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Eurofighter stoppen! - Inhalt


vom:
12.02.2001
Update: 06.03.2001


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Eurofighter stoppen!:

  Wie ging es weiter?

"Eurofighter" - Star am europäischen Himmel

Bundeswehr Aktuell, Michael Blesin

Endmontage: 180 Hochleistungs-Kampfflugzeuge der vierten Generation für die Luftwaffe werden bei der EDAS im bayrischen Manching zusammengebaut


Die Eurofighter-Halle auf dem Flugerprobungszentrum der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) in Manching wirkt mit 175 Metern Länge und einer Breite von 35 Metern imposant. Zwei hochmoderne Fertigungslinien garantieren im Fließprinzip die präzise Endmontage der supermodernen einsitzigen Jagdflugzeuge "Eurofighter" für die europäischen Luftstreikräfte, der erste zweistrahlige "Eurofighter"-Prototyp DA 1 startete am 27. März 1994 in Manching.

Anders als bei der British Aerospace Defence Ltd. (BAE-Systems) hat sich die deutsche EADS nicht für eine Endmontage in Docks, sondern für die Fließmontage entschieden. Die passiert der "Eurofighter" in sechs Stationen mit einer entsprechenden Puffer-Zone. Der erste serienmäßig gefertigte ".Eurofighter" in Manching soll Ende 2001 mit einem steilen take-off in den bayerischen Himmel abheben. Die Erstauslieferung an die Luftwaffe ist für Mitte 2002 geplant. Der neue Standort für den "Eurofighter" ist der militärische Flugplatz Laage in Mecklenburg Vorpommern.

Die Royal Air Force und die italienischen Luftstreitkräfte werden im Juni 2002 ihren ersten "Eurofighter" erhalten, dicht gefolgt von der Luftwaffe. Und die spanischen Luftstreitkräfte werden ihre ersten Jäger im September 2002 in Empfang nehmen können. Insgesamt ist die Beschaffung von 620 "Eurofightern" seitens Deutschlands (180), Italiens (121), Großbritanniens (232) und Spaniens (87) vorgesehen. Griechenland wird in nächster Zeit den Vertrag für 60 Kampfflugzeuge mit einer Option auf 30 weitere Maschinen unterzeichnen.

Bei der EADS in Manching erfolgt auch die Serienausrüstung sämtlicher 620 Rumpfmittelteile, die aus rund 1.100 Teilen bestehen, und weiteren Geräten zum "flugfähigen" deutschen Bauanteil. Danach werden die Rumpfmittelteile im Straßentransport an die Endmontageorte der Partnernationen transportiert - Warton in Großbritanien, Turin in Italien und Getale in Spanien.

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Mit kurzem Schwung werde die Rumpfmittelteile in die Stationen gehievt. Äußerst präzise passen zwei Techniker in 2,50 Meter Höhe an Station 1 ein Spleißteil an der "metallenen Zigarre an und überprüfen die vorgefertigten Bohrungen anhand technischer Zeichnungen. Sie sind gerade dabei, das Mittelteil mit dem von BAF-Systems gefertigten Rumpfvorderteil in verhinden. Aus vier Nationen 4arnmen die Komponenten, die hier Zusammengebaut werden. Die rechte Tragfläche liefert EADS-CASA im spanischen Getafe, die linke Tragfläche Italien. Nennenswerte technische Probleme erwarten die Techniker von EADS in dem vierwöchigen Zeitplan des Zusammensetzens nicht. Verhehlt wird nicht, dass es sich um Schwerarbeit in einem sehr engen und genau ausgerechneten Zeitplan handelt.

Die von den Partnernationen angelieferten Baugruppen werden durch das Tor an der Stirnseite der "Eurofighter"-Halle angeliefert. Bis zu 3,5 Tonnen wiegen die Flugzeugteile, wenn sie in die linke Fertigungslinie an der Station gehievt werden - mit der Endmontage des "Eurofighters" kann nun begonnen werden.

Die Tragflächen, die charakteristischen Delta-Flügel, werden Ende Februar in der Station 2 an den Flugzeugrumpf angeflanseht und mit Stahlbolzen verbunden. Es folgen weitere Komponenten wie Steuerflächen, Seitenleitwerk, die Vorflügel, die elektrischen und hydraulischen Systemverbindungen und der Einbau des Hauptfahrwerkes. Die einzelnen Stationen, auch Docks genannt, werden mit Luftkissenfahrzeugen automatisch verschoben. Sie gleiten mühelos über den mit Spezialbelag präparierten Hallenboden und lassen sich durch die Mitarbeiter per Joy-stick steuern.

In der Station 3 steht der "Eurofigfiter" Anfang März erstmals auf "eigenen Füßen". Dort werden dann sämtliche elektrischen Verkabelungen und die sieben Datenbusse einem Test unterzogen. Und ab dem 18. April - in der vierten Station - erfolgt schließlich der Einbau der Computer und Geräte für die Flugsteuerungsanlage, das Avionik-System und die Waffenleitanlage. Die Software wird geladen und der "Eurofighter" an externe Bodenversorgungsaggregate für Elektrik, Hydraulik und Kühlung angeschlossen. Alle Flugzeugsysteme absolvieren zudem eine umfangreiche Integrations- und Funktionsprüfung.

Die beiden Hochleistungs-Turbofan EJ 200-Triebwerke eine europäische Entwicklung werden schließlich bis Anfang Mai in der Station 5 eingebaut. Ebenso erfolgt die Installation des multifunktionalen Puls-Doppler-Radars ECR 90 der dritten Generation in das Glasfaser-Verbundwerkstoff bestehende Radom, die hohle Flugzeugnase. Ab dem 29. August erfolgt schließlich der roll-out des "Eurofighters" in eine benachbarte Halle, Station 6, in der das Kraftstoffsystem getestet wird. Das Kerosin wird im Rumpfmittelteile, in den Tragflächen und in den Außentanks mitgeführt.

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Die Tests am Boden sind damit aber noch nicht abgeschlossen. In der so genannten Lärmschutzhalle müssen die EJ 200-Triebwerke ihre Zuverlässigkeit und Leistungsstärke unter Beweis stellen. Und wenn diese Tests erfolgreich sind, wird der "Eurofighter" auf ein Bestrahlungsbühne geschoben, auf der die hochempfindlichen Systeme elektromagnetischen Strahlen ausgesetzt werden. Die Fertigungsanlage in Manching ist übrigens mir der modernsten Messanlage für elektromagnetische Verträglichkeit Europa ausgestattet.

Quelle: Bundeswehr Aktuell, 12.02.01

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