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01.04.1998


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zu: Eurosatory 1998 - Inhalt

Eindrücke, Kommentare und Novitäten von der Eurosatory 1996

Peter Streubel aus "Wehrtechnik"

Eindrücke von der EUROSATORY`96 http://www.salon-eurosatory.fr, der großen internationalen Messe der Heeresindustrie in Le Bourget bei Paris, Kommentare von Ausstellern und Besuchern gibt dieser Beitrag wieder. Der Umfang der Ausstellung und die Menge des Berichtenswerten führen dazu, in der nächsten Ausgabe mit weiteren Eindrücken, einer Auswahl gezeigter neuer Produkte und dem Ergebnis einer Ausstellerbefragung fortzufahren.

Facts and Figures:

Vom 24. bis 29. Juni zog sie Besucher aus aller Welt an, die größte Ausstellung für die Ausrüstung der Landstreitkräfte - die EUROSATORY 1996. 723 Unternehmen aus 33 Ländern zeigten und erläuterten den Besuchern auf dem Messegelände des Flugplatzes Le Bourget bei Paris ihre neuesten Entwicklungen und eingeführten Produkte. Diese Messe hat in den letzten sechs Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Von 1970 bis 1990 dümpelte sie als rein nationale Militärmesse - nur die Französische Heeresindustrie stellte aus - in dem Kleinstädtchen Satory nahe Versailles so vor sich hin.

1992 wurden erstmals Firmen aus der EWG, 1994 aus ganz Europa aus USA und Kanada und 1996 aus aller Welt als Aussteller zugelassen. Ausgenommen sind nur noch mit einem UNO- oder EU-Embargo belegte Länder, wie China oder der Irak. Die Zahl der nationalen Pavillons hat sich gegenüber 1994 auf 17 verdoppelt.

Mehr als 40.000 Besucher bekundeten dieses Jahr ihr Interesse an neuem Wehrmaterial für die Landstreitkräfte. Darunter waren auch 80 offizielle Delegationen mit sieben Verteidigungsministern und mehr als 30 Heeresinspekteuren. Auch Deutschland zeigte sein Interesse und unterstützte die deutschen Aussteller durch die Besuche von Staatssekretär Gunnar Simon zusammen mit den MdBs Manfred Opel und Peter Zumkley, des Präsidenten des BWB, Peter Koerner, des Vizepräsidenten BWB, Dr. Knut Schloenbach, des UAL Rü V, Brigadegeneral Hans-Heinrich Dieter und FüH V, Brigadegeneral Rainer Fell, und der StAL FüH VI, Brigadegeneral Hans-Heinrich Dieter und FüH V, Oberst i.G. Richard Bulheller. Zieht man General Fell ab, der ja dem Rüstungsbereich zuzuordnen ist, und auch Brigadegeneral Jörg Schweinsteiger, den Verteidigungs- und Heeresattaché in Paris, der die Messe zusammen mit seinem Botschafter, seiner Exzellenz Dr. Immo Stabreit, besuchte, war die Teilstreitkraft Heer relativ mager vertreten, verglichen mit den 25 Generalen der Luftwaffe, die erst kürzlich auf der ILA in Berlin gezählt wurden.

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Eurosatory 1998 - Inhalt
Ansprachen:

Dr.-Ing Homburg, Vorsitzender des Vorstandes Dynamit Nobel GmbH, Vorsitzender des BDI-Arbeitkreises Verteidigungswirtschaft und Sprecher der Industrie im Rüstungswirtschaftlichen Arbeitskreis des BMVg begrüßte den Staatssekretär am Eröffnungstag auf dem deutschen Gemeinschaftsstand. Er betonte dabei, daß es als Zeichen einer neuen politischen Einstellung zur deutschen Wehrtechnik zu nehmen sei, daß dieser deutsche Gemeinschaftsstand erstmalig durch eine Troika, bestehend aus dem Botschafter, dem Staatssekretär und dem Sprecher der deutschen wehrtechnischen Industrie eröffnet werde. Er unterstrich auch, daß die von der Bundesregierung in der Rüstungsexportgenehmigungspolitik beschlossenen Erleichterungen die Kooperationsfähigkeit entscheidend verbessern und Zweifel an der Partnerschaftsfähigkeit der deutschen Unternehmen ausräumen werden. Mit dem Satz "Die deutsche wehrtechnische Industrie ist entschlossen, zu überleben und ihren Part zur Erhaltung einer leistungsfähigen wehrtechnischen Industrie in Europa zu übernehmen!", schloß er seine Ansprache.

