Ostermärsche und -aktionen 2007


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Ostermärsche und -aktionen 2007

 Erklärungen / lokale Infos

Ostermarsch Mannheim 2007: Über 100 Menschen am Paradeplatz - 50 RadlerInnen bei der Tour zu den Kasernen forderten:

Für ein Mannheim ohne Militär Gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr

Friedensplenum Mannheim

Als Ergänzung zum zentralen Ostermarsch für Baden-Württemberg in Calw hatte das Friedensplenum Mannheim am 7. April 07 zu einem Ostermarsch in Mannheim aufgerufen, der u. a. vom SPD Kreisverband, den GrAČnen, der DFG-VK, den NaturFreunden, DIDF, der CityKirche Konkordien und Einzelpersonen wie etwa MdL Helen Heberer, den Stadträten, Mathias Meder und Roland Weiß sowie Pfarrer Martin Huhn unterstützt wurde. Angesichts der hohen Konzentration der US-Armee in der Stadt wollten die Veranstalter deutlich machen, dass Mannheim als Drehkreuz für Militäreinsätze missbraucht wird und welche erheblichen Nachteile den Bürgerinnen und Bürger daraus erwachsen. Räumung und Freigabe der US-Kasernen und Beseitigung der Altlasten auf Kosten der US Armee lautete eine der Forderung. Besonders nachdrücklich wurde gefordert, die Turley-Kaserne in der Neckarstadt freizugeben und sie unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger für deren Bedürfnisse nutzbar zu machen.

"Es reicht nicht, AČber den Frieden zu reden. Man muss an ihn glauben. Und es reicht nicht, an den Frieden zu glauben, man muss an ihm arbeiten." betonte Anne Ressel Diakoniepfarrerin der evangelischen Lutherkirche Mannheim-Neckarstadt als Hauptrednerin auf der Kundgebung [
Redertext hier abrufbar]. Sie machte deutlich, wie wichtig der unbedingte Wille zu Gewaltlosigkeit und das Bemühen um Ausgleich und Teilhabe sind. Sie sprach sich für Abrüstung zugunsten von ziviler Konfliktlösung aus. "Dass die Bundesregierung ca. 30 Mrd. - für militärische Zwecke, aber nur ca. 3 Mio. - für zivile Friedensfachkräfte bereit stellt", kritisierte Ressel. Mit Blick auf die Europäische Verfassung forderte sie, statt des Ausbaus einer "Europäischen Verteidigungsagentur" den Aufbau einer Friedensagentur, als Instrument zur Koordinierung ziviler Mittel.

Ein eindrucksvoller Zug von rund 50 auffällig geschmückten Fahrrädern machte sich anschließend auf den Weg durch verschiedene Stadtteile hin zu einigen US-Kasernen. Beim Stopp an der Spinelli-Kaserne, wies Otto Reger vom Friedensplenum auf den ehemaligen NATO-Bunker am Ortseingang zu Feudenheim hin. Dort, wo einst das Territorialkommando Süd der Bundeswehr für den sog. Ernstfall probte, stehen heute ein Bürokomplex und Wohnhäuser. Mit rund 82 Hektar Flächenverbrauch ist die Spinelli-Kaserne die zweitgrößte Militäranlage und nimmt damit ein Areal in Beschlag, das doppelt so groß ist wie der Luisenpark (40 Hektar). Die von der US-Armee insgesamt beanspruchten über 500 Hektar sind erheblich größer als etwa die Stadtteile Vogelstang (316 Hektar) oder Schönau (295 Hektar). Er wies darauf hin, dass das Friedensplenum eine Präsentation erstellt hat, die das Ausmaß der militärischen Aktivitäten der US Armee zeigt.

Beim nächsten Zwischenstopp am "Platz der Freundschaft" (früher Fürther Platz) wurde informiert, dass die "U. S. Garnison Mannheim" im Jahr 2005 rund 15.000 Personen umfasste, darunter 4200 Soldatinnen und Soldaten. Reger verdeutlichte, wie die US Armee mit Haloween-Partys und Nikolaus-Feiern für Kinder und vor allem dem "Deutsch-amerikanischen Volksfest", der "Ami-Mess" versucht, sich als nette Nachbarn aus Amerikaner zu präsentieren, die nichts mit blutigen Kriegen zu tun hat. Er kritisierte, dass viele prominente Lokalpolitikerinnen und - Politiker wie der Oberbürgermeister und andere Bürgermeister sich gerne beim Fassbieranstich und Truppen-Verabschiedungs- oder Truppen-Begrüßungrituale für Afghanistan- oder Irakeinsätze ablichten ließen, und dem militärischen WAČten den Anstrich von Normalität verliehen. Er forderte von ihnen den Mut, sich öffentlich gegen die völkerrechtswidrigen, barbarischen und politisch kontraproduktiven Kriegseinsatz zu wenden.

Turley-Kaserne für die Mannheimer Bürgerinnen und Bürger freigeben

Beim Stopp vor den Studentensiedlung Ludwig-Frank wurde deutlich, dass die Gebäude ehemaligen Ludwig-Frank-Bundeswehr-Kaserne für studentisches Wohnen sehr viel nützlicher sind, als für militärische Zwecke. Wie viel wichtiger und sinnvoller eine zivile Nutzung einer Kaserne für die Mannheimerinnen und Mannheimer wäre, unterstrich Anton Kobel bei der Abschlusskundgebung vor der Turley-Kaserne in der Neckarstadt. Der ehem. ver.di-Sekretär betonte, dass die aus Rationalisierungsgründen von der US Armee geräumte Kaserne auf keinen Fall der Bundeswehr zur Verfügung gestellt werden dürfe, die bedauerlicherweise in immer mehr Auslandseinsätze geschickt werde. Vielmehr müsse die Kaserne mit ihren Gebäuden und Freiflächen für die Bedürfnisse der Bevölkerung genutzt werden. Das Friedensplenum hat wesentliche Infos zur Turley-Kaserne in einer Präsentation zusammengefasst.

Um dem Ziel Mannheim ohne Militär näher zu kommen, bietet es sich an, den Bürgermeister-Wahlkampf zu nutzen, sei es zur Informationen der Öffentlichkeit, oder sei es um die Kandidaten mit entsprechenden Forderungen zu konfrontieren. Das Friedensplenum hat dazu einen Aufruf zur Einmischung mit über 130 Unterschriften veröffentlicht, der wichtige Fakten und Forderungen enthält.



E-Mail: friedensplenum (Punkt) mannheim (at) gmx (Punkt) de

Website: www.frieden-mannheim.de
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