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Oster-
marsch
2004


vom:
13.04.2004


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Ostermärsche und -aktionen 2004:

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Pressemitteilung zum Abschluss der diesjährigen Ostermärsche stellt der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fest, 12.04.04

Ostermärsche im Zeichen des Irakkriegs
Friedensbewegung: "Sprachrohr der Bevölkerungsmehrheit"


Bundesausschusses Friedensratschlag

Grüne und Sozialdemokraten marschieren mit
Kritik des Militärbischofs Mixa zurückgewiesen


Der wieder aufflammende Irakkrieg stand im Mittelpunkt der diesjährigen Ostermärsche, die durch rund 70 Städte führten. In zahlreichen Reden wurde darauf hingeweisen, dass die desaströse Lage im Irak einzig und allein die Folge des völkerrechtswidrigen und auf Lügen aufgebauten Krieges sei. Den Besatzungsmächten sei es nicht gelungen, die Situation im Land zu stabilisieren. Die Unzufriedenheit mit dem Besatzungsregime mache sich nun in aufstandsähnlichen Aktionen Luft. Die Ostermarschierer forderten den sofortigen Stopp des Krieges, den Abzug der Besatzungstruppen und die Vorbereitung von Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Das Argument, dass dann im Irak das Chaos ausbrechen würde, lässt die Friedensbewegung nicht gelten. "Das Chaos, das ist die Anwesenheit der Besatzungstruppen, das ist die außergesetzliche Willkür des Militärs, das ist die westliche Überheblichkeit, die für immer mehr Menschen im Irak unerträglich wird", sagte Peter Strutynski beim Münchner Ostermarsch am Samstag.

Angesichts der dramatischen Lage im Irak und der anderen Herausforderungen (EU-Militärverfassung, Umwandlung der Bundeswehr in eine Interventionsarmee) kann man mit der Beteiligung an den Ostermärschen nicht rundum zufrieden sein. Am Sonntag und Montag stiegen aber die Teilnehmerzahlen stark an. Insgesamt haben sich an den vier Ostertagen zwischen 15.000 und 20.000 Menschen* aktiv beteiligt. Die Demonstranten haben sich aber als Sprachrohr der Bevölkerungsmehrheit betätigt, die den Irakkrieg immer abgelehnt hat und die auch keine Kriegseinsätze der Bundeswehr in aller Welt wünscht. Es ist erfreulich, dass an vielen Orten auch Kreisverbände der Grünen und manchmal auch SPD-Unterbezirke zu den Ostermärschen aufgerufen haben.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag widerspricht entschieden dem Einwand des Militärbischofs Walter Mixa, der sich zu Ostern für "humanitäre" Bundeswehrauslandseinsätze à la Afghanistan und sogar für Einsätze der Bundeswehr im Inneren aussprach. Mit diesen Ansichten setzt sich Mixa nicht nur in Gegensatz zu den vielen christlichen Demonstranten, sondern auch zu den friedenspolitischen Positionen der beiden großen Kirchen und der ökumenischen Kommission "Justitia et Pax". Den Soldaten, für deren Wohl die Militärseelsorge ja da sein soll, erweise Mixa mit seinen radikalen Sprüchen eine Bärendienst.

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Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:

Peter Strutynski (Sprecher)

* Die Zahlen erwiesen sich nach nochmaliger Recherche als viel zu niedrig. Man muss von einer doppelt so hohen Teilnehmerzahl ausgehen.



E-Mail:   strutype@hrz.uni-kassel.de
Internet: http://www.friedensratschlag.de
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