In seiner Residenz, dem Palais Beauharnais, sprach der deutsche Botschafter, Dr.Immo Stabreit, beim abendlichen Empfang die bedeutende Rolle der Auslandsvertretungen bei der Förderung der Interessen deutscher Unternehmen im Ausland an, die diesen seiner festen Überzeugung nach zufällt, vergaß aber auch nicht zu erwähnen, daß im Bereich der Rüstungswirtschaft der besondere rechtliche Rahmen zu beachten sei. Dr.Homburg ging am Abend besonders auf die Rüstungskooperation ein und mahnte: "Wir sind auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, den Weg der europäischen Kooperation zu gehen. Dazu zwingt uns auch der globale Wettbewerb, insbesondere natürlich die US-Konkurrenz, auf deren jüngste Zusammenschlüsse zu Mega-Konzernen wir eine europäische Antwort finden müssen."

Das Seminar

Der Präsident der GICAT, Groupement des Industries concernées par les matériels de Défense Terrestre, Monsieur Pierre Poquin, der zusammen mit Verteidigungsminister Charles Millon, dem Inspekteur des französischen Heeres, General Marc Monchal und DGA Jean-Yves Helmer, die Ausstellung eröffnet hatte, begrüßte auch die Teilnehmer am Seminar "Multinationale Streitkräfte und die Harmonisierung der Ausrüstung für die Landstreitkräfte in Europa". In zwei Podiumsdiskussionen wurden die Notwendigkeit der Ausrüstungsstandardisierung, die derzeitigen Hemnisse und zukünftige Aussichten diskutiert. Die bemerkenswerten Beiträge der beiden deutschen Teilnehmer, Brigadegeneral Hans-Heinrich Dieter, Stabsabteilungsleiter Fü H VI, und Dipl. Ing. Klaus Kunze, Vorstandsmitglied der STN ATLAS Elektronik GmbH, wird WT in der nächsten Ausgabe veröffentlichen.

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Eindrücke:

* Erstmalig trat die Masse der deutschen Firmen zusammen unter dem gemeinsamen Dach des deutschen Pavillon auf. Und auch die Forderung von Staatsekretär Bernd Wilz "Zeigt mehr die schwarz-rot-goldene Flagge" hatte man beherzigt. Immerhin war der deutsche Pavillon der drittgrößte nach Frankreich und den USA und zeigte eindrucksvoll das hohe technische Niveau und die Leistungsfähigkeit der deutschen Heeresindustrie.

* Warum die Briten nur mit einem Mini-Stand gekommen waren, war eine der Preisfragen in Le Bourget. Ist der ostasiatische Markt - die Ausstellung in Indonesien - wichtiger? Ist das Geld der Firmen zu knapp? Sind die Messestandgebühren zu hoch? Behält Großbritannien sich seine Novitäten für Aldershot vor? Wurde es in der Vergangenheit in Le Bourget schlecht behandelt? Wirken da historiche Rivalitäten nach? Wobei nicht der 100jährige Krieg gemeint ist. Die Antwort beinhaltet wohl von allem etwas.

* Die Industrie der USA wurde wirkungsvoll durch Pentagone, U.S. Army und AUSA unterstützt. In Deutschland stationierte Ketten Fahrzeuge oder von SHAPE abgezogene Joint-STARS-Bodenstationen der U.S. Army wuden von aus Arizona eingeflogenen Army-Captains in Uniform vorgestellt- mehr als 30 uniformierte Soldaten erklärten den Besuchern ihre Waffensysteme. Auch zum LECLERC auf dem Stand von GIAT gab ein französischer Captain in Uniform die Erklärungen. Ob so eine Unterstützung mit Heeressoldaten in Uniform wohl auch in Deutschland zukünftig möglich sein wird?

*In Le Bourget wurde Deutschland auf dem Weg in die Normalität erst einmal von Österreich überholt. Auf dem Info-Stand des österreichischen Pavillons wurden die Besucher von einem Oberst des Österreichischen Bundesheeres in Uniform begrüßt.

Ein an neuem Gerät intessierter Soldat eines anderen Landes spricht nun einmal lieber mit und glaubt nun einmal eher dem Soldaten des Ausstellerlandes als dem Entwicklungsingenieur oder dem Vertriebsmann.

