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Hiroshima/
Nagasaki-
Tag 2001


vom:
14.08.2001


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Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2001:

  Berichte/Kundgebungsbeiträge

Kundgebung des Darmstädter Friedensforum anläßlich des 56. Jahrestages von Hiroshima und Nagasaki am 11. August 2001

Redebeitrag von Regina Hagen in Darmstadt

Regina Hagen

Liebe Freundinnen und Freunde,

Diese Woche vor 56 Jahren wurden zum ersten - und glücklicherweise auch bislang einzigen - Mal Atomwaffen eingesetzt. In Hiroshima starben am 6. August 1945 innerhalb von Sekunden 140.000 Menschen, drei Tage später in Nagasaki wurden auf einen Schlag weitere 70.000 Menschen getötet. In den folgenden Tagen, Wochen, Monaten und Jahren verloren weitere zehntausende, ja hunderttausende Menschen ihr Leben. Die Überlebenden und ihre Nachfahren leiden bis heute an den Spätfolgen der menschengemachten Katastrophen.

Seit 1945 wurden etwa 130.000 Atomwaffen gebaut, davon sind rund 30.000 noch heute einsatzbereit in den Arsenalen der verschiedenen Atommächte. Die USA und Rußland halten nach wie vor wohl 5.000 Atomwaffen in ständiger Einsatzbereitschaft - d.h., sie könnten auf Knopfdruck innerhalb weniger Minuten abgeschossen werden. Und jede einzelne dieser Atomwaffen könnte ein neues Hiroshima auslösen - die kleinste Atombombe im Arsenal der USA hat dei Zerstörungskraft der Bombe von Hiroshima.

[Verlesen eines Augenzeugenberichts]

Atomwaffen werden mit Flugzeugen zu ihrem Einsatzort transportiert - oder mit ballistischen Raketen. Atomwaffen und Raketen finden Verbreitung in immer mehr Ländern - teilweise mit technischer Hilfe von Firmen aus Westeuropa und Deutschland. Die ballistische Rakete ist sogar eine Erfindung der Deutschen - Premiere war der Einsatz der V2 auf London, Antwerpen und Liège im 2. Weltkrieg.

Jetzt heißt es wieder einmal, Raketen seien eine Bedrohung, vor allem für die USA. Star Wars, die Pläne von Ronald Reagan, sind nicht verschwunden, sondern in neuem Gewand wieder erschienen. Das Arsenal dafür wird bereits entwickelt und in den Labors erprobt: Abfangraketen; Flugzeuge mit Kampflasern an Bord; Weltraumflugzeuge, die Waffen freisetzen; weltraumgestützte Kampflaser, die sich zur Kriegsführung im All eignen. Erklärtes Ziel ist die Dominanz im Weltraum, die die Kontrolle über die Erde ermöglichen soll.

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So schafft man aber keinen Frieden. Frieden schaffen ohne Waffen, das gilt auch für Atomwaffen und ballistische Raketen. Raketen abrüsten statt abwehren - keine leichte Aufgabe, aber auch nicht unmöglich. Die Pershing II und SS 20 wurden schließlich auch wegverhandelt - und wir in Deutschland fühlen uns seither sicherer. Unsere Forderung an die Politik, an die deutsche Regierung lautet daher, diplomatische Initiativen zu ergreifen, Verhandlungen zu unterstützen, auf Raketenabwehr zu verzichten. Sicherheit kann nie die Sicherheit von Nationen sein. Sicherheit muß sich auf Menschen beziehen - und deren Sicherheit ist erst in einer Welt ohne Waffen garantiert - in einer Welt auch ohne militärisch genutzte Raketen und ohne Atomwaffen.



E-Mail:   regina.hagen@jugendstil.da.shuttle.de
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