Antikriegs-
tag 2000


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31.08.2000


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Antikriegstag 2000 - Inhalt

 Presse zum Antikriegstag

Pressesplitter 29. - 30.09.2000

Presse:

"Gewerkschaftsbund gedenkt Kriegsbeginn" aus: Stuttgarter Zeitung

"Ein Zeichen gegen Rechts" aus: Neue Westfälische

"Am Freitag Schweigemarsch und Gedenkveranstaltung" aus: Salzgitter Zeitung

"Auf der Straße gegen Neofaschismus und Gewalt" aus: Neues Deutschland

"DGB: Alternative Stadtführung und Demo gegen Neo-Nazis", aus: Donau Kurier

"Gegen rechte Gewalt", aus: Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung

Ein Signal gegen Rechts" aus Aachner Nachrichten

"Gedenkstunde des DGB am 1. September" aus: Neue Westfälische

Tickermeldungen:

"GEW-Chefin: Lehrer müssen Position gegen Rechtsextremismus beziehen", dpa





Stuttgarter Zeitung 30.09.00

Gewerkschaftsbund gedenkt Kriegsbeginn

Des Kriegsbeginns vor 61 Jahren wird der Deutsche Gewerkschaftsbund am 1.September um 17 Uhr gedenken. Die Gedenkfeier am Stuttgarter Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Karlsplatz steht beim diesjährigen Antikriegstag im Zeichen wachsender Fremdenfeindlichkeit und rechter Gewalt. Wie der DGB ankündigt, wolle man rechtsextremistischer Gewalt entgegentreten und Zivilcourage beweisen. Für die Gewerkschaften wird der DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Brach reden sowie Dieter Kindler, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Stuttgart. cis





Neue Westfälische 30.08.

Ein Zeichen gegen Rechts

Antikriegstag 2000 auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof

Schloß Holte-Stukenbrock (NW/SL). Der erste Samstag im September ist seit 1967 traditionell der Tag der Mahn- und Gedenkveranstaltung auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof Stukenbrock-Senne. In diesem Jahr steht der Antikriegstag, zu dem der Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" aufruft, unter dem Motto "Im neuen Jahrhundert muss Frieden sein". Außerdem soll die Auseinandersetzung mit dem Neonazismus zentrales Thema des Tages sein. Rechtzeitig zur bevorstehenden Gedenkveranstaltung ist eine neue Broschüre über das Stalag 326 erschienen, in dem in der Zeit zwischen 1941 und 1945 rund 65.000 Gefangene ums Leben kamen.

Am Antikriegstag 2000, dem 2. September, besteht ab 13 Uhr die Möglichkeit, an Führungen über den Soldatenfriedhof teilzunehmen. Ab 14 Uhr kann auch die Dokumentationsstätte des Stalag 326 auf dem Gelände der Landespolizeischule am Lippstädter Weg besucht werden. Die zentrale Gedenkveranstaltung findet ab 14 Uhr auf dem Friedhof statt. Die Gedenkrede wird Prof. Arno Klönne aus Paderborn halten. Für 15 Uhr ist die Kranzniederlegung vorgesehen.

In seinem Aufruf zum Antikriegstag zeigt sich der Arbeitskreis "Blumen für Stukenbrock" bitter enttäuscht über die Außen- und Friedenspolitik der Bundesregierung. Beklagt wird, dass mit dem Einsatz der Bundeswehr im Jugoslawien-Krieg das Versprechen "Nie wieder soll von Deutschland ein Krieg ausgehen" gebrochen worden sei. Mit deutscher Beteiligung sei neues Leid geschaffen worden, während viele Opfer des Zweiten Weltkrieges immer noch auf eine Entschädigung warten. Auch die Reaktion der Bundesregierung auf den Krieg der Russen in Tschetschenien hält der Arbeitskreis für zwiespältig.

Die neue Broschüre, die einen Einblick in die Geschichte des Stalag gibt, kann zum Preis von 5 Mark erworben werden.





Salzgitter Zeitung 30.08. (http://www.newsclick.de)

Am Freitag Schweigemarsch und Gedenkveranstaltung - Beginn um 18 Uhr

Ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen

Der 1. September wird in Salzgitter seit Jahren als Antikriegstag begangen. Das hat Tradition. Tradition ist auch, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sich Jahr für Jahr bemüht, aktuelle Themen in den Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung (19 Uhr Friedhof Jammertal) zu stellen. Das Thema am Freitag: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen".

