Antikriegs-
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01.09.2000


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Antikriegstag 2000 - Inhalt

 Presse zum Antikriegstag

Pressesplitter 31.08.2000

Radio:

"DGB ruft zum Anti-Kriegstag auf" aus: WDR Hörfunk Nachrichten

Presse:

"Schröder gedenkt ermordeten Mosambikaners" aus: Westfälische Nachrichten

"Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf" aus: Rhein-Neckar-Zeitung

"Aktiv gegen Anzeichen von Intoleranz stellen" aus: Südwestpress

"Veranstaltung zum Antikriegstag" aus: Main-Echo

"Flagge gegen Rechts" aus: Kölner Stadtanzeiger

"Karl Kraus` »Die letzten Tage der Menschheit« zum Antikriegstag." aus: Junge Welt

"31.08.2000 Fotoschau zum Antikriegstag" aus: Thüringer Allgemeine Zeitung

Tickermeldungen:

Eckinger will Konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus ddp

Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf, dpa

(Hintergrund) Stichwort: Antikriegstag, dpa

DGB und Friedensbewegung rufen zu Zivilcourage gegen Rechts auf, ddp

Antikriegstag mit Kundgebungen, Festen und Konzerte, dpa





WDR Hörfunk-Nachrichten (http://www.wdr.de)

DGB ruft zum Anti-Kriegstag auf

Anlässlich des morgigen Anti-Kriegstages haben die Gewerkschaften zu mehr Zivilcourage aufgerufen im Kampf gegen die "Gewalt im Innern" und gegen Fremdenfeindlichkeit.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund erklärte in Berlin, täglich würden Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gebe Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert würden. Der DGB rief dazu auf, demokratisches Selbstbewusstsein zu demonstrieren





Westfälische Nachrichten (http://www.wnonline.de) 31.08.

[diese dpa-Meldung ist in unzähligen Zeitungen gelaufen]

Schröder gedenkt ermordeten Mosambikaners

Dessau/Berlin/Düsseldorf (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat am Donnerstag in Dessau des von Neonazis ermordeten Afrikaners Alberto Adriano gedacht. Im Beisein des finnischen Ministerpräsidenten Paavo Lipponen legte er an der Gedenkstele für Adriano ein Blumengebinde nieder.

Bei seinem Besuch im Dessauer Europagymnasium rief Schröder erneut zum konsequenten Kampf gegen Rassismus und Fremdenhass auf. Auch die Gewerkschaften forderten mehr Zivilcourage im Kampf gegen die «Gewalt im Innern» und gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags appellierten an die Bevölkerung, überall da «entschieden und klar Nein zu sagen, wo sich Gewalt und Fremdenfeindlichkeit zeigen».

Schröder sagte vor rund 500 Schülern: «Schlimme Ereignisse wie den Mord an dem mosambikanischen Mitbürger müssen wir gemeinsam bekämpfen.» Die übergroße Mehrheit der Deutschen in Ost und West wolle Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen. Zuvor hatte er an der Stelle, an der Adriano vor zweieinhalb Monaten zu Tode geprügelt worden war, ein gelbes Blumengebinde mit einer Schleife in den Farben Deutschlands und der Aufschrift «Der Bundeskanzler Gerhard Schröder» niedergelegt. Begleitet wurden Schröder und Lipponen bei dem stillen Gedenken von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD). Bei der Zeremonie waren rund 100 Menschen anwesend.

Am Mittwoch waren die drei Neonazis, die den 39 Jahre alten Familienvater an Pfingsten ermordet hatten, zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die Urteile stießen in der Bundesrepublik auf ein positives Echo und wurden als Signal gegen rechte Gewalt gewertet.

Die Gewerkschaften riefen angesichts der Gewalt von Rechts zu mehr Zivilcourage auf. «Tagtäglich werden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gibt Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten muss geächtet werden», forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einem Aufruf zum Antikriegstag an diesem Freitag (1. September).

(...)





aus: Rhein-Neckar-Zeitung (http://www.rnz.de)

Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf

Berlin (dpa) - Zum traditionellen Antikriegstag an diesem Freitag haben die Gewerkschaften zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen die «Gewalt im Innern» und gegen Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. «Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wir alle müssen demokratisches Selbstbewusstsein demonstrieren: Im Alltag, in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz», erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Aufruf zum 1. September.

«Tagtäglich werden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gibt Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten muss geächtet werden», mahnte der DGB. «Wir nehmen die Gewalt und die Darstellung der menschenverachtenden Ideen rechtsextremer Gruppen in der Öffentlichkeit nicht hin.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellierte besonders an Lehrer, «Position gegen Rechts zu beziehen. Schule allein kann Rechtsradikalismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht aufhalten. Sie kann aber platten Vorurteilen und stumpfen Stammtischparolen entgegentreten.»

Die GEW schlug vor, dass Schulklassen Aufnahmelager für Asylbewerbern besuchen, um sich über deren Situation zu informieren. Auch sollten ausländische Eltern bei Elternabenden oder Schulveranstaltungen über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten. Dies könne Vorurteilen und Unwahrheiten entgegenwirken. Zugleich appellierte die GEW an Politiker, der nun aufgekommenen Diskussion über «nützliche und weniger nützliche Ausländer» scharf entgegenzutreten.

