Ostermärsche und -aktionen 2010

update:
07.04.2010


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Ostermärsche und -aktionen 2010

 Reden/Kundgebungsbeiträge

Redebeitrag für den Ostermarsch 2010 in Frankfurt/Oder am 4. April

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des heutigen Ostermarsches,

Frank Hühner (in Frankfurt/Oder)





- Es gilt das gesprochene Wort! -



unter dem Motto "50 Jahre gegen Atomwaffen und Kriege - wir demonstrieren weiter" haben wir uns Heute versammelt um zu verdeutlichen, dass die Welt in der wir Leben weiterhin von Atomwaffen und Krieg bedroht ist.

Hier an der Oder, einem Strom der über Jahrzehnte als Friedensgrenze bezeichnet wurde, befinden wir uns an einem Ort, der nach dem zweiten Weltkrieg zu einer Grenze zwischen zwei Ländern wurde. Der Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland war mit der Neubestimmung der Grenzen in Europa verbunden. Die Oder wurde zur deutsch-polnischen Grenze. Auch wenn es noch viele Jahre dauerte, bis diese Grenze völkerrechtlich anerkannt war, stand eine auf kriegerischen Mitteln basierende Veränderung des Grenzverlaufs nie ernsthaft zur Disposition.

Nachdem seit 1990 die Oder West- und Osteruropa trennte, verliert die Grenze mit der Integration Polens in die Europäische Union zunehmend ihren Grenzcarakter. Für viele Menschen ist es Alltag den Fluss zu überqueren und auf beiden Seiten der Oder zu Leben und zu Arbeiten. Möglich wurde dies durch ein friedvollen, wenn auch nicht immer spannungslosen Umgang, von Deutschen und Polen. Dieses Zusammengehen ist eines der vielen Beispiele, dass unsere Zukunft in einem friedvollem Miteinander besteht.

Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges haben sicherlich wesentlich dazu beigetragen innerhalb Europas Krieg als Mittel der Konfliktregulierung auszuschließen.

Aber auch wenn die europäischen Staaten untereinander einen friedvollen Umgang pflegen, so sind sie gleichzeitig weltweit an kriegerischen Konflikten beteiligt.

Gegen diese Kriegsbeteiligung spricht sich die Friedensbewegung in aller Deutlichkeit aus. Und dies nicht nur in Deutschland, wo die Forderung lautet "Bundeswehr raus aus Afghanistan", auch die Beteiligung Polens, der Niederlande, Großbritanniens, Frankreichs und vieler weiterer Staaten wird von der Friedensbewegung abgelehnt.

Die Stimme für den Frieden wird nicht nur in Deutschland erhoben. Weltweit setzen sich Menschen für die friedliche Beilegung von Konflikten ein. Die herrschende Politik hält gegen den Willen einer Mehrheit in der Bevölkerung allerdings an der Anwendung militärischer Mittel fest. Diesen Politikerinnen und Politikern wollen wir auch heute entgegenhalten, dass wir von ihnen den Einsatz für eine Welt in Frieden und ohne Atomwaffen erwarten.

Das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen kann nur in einer Welt ohne Krieg realisiert werden. Das Aufeinanderzugehen und Zusammenwachsen in Europa zeigt das es geht. Wer hätte vor hundert Jahren angenommen, dass es innerhalb Europas eine über 65 Jahre währende Friedenszeit gibt. Die Menschen in Europa haben die Sinnlosigkeit der kriegerischen Konfliktregulierung erkannt und intern Konsequenzen gezogen. Diejenigen, die weiterhin Krieg als legitimes Mittel zur Konfliktregulierung sehen, sind aber weiterhin aktiv und rechtfertigen jedes Jahr erneut die milliardenschweren Ausgaben für militärische Infrastruktur und Rüstungsgüter, mit denen die Haushalte belastet werden. Auch die europäische Politik, die nach Innen nicht mit militärischen Mittel arbeitet, agiert nach Außen weiterhin mit der militärischen Option.

Es wird noch ein langer Weg zu gehen sein, bis wir überall auf dieser Welt von einer friedlichen Gegenwart und Zukunft sprechen können. Bis dahin werden wir - nicht nur bei den jährlichen Ostermärschen - immer wieder auf die Sinnlosigkeit von Krieg hinweisen müssen und uns für den Frieden engagieren.



Frank Hühner ist aktiv bei der Plattform gegen Rechts Frankfurt/Oder
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