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vom:
27.07.2000

Antikriegstag 2000:

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Zweiter Weltkrieg begann mit einem Propaganda-Trick

Als die Wehrmacht Polen überrannte

Frankfurter Rundschau, 01.09.1999

Am 1. September 1939 fing mit dem deutschen Überall auf Polen der Zweite Weltkrieg an. Mindestens sechs Millionen Polen wurden bis Kriegsende 1945 getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Eine Normalisierung der Beziehungen zu Deutschland gestaltet sich entsprechend schleppend.


"Polen hat nun heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch durch reguläre Soldaten geschossen", verkündete Adolf Hitler am späten Vormittag des 1. September 1939 vor dem Reichstag in Berlin. "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen. Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten... " Der deutsche Angriff auf Polen, der tatsächlich schon eine Stunde früher begonnen hatte, ging als "Fall Weiß" in die Geschichtsbücher ein. Damit fing vor 60 Jahren der Zweite Weltkrieg an.

Als das Dritte Reich knapp sechs Jahre später im Mai 1945 kapitulierte, waren weltweit 55 Millionen Menschen von Granaten und Bomben zerfetzt, in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten vergast worden oder durch Hunger und Krankeit gestorben.

Die Erklärung von Hitler vor dem Reichstag am 1. September 1939 war ein Propagada-Trick. So benutzte er unter anderem den fingierten Überfall "polnischer Aufständischer" auf den deutschen Sender Gleiwitz am Vorabend des Angriffs als Rechtfertigung dafür, dass nun endlich zurückgeschossen werden müsse. Die Welt sollte glauben, dass Polen das Deutsche Reich angegriffen habe. Hitler wollte damit den Kriegseintritt der Westmächte verhindern. Das sollte sich jedoch als nutzlos erweisen. Am 3. September, erklärten Großritannien und Frankreich Deutschland den Krieg. In Moskau unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion einen Grenz- und Freundschaftspakt sowie zwei geheime Zusatzprotokolle. Der Vereinbarung entsprechend fiel die Rote Armee am 17. September 1939 in Polen ein und besetzte das der UdSSR zugesprochene Territorium bis zur vereinbarten "Demarkationslinie". Die deutschen Truppen überrollten die polnische Armee in einem "Blitzkrieg" in nur wenigen Wochen. Die letzten polnischen Soldaten ergaben sich am 6. Oktober. Das Leiden der Besatzungszeit begann.

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Ab Ende Oktober 1939 wurde die polnische Bevölkerung von Haus und Hof vertrieben. Die sogenannte Sicherheitspolizei ermordete viele Intellektuelle. Die "Polen-Erlasse" degradierten die Polen zu einem Volk der "Rechtslosen". In polnischen Städten wie Lodz und Warschau lebte die jüdische Bevölkerung zusammengedrängt in Gettos unter katastrophalen Bedingungen. Die größten Vernichtungslager errichteten die Nazis in Polen. Dort töteten sie Hunderttausende Menschen.

Mit einem im besetzten Europa einmaligen Untergrundstaat wehrten sich die Polen gegen das Besatzungssystem. Außer dem militärischen Widerstand der bürgerlichen und der kommunistischen Untergrundarmee und den bei den Alliierten kämpfenden polnischen Verbänden gab es geheime Schulen und Hochschulen, Theatergruppen, Untergrundgerichte und soziale Einrichtungen.

Nach dem Krieg schufen Polen und die BRD mit dem Warschauer Vertrag 1970 die Basis für die Normalisierung ihrer Beziehungen. Große Beachtung fand der Besuch des damaligen Kanzlers Willy Brandt im ehemaligen Warschauer Getto, wo er am Mahnmal für die Opfer des deutschen Faschismus niederkniete. 1991 vereinbarten beide Staaten den Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit (dpa)



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