Bereits um 18 Uhr beginnt am Gewerkschaftshaus ein Schweigemarsch. Die Demonstranten werden die Chemnitzer, die Berliner und die Neißestraße entlang gehen. Auf dem Friedhof Jammertal werden Pater Ludger Wolfert (Arbeitnehmerseelsorge), Jürgen Mainka (DGB-Ortskartell Salzgitter) und Elke Zacharias (Arbeitskreis Stadtgeschichte) sprechen. Angelo Lucifero (Landesvorsitzender der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen in Thüringen) wird Hauptredner sein. Den gebürtigen Italiener hat sein Empfang in Deutschland geprägt. Als ihn der Vater 1969 aus Sizilien nach Mainz holte, hatte die NPD gerade Hochkonjunktur. Als Angelo am Bahnhof ankam, stieß er unvermittelt auf eine NPD-Demonstration. Ehe er sich versah, traf ihn ein Polizeiknüppel auf den Kopf. Man hatte den langhaarigen Jungen für einen Gegendemonstranten gehalten.

Die diesjährige Themenwahl für den Antikriegstag sei keineswegs modischer Populismus. "Wir zeigen seit jeher Flagge gegen Ausländerfeindlichkeit und das nicht erst, seitdem die Medien voll von rechtsradikalen Übergriffen sind", betonte DGB-Kreisvorsitzender Gundolf Algermissen während eines Pressegespräches. Eine entsprechende Veranstaltungsreihe sei längst in Planung.

Dass die rechte Szene sich auch in Salzgitter formiert, beweisen die Ereignisse in jüngster Zeit (die SZ berichtete). Die IG-Metall rufe, so Jürgen Hilprecht, daher nicht nur ihre Mitglieder, sondern alle Bürger Salzgitters auf, am Freitag ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen und sich an der Demonstration zu beteiligen. kh





Neues Deutschland 30.08.

Antikriegstag 2000:

Auf der Straße gegen Neofaschismus und Gewalt

Zum Weltfriedenstag rufen auch in diesem Jahr Initiativen zu zahlreichen Demonstrationen und Veranstaltung auf

Auch den diesjährigen Gedenk- und Aktionstag gegen Krieg und Unterdrückung wollen Friedensgruppen

Gewerkschaften und Parteien nutzen, auf zahlreichen Veranstaltungen, Mahnwachen, Informationsabenden und bei Kundgebungen an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor nunmehr 61 Jahren zu erinnern. Eingefordert werden der Verzicht auf kriegerische Mittel der Politik und mehr Unterstützung für zivile Konfliktlösungstrategien statt ihrer Diskreditierung durch Selbstmandatierung der Militärbündnisse. Erneut steht auch die Kritik am völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien auf der Tagesordnung. Im Mittelpunkt des Antikriegstags 2000 steht auch die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. In einer Erklärung des Bundesausschusses Friedensratschlag heißt es, angesichts staatlich sanktionierter Aggressivität nach Innen und Angriffskriegen gegen »feindliche« Staaten dürfe kein Zweifel daran gelassen werden, dass der Kampf gegen Neofaschismus und Gewalt höchste Priorität haben müsse.

Auch die rot-grünen Pläne zur Bundeswehrreform werden von der Friedensbewegung heftig kritisiert. Kern der Modelle sei die teure Umrüstung zu einer Interventionsarmee, deren Einsatzkräfte auch zu militärischen Einsätzen im Ausland bereit wären.

Im folgenden stellt ND eine kleine Auswahl aus dem Veranstaltungskalender zum Weltfriedenstag vor. Einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten der deutschen Friedensbewegung bietet im Internet: http://www.friedenskooperative.de.

(es folgt eine Auswahl von Veranstaltungen zum 1.9. Anmerk. des Hrsg)





Donau Kurier (Ingolstadt) 30.08. (http://www.donaukurier.de)

Lokales

DGB: Alternative Stadtführung und Demo gegen Neo-Nazis

Ingolstadt (lif) Fast täglich werden in Deutschland Menschen mit anderer Hautfarbe angegriffen, verletzt oder sogar getötet, werden Asylbewerberheime angezündet.

