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01.04.1998


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Eurosatory 1996

Ausstellung für Heeresgerät: größer und besser

Jürgen Erbe aus "Soldat und Technik"

Die Eurosatory http://www.salon-eurosatory, eine Verteidigungsausstellung für Heeresgerät, hat sich mittlerweile zur umfassendsten und besten Messe ihr Art in der Welt entwickelt. Sie fand, jeweils zweijährig, zum 14. Mal statt, wobei der Start rein national war. Es folgten jedoch ein kontinuierlicher Wandel bis hin zur diesjährigen Öffnung für alle Länder. Die Eurosatory `96 war in mehreren Aspekten herausragend, sodaß sich eine ausführliche Betrachtung lohnt.

Es gibt einige bedeutende Fachmessen in der Welt, die sich vornehmlich mit der Heerestechnik befassen (AUSA in den USA, DSA in Malaysia, IDEX in den Vereinigten Arabischen Emiraten), aber sehr regionale Bezüge haben. Die Pariser Veranstaltung Eurosatory jedoch ist konsequent und sehr positiv weiterentwickelt worden. Man kann sie heute als die bedeutendste Ausstellung für Ausrüstung des Heeres im weiten Sinne bezeichnen. Entstanden aus einer Veranstaltung der französischen Industrie in Satory, in der Nachbarschaft von Versailles, wurde sie 1992 nach Le Bourget, dem Ort der berühmten Luftfahrtschau, verlegt und in Eurosatory umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Industrien der IEPG-Staaten (independent European Program Group) eingeladen worden. 1994 kamen Nordamerika, Skandinavien, Österreich und die Schweiz hinzu. Mittlerweile ist die Veranstaltung für alle Nationen offen.

So trafen sich in der Zeit vom 24. bis 29. Juni 1996 mehr als 720 Aussteller aus 33 Ländern, eine starke Entwicklung nach 479 im Jahre 1992 und 552 in 1994 aus jeweils 12 bzw 18 Nationen. Es fehlten jedoch die Briten, es sei denn, man berücksichtigt sie in den Kooperationen. Bei seiner Rede zur Eröffnung stellte der französische Verteidigungsminister, Charles Million, besonders die Tatsache von 18 nationalen Pavillions heraus. Er betonte außerdem, daß Aktivitäten darauf ausgerichtet sein müßten. "Centers of Excellence in der Rüstung in Europa" zu schaffen. Hierzu sei eine europäische Verteidigungsidentität erforderlich.

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Deutscher Gemeinschaftsstand.

Unter den Fachausstellern waren 52 Unternehmern aus Deutschland, von denen erstmals auch in Le Bourget 36 in einem Gemeinschaftsstand vereint waren, nachdem es bereits in Athen, Ankara, Abu Dhabi und Kuala Lumpur mehr oder weniger gelungene Versuche gegeben hatte. Nur 36 waren es, da einige entweder im Außengelände oder bei französischen Partnern vertreten waren. Neu ist, daß der BDI sich endlich der Sache annimmt, geht es doch um mehr als eine Summe von industriellen Einzelinteressen in einem starken, von großer Konkurrenz geprägten Umfeld.

Die Federführung für Gemeinschaftsausstellungen der deutschen wehrtechnischen Industrie hat der BDI-Arbeitskreis Verteidigungswirtschaft übernommen. Sein Sprecher, Dr.Axel Homburg, Vorstandsvorsitzender der Dynamit Nobel AG, eröffnete am 24. Juni im Beisein des Staatssekretärs für Rüstung im BMVg, Gunnar Simon, und des deutschen Botschafters in Paris, Dr. Immo Stabreit, den Gemeinschaftsstand. Er betonte, "bitte sehen Sie im neuen Zusammenschluß der Aussteller unter dem Dach des BDI die Bereitschaft und den Willen der Wehrtechnischen Industrie, trotz aller noch bestehender Konkurrenz untereinander, den engen Schulterschluß zu suchen, wo er notwendig ist". Und beim Empfang des deutschen Botschafters fügte er hinzu: "Im politischen Konsens über den Erhalt einer leistungsfähigen wehrtechnischen Industrie unterstützen es Regierung und Parlament, daß sich unsere Unternehmen auf bedeutenden wehrtechnischen Ausstellungen wie der EUROSATORY im Rahmen eines Gemeinschaftstandes angemessen darstellen". Der Gastgeber, Botschafter Dr.Stabreit, konnte beim Empfang für die deutschen Aussteller in seiner Residenz auch hochrangige Vertreter der französischen Rüstungsbehörde DGA (Délégation Générale pour l`armement) und der dortigen Industrie begrüßen. Dabei sagte er zu den Gästen u.a.: "Auf dem Wege der Annäherung an das Ziel einer europäischen Rüstungspolitik ist man um eine internationale Harmonisierung der Exportkontrollregimes der einzelnen Staaten bemüht. Ich denke, daß mit Erreichen dieses Meilensteins einer gemeinsamen Exportrichtlinie ein wesentlicher Schritt in Richtung auf eine europäische Rüstungspolitik als Bestandteil einer umfassenden gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik erreicht sein wird". Das wird es sicher, allein es dauert.

