzeug sind vorhanden. Oberbürgermeister Bertram Hilgen spricht gegen 21 Uhr. (luh)



Quelle: Basler Zeitung-online.de, 05.08.06

Koreaner in Japan gedenken des Atombombenabwurfs

Hiroshima. AP/baz. Am Vorabend des Hiroshima-Jahrestags haben mehr als 100 in Japan lebende Koreaner eine eigene Gedenkfeier zum Atombombenabwurf vor 61 Jahren veranstaltet. Sie erinnerten am Samstag an ihre schätzungsweise 20`000 Landsleute, die damals ums Leben kamen. Viele dieser Koreaner waren als Zwangsarbeiter nach Japan gebracht worden. Die koreanische Halbinsel war von 1910 bis zur Kapitulation Tokios nach dem Zweiten Weltkrieg japanische Kolonie.

Die offiziellen Feiern zum Hiroshima-Tag sind für Sonntag im Friedenspark der japanischen Stadt geplant. Dem Abwurf einer amerikanischen Atombombe am 6. August 1945 fielen damals rund 140`000 Menschen zum Opfer. Drei Tage später fiel eine weitere Atombombe auf Nagasaki, wo rund 80`000 Menschen umkamen. Mit der darauf folgenden Kapitulation Japans am 15. August 1945 endete der Zweite Weltkrieg.



Quelle: tagesschau.de, 05.08.06

Gedenken an Hiroshima

Heimat auf verbrannter Erde

Am 6. August 1945 fiel die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Mehr als einen Kilometer um die Absturzstelle starben zehntausende Menschen qualvoll, Hitze und Strahlung machten die Stadt dem Erdboden gleich. Peter Kujath erinnert an die Katastrophe und traf Menschen, die sie erlebt haben.

von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Als am 6. August 1945 um 8.15 Uhr die erste Atombombe über Hiroshima gezündet wurde, verbrannte ihre Hitzewelle alles in einem Umkreis von 1,2 Kilometern. Kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm schien überlebt zu haben.

Doch schon im nächsten Jahr zeigten sechs Kirschbäume erste Anzeichen von Leben. Mit den ersten Blättern, einem zarten Grün inmitten von grauen Ruinen kehrte auch die Hoffnung zurück, in Hiroshima weiter leben zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt war knapp die Hälfte der Bewohner - rund 140.000 Menschen - gestorben.

Anlässlich des 60. Jahrestags im vergangenen Jahr pflanzten die Hibakushas, wie die Überlebenden der Atombomben-Abwürfe genannt werden, von diesen Bäumen Ableger entlang des Flusses, der nur wenige Meter am Zentrum des Abwurfs vorbeifließt.

Betreut werden die Schößlinge bis heute von den Kindern verschiedener Schulen in Hiroshima - als Zeichen, dass die dritte Generation in der einst zerstörten Stadt heimisch geworden ist.

Nicht alle hielten es in Hiroshima aus

Hiroshima hat mittlerweile wieder 1,1 Millionen Einwohner. Nicht alle, die den Schrecken und das Grauen der Atombombe miterlebt haben, hielten es jedoch auf Dauer in ihrer einstigen Heimatstadt aus. Fusako Mamii ist 85 Jahre alt. Sie lebt in der Nähe von Tokio und erinnert sich noch gut daran, wie erleichtert sie war, von Hiroshima wegziehen zu können. "1961 bin ich mit meinem Mann und mit meinem Kind nach Tokio umgezogen" erzählt Mamii-san lebhaft und klar. "Mein Mann hat eine neue Arbeit übernommen. Für mich war es eine Art Erleichterung wegzuziehen von dem Ort, an dem ich so Schlimmes erlebt hatte." Trotz ihres hohen Alters und der großen Strahlenbelastung hat Mamii-san keine gesundheitlichen Beschwerden. Erst sehr spät hat sie sich zum Ziel gesetzt, eine Stimme für die zu sein, die in Hiroshima ums Leben gekommen sind.

