Netzwerk Friedenskooperative



Hiroshima-
tag 2002


vom:
02.08.2002


 vorheriger

 nächster
 Artikel

Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2002:

  Aufrufe, Stellungnahmen

Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomwaffen abschaffen!

Bremer Friedensforum

Vor 57 Jahren, am 6. und 9. August 1945, zündeten die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki die ersten Atombomben gegen Menschen. Mehrere hunderttausend Menschen starben, die Städte wurden vernichtet. Bis heute leiden Zehntausende an den Folgen der nuklearen Verseuchung. Mit unserer Mahnwache am 6. August 2002 in Bremen wollen wir an die Atombombenabwürfe erinnern und Forderungen für die heutige Zeit stellen.

Die fünf offiziellen Atommächte (China, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA), beharren auf dem Besitz ihrer Atomwaffen. Das widerspricht ihrer im nuklearen Nichtverbreitungsvertrag von 1968 eingegangenen Verpflichtung, "in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen über wirksame Maßnahmen zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens in naher Zukunft und zur nuklearen Abrüstung sowie über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle."

Gefährliche Waffen für eine gefährliche Politik

Eine atomwaffenfreie Welt bleibt leider in weiter Ferne. Die USA und Russland haben mit dem Bush-Putin-Abrüstungsvertrag vom 24. Mai 2002 vor allem eine Mogelpackung unterzeichnet. Abrüstung findet nur auf dem Papier statt. Die USA und Russland verringern zwar ihre atomaren Gefechtsköpfe von jeweils mehr als 6.500 auf höchstens 2.200. Die nicht mehr benötigten Sprengköpfe werden aber nicht etwa unbrauchbar gemacht oder vernichtet, sondern lediglich von den Raketenkörpern getrennt und eingelagert. Insgesamt reicht das nutzbare Arsenal der beiden Länder auch weiterhin für die mehrfache Vernichtung allen Lebens auf der Erde aus.

Die USA halten an der Stationierung taktischer Atomwaffen in acht europäischen Staaten - darunter Deutschland - fest, während Russland seine Atomwaffen längst vom Boden anderer Länder abgezogen hat.

Vor allem die USA senden ein verheerendes Signal an die Weltgemeinschaft: Die Entwicklung neuer Waffentypen (zum Beispiel so genannte mini-nukes) und die Drohung eines Einsatzes gegen "Schurkenstaaten" verstärken die Rolle von Atomwaffen als zentrales Mittel internationaler Machtpolitik.

 zum Anfang


Hiroshima-
tag 2002
China kündigte als Antwort auf die Aufkündigung des (ABM-) Raketenabwehrvertrages durch die USA den Ausbau seines Langstreckenarsenals an. Frankreich lässt vom europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, mit erheblicher Beteiligung von DaimlerChrysler, eine neue Trägerrakete entwickeln. Großbritannien hat zwar sein Arsenal deutlich reduziert und hält momentan nur ein mit Atomwaffen bestücktes U-Boot einsatzbereit. Selbst so beträgt die Zerstörungsgewalt der maximal 96 Sprengköpfe aber ein hundertfaches der Bombe von Hiroshima. Die NATO beharrt in ihrem strategischen Konzept von 1999 auf dem Ersteinsatz von Atomwaffen und weitet die denkbaren Einsatzmöglichkeiten auf Nicht-Atomwaffenstaaten mit vermuteten biologischen oder chemischen Kampffähigkeiten aus.

Indien und Pakistan haben mit den Atomwaffentests von 1998 sowie der Entwicklung größerer und zielgenauerer ballistischer Raketen das nukleare Wettrüsten nach Südasien ausgeweitet. Auch haben sie schon festgelegt, unter welchen Bedingungen sie einen Einsatz von Atomwaffen für angemessen halten. "Wir in Indien sind stark und groß genug, um einen nuklearen Holocaust zu überleben", zeigte sich vor kurzem ein hoher indischer Beamter überzeugt. Bis zu 12 Millionen Tote wären nach Aussagen US-amerikanischer Militärexperten die Folge eines atomaren Schlagabtausches zwischen Indien und Pakistan. Israel hat sich nie offiziell zum Atomwaffenstaat erklärt, besitzt aber bis zu 250 einsatzbereite Kernsprengköpfe und Trägersysteme für den Einsatz im gesamten Nahen Osten. Japan, das mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki 1945 unermessliches Leid erfuhr, droht seine jahrzehntelang gültigen Prinzipien aufzuweichen, Atomwaffen weder zu besitzen, herzustellen oder zu importieren.

Und jetzt dient die Gefahr eines Zugriffs auf schlecht bewachte Atomsprengköpfe oder Nuklearmaterialien durch Terroristen - auch für "schmutzige Bomben" - sowie die Möglichkeit einer Atomwaffenentwicklung in weiteren Ländern den USA auch noch als Vorwand für den weltweiten präventiven Kampf gegen unliebsame Staaten.

Neue Initiativen für die atomwaffenfreie Welt

Angesichts dieser ernsten Lage muss gehandelt werden!

 Erst wenn sämtliche Atomwaffen ausnahmslos außer Dienst gestellt und zerstört sind, ist ihr absichtlicher oder versehentlicher Einsatz ausgeschlossen.

 Erst wenn sämtliche atomwaffenfähigen Materialien unter internationaler Aufsicht unbrauchbar gemacht sind, ist der Bau neuer Atomwaffen ausgeschlossen.

Wir appellieren an die Regierungen der Welt, politische Initiativen zur Verringerung und baldigen Abschaffung von Atomwaffen zu starten.

Bei uns anfangen!

Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend die nukleare Teilhabe aufzukündigen und von den USA den Abzug der noch immer auf deutschem Boden in Büchel und Ramstein gelagerten Atomwaffen zu verlangen.

Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, ihr politisches und diplomatisches Gewicht zu nutzen und nachdrücklich Lösungsansätze zu vertreten, die "zur umfassenden Abrüstung von Raketen und Atomwaffen führen."

Kontakt: Bremer Friedensforum, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Tel./Fax: 0421/3961892 oder Tel.: 0421/355816

E-Mail:   ekkehard.lentz@gmx.de
Internet: http://www.bremen.de/web/owa/einrichtung?pi_id=149843
 zum Anfang

 vorheriger

 nächster
  
Artikel

       
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema
Hiroshima, Nagasaki
Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2000
Hiroshimatag Dortmund
Hiroshima 2001 PM IPPNW
Hiroshima- und Nagasaki-Tag 2002
Hiroshima: Aufruf Kiel 2002
Hiroshima - Aufruf Mannheim

Bereich

 Themen 

Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
         
Netzwerk   F-Forum  Termine  Jugo-Hilfe Aktuell