Der DGB forderte ein Ende des Krieges in Tschetschenien. «Jeder Tag, den dieser Krieg weiter fortdauert, kostet weitere Menschenleben.» Auch in Europa sei vielerorts Demokratie, Toleranz, friedlicher Ausgleich und soziale Gerechtigkeit noch nicht erreicht.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom DGB aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren.





Südwestpress (Ulm) (http://www.suedwest-presse.de)

"Aktiv gegen Anzeichen von Intoleranz stellen"

(ulm/neu-ulm)úIn einer gemeinsamen Erklärung rufen die DGB-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Becker (Alb-Donau-Ulm) und Werner Gloning (Donau-Iller) dazu auf, "sich im täglichen Leben aktiv gegen alle Anzeichen von Intoleranz und Ausländerfeindlichkeit zu stellen". Anlass für den Aufruf ist der morgige Antikriegstag. Für viele habe der Tag, mit dem an den Kriegsbeginn am 1. September 1939 erinnert werde, seine Bedeutung verloren. Es sei aber notwendig, sich immer wieder mit den Ursachen des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs zu beschäftigen. Angesichts des aufkommenden rechtsextremen Gewaltterrors sei die Auseinandersetzung mit der Geschichte um so mehr geboten. Wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Nationalität zu Tode geprügelt werden, "haben wir alle Anlass genug nachzudenken, wie es schon wieder so weit kommen konnte", heißt es in der Erklärung. Die DGB-Kreisvorsitzenden rufen dazu auf, sofort und entschieden gegen Terror von rechts vorzugehen.





Main-Echo (Aschaffenburg) (http://www.main-echo.de)

Veranstaltung zum Antikriegstag

Main-Tauber-Kreis. Wegen der Ferienzeit gedenkt der Deutsche Gewerkschafts- Bund Kreis Odenwald-Tauber mit einer eigenen Veranstaltung zeitlich versetzt erst am Donnerstag, 5. Oktober, des diesjährigen Anitkriegstags. Mit einem aktuellen Stück präsentiert dort der Kabarettist Mushin Omurca, ex Knobi-Bonbon, sein mehrfach prämiertes Solo-Programm »Tagebuch eines Skinheads in Istanbul«, in welchem ein Neonazi zur »Umerziehung« in einen Türkeiurlaub geschickt wird.

Omurca ist einer, der sowohl Deutschland als auch die Türkei kennt und sehr wirkungsvoll die deutschen und türkischen Schwächen aufdecken kann und damit Werbung für Toleranz macht. Die Veranstaltung findet am 5. Oktober um 20 Uhr im Weingut Benz in Beckstein, Lauda-Königshofen, statt. Weitere Informationen und Vorverkauf unter 06261/2872





Kölner Stadt-Anzeiger: (http://www.ksta.de)

DGB-Aufruf

Flagge gegen Rechts

(stol) Oberbergischer Kreis - "Flagge zeigen gegen Rechts" heißt der Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Antikriegstag am 1. September. So ruft die Kreisvorsitzende Elke Hannack alle Bürger im Oberbergischen- wie Rheinisch Bergischen Kreis auf, sich für Demokratie, Toleranz und soziale Gerechtigkeit aktiv einzusetzen.

Insbesondere die anhaltenden rechtsextremistischen Taten in Deutschland gäben Anlass zur Sorge, so Hannack weiter. "Wer daran langfristig etwas ändern will, muss an die Einstellungen der Menschen rangehen", fordert die DGB-Kreisvorsitzende. Parteienverbote würden da nur teilweise weiterhelfen. Notwendig sei ein langfristig angelegtes Handeln für Demokratie und Toleranz möglichst vieler Kräfte in der Region.

Hannack verweist darauf, dass rechtsradikaleTendenzen via Internet auf über 330 Web-Seiten verbreitet werden. Deshalb habe sich der DGB entschieden, ein Diskusssionsforum im Internet anzulegen, das für alle offen ist, die sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren. Das Forum hat folgende Internet Addresse: www.dgb2000.de





junge Welt - Feuilleton

Schieß doch! Schieß doch!

Karl Kraus` »Die letzten Tage der Menschheit« zum Antikriegstag.

Von Dr. Seltsam

»Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!« So verkündete Adolf Hitler am 1. September 1939 vor dem Nazi-Reichstag den Beginn des Zweiten Weltkrieges und log damit gleich doppelt: von »Zurück«-Schießen konnte keine Rede sein, denn sogar der Angriff der polnischen Armee auf den Reichssender Gleiwitz war in Wahrheit von deutschen SS-Truppen organisiert und vorgetäuscht worden, und die deutsche Beschießung der polnischen Westerplatte bei Danzig begann befehlsgemäß pünktlich um 4.45 Uhr. Die andere Zeitangabe hatte Hitler offenbar nur gewählt, weil es sich rhetorisch besser anhörte. »Vier Uhr« hätte in der Radioübertragung womöglich zu sehr gequietscht. Als Rhetoriker, also als Mensch, dem der schöne Klang einer Formulierung höher galt als ihr Wahrheitsgehalt, war Hitler ganz Gefangener seiner Jugendzeit.