* Mit ganz wenigen Ausnahmen (z.B. WIESEL 2 von MaK, 40-mm-Patrone von Diehl, SKYSHIELD von Oerlikon) gab es nur englischsprachige und keine deutschen Schautafeln oder Prospekte auf den Ständen der deutschen Industrie.

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Eurosatory 1998 - Inhalt
Haben unsere Unternehmen die deutschen, die österreichischen und Schweizer Kunden vergessen? Bedenken Sie nicht, daß mindestens ein Drittel der vielen Besucher aus Tschechien, Polen, Slowakei, Ungarn und sogar Rußland, ebensogut deutsch sprechen und verstehen, wie die anderen english oder französisch.

* Auch an unsere französischen Freunde muß die Frage erlaubt sein, warum auf der gesamten Messe in allen Verlautbarungen und Publikationen neben der französischen Sprache nur englische anzutreffen war?

* Günstig plaziert waren die Stars der deutschen wehrtechnischen Firmen: Die PzH 2000 und der leistungsgesteigerte FUCHS im Freigelände und der LL Pz WIESEL 2 als Blickfang am deutschen Pavillon.

Leider fehlte das Paradepferd, der LEOPARD 2. Sicher lohnen sich die hohen Transport- und Standkosten nicht im Vergleich zu den Exportchancen. Aber ist es nicht im nationalen Interesse, die Leistungsfähigkeit der deutschen Heeresindustrie zu demonstrieren? Ließe sich da nicht im Zusammenwirken von BMWi, BMVg, BDI und Förderkreis deutsches Heer für die Zukunft ein Weg finden?

Kommentare von Ausstellern und Besuchern

Gert Buck, Geschäftsführender Gesellschafter der BUCK Werke GmbH & Co.:"Die EUROSATORY`96 hat die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte der BUCK SYSTEM GMBH im Bereich moderner Schutzsysteme für Heer, Luftwaffe und Marine nachgewiesen.

Die internationale Resonanz auf unsere Produkte und Technologien - auch aus Kooperationen mit französischen Unternehmen -, die von den USA bis Asien und von der Südhalbkugel bis Nordeuropa reichte, bestätigte unsere Entscheidung innerhalb der deutschen wehrtechnischen Industrie auszustellen sowie die Wichtigkeit des Messeplatzes Paris Le Bourget."

Dipl-Ing. Thomas Diehl, Vorsitzender der Geschäftsführung Diehl GmbH & Co.: "Aus meiner Sicht war die EUROSATORY 1996 eine gelungene Veranstaltung. Bemerkenswert fand ich die beachtliche Präsenz führender Vertreter des BMVg, der Ämter und der Streitkräfte. Dies war eine wichtige Unterstützung und hilft der deutschen Industrie ihren Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit zu leisten, worum sie sich- so hatte ich den Eindruck - auch redlich bemüht hat. Weiterhin gebührt meines Erachtens dem französischen Gastgeber die Anerkennung dafür, daß sich die EUROSATORY zu einer wirklich internationalen Verantstaltung entwickelt hat."

Hans-Heinrich Dieter, Stabsabteilungsleiter Fü H VI, BMVg: "Ich habe einen guten Eindruck von der Messe mitgenommen. Die EUROSATORY war gut organisiert sowie ansprechend und anschaulich gestaltet. Der interessierte Fachmann konnte in kurzer Zeit einen sehr guten Überblick über das Rüstungsangebot gewinnen.

Beim deutschen Gemeinschafts-Pavillon wurde Leistungsfähigkeit schon auf die ersten Blicke spürbar und deutlich."

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Gerard Galbe, Vizepräsident Verteidigung und Sicherheit der ALCATEL: "Alcatel Alsthom ist ein europäischer Konzern. Anläßlich der ersten weltweit offenen EUROSATORY haben wir unsere Erfahrung und Qualifikation für nationale und internationale wehrtechnische Programme darstellen können. Mit mehr als 2.500 Besuchern hat Alcatel Alsthom dabei seine Bedeutung in der Verteidigung unterstrichen."

Frank Goldammer, Geschäftsführer der Vereinigung wehrtechnisches Gerät (VWG): "Für mich war bemerkenswert, daß sich die deutsche wehrtechnische Industrie "Land" bei dieser EUROSATORY selbstbewußt als zuverlässiger und insbesondere auch im High-Tech-Bereich besonders leistungsfähiger Kooperationspartner präsentiert hat. Das neue - unaufdringliche aber deutlich wahrnehmbare - Erscheinungsbild in Foren des Deutschen Gemeinschaftstandes "German Defence Technology" unter schwarz-rot-goldener Flagge ist nach meinem Eindruck allgemein sehr positiv aufgenommen worden."

