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Erstellt:
26.05.1998


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zu: Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt

48.000 Gründe, Atomwaffen abschaffen

Xanthe Hall

Heute existieren 48.000 Atomsprengköpfe mit der Sprengkraft von 12 Billionen Tonnen TNT - 2,2 Tonnen für jeden Menschen auf unserem Planeten. Nachdem die Abrüstungsabkommen (START I und II) zwischen den USA und Rußland verwirklicht sein werden, frühestens im Jahre 2003, werden immer noch über 20.000 Atomsprengköpfe unser Leben bedrohen. Die Liste der Staaten, die Atomwaffen besitzen oder daran arbeiten, wird immer länger.

1995 steht der Nichtverbreitungsvertrag zur - ungewissen -Verlängerung an, 50 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. 1995 haben wir eine große Chance, die Öffentlichkeit in den Atomwaffenstaaten davon zu überzeugen, daß die Weitergabe nur durch die Abschaffung der Atomwaffen und den Ausstieg aus der Plutoniumwirtschaft gestoppt werden kann.

Beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beantragt, den Einsatz von Atomwaffen für völkerrechtswidrig zu erklären. Wir fordern die Bundesregierung auf, die WHO-Anfrage nicht weiterhin zu blockieren. Chemische und biologische Waffen sind bereits durch ein internationales Völkerrechtsabkommen verboten. Jetzt ist es an der Zeit, Atomwaffen auch für völkerrechtswidrig zu erklären und sie morgen ganz abzuschaffen.

Der 16. Juli 1995 ist der 50. Jahrestag des ersten Atomtests "Trinity". In den letzten 5 Dekaden gab es 1.937 Atomtests mit einer Gesamtsprengkraft von über 1 Milliarde Tonnen TNT. Diese und andere Radionuklide werden, nach Schätzung der IPPNW, bis zum Ende dieses Jahrhunderts ca. 430.000 tödliche Krebsfälle verursachen. Nimmt man das nächste Jahrhundert hinzu werden es etwa 2,4 Millionen sein. Seit Januar 1994 wird über einen Atomteststoppvertrag verhandelt, der für viele ein Signal für Abrüstungsbereitschaft der Atommächte wäre. Mit einem Abschluß vor 1996 wird kaum noch gerechnet. Wir befürchten, daß dieser Vertrag nicht alle Formen der Tests und der Forschung für Atomwaffen verbieten wird. Die Atomwaffenstaaten wollen zumindest durch Computersimulation weitertesten. Zwar werden damit Gesundheits- und Umweltschäden vermindert, aber Atomwaffen können weiterhin entwickelt werden. Daher fordern wir, daß die Bundesregierung sofort für den Abschluß eines Atomteststoppvertrages eintritt, der alle Formen der Tests und der Forschung für Atomwaffen verbietet.

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Zeitung Atomwaffen abschaffen! - Inhalt
In der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag (NVV) im April 1995 wird zwischen einem Einstieg in eine atomwaffenfreie Welt oder ihre weitere Gefährdung durch Verbreitung von Atomwaffen, Plutonium, Uran und Umweltverseuchung entschieden. In den 25 Jahren des NVV haben die Atomwaffenstaaten Verhandlungen für umfassende Abrüstung versäumt. Wir fordern die Bundesregierung auf, jetzt eine internationale Konvention zur Abschaffung aller Atomwaffen zu verlangen.

Die Bundesregierung hält noch immer am Irrglauben "atomarer Schutzschirm" wie der NATO-Doktrin des Ersteinsatzes fest. Innerhalb der Westeuropäischen Union (WEU) gibt es Stimmen für eine eigene "europäische nukleare Abschreckung", die für die Glaubwürdigkeit einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik entscheidend sei. Der einzige Weg sicherzustellen, daß die Bundesrepublik auch in Zukunft nicht zu den atomwaffenbesitzenden Staaten gehört, ist, den Verzicht auf die Herstellung, den Besitz, die Kontrolle und die Stationierung von Atomwaffen im Grundgesetz zu verankern. Deutschland soll endlich atomwaffenfrei werden.

Atomwaffen abschaffen - bei uns anfangen!



Xanthe Hall ist internationale Campaignerin der IPPNW

E-Mail:   ippnw@oln.comlink.de
Internet: http://www.ippnw.de





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