Die sich vor Begeisterung überschlagenden Zeitungsberichte über die Freudenausbrüche und Volksverbrüderungsszenen bei Kriegsausbruch im August 1914 - bei der Versammlung in München war er sogar selbst dabei, wie ein zufällig vergrößertes Foto belegt - hatten das ausgetrocknete Künstlerhirn des »spinnerten Adi« dermaßen ergriffen, daß er sein ganzes Leben lang kein anderes positives Ideal hatte, als diese rauschhafte »Volksgemeinschaft« dauerhaft wieder herzustellen. Die Rhetorik der Kriegsberichte hatte ihn vollkommen für immer besoffen gemacht.

Es war aber schon damals in Deutschland wenigstens eine Gegenstimme zu vernehmen, die die Verlogenheit der Kriegsberichterstattung kritisierte und über den Verlust von Moral, Anstand und Wahrheit auf Seiten der deutsch- österreichischen Verbündeten und ihrer Presseorgane räsonierte. Das war der Wiener Autor Karl Kraus mit seiner Einmann-Zeitschrift »Die Fackel«. Mit einer neuen kritischen Methode, die wir 1968 als »Hinterfragen« kennenlernten, enthüllte er ohne Verletzung der Zensurregeln, also ohne Enthüllung von Militärgeheimnissen oder Angabe von Spezialwissen, nur durch Anwendung von Logik und Moral auf die Presseberichte, die ganze abgründige Bestialität der Militärkaste und ihrer Handlanger und Liebediener. Sein Beruf, sagte Karl Kraus, sei das Lesen von Zeitungen als Arzt, um »am Auswurf der Welt ihr Übel zu erfassen«.

Nach dem Krieg, 1920, faßte er einige hundert dieser Arbeiten zu dem großen Dokumentardrama »Die letzten Tage der Menschheit« zusammen, dessen komplette Aufführung fünf Tage dauern würde und deswegen nur einem »Marstheater« möglich wäre, wo die Tage tausend Stunden dauern. Obwohl noch nie vollständig aufgeführt, gehört dieses erste Dokumentartheater zu den bedeutendsten Kulturwerken des letzten Jahrhunderts und der Antikriegsliteratur der Welt.

Anhand der siebten Szene aus dem ersten Akt kann man gut zeigen, wie Kraus arbeitet. In der Wiener Presse las er den Frontbericht der Frau Schalek, ein emanzipiertes »Flintenweib« nach Art der schießgeilen Grünen Angelika Beer, und fragte sich, wie mag so ein gewissenloser Artikel entstanden sein, und welche Folgen mag das im Felde haben. Der »Urtext« der Frau Schalek läßt sich aus dem Theatertext leicht rekonstruieren.

» I/7 Bei der Batterie.

Ein Artillerieoffizier: Da schauts, unser guter Feldkurat kommt zu uns aus der Infanteriestellung. Das ist schön von ihm!

Der Feldkurat Anton Allmer: Gott grüße euch, ihr Braven! Gott segne eure Waffen! Feuerts tüchtig eini in die Feind?

Der Offizer: Sauber laufts, Hochwürden.

Der Feldkurat: Mit Gott möcht ich auch einmal ein Geschütz probieren.

Der Offizier: Gern, Hochwürden, hoffentlich treffen Sie einige Russen.

(Der Feldkurat feuert ein Geschütz ab.)

Der Feldkurat: Bumsti!

Rufe: Bravo!

Der Offizier: Jetzt erst, da Hochwürden geschossen hat, sind unsere Waffen gesegnet!

(Die Schalek nähert sich.)

Die Schalek: Was ist das für eine Stellung? Das soll eine Stellung sein? Ich hab schon bessere Stellungen gesehn!

Der Offizier: Bitte Nachsicht zu haben - in der kurzen Zeit -

Die Schalek: Sie, Herr Oberleutnant, wissen Sie was, ich möcht bißl schießen.

Der Offizer: Von Herzen gern Fräulein, aber das is momentan leider unmöglich, weil es den Feind aufregen könnte. Jetzt is grad eine Gefechtspause und wir sind froh -

Die Schalek: Aber bitt Sie, machen Sie keine Geschichten - also der Kurat darf und ich darf nicht? - wenn ich schon eigens herausgekommen bin - wie Sie wissen, schildere ich nur aus dem persönlichen Erleben - bedenken Sie, daß ich die Schilderung unbedingt vervollständigen muß - es is doch für Sonntag! Geben Sie her. Also wie schießt man?

Der Offizier: So -

(Die Schalek schießt. der Feind erwidert.)

Der Offizier: Also da ham mrs!

Die Schalek: Was wollen Sie haben? Das ist doch interessant!

(Verwandlung)

Um den Antikriegstag nicht immer nur mit den üblichen Versammlungen und Bekundungen zu begehen, hat sich aus einigen interessierten Künstlern und Gruppen in Berlin ein »Karl-Kraus-Komitee« gegründet, das »Die letzten Tage« erstmals ganz und als Verbindung zwischen den Weltkriegen zur Aufführung bringen will. Das werden wir dieses Jahr noch nicht ganz schaffen, aber in einer zwölfstündigen Marathonlesung werden die wichtigsten Szenen vorgestellt, nach der gekürzten »Bühnenfassung«, die Kraus selbst 1928 erstellt hat. Wir wollen mit der Lesung in dem Moment fertig sein, an dem der Zweite Weltkrieg begann; denn wenn schon die Schrecken des Ersten, wie sie Kraus beschrieben hat, nicht ausreichten, weitere Kriege zu verhüten, »dann ist die Menschheit wahrlich verflucht« und ihre letzten Tage dauern seitdem immer noch an. Diese Marathonlesung am Vorabend des Antikriegstages soll deswegen eine neue Tradition bilden, in der Hoffung, mit Kunst gegen Krieg andere Formen der Friedenspolitik auszuprobieren und andere Menschen dafür zu gewinnen. Das Kraus-Komitee sucht weitere Mitleser und Sponsoren für das nächste Jahr.