Dr. Hans Peter Hellmeister, Vertriebsleiter Rheinmetall Industrie AG: "Im Rahmen der deutschen Gemeinschaftbeteiligung konnte sich die Rheinmetall Industrie AG gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften aus dem Bereich Wehrtechnik hervorragend präsentieren. Positiv bemerkbar machte sich nicht nur der große Anteil der Besucher aus den europäischen Ländern, sondern auch die vielen deutschen Delegationen, die unseren Messestand besuchten.

Wir planen, auch an der nächsten EUROSATORY im Jahre 1998 mit einem Rheinmetall-Gemeinschafts und teilzunehmen."

Peter Koerner, Präsident Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung: "Vor dem Hintergrund des sich herausbildenden europäischen Rüstungsmarktes erscheint es mir wichtig, daß die deutsche Rüstungsindustrie auf Messen ihre Leistungsfähigkeit deutlich demonstriert. Die Amtsseite ist bereit, diese Bemühungen zu unterstützen. Mein Besuch auf der EUROSATORY sollte dies signalisieren. Die deutschen Stände, die ich besucht habe, waren gut gestaltet und sehr informativ."

Dr. Eberhard Kühn, Geschäftsführer ESG Elektroniksystem: "Die EUROSATORY hat sich zur führenden heerestechnischen Exportmesse in Europa entwickelt. Es dominierte die Hardware. Die zukünftige immer mehr an Bedeutung gewinnende Dienstleistung in den komplexer werdenden Waffensystemen war auf dieser Messe unterpräsentiert. Die Koordination der internationalen Delegationen bedarf noch der Optimierung. Die Darstellung des wehrtechnischen Leistungspotentials innerhalb eines deutschen Gemeinschaftsstandes sollte beibehalten und weiter ausgebaut werden. Mit dieser Entscheidung hat die wehrtechnische Industrie in Deutschland mit anderen Nationen gleichgezogen. Eine Förderung dieser Messe durch das Wirtschaftsministerium in Bonn würde sicherlich bei mittelständig und kleineren Zulieferfirmen, die kaum vertreten waren, Impulse für eine mögliche Beteiligung an solchen Messen auslösen."

Dipl.-Ing.Klaus Kunze, Vorstandsmitglied der STN ATLAS Elektronik GmbH: "Die EUROSATORY`96 war gut organisiert, sehr gut beschickt und besucht- überwiegend von Fachpublikum und Regierungsdelegationen. Sie ist vergleichbar mit der AUSA und sicherlich die führende Heeresmesse in EUROPA. Eine Steigerung ist gegebenfalls durch mehr dynamische Vorführungen im Freigelände denkbar."

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Eurosatory 1998 - Inhalt
Franz Lanz, Brigadegeneral a.D. und Präsident Förderkreis Deutsches Heer: "EUROSATORY`96 war eine voll überzeugende Leistungsschau der deutschen Heeresindustrie, die wieder einmal eindeutig bewiesen hat, daß deutsche Heeresprodukte Weltspitze sind. Die heimliche Freude unserer europäischen und amerikanischen Partner darüber, daß sie diese Spitzenprodukte auf den Weltmärkten nicht zu befürchten haben, war nicht zu übersehen."

Timm Meyer, Rechtsanwalt, Abteilungsleiter im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik: "Die EUROSATORY`96 hat gezeigt, daß diese Messe nunmehr zu den weltweit bedeutendsten internationalen Ausstellungen für die Wehrtechnik gehört. Es war daher gut und richtig, daß wir hier mit einem der größten Gemeinschaftsstände auftraten. Die Beteiligung führender Vertreter aus Politik, Rüstung, Führungsstäben und Unternehmen signalisierte dabei den neuen nationalen Konsens über den Erhalt einer Leistungsstarken, im Bündnis uneingeschränkt partnerschaftsfähigen deutschen wehrtechnischen Industrie."

