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Erstellt:
13.04.1999


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zu: Kosov@: Erklärungen gegen den Krieg

Kosovo-Kundgebung der Friedensgruppe EntRüstung

Böblinger Bote

SINDELFINGEN - Mitglieder der Friedensgruppe EntRüstung protestierten gegen die Vertreibung und die Luftangriffe aus Angst vor einer Ausweitung des Krieges.

Birnen und Bananen wechseln am Samstagmorgen auf dem Sindelfinger Marktplatz die Besitzer, so manches Schwätzchen wird gehalten und die ersten Gäste sitzen im Marktplatzpavillon und genießen die Sonne.

Zum gleichen Zeitpunkt hält die Friedensgruppe EntRüstung eine Kundgebung mit rund 60 Teilnehmern unter dem Titel Schluß mit Vertreibung und Bomben ab. Daß die Friedensbewegung durch den Krieg im Kosovo in einem Dilemma steckt, zeigt die Rede von Michael Kuckenburg, Geschichtslehrer aus Sindelfingen. Nie wieder Krieg steht gegen Nie wieder Völkermord. Bekannte Vertreter der Friedens- und Menschenrechtsbewegung wie Erhard Eppler oder Außenminister Joschka Fischer stehen hinter der Aktion der NATO.

Andere Persönlichkeiten sind gegen die Bombenangriffe. Als solche zitierte Michael Kuckenburg ausgerechnet Alfred Dregger, der gesagt habe, daß ein Krieg, der das Gegenteil von dem bewirke, was er politisch bezwecke, beendet werden müsse. Die Mitglieder von EntRüstung aber entscheiden sich weder für Natoschläge gegen Milosevic noch zu einer, nicht unproblematischen, proserbischen Stellung. Sie erklären sich solidarisch mit allen Opfern des Krieges. Die Frage, wem oder was dies nutzt, bleibt offen.

Der Weg, den die Nato eingeschlagen hat, ist laut Kuckenburg falsch und habe als Brandbeschleuniger auf die Situation der Kosovaren gewirkt. Denn, so Kuckenburg in seiner Rede weiter, die Nato habe in Rambouillet durch ihre strikten Forderungen an Milosevic selbst die Notsituation herbeigeführt, auf die sie sich heute berufe. Hier stellt aber keiner der Kundgebungsteilnehmer die Frage, warum im Rambouillet so unnachgiebig mit der serbischen Seite umgesprungen wurde. Daß die Diplomatie zugunsten der Bomben abdanken mußte, daß Rußland eine passive und somit gegnerische Rolle zukommt sowie die Kriegsdrohungen Jelzins im Falle der Entsendung von Nato-Bodentruppen, quittierte der Geschichtslehrer Kuckenburg mit dem pathetischen Ausspruch, daß uns heute ein wenig vom kalten Hauch des Juli 1914 umwehe.

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Kosov@: Erklärungen gegen den Krieg
EntRüstung sieht in der Stationierung von Truppen aus Norwegen, Spanien oder Nato-Mitgliedern aus Osteuropa unter dem Mantel des OSZE die Lösung des Problems auf dem Balkan. Dieser Lösungsvorschlag wurde nach der Kundgebung per Fax an Bundeskanzler Gerhard Schröder geschickt. Aber nicht nur er erhielt eine Nachricht aus Sindelfingen. Auch im Regierungsgebäude am Bulevar Lenenjia 2 in Beograd spuckte das Fax die Aufforderung der Kundgebungsteilnehmer an Slobodan Milosevic aus, er möge sofort mit der Vertreibung und dem Morden aufhören.

Daß ethnische Konflikte durch Verhandlungen lösbar seien, so Kuckenberg, habe der Vertrag von Dayton gezeigt. Rabin, Arafat und Clinton hätten dies bewiesen. Eine gleichartige Lösung sei für den Balkan denkbar. Nur: welche Rolle käme bei derartigen Verhandlungen Milosevic zu?

Und während sich Michael Kuckenburg und die Mitglieder von EntRüstung Sorgen über die weitere Entwicklung des internationalen Rechts machen, gehen die Geschäfte auf dem Markt gut, haben Fisch und Fenchel ihren Käufer gefunden und den einzigen kalten Hauch, den die sonnenhungrigen Gäste im Straßencafe, an diesem Samstag spüren, ist der noch ziemlich frische Aprilwind.

Kreiszeitung Böblinger Bote, 12.4.99






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