Als sie in Tokio ankamen, erzählt sie weiter, wussten die Menschen nur wenig über die Atombombe und ihre Opfer. Sie waren selbst genug damit beschäftigt, die verheerenden Luftangriffe auf ihre Stadt physisch und psychisch zu verarbeiten. Das erleichterte Mamii-san zunächst das Vergessen. Doch die vielen zum Teil zur Unkenntlichkeit verbrannten Menschen, die vielen Verwundeten, die nach Wasser bettelten, als sich Fusako Mamii ihren Weg heraus aus dem zerstörten Hiroshima bahnte, ließen sie nicht los.

Sie fühlte sich schuldig, damals nicht mehr Menschen geholfen, nicht mehr für ihre Heimat getan zu haben. "Als ich einmal in Kanada war, hat ein mitreisender japanischer Lehrer Pearl Harbour so dargestellt, dass die USA Japan in den Krieg gezwungen hätten", erzählt Mamii-san. "Ich kann zu diesen Weltproblemen nichts sagen. Ich muss mit dem Erlebten in Hiroshima, mit meinem eigenen Handeln selbst fertig werden. Ich muss mich der Verantwortung stellen, dass ich vielen Menschen damals nicht geholfen habe."

Auch wenn Japan der Agressor im Zweiten Weltkrieg in Asien war, hat das eigene Leiden am Ende die Nation zusammengeschweißt. Vor allem mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki wurden die Japaner auch zu Opfern. Das veränderte die Wahrnehmung dessen, was vor 1945 geschehen war. Der japanische Feldzug in Asien mit seinen Gräueltaten konnte verschwiegen werden oder stand zumindest hinter der eigenen Tragödie zurück. Da die Heimat angegriffen wurde, konnte die japanische Armee als Beschützer gesehen werden. Deshalb ist es auch für jeden Japaner selbstverständlich, dass man die gefallenden Armeeangehörigen zum Jahrestag des Kriegsendes am 15. August ehrt und für ihre Seelen betet. - Stand: 05.08.2006 15:49 Uhr



Quelle: Neues Deutschland, 05.08.06

Gedenken an Hiroschima

Friedensbewegung mobilisiert gegen Atomwaffengefahren

Mit Mahnwachen, Kundgebungen und Gedenkfeiern will die Friedensbewegung den 61. Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 begehen.

Berlin (ND). Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag Peter Strutynski erinnerte am Freitag in einer Erklärung daran, dass mit den am Ende des Krieges über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen US-Atomwaffen 200 000 Menschen getötet wurden. Noch heute leiden viele Überlebenden unter Krankheiten, die durch den Abwurf der Bom- ben verursacht wurden. "Sie leben dadurch oft unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Dennoch arbeiten viele von ihnen für den Frieden und setzen sich für das Verbot von Atomwaffen ein."

Auch heute noch bedrohten weltweit rund 30.000 Atomsprengköpfe die Menschheit. Sie stehen zum Einsatz bereit in den Arsenalen der USA, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs, sowie Indiens, Pakistans und Israels. Strutynski verweist darauf, dass auch Nordkorea den Besitz eigenen Kernwaffen bestätigt hat.

"Während der Westen, insbesondere die USA, einen harten Kurs gegenüber dem Iran verfolgen, wird Indien mit dem indisch-amerikanischen Kooperationsabkommen für seine Atommacht-Ambitionen sogar noch belohnt."

Die Friedensbewegung will zum Protest gegen die nuklearen Gefahren Anhänger in mindestens 40 Städten mobilisieren. Veranstaltungen finden beispielsweise in Alfter, Bensheim, Berlin, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen, Büchel, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Ellwangen, Frankfurt (Main), Freiburg, Fürth, Gammertingen, Hamburg, Hannover, Heilbronn, Ingolstadt, Kaarst, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Krefeld, Lahnstein, Mannheim, Marburg, Merseburg, München, Münster, Nürnberg, Oberndorf, Oldenburg, Potsdam, Ramstein, Wittstock, und Wuppertal statt,

In das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki, so Strutynski, mischt sich in diesem Jahr die Sorge um die kriegerischen Ereignisse im Nahen Osten.



Quelle: hr-online.de, Nachrichten, 05.08.06

Hiroshima

Gedenken an Opfer des Atombombenabwurfs

Rund 400 Menschen haben am Samstag in Frankfurt an den Atombombenabwurf auf Hiroshima vor 61 Jahren erinnert. Sie forderten die Vernichtung aller nuklearen Waffen.