Manfred Opel, MdB, Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, Mitglied der Berichterstattergruppe Luftverteidigung und Sprecher der SPD-Fraktion: "Die deutschen Aussteller überzeugten mit ihrem Gemeinschaftsstand. Der weitaus größte Markt eröffnete sich für den Superfuchs sowie den Super-Marder mit KUKA-Turm. Das ist der "goldene Weg" zum neuen Konzept: Besseres System bei gleicher Logistik."

Gunnar Simon, Staatssekretär im BMVg: "Der geschlossene Gesamteindruck der deutschen Industrie durch den Gemeinschaftsstand ist besonders hervorzuheben. Positiv aufgefallen ist auch die Kompetenz der Gesprächspartner auf den Ständen der deutschen Firmen. Die Messe war eine gute Gelegenheit für wichtige Gespräche mit den französischen Partnern und der Industrie."

Peter Zumkley, MdB; Mitglied des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und Sprecher Heer und Marine der SPD-Fraktion: "Die EUROSATORY in Paris ist eine bedeutende "Informationsbörse" der internationalen Wehrtechnik.

Erfreulich waren die vielen Teilnehmer auch aus Ländern, die sich noch gar nicht so lange her als potentielle Gegner begegneten und sorgfältig eigene Entwicklungen voreinander versteckten. Die deutschen Aussteller haben im internationalen Vergleich bewiesen, daß sie über einen hohen Stand moderner Technik und ausgefeiltes Know-how verfügen."



TEIL II (Wehrtechnik September 1997, S. 12-15)

"Die deutsche wehrtechnische Industrie ist entschlossen zu überleben!"

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Eurosatory 1998 - Inhalt
Facts and Figures, erste Eindrücke und Kommentare von Ausstellern und Besuchern enthielt der 1. Teil des Berichtes von der EUROSATORY `96 in der August-Ausgabe. Heute folgen weitere Eindrücke, die Novitäten in Form neuer Produkte der Internationalen wehrtechnischen Industrie und das Ergebnis einer Befragung von 30 deutschen Ausstellern.

Weitere Eindrücke

Gegenüber dem gut plazierten und häufig frequentierten Informationsstand des BDI befand sich im deutschen Pavillon erstmalig auch der Informationsstand des Förderkreises Deutsches Heer. Präsident Franz Lanz und Geschäftsführer Herbert Eichele nutzten die Ausstellung auch für internationale Kontakte.

Alcatel mit 160,4 Mrd. FF Jahresumsatz und 191.800 Beschäftigten brauchte sich mit seinem Pavillon und Freigelände nicht hinter den mächtig auftrumpfenden Staatskonzernen GIAT und Thomson zu verstecken. Nicht nur die Honneurs machte der stellvertretende Vize-präsident des Verteidigungsbereichs (7-8.000 Mitarbeiter), der vor einem Jahr von SEL zur Mutter Alcatel gewechselte Dr.Theodor von Keller. Seine tiefe Sachkenntnis prädestinierte ihn auch dafür, ausgewählten Besuchern wie dem Präsidenten des BWB die neuen Produkte vorzustellen.

Daß das FüWES IFIS im schwedischen Strv 122 (LEO 2 A5), entwickelt von STN und eingebaut von Krauss Maffei, derzeit dem schwedischen Heer ausgeliefert wird, oder daß das französische LECLERC Battle Management System, eingerüstet in die Kampfpanzer LECLERC an das französische Heer ausgeliefert werden, sollte dem deutschen Heer und dem Rüstungsbereich schon zu denken geben. Der kampfwertgesteigerte LEO 2A5 kommt ohne FüWES zur Truppe.

Rheinmetall, GIAT und Royal Ordnance haben zu gleichen Teilen eine "joint venture company" als deutsches Unternehmen mit Sitz in Ratingen gegründet. Dieses Unternehmen soll die neue 140-mm-Kampfpanzerkanone und die zugehörige Munition entwickeln, produzieren und vertreiben.

Aufgefallen ist auch, daß die sonst so viel beschworene deutsch-französische Freundschaft offiziel weder von der deutschen Seite in einer Ansprache oder Verlautbarung auch nur mit einem Wort erwähnt wurde! Eine kurze Zwischeneiszeit?

Die Begegnung zwischen Staatssekretär Gunnar Simon und DGA Jean-Yves Helmer - erst die zweite in der kurzen Amtszeit von Helmer - verlief mit einem Rückgang durch das Ausstellungsgelände korrekt und in freundlicher Atmosphäre. Sachlich und offen wurde über die bevorstehenden Untersuchungen zur Weiterführung der deutsch-französischen Kooperationsvorhaben gesprochen. Diese sollen auf verschiedenen Ebenen zur Erarbeitung eines Gesamtdokuments aller Vorhaben bis Herbst führen, das im Dezember 1996 auf dem Regierungsgipfel vorgelegt und verabschiedet werden soll.

