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Erstellt:
02.07.1998


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zu: Schweigen tötet - Frieden jetzt!

Kampagne für Gleichstellung

Kann man einem kurdischen Kind erklären, wieso ein türkisches, spanisches oder griechisches Kind in einer deutschen Schule seine Muttersprache lernen darf und er oder sie nicht? Kann man kurdischen Menschen verständlich machen, wieso PortugiesInnen und ItalienerInnen, TürkInnen oder GriechInnen neben den in ihrer Sprache erscheinenden Tageszeitungen, vielen aus ihrer Heimat ausstrahlenden Radio- oder Fernsehsendungen per Satellit und Kabel auch jeden Abend im WDR (Westdeutschen Rundfunk) Nachrichten, Musik- und Unterhaltungsprogramme in ihrer Sprache empfangen können und sie nicht? Wieso sie auf türkische Sendungen verwiesen sind, obwohl sie auch Fernseh- und Rundfunkgebühren zahlen? Kann man einer kurdischen Frau erklären, wieso ihre neugeborene Tochter bei deutschen Standesämtern einen türkischen Namen bekommen soll, wieso sie Fatma oder Ayse nicht aber Bejna oder Dijle heißen darf? Kann man dem kurdischen Jugendlichen verständlich machen, wieso der türkische Jugendliche in einem benachbarten türkischen Verein durch eine ABM- Kraft betreut wird, die Bundesregierung aber die Förderung der kurdischen und armenischen Vereine mit öffentlichen Geldern verboten hat?"

Mittlerweile gibt es positive Veränderungen in einigen wenigen Bundesländern. Höchste Zeit ist für die Friedenskampagne aber, die generelle Gleichstellung der Kurden mit den anderen Migrantengruppen in all diesen Fragen und bundesweit zu erreichen - auch als Beitrag zum besseren Zusammenleben für alle und als positives Beispiel und Ermunterung für die Türkei.

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Schweigen tötet - Frieden jetzt!
Mit den Postkarten an Bundeskanzler Kohl, Innenminister Kanther und WDR-Intendant Pleitgen soll den Forderungen für die Gleichstellung der Kurden mit den anderen Migrantengruppen Nachdruck verschafft werden. Natürlich sind persönlich formulierte Briefe im gleichen Sinne noch besser!

Trägerkreis der Friedenskampagne Kurdistan/Türkei: Aktion Courage - SOS Rassimus; Arbeitsgemeinschaft Gerechtigkeit und Frieden der Kölnischen Franziskanerprovinz; Arbeitsgruppe Kurdistan im Netzwerk Friedenskooperative; Bündnis 90/Die Grünen - Bundesverband; Bund für Soziale Verteidigung (BSV); Flüchtlingsrat NRW; Initiative für Internationalen Ausgleich und Sicherheit (IFIAS); Internationaler Verein für Menschenrechte in Kurdistan (IMK e.V.); Internationaler Versöhnungsbund - deutscher Zweig; Jungsozialisten in der SPD (Jusos); Kampagne Produzieren für das Leben - Rüstungsexporte stoppen; Komitee für Grundrechte und Demokratie; Ohne Rüstung Leben (ORL); Pax Christi; PRO ASYL; Rüstungsinformationsbüro Baden-Württemberg (RIB)

Spenden für die Aktion: Förderverein Frieden e.V., Konto-Nr. 33 0 35 bei Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00), Stichwort: Friedenskampagne Kurdistan/Türkei

Infos: Friedenskampagne "Kurdistan: Schweigen tötet, Frieden jetzt!", c/o Netzwerk Friedenskooperative, Römerstr. 88, 53111 Bonn, Tel. 0228/692904, Fax: 0228/692906, E-Mail: friekoop@link-k.cl.sub.de



Die Postkartentexte im Einzelnen:

An den Bundeskanzler

Dr. Helmut Kohl

Adenauerallee 139-141

53113 Bonn

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Die Bundesregierung sollte endlich die hier lebenden 500.000 KurdInnen als eine eigenständige Bevölkerungsgruppe anerkennen und die KurdInnen mit den anderen Minderheiten, wie den Türken, Griechen und Spaniern gleichstellen.

Mit der Anerkennung der KurdInnen als eigenständige Bevölkerungsgruppe und der Umsetzung der sich daraus ergebenden Rechte wie: muttersprachlicher Unterricht für kurdische SchülerInnen, Rundfunk- und Fernsehsendungen in kurdischer Sprache, freie Namensgebung für kurdische Kinder und Einrichtung von Beratungs- und Betreuungszentren für KurdInnen sowie Förderung der kurdischen Selbsthilfevereine wird die Benachteiligung der Kurden in der Bundesrepublik aufgehoben und somit ein deutliches Signal -auch an die Adresse der türkischen Regierung- für eine friedliche und demokratische Lösung des Kurdistankonflikts gesetzt.

Ich/Wir bitte(n) Sie, endlich den Bundestagsbeschluß vom 7. November 1991 (BT-Drucksache 12/1362) in die Tat umzusetzen. Darin heißt es u.a.: "In der Bundesrepublik lebt eine große Gruppe von Kurden. Auch ihnen muß die Möglichkeit zur Bewahrung und Entfaltung ihrer kulturellen Identität gegeben werden".