Bei den Proben ist uns immer wieder die unglaubliche Aktualität der Kraus`schen Kritik aufgefallen und es wäre zu wünschen, daß sich ein moderner Autor findet, der in ähnlicher Weise die Verbrechen des Jugoslawien-Krieges »besingt«:

Die Vorbereitung in den Höheren NATO-Kreisen - Madeleine Albright zu den NATO-Außenministern: »So boys, what shall we now do together? Sex or war?« oder ihr Anruf bei Joseph Fischer, als der gerade die Sportschau sieht und ständig »Schieß doch! Schieß doch!« ins Telefon brüllt. Wie der Oberkommandierende mal eben den Angriff auf die Russen in Pristina befiehlt und nur durch die Courage eines britischen Offiziers der dritte Weltkrieg verhindert wird. Wie die AWACS-Mannschaft den Raketenangriff auf unbewaffnete Flüchtlingskolonnen befiehlt. Wie Ausreden gesucht werden nach der Bombardierung der chinesischen Botschaft. Wie der Verrückte Scharping Hufeisenpläne erfindet. Wie in der taz- Redaktion Massaker erfunden werden, um die Leser gegen Serbien einzunehmen. Es war, was Karl Kraus erlebte und beschrieb, noch nicht der mögliche Tiefpunkt journalistischer Feigheit und Dummheit, das blieb erst dem modernen Grünen- Krieg und taz und Spiegel vorbehalten.

Ziemlich witzig war auch die Frage der Jounalistin einer Berliner Zeitung bei unserer Pressekonferenz, sie hätte gehört, am Ende des Dramas würden Marsmenschen die Erde angreifen?! Offenbar hat die bürgerliche Presse seit Karl Kraus` »Grubenhund« keine großen Fortschritte gemacht.

Leider hat auch die PDS in Berlin und Friedrichshain wenig Ahnung von Friedenskultur und deswegen nicht mal ein paar hundert Mark übrig, um die Aufführung zu unterstützen. Superpeinlich für die Landes- und Bezirksvorstände. Die klügeren Mitglieder haben sich bei uns für deren Kulturbanausentum entschuldigt und werden die Lesung besuchen und zur Schande ihrer Funktionäre ordentlich was spenden. Während also die PDS-Vorstände nichts für Karl Kraus übrig haben, sammeln die Obdachlosen der beteiligten Gruppe, soviel sie können. So herrscht bekanntlich im Himmel größere Freude über das Scherflein der Witwe denn über die Goldstücke der Habenden. Vor allem, wenn von denen nichts kommt.

Donnerstag, 31. August, 19 Uhr, bis 1. September, 5.45 Uhr:

Marathon-Lesung in der Knorre, d. h. Knorrpromenade/Ecke Wühlischstr. in Berlin Friedrichshain, Nähe S-Bhf. Ostkreuz





aus: Thüringer Allgemeine Zeitung 31.08.2000 Fotoschau zum Antikriegstag

NORDHAUSEN (TA) - Mit einer Fotoausstellung beteiligt sich morgen der DGB-Kreisverband an den Aktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes anlässlich des Antikriegstages. Die Schau, die den Titel "Hass fotografiert und vernichtet" trägt, wird um 9.30 Uhr im Rathaus eröffnet. Die Veranstaltung soll Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit setzen, betonte der DGB-Landesvorsitzende Frank Spieth. Ein weiteres Augenmerk gelte den Kriegen in aller Welt. Mit der DGB-Aktion solle praktisch handelnd Zivilcourage und Solidarität bewiesen werden. Nach der Vernissage wird Spieth mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke einen Kranz in Gedenken an die Opfer des 2. Weltkriegs niederlegen.





Extremismus/Antikriegstag/VBE/INT/

(ddp-Interview)

Eckinger will Konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus

Berlin (ddp) - Für eine konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus setzt sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ein. Der Vorsitzende des zweitgrößten Lehrerverbandes in Deutschland, Ludwig Eckinger, forderte anlässlich des bevorstehenden Antikriegstags Politik, Medien und gesellschaftliche Organisationen auf, einen "breiten Konsens für Zivilcourage" zu bilden, um die "Unkultur des Wegschauens" bei rechter Gewalt zu brechen. Energisch widersprach er in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp der Ansicht, das Thema werde durch die Medien hochgespielt. Im Gegenteil herrsche "höchste Alarmstufe". Er sei froh darüber, dass die Debatte jetzt endlich dort angekommen sei, über konkretes Handeln gegen Rechtsextremismus zu sprechen.