Die Gewerkschaften wollen deshalb den Antikriegstag, den 1. September, nutzen, um die Aufmerksamkeit auf das gewalttätige Geschehen im Inneren und auf die weltweiten Kriege zu lenken. Der DGB-Kreis Ingolstadt veranstaltet anlässlich dieses Tages eine alternative Stadtführung mit Dr. Theodor Straub. Beginn ist am morgigen Freitag um 17 Uhr am Gewerkschaftshaus am Paradeplatz 9. Anschließend liest Otto Schwerdt aus Regensburg gegen 19.30 Uhr im Café Stehgeiger. Schwerdt hat sich in einem Buch mit dem Thema Nationalsozialismus und Judenverfolgung auseinander gesetzt. Beide Veranstaltungen sind öffentlich, interessierte Bürger und Bürgerinnen sind dazu eingeladen.

Der DGB weist ferner auf seine Kundgebung am Samstag, 9. September, hin. Ab 11 Uhr soll auf dem Paradeplatz den Neo-Nazis gezeigt werden, dass sie in der Region Ingolstadt keine Chance haben. "Ingolstadt muss eine weltoffene, tolerante und lebenswerte Stadt bleiben", heißt es in einer Veröffentlichung des DGB- Kreisverbands. Die Bevölkerung wird vom DGB aufgerufen, sich an der Kundgebung zu beteiligen





Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung 30.09.00 (http://www.nrz.de)

Gegen rechte Gewalt

(Kreis Kleve) Tagtäglich kommt es wieder zu Übergriffen auf Asylantenheime, werden jüdische Friedhöfe geschändet und Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und angegriffen. Zu viele Menschen schauen bei solchen Taten weg. Aus diesem Grund ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund für Freitag, 1. September, zum Antikriegstag auf.

Es gibt auch in Deutschland noch Städte, in denen die Einwohner durch die menschenverachtenden Handlungen rechtsextremer Gruppierungen eingeschüchtert werden. In Europa seien vielerorts Demokratie, Toleranz, friedlicher Ausgleich und soziale Gerechtigkeit noch immer nicht erreicht. Aber auch der Krieg in Tschetschenien behindere einen friedlichen Aufbau Europas. Die sinnlosen Kämpfe dort kosteten jeden Tag unzählige Menschen das Leben, so der Gewerkschaftsbund.

Aus diesem Grund solle sich die Aufmerksamkeit am Antikriegstag sowohl auf die Gewalt im Innern, als auch auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in aller Welt richten. Mehr Zivilcourage und Solidaritätmüssten von den Bürgern gezeigt werden, um ein friedliches Zusammenleben der Völker zu sichern und die Verwirklichung von zivilen und humanen Lebensbedingungen zu ermöglichen.









Aachner Nachrichten 29.09.

DGB und Friedenspreis planen eine Kundgebung

Ein Signal gegen Rechts

Aachen (an-o) - Ein deutliches "Signal gegen Rechts" wollen DGB und Aachener Friedenspreis beim Antikriegstag am 1. September setzen. Zur Kundgebung mit anschließender Demo und Preisverleihung sind daher alle Aachener nachhaltig aufgerufen.

Das Programm: Um 17.30 Uhr beginnt die Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz mit Gregor Gysi als Hauptredner und internationalen Friedensliedern von Klaus Kläs. Gegen 18.15 Uhr ziehen die Teilnehmer zur Aula Carolina in der Pontstraße, wo der Aachener Friedenspreis 2000 verliehen wird.

Preisträger sind die Organisation "Reconstruindo a Esperanca", die sich in Mosambik um die Reintegration von Kindersoldaten bemüht, und die "Aktion Notausgang - Jugendliche gegen Rassismus" aus dem brandenburgischen Bernau. Laudator ist Bruno Schoch von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung.

Einmischen ist wichtig

DGB-Chef Willi Jentgens erklärte am Montag vor der Presse, die zunehmende rechtsradikale Gewalt sei nicht durch die Installation von Überwachungskameras einzudämmen, sondern nur durch energisches und massenhaftes "Einmischen". Zivilcourage sei gefragt, statt weggucken müsse man hinsehen.