Zu der Demonstration in der Innenstadt aufgerufen hatte das "Frankfurter Bündnis gegen den Krieg". Vor dem Hintergrund der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten verlangten die Organisatoren die Vernichtung aller Atomwaffen. Für Sonntag hat das Kasseler Friedensforum eine Kundgebung zum Gedenken an Hiroshima angekündigt.

Aktionen der Friedensbewegung

Der Bundesausschuss Friedensratschlag in Kassel hatte am Freitag Mahnwachen, Kundgebungen und andere Aktion in bundesweit 40 Städten angkündigt. Auch heute noch bedrohten Nuklearwaffen die Menschheit, hieß es in dem Aufruf. 30.000 Atomsprengköpfe befänden sich in den Waffenarsenalen der USA, Russlands, Großbritanniens, Frankreichs, Indiens, Pakistans und Israels. In das Gedenken an Hiroshima und Nagasaki mische sich in diesem Jahr die Sorge um die kriegerischen Ereignisse im Nahen Osten.



Über 200.000 Tote

Am Sonntag jährt sich der erste Abwurf einer Atombombe zum 61. Mal. Am 6. August 1945 warf ein US-Bomber vom Typ B-29 Superfortress eine Uran-235-Bombe auf Hiroshima. 78.000 Menschen starben sofort. Bis Ende 1945 stieg der Zahl der Toten auf 140.000. Die Bombe explodierte etwa 600 Meter über dem Stadtzentrum. Sie löste eine Hitzewelle aus, die in einem Radius von 4,5 Kilometer bis zu 4000 Grad Celsius heiß war. Am 9. August um 11.02 Uhr warf das US-Militär eine Plutonium-239-Bombe über Nagasaki ab. Sie detonierte etwa 500 Meter über dem Boden. Dabei kamen 27.000 Menschen sofort ums Leben. Bis Ende 1945 starben hier an den Folgen der Verstrahlung insgesamt etwa 70.000 Menschen. Am 15. August verkündete Kaiser Hirohito im Rundfunk die Kapitulation Japans und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik-Raum.



Quelle: tazNord, 05.08.6

"Hiroshima und Nagasaki mahnen"

"Hamburger Forum" erinnert an den Atombombenabwurf auf Japan vor 61 Jahren

In diesem Jahr ist es 61 Jahre her: Am 6. August 1945 warf die US-Luftwaffe die erste Atombombe auf Hiroshima. Drei Tage später folgte der zweite Abwurf auf Nagasaki. Die Atommächte besitzen heute zusammen noch immer etwa 28.000 Atomsprengköpfe - mehr als ausreichend, um die Menschheit auszulöschen. Das Hamburger Forum für Völkerverständigung ruft deshalb am heutigen Sonnabend zu einer Kundgebung mit Reden, Musik und Infotischen auf.

Der Zusammenschluss aus Mitgliedern von Friedensinitiativen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen verlangt die Abschaffung sämtlicher Atomwaffen. Die direkte Aufforderung an die Bundesregierung ist deshalb, die nukleare Teilhabe und die Beteiligung an der atomaren Einsatzplanung der Nato sofort aufzukündigen. Außerdem will das "Forum", dass das Grundgesetz um einen Paragraphen über den generellen Atomwaffenverzicht ergänzt wird. Die USA sollen zum sofortigen Abzug ihrer Atomwaffen aus Deutschland aufgefordert werden. Diese schließlich soll sich international für die Stärkung des Atomwaffensperrvertrags und die vollständige atomare Abrüstung einsetzen. Gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Nahost-Konfliktes zeige sich, erklärte vorab der DGB, dass langfristige friedenspolitische Strategien vorangetrieben werden müssten. (TAZ)

Kundgebung: Sa, 12 Uhr, Hafentor, östlich von Landungsbrücke 1



[siehe auch
Pressesplitter II (ab 06.08.06)]



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
 voriger

 nächster




       
Bereich:

Netzwerk
Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
          
Themen   FriedensForum Ex-Jugo Termine   Aktuelles