Ein mögliches Verbot der rechtsextremen NPD hält Eckinger allerdings für "unzureichend", da viele Gewalttäter nicht dort oder in anderen rechten Parteien organisiert sind. Ordnungspolitische Maßnahmen seien vielleicht für das Einschreiten gegen das Kampfhunde-Unwesen gut, für die Verwirrung in den Köpfen jedoch nicht unbedingt geeignet, sagte der Verbandschef. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass Fremdenhass und Gewalt zu einem Teil auch einen "Hilfeschrei" junger Leute gegen soziale Deklassierung und Chancenlosigkeit darstellten. Die Pädagogen rief Eckinger auf, an den Schulen eine "Atmosphäre der Toleranz" zu schaffen und die Aufklärung über die NS-Zeit und das Gedankengut der Nazis nicht auf die gesellschaftspolitischen Fächer zu beschränken. Die Schule dürfe sich in dieser Frage nicht verstecken. Er regte Begegnungen von Schulklassen mit Opfern von Gewalt und potenziell Bedrohten an. Zudem müssten die Lehrer Toleranz vorleben.

Der Antikriegstag erinnert jedes Jahr am 1. September an den Überfall deutscher Truppen auf Polen von 1939. Der Invasion gingen Scheinangriffe auf deutsche Orte in Grenznähe voraus, mit denen ein Kriegsgrund vorgegeben werden sollte.

voe/moh - 310446 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf

Berlin (dpa) - Zum traditionellen Antikriegstag an diesem Freitag haben die Gewerkschaften zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen die "Gewalt im Innern" und gegen Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. "Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wir alle müssen demokratisches Selbstbewusstsein demonstrieren: Im Alltag, in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz", erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Aufruf zum 1. September. "Tagtäglich werden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gibt Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten muss geächtet werden", mahnte der DGB. "Wir nehmen die Gewalt und die Darstellung der menschenverachtenden Ideen rechtsextremer Gruppen in der Öffentlichkeit nicht hin."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellierte besonders an Lehrer, "Position gegen Rechts zu beziehen. Schule allein kann Rechtsradikalismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht aufhalten. Sie kann aber platten Vorurteilen und stumpfen Stammtischparolen entgegentreten." Die GEW schlug vor, dass Schulklassen Aufnahmelager für Asylbewerbern besuchen, um sich über deren Situation zu informieren. Auch sollten ausländische Eltern bei Elternabenden oder Schulveranstaltungen über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten. Dies könne Vorurteilen und Unwahrheiten entgegenwirken. Zugleich appellierte die GEW an Politiker, der nun aufgekommenen Diskussion über "nützliche und weniger nützliche Ausländer" scharf entgegenzutreten.

Der DGB forderte ein Ende des Krieges in Tschetschenien. "Jeder Tag, den dieser Krieg weiter fortdauert, kostet weitere Menschenleben." Auch in Europa sei vielerorts Demokratie, Toleranz, friedlicher Ausgleich und soziale Gerechtigkeit noch nicht erreicht. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom DGB aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren.

(Achtung: Sie erhalten noch ein "Stichwort: Antikriegstag" von ca. 15 Zeilen.)

dpa cm yydd mg - 311205 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Hintergrund)

Stichwort: Antikriegstag

Hamburg (dpa) - Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren. In der DDR wurde am 1. September der Weltfriedenstag gefeiert.

Die Idee zu einem Weltfeiertag für den Frieden war bereits 1845 in England aufgekommen. In Deutschland erklärten nach dem Ersten Weltkrieg Sozialdemokraten, Gewerkschaften und Friedensgruppen zunächst den 1. August - als Erinnerung an den Kriegsbeginn 1914 - zum Friedenstag.

Diese Tradition griff der DGB nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf: Unter dem Motto "Nie wieder Krieg" riefen Gewerkschaften erstmals 1957 am 1. September zu Aktionen auf. Seinen Höhepunkt erreichte der Antikriegstag in den späten 70er Jahren, als laut DGB zehntausende Menschen an den Kundgebungen teilnahmen.

dpa in yyzz mg - 311207 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

DGB und Friedensbewegung rufen zu Zivilcourage gegen Rechts auf

Düsseldorf; Bonn (ddp) - Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt von Rechtsextremisten ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und zu mehr Zivilcourage auf. In einer DGB-Erklärung zum Anti-Kriegstag am 1. September heißt es, tagtäglich würden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gebe Städte in Deutschland, in denen die Einwohner in aller Öffentlichkeit von agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten müsse geächtet werden. Es gelte, im Alltag, in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz demokratisches Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Der DGB trete der "Gewalt im Innern" entgegen.

Zusammen mit den Gewerkschaften rief auch das Bonner Netzwerk Friedenskooperative 61 Jahre nach Ausbruch des 2. Weltkrieges dazu auf, die von den Neonazis ausgehende Gewalt zu ächten. Dem "Verbalradikalismus sämtlicher Parteien" gegen die Aufmärsche der Rechtsextremisten müssten jetzt glaubhafte Maßnahmen folgen.

Aus Anlass des Anti-Kriegstages veranstalten Gewerkschaften und Friedensinitiative über 100 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet.