"Mahnung vor dem Verdrängen" heißt das Motto des diesjährigen Antikriegstages, denn gerade das deutsche Volk müsse aus der Geschichte lernen. Jentgens: Anders als 1933 "sind wir heute nicht mehr im Stand der Unschuld, wir wissen, was aus rechtsextremen Umtrieben werden kann. Den Anfängen wehren, heißt das Gebot".

Friedenspreis-Vorsitzender Gerd Diefenbach betonte, am kommenden Freitag müsse der Blick verstärkt auf den "Frieden im Innern" gelenkt werden. Was nicht hindern dürfe, Kriege zwischen Staaten weiterhin als untaugliche Alternative zur Politik zu ächten. Jüngstes Beispiel: Der Kosovo-Krieg sei in seinen Zielen gescheitert, er habe den Hass und die Gräben zwischen den ethnischen Gruppen nur noch vertieft.

Liegt es an Gysi?

"Befremdet" zeigten sich die Vertreter von DGB und Friedenspreis, dass große Teile der SPD-Fraktion während des Antikriegstags in Berlin seien. Ob dies mit dem Erscheinen des PDS-Manns Gysi zu tun habe, könne man nur vermuten. Bei der SPD hieß es, diese Überlegungen seien abwegig, der Berlin-Termin sei schon im Februar vereinbart worden.

Jentgens begründete die Einladung Gysis mit dem Hinweis, schon lange habe man einen Repräsentanten der neuen Länder sprechen lassen wollen - "ich habe ihn als analytisch denkenden Menschen kennen gelernt und sitze lieber neben ihm als neben manchem Politiker aus Bayern".

Alfred Stoffels





Neue Westfälische 29.08.

Antikriegstag im "Tal des Friedens"

Gedenkstunde des DGB am 1. September

Kreis Paderborn (NW). Den Antikriegstag 2000 begeht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Paderborn-Lippe-Höxter am Freitag, 1. September, mit einer Feierstunde im "Tal des Friedens" in Wewelsburg-Böddeken. Auf der von der Blasmusik Marienloh musikalisch umrahmten Gedenkstunde, die um 18.30 Uhr beginnt, werden Anne Haupt (DGB) und der Theologe Prof. Hubert Frankemölle (Uni-GHS Paderborn) sprechen.





Extremismus/Schulen/

GEW-Chefin: Lehrer müssen Position gegen Rechtsextremismus beziehen

Berlin (dpa) - Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva-Maria Stange, hat die rund 700 000 Lehrer in Deutschland aufgefordert, in den Schulen "mit Informationen und Aufklärung Position gegen Rechts zu beziehen". Mit Blick auf den bevorstehenden Antikriegstag am 1. September sagte Stange, Schule allein könne Rechtsradikalismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht aufhalten. "Sie kann aber sehr wohl platten Vorurteilen und stumpfen Stammtischparolen entgegentreten", meinte Stange am Mittwoch in einer Erklärung.

Lehrer müssten den verbreiteten Vorurteilen unter Jugendlichen zum Beispiel gegenüber Fremden mit "Daten und Fakten, Zeitzeugen und Experten" entgegenwirken. So sollte die Ausbreitung von Unwahrheiten wie der "Überfremdung" mit konkreten Zahlen aus der Region widerlegt werden, sagte Stange. "Der Widerspruch zwischen dem Grundrecht auf Asyl und der tatsächlichen Asylpraxis" müsse deutlich gemacht werden. Schulklassen sollten sich vor Ort in Aufnahmelagern, bei den Sozialdiensten an Flughäfen oder beim Bundesgrenzschutz über die Situation von Asylbewerbern informieren und mit deren Anwälten sprechen, sagte die GEW-Vorsitzende weiter. Man könne auch Fachleute der Sozialämter in die Schulen einladen, um zu informieren, welche Personen in welchem Umfang Sozialhilfe bekommen. "Vor allem muss auch in der Schule der Beitrag der ausländischen Mitbürger zur wirtschaftlichen Leistung des Landes deutlich gemacht werden".

dpa th yydd mg- 300816 Aug 00



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