DGA Helmer hat Staatssekretär Simon auch offiziell zum Thema GJK/VBM/MRAV mitgeteilt, daß Frankreich einen nationalen Konzeptweltbewerb initiiert hat. Die Vermutung liegt nahe, daß neben dem touren Vextra auch eine billige Version (nur?) für den Export von GIAT, Panhard oder Renault entwickelt werden soll.

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Eurosatory 1998 - Inhalt
Selbst Rußland war auf dem Freigelände mit dem eingeflogenen Flakpanzer TUNGUSKA vertreten. Aber viel mehr Wehrmaterial zeigte Südafrika auf einem beachtlich großen Gemeinschaftsstand. Industrie und Armee Südafrikas haben wohl die meiste Erfahrung im Minenschutz ihrer Fahrzeuge. All die gepanzerten Fahrzeuge - Okapi 6x6 oder Mamba oder Casspir - beherzigen die 30 Jahre operative Erfahrung, mit den Minen fertig zu werden, die dieses Land hat. Zweimal während der Ausstellung veranstaltete Armscor ein "Demining Forum".

Neue Produkte:

Auffallend viele gepanzerte Radfahrzeuge 6x6 8x8 - z.T. "schlachtenerprobt", z.T. kampfwertgesteigert, z.T. brandneu - wurden auf der Ausstellung präsentiert: so unter anderem der Leistungsgesteigerte FUCHS von Thyssen-Henschel, der PIRANHA 3 von Mowag, der CENTAURO von Iveco, der 8x8 von Renault, der VEXTRA von Giat. Zwei gepanzerte Radfahrzeuge 4x4 - der EAGLE von Mowag und das ATF (Allgemeines Transportfahrzeug) von Krauss Maffei - hatten auf der EUROSATORY Premiere. Aber auch auf den Gebieten Maschinenwaffen, Elektronik und Optronik, Fernmeldegerät, Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES), Flugabwehr, Simulation und Munition gab es Neues zu sehen. Eine kleine Auswahl erstmals auf der EUROSATORY 96 gezeigter Produkte.

Buck System GmbH: Mobile Anlage zum Munitionsrecycling und zur Entsorgung von Explosivstoffen, Nebelwurfanlage für gepanzerte Fahrzeuge, Schnellnebelhandgranate L 84 A 1.

Diehl GmbH & Co: Patrone 40 mm x 53, Spreng, Splitter mit Selbstzerlegung und Leuchtspur für Granatmaschinenwaffen, Minenräumleiter MRL-80 zum Sprengen einer minenfreien Gasse von 68 m Läge und 0,60 m Breite.

FFG (Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft), Diehl, KUKA, MTU, ZF zeigten auf einem Gemeinschaftstand den leistungsgesteigerten M 113 mit neuem 300 PS-Motor, neuem Getriebe, neuer Bremsanlage, neuer Kette und mit cal 50 MG im Ein-Mann-Turm.

Krauss Maffei: Allgemeines Transportfahrzeug (ATF) 4x4 auf Unimog U 100 L-Fahrgestell mit Panzerung (Dragunow-Schutz) und Minenschutz der Fahrgastzelle (7kg Panzermine unter Fahrzeugemitte), mit ABC-Schutzbelüftung und Klimaanlage, geeignet z.B. für Erkundungsaufgaben, Marschbegleitung und Streifendienst in minengefährdeten Räumen.

KUKA Wehrtechnilk GmbH: Ein-Mann-Turm 606A2 mit einer 12,7-mm-Waffe und 40-mm-Granatmaschinenwaffe auf dem leistungsgesteigerten FUCHS, derzeit in Serienproduktion für die Schweizer Armee, Ein-Mann-Turm 607 mit 12,7-mm-Waffe integriert in einen kampfwertgesteigerten M113, Ein-Mann-Turm E23 mit einer 30 mm-Maschinenkanone der Firma Mauser.

MaK System Gesellschaft: WIESEL 2, die Langversion des lufttransportfähigen, gepanzerten Fahrzeugs.