(Im Internet: www.dgb.de und www.friedenskooperative.de)

and/sah/srd - 311610 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Vorausmeldung)

Antikriegstag mit Kundgebungen, Festen und Konzerte

Hamburg (dpa) - Mit zahlreichen Kundgebungen und Aktionen begeht heute (Freitag) die Friedensbewegung in Deutschland den Antikriegstag. Die Bezirke des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Einzelgewerkschaften sowie Friedensinitiativen planen Demonstrationen, Friedensfeste, Lesungen, Konzerte und Informationsstände. Der DGB hat zum diesjährigen Antikriegstag zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. Der Gedenktag wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs am 1. September, dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, begangen.

dpa jf yyzz - 312300 Aug 00



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org
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31.08.2000 Fotoschau zum An
tikriegstag


NORDHAUSEN (TA) - Mit einer Fotoausstellung beteiligt sich morgen der DGB-Kreisverband an den Aktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes anlässlich des Antikriegstages. Die Schau, die den Titel "Hass fotografiert und vernichtet" trägt, wird um 9.30 Uhr im Rathaus eröffnet. Die Veranstaltung soll Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit setzen, betonte der DGB-Landesvorsitzende Frank Spieth. Ein weiteres Augenmerk gelte den Kriegen in aller Welt. Mit der DGB-Aktion solle praktisch handelnd Zivilcourage und Solidarität bewiesen werden. Nach der Vernissage wird Spieth mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke einen Kranz in Gedenken an die Opfer des 2. Weltkriegs niederlegen.





Extremismus/Antikriegstag/VBE/INT/

(ddp-Interview)

Eckinger will Konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus

Berlin (ddp) - Für eine konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus setzt sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ein. Der Vorsitzende des zweitgrößten Lehrerverbandes in Deutschland, Ludwig Eckinger, forderte anlässlich des bevorstehenden Antikriegstags Politik, Medien und gesellschaftliche Organisationen auf, einen "breiten Konsens für Zivilcourage" zu bilden, um die "Unkultur des Wegschauens" bei rechter Gewalt zu brechen. Energisch widersprach er in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp der Ansicht, das Thema werde durch die Medien hochgespielt. Im Gegenteil herrsche "höchste Alarmstufe". Er sei froh darüber, dass die Debatte jetzt endlich dort angekommen sei, über konkretes Handeln gegen Rechtsextremismus zu sprechen.

Ein mögliches Verbot der rechtsextremen NPD hält Eckinger allerdings für "unzureichend", da viele Gewalttäter nicht dort oder in anderen rechten Parteien organisiert sind. Ordnungspolitische Maßnahmen seien vielleicht für das Einschreiten gegen das Kampfhunde-Unwesen gut, für die Verwirrung in den Köpfen jedoch nicht unbedingt geeignet, sagte der Verbandschef. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass Fremdenhass und Gewalt zu einem Teil auch einen "Hilfeschrei" junger Leute gegen soziale Deklassierung und Chancenlosigkeit darstellten. Die Pädagogen rief Eckinger auf, an den Schulen eine "Atmosphäre der Toleranz" zu schaffen und die Aufklärung über die NS-Zeit und das Gedankengut der Nazis nicht auf die gesellschaftspolitischen Fächer zu beschränken. Die Schule dürfe sich in dieser Frage nicht verstecken. Er regte Begegnungen von Schulklassen mit Opfern von Gewalt und potenziell Bedrohten an. Zudem müssten die Lehrer Toleranz vorleben.

Der Antikriegstag erinnert jedes Jahr am 1. September an den Überfall deutscher Truppen auf Polen von 1939. Der Invasion gingen Scheinangriffe auf deutsche Orte in Grenznähe voraus, mit denen ein Kriegsgrund vorgegeben werden sollte.

voe/moh - 310446 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf

Berlin (dpa) - Zum traditionellen Antikriegstag an diesem Freitag haben die Gewerkschaften zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen die "Gewalt im Innern" und gegen Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. "Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wir alle müssen demokratisches Selbstbewusstsein demonstrieren: Im Alltag, in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz", erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Aufruf zum 1. September. "Tagtäglich werden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gibt Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten muss geächtet werden", mahnte der DGB. "Wir nehmen die Gewalt und die Darstellung der menschenverachtenden Ideen rechtsextremer Gruppen in der Öffentlichkeit nicht hin."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellierte besonders an Lehrer, "Position gegen Rechts zu beziehen. Schule allein kann Rechtsradikalismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht aufhalten. Sie kann aber platten Vorurteilen und stumpfen Stammtischparolen entgegentreten." Die GEW schlug vor, dass Schulklassen Aufnahmelager für Asylbewerbern besuchen, um sich über deren Situation zu informieren. Auch sollten ausländische Eltern bei Elternabenden oder Schulveranstaltungen über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten. Dies könne Vorurteilen und Unwahrheiten entgegenwirken. Zugleich appellierte die GEW an Politiker, der nun aufgekommenen Diskussion über "nützliche und weniger nützliche Ausländer" scharf entgegenzutreten.

Der DGB forderte ein Ende des Krieges in Tschetschenien. "Jeder Tag, den dieser Krieg weiter fortdauert, kostet weitere Menschenleben." Auch in Europa sei vielerorts Demokratie, Toleranz, friedlicher Ausgleich und soziale Gerechtigkeit noch nicht erreicht. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom DGB aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren.

(Achtung: Sie erhalten noch ein "Stichwort: Antikriegstag" von ca. 15 Zeilen.)

dpa cm yydd mg - 311205 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Hintergrund)

Stichwort: Antikriegstag

Hamburg (dpa) - Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren. In der DDR wurde am 1. September der Weltfriedenstag gefeiert.

Die Idee zu einem Weltfeiertag für den Frieden war bereits 1845 in England aufgekommen. In Deutschland erklärten nach dem Ersten Weltkrieg Sozialdemokraten, Gewerkschaften und Friedensgruppen zunächst den 1. August - als Erinnerung an den Kriegsbeginn 1914 - zum Friedenstag.