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Zurück zum deutschen Gemeinschaftsstand:

Diese Entwicklung bedeutet einen großen Fortschritt. Es ist zu hoffen, daß die Idee weiterentwickelt wird, denn das Konzept ist zu verfeinern, die Gestaltung im Design zu verbessern. Hier sind die Vorstände, die Geschäftsführer gefordert.

Im Gesamtkonzept stand die Politik noch ein wenig hinten an. Die Opposition war mit ihren Fachleuten Manfred Opel und Peter Zumkley, beide SPD-Vertreter im Verteidigungsausschuß des Deutschen Bundestages, qualifiziert vertreten. Die Regierungsparteien allerdings fehlten. Der im November 1995 gegründete Förderkreis Deutsches Heer zeigte mit einem eigenen Stand und der Anwesenheit des Präsidenten, Brigadegeneral a. D. Franz Lanz, Flagge.

Französisches Programmgesetz 1997-2002

Die Folgen des französischen Programmgesetzes (siehe Beitrag in diesem Heft!) sind für die deutsch-französische Rüstungskooperation einschneidend. Es wurde zwar auf französischer Seite von verantwortlichen Direktoren der Beschaffungsbehörde DGA (Jean Fournet, Chef des Stabes, IGA Jean-Paul Gilly-boeff, Beauftragter für Industriestratégie und Technologie, Daniel Berthault, Beauftragter für internationale Beziehungen) bei einem Treffen mit SuT während der EUROSATORY betont, daß man außer der unbedeutenden Panzerbrücke 2000 kein bestehendes gemeinsames Vorhaben beenden wolle. Allerdings sind Beschaffungen der Aufklärungsdrohne BREVEL und des Panzerabwehrraketensystems 3, große Reichweite (PARS , LR) nach Abschluß der gemeinsamen Entwicklung im Planungszeitraum des Programms (1997-2002) nicht vorgesehen. Auf die Teilnahme am europäisch-amerikanischen Vorhaben Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS bzw. MEADS) wird in der Definitionsphase verzichtet. Bei anderen Beschaffungen werden die Stückzahlen zum Teil drastisch gekürtzt. In den Hubschrauberprogrammen sind die Beschaffungszahlen zunächst 25 TIGER und 11 NH-90. Betont wurde jedoch auch, daß es das Ziel sei, die Beschaffungskosten erheblich zu senken - gefordert sind bis zu 30 % -, um Spielraum zu erhalten. Die möglichen Folgen der französischen Korrekturen jedenfalls hatten einen gewissen Einfluß auf die Stimmung der deutschen Aussteller, die trotz allem jedoch mit Selbstbewußtsein und Optimismus auftraten.

Was zeigten die Deutschen?