In der Hoffnung auf eine positive Antwort in dieser Sache und eine Veränderung der deutschen Türkeipolitik in vielen weiteren Punkten verbleibe(n) ich/wir

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Schweigen tötet - Frieden jetzt!
mit freundlichen Grüßen.





An den Bundesminister des Innern

Herrn Manfred Kanther

Graurheindorfer Str. 198

53117 Bonn



Sehr geehrter Herr Innenminister,

Infolge von Krieg und Unterdrückung in der Türkei sind Millionen von KurdInnen gezwungen, ihre angestammte Heimat zu verlassen; Tausende von Menschen haben ihr Leben verloren. Es gibt für KurdInnen, entgegen wiederholten Behauptungen, keine sichere Fluchtalternative innerhalb der Türkei.

Die Bundesregierung und Landesregierungen sollten bei der Bekämpfung der Fluchtursachen in der Türkei aktiv mithelfen. Sobald die Situation in der Türkei sich positiv ändert, der Krieg aufhört und der Weg zu einem politischen Dialog eröffnet wird, werden auch die Auswirkungen des Krieges auf Europa und insbesondere auf die Bundesrepublik mit ihrem hohen Anteil an kurdischer und türkischer Bevölkerung entscheidend verändert und das friedvolle Zusammenleben der Kulturen erleichtert.

Deshalb bitte(n) ich/wir Sie um positive Beiträge zur innenpolitischen Entkrampfung: Gewähren Sie den kurdischen Flüchtlingen die Anerkennung als Bürgerkriegsflüchtlinge und Schutz vor Abschiebung. Veranlassen Sie, die in der Bundesrepublik lebenden KurdInnen mit den anderen MigrantInnengruppen gleichzustellen und überprüfen Sie jetzt zügig - nach der wiederholt erklärten Bereitschaft von PKK und ERNK, "die rechtlichen Bestimmungen der Bundesrepublik zu respektieren" - das sogenannte "PKK-Verbot" mit dem Ziel der Aufhebung, so daß alle hier lebenden Kurdinnen und Kurden das essentielle Recht auf friedliche politische Betätigung wahrnehmen können.

In der Hoffnung auf eine im positiven Sinne geänderte Politik verbleibe(n) ich/wir

mit freundlichen Grüßen.





Westdeutscher Rundfunk

Herrn Intendant Fritz Pleitgen

50600 Köln



Sehr geehrter Herr Intendant,

Den hunderttausenden in der Bundesrepublik Deutschland lebenden KurdInnen werden immer noch Rechte, die die anderen MigrantInnengruppen in der Bundesrepublik genießen, vorenthalten.

Ich weiß /wir wissen, daß seit mehreren Jahren einmal in der Woche (donnerstags) zu einer späten Sendezeit eine kurdischsprachige Sendung aus Dortmund landesweit für NRW gesendet wird. Dieser Ansatz ist erfreulich, wird aber den Bedürfnissen der kurdischen Bevölkerung im Bundesgebiet bei weitem nicht gerecht.

Auch die KurdInnen in der Bundesrepublik zahlen Rundfunk- und Fernsehgebühren und sollten die gleiche Präsenz und Berücksichtigung in den Medien erfahren wie allen anderen MigrantInnengruppen auch. Mit bundesweiten täglichen Sendungen in kurdischer Sprache können Sie einen erheblichen Beitrag zu ziviler Konfliktlösung, Erziehung und gegenseitigem Verständnis zwischen TürkInnen und KurdInnen leisten und ein deutliches Signal - auch an die Adresse der türkischen Regierung - für eine friedliche und demokratische Lösung des Kurdistankonfliktes setzen.

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Schweigen tötet - Frieden jetzt!
Dementsprechend bitte ich / bitten wir Sie, den Bundestagsbeschluß vom 7.11.1991 (BT-Drucksache 12/1362) in Ihrem Bereich in die Tat umzusetzen. Darin heißt es u.a.: "In der Bundesrepublik lebt eine große Gruppe von Kurden. Auch ihnen muß die Möglichkeit zur Bewahrung und Entfaltung ihrer kulturellen Identität gegeben werden".

In der Hoffnung auf eine positive Entscheidung verbleibe/n ich/wir

mit freundlichen Grüßen.





Trägerkreis Friedenskampagne Kurdistan/Türkei, c/o Netzwerk Friedenskooperative

Römerstr. 88

53111 Bonn



Ich habe mich an der Postkartenaktion "Kampagne für Gleichstellung" beteiligt.

Ich möchte Hintergrundinformationen zur Kampagne und zur Türkei/Kurdistan-Arbeit

Ich möchte ausführliche Informationen über Bürgerrechts- und Friedensaktivitäten, abonniere das Magazin "FriedensForum" u. zahle

(Jahresabo mind. DM 25,- Förderabo mind. DM 50,-)

Ich bestelle ........ dieser Postkartensets zur Weiterverbreitung (à DM 0,50; Mengen auf Anfrage)

Ich spende für die Kosten dieser Aktion

Den Gesamtbetrag habe ich überwiesen

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Übergeordnetes Thema:

Türkei/Kurdistan
Frieden für Türkei/Kurdistan

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