Diese Tradition griff der DGB nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf: Unter dem Motto "Nie wieder Krieg" riefen Gewerkschaften erstmals 1957 am 1. September zu Aktionen auf. Seinen Höhepunkt erreichte der Antikriegstag in den späten 70er Jahren, als laut DGB zehntausende Menschen an den Kundgebungen teilnahmen.

dpa in yyzz mg - 311207 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

DGB und Friedensbewegung rufen zu Zivilcourage gegen Rechts auf

Düsseldorf; Bonn (ddp) - Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt von Rechtsextremisten ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und zu mehr Zivilcourage auf. In einer DGB-Erklärung zum Anti-Kriegstag am 1. September heißt es, tagtäglich würden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gebe Städte in Deutschland, in denen die Einwohner in aller Öffentlichkeit von agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten müsse geächtet werden. Es gelte, im Alltag, in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz demokratisches Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Der DGB trete der "Gewalt im Innern" entgegen.

Zusammen mit den Gewerkschaften rief auch das Bonner Netzwerk Friedenskooperative 61 Jahre nach Ausbruch des 2. Weltkrieges dazu auf, die von den Neonazis ausgehende Gewalt zu ächten. Dem "Verbalradikalismus sämtlicher Parteien" gegen die Aufmärsche der Rechtsextremisten müssten jetzt glaubhafte Maßnahmen folgen.

Aus Anlass des Anti-Kriegstages veranstalten Gewerkschaften und Friedensinitiative über 100 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet.

(Im Internet: www.dgb.de und www.friedenskooperative.de)

and/sah/srd - 311610 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Vorausmeldung)

Antikriegstag mit Kundgebungen, Festen und Konzerte

Hamburg (dpa) - Mit zahlreichen Kundgebungen und Aktionen begeht heute (Freitag) die Friedensbewegung in Deutschland den Antikriegstag. Die Bezirke des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Einzelgewerkschaften sowie Friedensinitiativen planen Demonstrationen, Friedensfeste, Lesungen, Konzerte und Informationsstände. Der DGB hat zum diesjährigen Antikriegstag zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. Der Gedenktag wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs am 1. September, dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, begangen.

dpa jf yyzz - 312300 Aug 00



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31.08.2000 Fotoschau zum Antikriegstag

NORDHAUSEN (TA) - Mit einer Fotoausstellung beteiligt sich morgen der DGB-Kreisverband an den Aktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes anlässlich des Antikriegstages. Die Schau, die den Titel "Hass fotografiert und vernichtet" trägt, wird um 9.30 Uhr im Rathaus eröffnet. Die Veranstaltung soll Zeichen gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit setzen, betonte der DGB-Landesvorsitzende Frank Spieth. Ein weiteres Augenmerk gelte den Kriegen in aller Welt. Mit der DGB-Aktion solle praktisch handelnd Zivilcourage und Solidarität bewiesen werden. Nach der Vernissage wird Spieth mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke einen Kranz in Gedenken an die Opfer des 2. Weltkriegs niederlegen.





Extremismus/Antikriegstag/VBE/INT/

(ddp-Interview)

Eckinger will Konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus

Berlin (ddp) - Für eine konzertierte Aktion gegen Rechtsextremismus setzt sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ein. Der Vorsitzende des zweitgrößten Lehrerverbandes in Deutschland, Ludwig Eckinger, forderte anlässlich des bevorstehenden Antikriegstags Politik, Medien und gesellschaftliche Organisationen auf, einen "breiten Konsens für Zivilcourage" zu bilden, um die "Unkultur des Wegschauens" bei rechter Gewalt zu brechen. Energisch widersprach er in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp der Ansicht, das Thema werde durch die Medien hochgespielt. Im Gegenteil herrsche "höchste Alarmstufe". Er sei froh darüber, dass die Debatte jetzt endlich dort angekommen sei, über konkretes Handeln gegen Rechtsextremismus zu sprechen.

Ein mögliches Verbot der rechtsextremen NPD hält Eckinger allerdings für "unzureichend", da viele Gewalttäter nicht dort oder in anderen rechten Parteien organisiert sind. Ordnungspolitische Maßnahmen seien vielleicht für das Einschreiten gegen das Kampfhunde-Unwesen gut, für die Verwirrung in den Köpfen jedoch nicht unbedingt geeignet, sagte der Verbandschef. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass Fremdenhass und Gewalt zu einem Teil auch einen "Hilfeschrei" junger Leute gegen soziale Deklassierung und Chancenlosigkeit darstellten. Die Pädagogen rief Eckinger auf, an den Schulen eine "Atmosphäre der Toleranz" zu schaffen und die Aufklärung über die NS-Zeit und das Gedankengut der Nazis nicht auf die gesellschaftspolitischen Fächer zu beschränken. Die Schule dürfe sich in dieser Frage nicht verstecken. Er regte Begegnungen von Schulklassen mit Opfern von Gewalt und potenziell Bedrohten an. Zudem müssten die Lehrer Toleranz vorleben.