Der Gemeinschaftsstand in der Halle war in der Anordnung durchaus überzeugend, auch wenn die etwas abseitige Lage wiederum beklagt wurde. Die Rheimetall AG (mit MaK, Mauser und Nico), Diehl GmbH & Co mit den Töchtern BGT, Comet und Junghans, die Daimler-Benz Aerospace AG (DASA) und Siemens AG bildeten im zentralen Bereich die Säulen, um die alle anderen gut gruppiert waren, ohne erdrückt zu werden. Von der Anordnung her war dies gut gelungen. Die Vielseitigkeit auf der einen und die Geschlossenheit auf der anderen Seite wurden deutlich. Mögen die Großen bei einem Gemeinschaftsstand auch gelegentlich Kompromisse eingehen müssen: German Defence Technology geschlossen dargestellt, überzeugt mehr als in den anderen Lösungen, abgesehen davon, daß sie bei internationalen Kunden und Gesprächspartnern immer auf Unverständnis stoßen. Zu dem Pavillon kam noch ein großes Freigelände, auf dem sich deutsche Unternehmen mit auffallenden Neuerungen präsentierten. Insgesamt kann nur eine Auswahl an Produkten behandelt werden, wobei Bekannte im Mittelpunkt stehen sollen.

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Küstenartillerie und Panzerhaubitze

Die PzH 2000 mit der Firma Wegmann als Hauptauftragnehmer für Entwicklung und Fertigung hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Deswegen, aber auch wegen ihres kürzlichen Erfolges bei einem Einsatz in Schweden, stand sie doch, von Wegmann stolz und gekonnt präsentiert, im Mittelpunkt. Die Schwedische Küstenartillerie testete mit ihrem Personal und dem eigenen Feuerleitsystem Arthur am 22./23. Mai in Ravlunda den Einsatz gegen Schiffsziele. Diese bewegten sich mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 6 Knoten auf die Küste zu und wurden in Entfernungen zwischen 8100 und 6700 m aus drei Feuerstellungen mit insgesamt 13 Schüssen bekämpft. Die Ablage betrug um 20 m von der Mitte des Seezieles und war systematisch. Von diesem zunächst für eine PzH 2000 ungewöhnlich erscheinenden Einsatz überzeugten sich Artillerieführer aus allen skandinavischen Ländern, Italien und den Niederlanden. Anschließend erfolgten am 29./30. Mai noch Fahrversuche in typischem Küstengelände nahe Karlskrona. SuT wird auf die Versuche später gesondert eingehen. Schnelle Feuerbereitschaft, große Genauigkeit und hohe Beweglichkeit sind überzeugend. Italiens Artillerie wird der nächste Kunde sein. Es sieht so aus, als würden weitere folgen. So könnte diese großartige Entwicklung tatsächlich zur "Euro-PzH" werden.

KUKA und IBD sind vielseitig

Für modulare Zusatzpanzerungen, die Frage der heutigen Zeit, ist das Ingenieurbüro Deisenroth (IBD) aus Lohmar bei Bonn national und international die erste Adresse. Allein zwei Lösungen waren mit dem "Super"-FUCHS von Thyssen Henschel und dem schwedischen Schützenpanzer CV 90-3 von Hägglunds bei der EUROSATORY ausgestellt. 105 CV 90-3 sind bereits ausgerüstet. Zahlreiche Nationen mit sehr unterschiedlichen Fahrzeugen, Rad und Kette, nutzen nach schneller Nachrüstung das Modular Expandable Armor System (MEXAS) von IBD. Selbst für den schwierigen US-Markt werden jetzt zusammen mit Textron vier Prototypen des leichten gepanzerten Radfahrzeuges VAB für Erprobungen noch in diesem Jahr vorbereitet. Kanada ist Kunde für die Serienausstattung zweier gepanzerter Radfahrzeugtypen.

Seine Vielseitigkeit demonstrierte die Firma KUKA. Der bereits angesprochene FUCHS war mit dem Ein-Mann-Turm 606A2 mit einer 12,7-mm-Waffe sowie einem 40-mm-Granatwerfer ausgerüstet. Die Grundversion 606A1 dieses Turms befindet sich in der Schweiz für das Radschützenpanzerprogramm PIRANHA 8x8 in Serienfertigung. Der Ein-Mann-Turm E23 mit elektrischen Antrieben und der 30-mm-Maschinen-kanone der Firma Mauser war dort zu sehen. Auf dem gemeinsamen Stand der Firmen Diehl, FFG, GLS, KUKA, MTU und ZF wurde der kampfwertgesteigerte MTW M113 (siehe SuT 6/96, Seite 375) mit dem KUKA-Ein-Mann-Turm 607 und 12,7-mm-Waffe gezeigt. Für die unterschiedlichen Formen der Leistungssteigerung und Lebenszeitverlängerung des M113 gibt es wegen der existierenden Stückzahlen weltweit (mehr als 100000) ein großes Potential. Zu diesem Grundthema paßt auch der Nachrüstsatz "Automatischer Munitionsfluß" (AMF) für die PzH M109, die es reichlich gibt und die vielerorts noch lange zu nutzen sein wird.

