Hiroshima-/Nagasakitag 2006


 voriger

 nächster

Hiroshima-/Nagasakitag 2006

 Aufrufe, Stellungnahmen

Mayors for Peace fordern Abzug der Atombomben

Hiroshima-Nagasaki Gedenken im Jahr 2006: 6. und 9. August 2006

Peter Seyfried / Wolfgang Leidig

Presserklärung

Erklärung / Text



Presserklärung:

In Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki

Mayors for Peace fordern Abzug der Atombomben

In einer gemeinsamen Erklärung zu den Jahrestagen der Atombombenabwürfe auf Hiroschima und Nagasaki vor 61 Jahren haben die Bürgermeister von Mutlangen und Schwäbisch Gmünd den Entwurf des Weißbuches für die Bundeswehr kritisiert. "Mit Sorge" betrachten sie, dass die "nukleare Teilhabe Deutschlands unbefristet fortgesetzt werden soll." Das widerspreche dem Abrüstungsgebot des nuklearen Nichtverbreitungsvertrages.

Peter Seyfried, CDU ist Bürgermeister von Mutlangen. In diesem schwäbischen Ort waren bis Ende der 80`er Jahre Atomraketen gelagert.

Wolfgang Leidig, SPD ist Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd. Dort hatte der US-General für die Mutlanger, Heilbronner und Neu Ulmer Pershing-Raketen seinen Sitz.

Beide sind Mitglieder der Internationalen Vereinigung Mayors for Peace. Als solche fordern sie die Bundesregierung und Abgeordneten auf, "die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland nicht länger zu dulden und Bundeswehrsoldaten Atomwaffeneinsätze üben zu lassen." Ein atomwaffenfreies Deutschland wäre ein wichtiger Schritt für eine Welt die von der Geißel des Atomkrieges befreit ist.

Kontakt:

Bürgermeister Peter Seyfried, Tel.: 07171/703-20

Oberbürgermeister Wolfgang Leidig, Tel.: 07171/603-1000



Erklärung:

Hiroshima-Nagasaki Gedenken im Jahr 2006: 6. und 9. August 2006

61 Jahre sind vergangen, seit die Zündung der ersten Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima 300.000 Menschen in den Tod gerissen und viele weitere Tausende zu lebenslangen Krüppeln gemacht hat. Man sollte denken, dass dieses Ereignis für alle Zukunft neue Atomkriege unmöglich gemacht hat.

Die Tatsachen sind aber anders. Die Gründungsstaaten des Atomsperrvertrages haben 1970 zwar vereinbart Verhandlungen über die weltweite Eliminierung aller Atomwaffen zu führen. Dennoch haben die fünf damals unterzeichnenden Kernwaffenmächte zusammen mit Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan bis heute mehr als 13.000 sofort einsatzbereite Atomwaffen hergestellt. Wenn man die nicht sofort einsatzbereiten Atomwaffen hinzurechnet, ergibt sich heute weltweit eine Gesamtzahl von 27.600 Atomsprengköpfen, ausreichend um die ganze Menschheit mehrfach zu vernichten.

Wir dürfen uns nicht in der Sicherheit wiegen, dass die Atomwaffen niemals eingesetzt werden. Unsere Katastrophenschutzpläne wären dann nutzlos. Nur eine konsequente Umsetzung des Abrüstungsgebot aus dem Atomwaffensperrvertrag kann uns vor dieser nuklearen Gefahr schützen.

Der internationale Gerichtshof hat vor 10 Jahren bestätigt, dass alle Staaten verpflichtet sind "in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten führen".

Deshalb fordern wir, als Mitglied der Bürgermeister für den Frieden, unsere Bundesregierung auf, sich für den sofortigen Beginn von Verhandlungen zum Verbot und zur Abschaffung von nuklearen Waffen und nuklearem Material einzusetzen und mit einem guten Beispiel voranzugehen, denn auch in Deutschland lagern noch 150 Atombomben.

Mit Sorge betrachten wir, dass im neuen Entwurf für das Weißbuch der Bundeswehr die "nukleare Teilhabe" Deutschlands unbefristet fortgesetzt werden soll. Das widerspricht dem Abrüstungsgebot.

Als Bürgermeister von Orten in denen nukleare Abrüstung Wirklichkeit wurde fordern wir unsere Regierung und unsere Abgeordneten auf, die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland nicht länger zu dulden, keine Trägermittel für Atomwaffen zur Verfügung zu stellen und Bundeswehrsoldaten Atomwaffeneinsätze üben zu lassen. Deutschland muss seine nukleare Teilhabe aufgeben und atomwaffenfrei werden.

Das wäre ein wichtiger Schritt für eine Welt die von der Geißel des

Atomkrieges befreit ist und dass es kein weiteres Hiroshima oder Nagasaki mehr geben wird.

Wolfgang Leidig, Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd (SPD)

Peter Seyfried, Bürgermeister Mutlangen (CDU)



E-Mail: post@pressehuette.de

Website: www.pressehuette.de
 voriger

 nächster




       
Bereich:

Netzwerk
Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
          
Themen   FriedensForum Ex-Jugo Termine   Aktuelles