Der Antikriegstag erinnert jedes Jahr am 1. September an den Überfall deutscher Truppen auf Polen von 1939. Der Invasion gingen Scheinangriffe auf deutsche Orte in Grenznähe voraus, mit denen ein Kriegsgrund vorgegeben werden sollte.

voe/moh - 310446 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

Antikriegstag: DGB ruft zu Zivilcourage gegen Gewalt im Innern auf

Berlin (dpa) - Zum traditionellen Antikriegstag an diesem Freitag haben die Gewerkschaften zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen die "Gewalt im Innern" und gegen Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. "Bürgerinnen und Bürger, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wir alle müssen demokratisches Selbstbewusstsein demonstrieren: Im Alltag, in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz", erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Aufruf zum 1. September. "Tagtäglich werden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gibt Städte in Deutschland, in denen die Einwohner von in aller Öffentlichkeit agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten muss geächtet werden", mahnte der DGB. "Wir nehmen die Gewalt und die Darstellung der menschenverachtenden Ideen rechtsextremer Gruppen in der Öffentlichkeit nicht hin."

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) appellierte besonders an Lehrer, "Position gegen Rechts zu beziehen. Schule allein kann Rechtsradikalismus und Gewalt in der Gesellschaft nicht aufhalten. Sie kann aber platten Vorurteilen und stumpfen Stammtischparolen entgegentreten." Die GEW schlug vor, dass Schulklassen Aufnahmelager für Asylbewerbern besuchen, um sich über deren Situation zu informieren. Auch sollten ausländische Eltern bei Elternabenden oder Schulveranstaltungen über ihre Erfahrungen in Deutschland berichten. Dies könne Vorurteilen und Unwahrheiten entgegenwirken. Zugleich appellierte die GEW an Politiker, der nun aufgekommenen Diskussion über "nützliche und weniger nützliche Ausländer" scharf entgegenzutreten.

Der DGB forderte ein Ende des Krieges in Tschetschenien. "Jeder Tag, den dieser Krieg weiter fortdauert, kostet weitere Menschenleben." Auch in Europa sei vielerorts Demokratie, Toleranz, friedlicher Ausgleich und soziale Gerechtigkeit noch nicht erreicht. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom DGB aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren.

(Achtung: Sie erhalten noch ein "Stichwort: Antikriegstag" von ca. 15 Zeilen.)

dpa cm yydd mg - 311205 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Hintergrund)

Stichwort: Antikriegstag

Hamburg (dpa) - Seit Ende des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Hitler-Armeen auf Polen begann, wird dieses Datum in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Die Initiative ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, um an diesem Tag für Abrüstung und eine friedliche Welt zu demonstrieren. In der DDR wurde am 1. September der Weltfriedenstag gefeiert.

Die Idee zu einem Weltfeiertag für den Frieden war bereits 1845 in England aufgekommen. In Deutschland erklärten nach dem Ersten Weltkrieg Sozialdemokraten, Gewerkschaften und Friedensgruppen zunächst den 1. August - als Erinnerung an den Kriegsbeginn 1914 - zum Friedenstag.

Diese Tradition griff der DGB nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf: Unter dem Motto "Nie wieder Krieg" riefen Gewerkschaften erstmals 1957 am 1. September zu Aktionen auf. Seinen Höhepunkt erreichte der Antikriegstag in den späten 70er Jahren, als laut DGB zehntausende Menschen an den Kundgebungen teilnahmen.

dpa in yyzz mg - 311207 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

DGB und Friedensbewegung rufen zu Zivilcourage gegen Rechts auf

Düsseldorf; Bonn (ddp) - Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt von Rechtsextremisten ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und zu mehr Zivilcourage auf. In einer DGB-Erklärung zum Anti-Kriegstag am 1. September heißt es, tagtäglich würden wieder Asylbewerberheime angegriffen, jüdische Friedhöfe geschändet oder Menschen mit anderer Hautfarbe verfolgt und niedergeschlagen. Es gebe Städte in Deutschland, in denen die Einwohner in aller Öffentlichkeit von agierenden Rechtsextremisten eingeschüchtert werden. Dieses Verhalten müsse geächtet werden. Es gelte, im Alltag, in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz demokratisches Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Der DGB trete der "Gewalt im Innern" entgegen.

Zusammen mit den Gewerkschaften rief auch das Bonner Netzwerk Friedenskooperative 61 Jahre nach Ausbruch des 2. Weltkrieges dazu auf, die von den Neonazis ausgehende Gewalt zu ächten. Dem "Verbalradikalismus sämtlicher Parteien" gegen die Aufmärsche der Rechtsextremisten müssten jetzt glaubhafte Maßnahmen folgen.

Aus Anlass des Anti-Kriegstages veranstalten Gewerkschaften und Friedensinitiative über 100 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet.

(Im Internet: www.dgb.de und www.friedenskooperative.de)

and/sah/srd - 311610 Aug 00





Extremismus/Antikriegstag/Gewerkschaften/

(Vorausmeldung)

Antikriegstag mit Kundgebungen, Festen und Konzerte

Hamburg (dpa) - Mit zahlreichen Kundgebungen und Aktionen begeht heute (Freitag) die Friedensbewegung in Deutschland den Antikriegstag. Die Bezirke des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Einzelgewerkschaften sowie Friedensinitiativen planen Demonstrationen, Friedensfeste, Lesungen, Konzerte und Informationsstände. Der DGB hat zum diesjährigen Antikriegstag zu mehr Zivilcourage im Kampf gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. Der Gedenktag wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs am 1. September, dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen, begangen.

dpa jf yyzz - 312300 Aug 00



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