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"Super"-Fuchs

Großes Interesse galt dem ausgestellten TPz Fuchs von Thyssen Henschel, der nicht nur über den zusätzlichen Schutz von IBD verfügte, wie er für die IFOR-Truppen der Bundeswehr ausgeführt ist, sondern über den oben erwähnten Turm von KUKA. Bis Ende des Jahres wird eine weitere Steigerung zur Verfügung stehen: Verbesserte Motorisierung, verstärkte Achsen, bei einer Nutzlast von 9,4 t. Für den derzeitigen Wettbewerb um eine Stückzahl von 70 Fuchs für die Niederlande ist nur zu hoffen, daß andere Kriterien als allein der Preis den Ausschlag geben, denn im Preis ist mit den französischen Staatsfirmen und der ebenfalls staatlichen SISU (Finnland) nur schwer zu konkurrieren. Für das GTK-Programm übrigens haben sich Thyssen Henschel und die britische Vickers zusammengetan.

Geschütztes Mehrzweckfarhrzeug ATF

Ein geschütztes Mehrzweckfahrzeug, das zu einem Drittel durch das BMVg und im Rest eigen finanziert ist, war bei KraussMaffei Wehrtechnik zu sehen. Es ist ein sehr vielseitig einsetzbares Fahrzeug, das Schutz und Beweglichkeit in erstaunlicher Weise kombiniert, und dies bei einen Leergewicht von 4,5t bzw. 4,9t bei einem zusätzlichen Minenschutz. Die Bodenfreiheit beträgt 430mm. daß Motorisierung und Geländegängigkeit gut sind, setzt man bei KraussMaffei voraus. Durch das Nutzen des UNIMOG-Chassis von Mercedes Benz können die Kosten in der Fertigung und der Wartung relativ niedrig gehalten werden. Die Lufttransportfähigkeit ist mit drei Fahrzeugen in der C-130 und zwei in der C-160 besonders günstig.

Radfahrzeug 10x10 als Technologieträger

Einen neuen Schritt in die Zukunft der Radfahrzeuge für spezielle Anwendungen hat die MAN Nutzfahrzeuge AG getan. Er baut im Auftrag der französischen DGA auf den Erfahrungen mit den verschiedenen LKW 8x8 auf. Entstanden ist nach den Forderungen ein Demonstrator, der (Hoch-) Technologieträger ist. Das 5-Achsen-Fahrzeug führt die Bezeichnung 45.1000FFAEG 10x10, hat ein Fahrwerk aus einem verwindungssteifen Rahmen, hydropneumatischer Federung mit übergroßen Federwegen und einer lenkergeführten Starrachse.

Das Fahrzeug ist mittlerweile dem Auftraggeber übergeben und nach Angers überführt worden. Dort wird es intensiven Tests unterzogen. Anwendungen liegen im Pionierbereich sowie bei Waffensystem- und Feuerlöschaufbauten. Eine Nutzung wäre im Jahr 2000 möglich.

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Die Firma Drehtainer Technik GmbH, Spezialist in Transport und Umschlag von Material, war zwar nicht als Aussteller jedoch als kompetenter Gesprächspartner vertreten. Neben der Bundeswehr (Spezialcontainer, Feldumschlaggeräte) sind jetzt auch die USA Kunden. So wurden an die U.S.Army für Erprobungszwecke sogenannte "Internal Flat Racks" für deren MULTI-System Pls geliefert. Das Marine Corps erhählt demnächst "Mobilizer Mobi Tainer" zum Umschlag von Containern bis 24t in schwerem Gelände.

Auf dem Stand der BUCK System GmbH wurden u.a. in einer Pressekonferenz die erfreulich positiven Erfahrungen mit der Munitionsentsorgung und die Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen beschrieben. Dies ist international viel zu wenig bekannt. Neu war die schnellwirkende Nebelhandgranate L84A1, sie bietet auch einen begrenzten Infrarotschutz. Zu erfahren war übrigens während der Messe, daß das österreichische Heer 112 LEOPARD 2 aus niederländischen Beständen und 80 JAGUAR 1 der Bundeswehr erhalten soll. Dies hätte mehrere positive Aspekte.

