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Erstellt:
25.05.1998


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zu: Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt

Atomwaffen abschaffen

Leitartikel

Martin Singe und Mani Stenner

Kein explosives Thema? 50 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki ist unser Planet ein Pulverfaß. Aber wer hat noch Angst vorm großen Knall?

Die realen Kriege der 90er Jahre bedrücken uns unmittelbarer und erfordern unsere Aufmerksamkeit, Einmischung und tatkräftige Hilfe. Gerade auch Gruppen der Friedensbewegung sind hier mit zahlreichen Projekten engagiert. Trotzdem ist nukleare Abrüstung im Jahr 1995 ein immer drängenderes Thema, auf das wir mit dieser Zeitung aufmerksam machen wollen.


Mit dem Ende des Kalten Krieges erscheint vielen die Gefahr des atomaren Holocausts gebannt, gegen die in den 80er Jahren Millionen von Menschen protestiert hatten. Die Spätfolgen atomarer Verseuchung ganzer Landstriche und Meeresstellen durch Atomtests, Uranabbau und nuklearen Abfall erscheinen als nicht mehr änderliche ökologische Altlast. Nachrichten über vagabundierendes Plutonium und Schmuggel mit hochradioaktiven Stoffen mögen uns kurz erschrecken, lassen sich aber - so lang es mal wieder "gut gegangen" ist -, zurück ins Reich der Krimi- und Science-Fiction-Autoren verbannen. Wir alle wissen aber, daß immer mehr Staaten die Bombe haben und noch mehr sie wollen.

Ab Mitte der 90er Jahre könnten wir in einer Welt leben, in der sich 15-20 atomwaffen-besitzende Staaten gegenseitig bedrohen und die Welt ständig an den Abgrund eines Atomkrieges führen. Diese Horrorvision ist keineswegs irreal, wenn die 1995 laufenden Verhandlungen zum Verbot aller Atomtests in Genf und zur Verlängerung des Nichtverbreitungsvertrages in New York scheitern.

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Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt
Wie leicht die machtpolitischen Auseinandersetzungen um die Bombe zwischen Regierungen "heiß" werden können, haben wir erst in letzter Zeit erlebt: Im 2. Golfkrieg ging es auch darum, dem Irak die Option zur Atomwaffenherstellung aus der Hand zu schlagen. Im Konflikt um die Nuklearanlagen in Nordkorea war die Kriegsdrohung schon auf dem Tisch, bevor im letzten Moment doch noch eine Verhandlungslösung gefunden wurde. Die Beispiele zeigen: mit unglaublicher Selbstverständlichkeit betrachten die atomwaffenbesitzenden Staaten ihr nukleares Potential für sakrosankt, während sie gleichzeitig beanspruchen, bestimmte andere Staaten, die dasselbe machtpolitische Recht für sich in Anspruch nehmen wollen, jederzeit - zur Not eben auch durch Krieg - von dieser Option abzubringen.

Es ist dringend, die Gefahren der Atomrüstung wieder sehr ernst zu nehmen, die Öffentlichkeit zu alarmieren und uns einzumischen. Das Ziel klingt ehrgeizig, ist aber der einzige Weg: Wir müssen die Regierungen aller Länder in einer internationalen Kampagne drängen, die Atomwaffen und jegliche nukleare Rüstung abzuschaffen. Die Atommächte und die Industriestaaten mit nuklearem Know How müssen einsehen, daß nur ihre eigene nukleare Abrüstung die weitere Verbreitung verhindern kann.

Die Bundesrepublik ist in dieser Frage eine wichtige Kraft. Auf ihrem Territorium sind nach wie vor Atomwaffen stationiert (Flugzeugbomben), sie hat über die NATO "nukleare Teilhabe" am Atomwaffenpotential der Bündnispartner, sie unterstützt bis heute die 1991 neu beschlossene NATO-Strategie, die die Nuklerarwaffen im Spektrum der Einsatzoptionen sozusagen verewigt hat. Deshalb sagen wir: Bei uns anfangen! Dazu braucht es Engagement und Druck "von unten". Sonst wird es noch ein sehr explosives Thema.

Martin Singe ist Mitglied des Komitees für Grundrechte und Demokratie, Mani Stenner ist Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative





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