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Erstellt:
23.04.1999


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zu: Kosov@: Stellungnahmen Dritter zum Krieg

Serbische Opposition wendet sich an alle Beteiligten des Kosovo-Krieges

Eine Plattform aus 16 staatsunabhängigen Organisationen in Serbien fordert das Ende des Bombardements durch die NATO und aller bewaffneten serbischen und UCK-Aktivitäten. Zudem befürworten sie angesichts der NATO-Zerstörungen, der Verfolgung der Kosovo-Albaner und der Destabilisierung Montenegros eine zügige internationale Mediation eines Friedensprozesses und das Ende der "ethnischen Säuberungen", sowie die sofortige Rückkehr aller Flüchtlinge. Die IPPNW leitet den folgenden Appell an die Presse zur Veröffentlichung weiter. Appell serbischer Nichtregierungs-Organisationen

Tief beunruhigt durch die NATO-Zerstörungen und die Qualen der Kosovo-Albaner fordern wir, die Repräsentanten von Nichtregierungs-Organisationen und der Gewerkschaft "Nezavisnost" (Unabhängigkeit), mit Nachdruck von allen für diese Tragödie Verantwortlichen, unverzüglich den Boden für die Wiederaufnahme des Friedensprozesses zu bereiten.

Die mächtigsten militärischen, politischen und ökonomischen Staaten der Erde töten seit zwei Wochen unablässig Menschen und zerstören nicht nur militärische, sondern auch zivile Objekte, sprengen Brücken und Eisenbahngleise, Fabriken und Heizkraftwerke, Lagerhäuser und Hafenbecken. Zur gleichen Zeit sind Hunderttausende Kosovo-Albaner aus Angst vor den Bombardements und den Militäraktionen des Regimes und der UCK gezwungen, in einem beispiellosen Exodus ihre verwüstete Heimat zu verlassen und ihr Heil in der Tragödie und der Unsicherheit der Flucht zu suchen.

 zum Anfang


Kosov@: Stellungnahmen Dritter zum Krieg
Es ist offensichtlich, dass dieser Weg in die Katastrophe führt, und die friedliche und faire Lösung des Kosovo-Problems durch internationale Mediation, die wir seit Jahren unterstützt haben, scheint heute weiter entfernt zu sein als jemals zuvor.

Die früheren Aktivitäten unserer Organisationen auf dem Gebiet der Demokratisierung, der Entwicklung einer Zivilgesellschaft und der Anerkennnung der Bundesrepublik Jugoslawien durch internationale Institutionen standen unter konstantem Druck und fortwährender Einschüchterung durch das serbische Regime. Als Mitglieder von Organisationen der Zivilgesellschaft haben wir couragiert und landesweit gegen Krieg und nationalistische Propaganda sowie für die Einhaltung der Menschenrechte gekämpft. Wir betonen, dass wir immer gegen die Unterdrückung der Kosovo-Albaner unsere Stimmen erhoben und gefordert haben, ihre Freiheiten zu respektieren und ihre Rechte zu garantieren. Wir haben auch darum gebeten, zur Autonomie des Kosovo zurückzukehren. Wir stellen nachdrücklich fest, dass die Begegnungen und Kooperationen zwischen Serben und Albanern in diesen Jahren nur durch den Schutz der Institutionen der Zivilgesellschaft möglich waren. Die militärische Intervention der NATO hat alles bislang Erreichte unterlaufen und gefährdet das Überleben der Zivilgesellschaft in Serbien erheblich.

In dieser tragischen Situation und im Namen humanitärer Ideen und Werte sowie in Übereinstimmung mit unseren früheren Anstrengungen fordern wir:

- die Bombardements und alle bewaffneten Aktivitäten
  unverzüglich zu stoppen,

- den Friedensprozess mit internationaler Mediation
  fortzusetzen, sowohl in der Balkanregion und in
  Europa als auch im Netzwerk der Vereinten
  Nationen,

- die gemeinsame Verantwortung von Europäischer
  Union und Russland sowie ihren gemeinsamen Beitrag
  zu einer friedlichen Krisenlösung,

- ein Ende der "ethnischen Säuberungen" und die
  sofortige Rückkehr aller Flüchtlinge,

- Unterstützung der Bürger Montenegros in ihren
  Bemühungen, Frieden und Stabilität zu erhalten,
  die ernsten Konsequenzen der
  Flüchtlingskatastrophe abzuwenden und den
  Demokratisierungsprozess voranzutreiben.

- Von den serbischen und den internationalen Medien
  fordern wir, die Öffentlichkeit sachlich und
  wahrheitsgemäß zu informieren und keinen
  Medienkrieg in Gang zu setzen, nicht zum
  Völkerhass anzustiften, keine irrationale
  öffentliche Meinung zu schaffen und Stärke nicht
  als ultimatives Ziel menschlicher Vernunft zu
  verherrlichen.

Diese Forderungen können wir nicht allein verwirklichen.

Wir erwarten, dass Sie unsere Forderungen unterstützen und in Ihren Initiativen und Aktionen zu deren Umsetzung beitragen.

 (Bürgervereinigung für Demokratie, soziale
 Gerechtigkeit und Unterstützung derGewerkschaften)
 Association of Citizens for Democracy, Social
 Justice and Support to Trade Unions

(Belgrader Zirkel) Belgrade Circle

 (Zentrum für Demokratie und freie Wahlen) Center
 for Democracy und Free Elections

(Zentrum für den Übergang zur Demokratie) Center for Transition to Democracy - ToD

 (Staatsbürgerliche Initiativen) Civic Initiatives

(Europäische Bewegung in Serbien) European Movement in Serbia

 (Forum für ethnische Beziehungen, und Stiftung für
 Frieden und Krisenmanagement) Forum for Ethnic
 Relations, and Foundation for Peace and Crisis
 Management

(Gruppe 484) Group 484

 (Helsinki-Komittee für Menschenrechte in Serbien)
 Helsinki Committee for Human Rights in Serbia

(Serbische Studentenunion) Student Union of Serbia

 (Union für die Wahrheit über den
 antifaschistischen Widerstand) Union for Thruth
 about Antifascist Resistance

(Gewerkschaft Unabhängigkeit) United Branch Trade Unions Nezavisnost

 (Wöchentliche Video-Nachrichten) VIN-Weekly Video
 News

(Frauen in Schwarz) Women in Black

 (Rechtsanwälte für Menschenrechte) Yu Lawyers
 Committee for Human Rights

(EKO Zentrum) EKO Centar

Belgrad, 06. April 1999



(Übersetzung IPPNW-Geschäftsstelle 13.4.1999)

IPPNW-Geschäftsstelle, Körtestraße 10, 10967 Berlin, Tel: 030-693 0244, Fax: 030-693 8166, e-mail: ippnw@oln.comlink.apc.org, http://www.ippnw.de








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