Bei MTU wurde darüber informiert, daß General Dynamics Land Systems (GDLS) den Wettbewerb um die Entwicklung des neuen amphibischen Landungsfahrzeugs (AAAV) für das U.S.Marine Corps gewonnen hat. GDLS hatte MTU für den Nachweis des Antriebs ausgewählt. Bei dem Motor handelt es sich um einen 12-Zylinder der Serie 880, der von MTU Friedrichshafen für gepanzerte Gefechtsfahrzeuge entwickelt wurde. Er leistet für den Schwimmantrieb 2600 HP und für den Landantrieb 865 HP. MTU nimmt jetzt an der Entwicklung des Fahrzeugs teil, von dem 1000 Stück ab 2005 geplant sind. Fahrzeuge, Fahrzeugwinden aller Art des schwäbischen Familienbetriebs Rotzler brauchen nicht vorgestellt zu werden. In der Bundeswehr sowieso und an gepanzerten Fahrzeugen vieler Armeen sind als Bergewinden die von Rotzler installiert. Was also ist neu? Eine Winde von 200 m Länge für ein australisches Bergefahrzeug. Übrigens verlangt das Unternehmen nie Entwicklungskosten. Alle Entwicklungen werden prinzipiell selbst bezahlt. Eine Modularbrücke in einer 2x10 m Version zeigte Krupp Fördertechnik im Einsatz. Das Verlegefahrzeug 8x8 der fransösischen Firma Lohr war wohl etwas leicht. Das Koppeln und Verlegen bei der beiden Module jedoch beeindruckte. Bei einem schwereren Verlegefahrzeug (Kampfpanzer oder 10x10 von MAN) sind ohne Zweifel drei Module zu transportieren und bei Bedarf einzeln oder gekuppelt zu verlegen. Daß das Vorhaben einer deutsch-französischen Panzerbrücke nicht weiter verfolgt wird, ist für das deutsche Heer kein Beinbruch und für Krupp wahrscheinlich ein Segen. Bei Diehl war der Sachstand der gemeinsamen Entwicklung mit Lockheed Martin einer endphasengelenkten 120-mm-Mörsermunition für das amerikanische Heer zu erfahren. Als Gefechtskopf dient der Panzerfaust 3 von Dynamit Nobel. Das Vorhaben befindet sich in der Entwicklungsphase (Full Scale Development). Komponenten wie IR- Such und Gefechtskopf sind getestet. Bei Flugversuchen mit einer 3/8-Ladung sind in der Meldorfer Bucht (WTD 71) 6,5 km erreicht worden. Die geforderten 15 km sind sicher kein Problem.

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In der ABC-Abwehr, beim Brandschutz, in der Materialerhaltung, bei den mobilen Verpflegungssystemen und der Wasseraufbereitung hat die Firma Alfred Kärcher Platz und internationales Ansehen. Mit dem neuen Kampfanzug Safeguard 3002-A1 wurden zwei Aufgaben zusammengefaßt. Diese atmungsaktive Schutzbekleidung macht das Overgarment überflüssig und ermöglicht einen viel längeren Einsatz unter ABC-Bedingungen.

Einzige deutsche Firma aus den neuen Bundesländern war SPEKON (Sächsische Spezialkonfektion GmbH) aus der Oberlausitz. Es ist ein Unternehmen, das Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient (siehe Kasten.)

Neues bei Siemens

DIAS, Diagnose-, Informations-, Ausbildungs-System, so heißt eine interessante Entwicklung, mit der Siemens die Nutzerfreundlichkeit verbessern und die Lifecycle-Kosten von oft komplexen Ausrüstungen reduzieren möchte. Dies besteht unter Nutzung einer gemeinsamen, durchgängigen Wissensbasis aus den Modulen:

* IDS Intelligentes Diagnose System,

* ETD Elektronische Dokumentation,

* MTS Modulares Trainingssystem,

* MPS Modulare Prüfsoftware.