Mauser-Werke: 30-mm-Maschinenkanone MK 30 mit einer Reichweite von Schützenpanzern und Schiffen und zur Bekämpfung von leichtgepanzerten Land- und Luftzielen.

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Moog GmbH: Der bürstenlose Elektromotor auf Erfolgstour: bisher verwendet in der PzH 2000, KWS Kampfpanzer LEOPARD 1, KWS LEOPARD 2, Bofors 40-mm-Geschütz, Hägglunds 30-mm-Turm, leichtes Spähfahrzeug.

Rheinmetall: Modulare Treibladung DM 72 für 155 mm Geschütze (PzH 2000 und M 109), eine neue Munition DM 43 A1 für die 30 Prozent höherer Wirksamkeit gegen Standard-NATO-Ziele, ein neues 155-mm-Bomblet-Geschoß.

Siemens-Sicherungstechnik: DIMOS 2000, ein intelligentes Datenein- und Ausgabe- und Verarbeitungsgerät zur Ausdehnung von Führungsinformationssystemen auf die Zug- und Kompanieebene.

STN ATLAS Elektronik: Basierende auf dem FüWES IFIS das TCCS, Tank Command and Control System (für den schwedischen LEOPARD 2), das ACE, Army Command and Control Equipment und für den leichten Spähwagen die Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung (BAA) mit Tageslicht- und Infrarot-Kamera, Laser-Entfernungsmesser und Anzeige-Display, den Waffenträger für das IFlaSys auf WIESEL 2.

Thyssen Henschel: Leistungsgesteigerter Transportpanzer FUCHS mit 6 to Nutzlast, 9 to Achse, Euronorm 2- Mercedes 420 PS-Motor, verbessertem Schutz, KUKA-Turm mit MG cal 50 und 40-mm-Granatmaschinenwaffe (Vertragsabschluß zur Lieferung von 100 Stück an die Niederlande 9/96 erwartet).

Wegmann: Panzerhaubitze 2000 mit den Ergebnissen eines erfolgreichen Tests für den Einsatz für die Küstenartillerie in Schweden; mögliche Abnehmer nunmehr Italien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Niederlande.

Alcatel: BM 2000, Grenzüberwachungs- und Kontrollsystem, AMAS-Alcatel Mobile Access System, SEM 193 mit integrierter SCRA-Fähigkeit.

Ericsson Microwave Systems: ARTHUR - Artillerieortungsradar, Truppenversuch von 8/95-10/96, POINTER_ ein 3D-Luftraumüberwachungsradar (20km).

GIAT Industries: VEXTRA-Demonstrator, eine denkbare Lösung für das GTK/VBM/MRAV-Programm, LBME - LECLERC Battle Management Equipment, FINDERS-Fast Information Navigation Decision and Reporting System.

Hughes: Dual mount STINGER, zusammen mit Alenia, Siemens, Daimler-Benz Aerospace, Raytheon, E-Systems das Konzept für MEADS, das medium extended Air Defense System und bis dahin HAWK-AMRAAM.

Lohr/Krupp Fördertechnik: das Brückenlegefahrzeug LEGUAN/LOGUAN

Mowag: das gepanzerte Aufklärungsfahrzeug 4x4 EAGLE II auf Hummer-Fahrgestell, PIRANHA III 8x8.

Oerlikon-Contraves: das Flugabwehrsystem SKYSHIELD 35 mit der AHEAD-Munition, mit ihren 100-200 Sub-Geschossen eine Lösung zur Bekämpfung kleinster Flugziele wie Drohnen und Cruise Missiles.

Renault: X8A Demonstrator, ein gepanzertes Transportfahrzeug 8X8.

Saab: Flugabwehr-Simulator und Trainer BT61.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die EUROSATORY`96 war nicht nur ein Erfolg für den französischen Veranstalter und ein guter Überblick für alle, die sich mit moderner Ausrüstung für Landstreitkräfte befassen, sondern auch eine Messe, deren Besuch sich für die deutsche wehrtechnische Industrie gelohnt hat. Der deutsche Gemeinschaftsstand war ein gelungener Auftakt. Kommt es zu einer Zusammenarbeit zwischen BMWi, BMVg, BDI, FKH und deutschem Heer in Form einer konzertierten Aktion, könnte die EUROSATORY`98http://www.salon-eurosatory ein noch besseres Schaufenster der Leistungsfähigkeit und Spitzenposition der deutschen Heeresindustrie werden...

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