Das besonders Interessante daran ist auch, daß die Daten kontinuierlich auch aufwachsen und den Produkten und Systemen eine Prozeßunterstützung von der Entwicklung über Produktion und Ausbildung bis zur Materialerhaltung in der Nutzungsphase geboten werden kann. Auf dem Siemens-Stand wurden Beispiele vorgeführt. Der Ansatz überzeugt. In der Zusammenarbeit der Siemens AG, Sicherungstechnik, mit IBP PIETSCH GmbH ist die Gerätefamilie DIMOS 2000 zur Führungsunterstützung entstanden. Sie beruht auf Erfahrungen bei Studien, Planung, Fertigung und Lieferung von militärischen C3I-Systemen. Einige Merkmale sind:

Erhöhen der Leistungsfähigkeit bestehender Führungssysteme auf unteren Führungsebenen, automatisches Führen der Lagekarte, Orientieren mittels GPS, automatische Standortmeldung, Einsatzplanung und Bürofunktionen. Es gibt variable Konfigurationen für den Einsatz in Stäben und Fahrzeugen. Erprobungen haben im Einsatz in Somalia stattgefunden, und auch in Bosnien werden Geräte genutzt.

Kooperationsvorhaben

Bei Eurocopter war der Tiger zwar zu sehen, der NH90 jedoch nicht. Die Erklärung des Co-Präsidenten der Eurocopter-Gruppe, Jean-François Bigay, gegenüber Staatssekretär Gunnar Simon auf dessen Nachfrage war, die aufwendigen Erprobungen sollten nicht unterbrochen werden. Dafür gab es den Cougar/Super-Puma in zwei Versionen. Neben einem SAR-AS 532 war das System HORIZON (Hélicoptère d`Observation Radar et d`Investigation sur Zone) ausgestellt, das am 24 Juni vor Ort dem französischen Heer übergeben wurde. Es soll zur Erd-Aufklärung von beweglichen Zielen Tag und Nacht sowie bei jedem Wetter dienen. Ein System besteht aus zwei Hubschraubern mit einem neuen (multimode) Radargerät von Thomson-CSF, der Bodenstation von Dassault und den notwendigen Datenverbindungen. Das übergebene System wird auch im Einsatz in Bosnien erprobt werden. 1997 soll ein zweites folgen. Über eine Nutzung innerhalb der NATO, sogar als kostengünstige Lösung statt des J-STARS, wird gesprochen. Das allerdings scheint doch sehr abwegig. Die Stimmung bei EURODRONE war wegen des Verzichts Frankreichs auf Beschaffung der KZO/BREVEL bis 2002 etwas gedrückt. Allerdings läuft die gemeinsame Entwicklung reibungslos.

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Bei Thomson-CSF war ein unbemannter kleiner Aufklärungshubschrauber namens VIGILANT F 2000 M zu sehen. Das Gerät wiegt nur 32 Kg, soll bis zu 100 km/h schnell, 3000 m hoch und für ein bis zwei Stunden fliegen können. Einsatzmöglichkeiten sind Erkundungs- und Aufklärungsaufgaben, aber auch der Einsatz als Relaisstation oder in der EloKa. VIGILANT soll demnächst in Deutschland vorgeführt werden.

Es gäbe noch manches zu berichten, Gesehenes und Gehörtes. Der Bericht über die EUROSATORY`96 stellt eine subjektive Auswahl dar, in dem wegen der Fülle der Daten auch auf technische Details verzichtet werden mußte. Es ging darum, dem Leser neue Erkenntnisse darzustellen und Eindrücke wiederzugeben. Diese Verteidigungsmesse für Heeresausrüstung im weitesten Sinn hat sich fest etabliert. Es ist die größte und bedeutendste Ausstellung dieser Art überhaupt. Von Bedeutung sind für die jeweiligen Regionen nur noch die AUSA in Washington, USA, die IDEX in den Vereinigten Arabischen Emiraten und die DSA in Malaysia. Die Briten haben ihr Fernbleiben, so war aus dortigen Quellen zu hören, bereits bereut. Wie erfolgreich EUROSATORY`96 für die Industrie gewesen sein wird, ist erst später zu messen. Die Stimmung der deutschen Firmen war trotz gewisser Sorgen um den Fortgang der deutsch-französischen Kooperation durchaus positiv.









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