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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach - Inhalt


vom:
23.03.2000


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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach:

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Aktionstage: Ein Jahr nach dem Krieg der NATO gegen Jugoslawien/B>

Friedensgruppen erinnern mit zahlreichen Veranstaltungen zum Jahrestag an den völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien, die vielen materiellen und politischen "Kollateralschäden" und das Versagen der NATO/KFOR bei der Förderung eines friedlichen Zusammenlebens der Völker im Kosovo. Sie warnen vor der erneuten Vernachlässigung der zivilen Vorsorge und Maßnahmen gegen die neuen Gewalttaten und den bereits absehbaren kriegerischen Auseinandersetzungen in Südserbien und Montenegro sowie den die ganze Region gefährdenden Plänen der ehemaligen UCK für ein Großalbanien.

In zahlreichen Städten finden am Freitag und Samstag Mahnwachen, Diskussionsveranstaltungen, Straßentheater, Ausstellungen, Infostände oder Friedensgottesdienste statt. Demonstrationen gibt es u.a. in Hamburg, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Mannheim, München, Waiblingen und Wien, In Bad Tölz laden Friedensaktivisten zur "Sprengung der Isarbrücke". In Bradford (Großbritannien) veranstalten NGOs eine internationale Konferenz zur Bilanzierung des Kosovo-Krieges.

Die Veranstalter betonen die Notwendigkeit, das kontraproduktive Wirtschaftsembargo gegen Jugoslawien aufzuheben und auch bei der Bewältigung der enormen Kriegsschäden in der Republik Jugoslawien zu helfen. Erinnert wird an die massiven Täuschungen der Öffentlichkeit durch NATO und Bundesregierung u.a. durch gefälschte Gräuel-Berichten und Vergleichen mit den Völkermord-Aktionen des NS-Regimes, mit denen erst eine weitgehende Akzeptanz des als alternativlos propagierten Krieges in der westlichen Öffentlichkeit erreicht werden konnte, während andere realistische Möglichkeiten zur Hilfe für die unterdrückten und drangsalierten Kosovo-Albaner nicht wahrgenommen wurden. Das Ergebnis des Kosovo-Krieges bewerten die Friedensgruppen - gemessen an den damals von der NATO vorgegebenen Kriegszielen - als absoluten Fehlschlag. Mit tausenden zivilen Opfern des NATO-Krieges und der weitgehenden Zerstörung und Verseuchung eines Landes wurde lediglich die Umkehrung der ethnischen Unterdrückung im Kosovo, neue Vertreibung, Haß und Unfrieden erreicht und die Probleme der Balkanregion eher verschärft. Bei den entscheidenden zivilen Komponenten internationaler Intervention bleiben massive Defizite. U.a. der Name Hombach steht dafür.

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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach - Inhalt
Fatale Folge des Kosovo-Krieges ist für die Friedensgruppen auch die Erosion des internationalen Rechts zugunsten des Rechts des Stärkeren, die u.a. zur Hilflosigkeit und Glaubwürdigkeitslücke westlicher Kritik angesichts des brutalen Krieges Russlands in Tschetschenien führt. Aber auch NATO, EU und Bundesregierung wollen den völkerrechtswidrigen Präzedenzfall Kosovo offenbar zum "normalen" Vorbild künftiger militärischer Interventionen machen. Die Gruppen der Friedensbewegung warnen vehement vor der bereits angelaufenen Umstrukturierung der Bundeswehr für kriegerische Interventionen aller Art. Das rot-grüne Versprechen zu Regierungsantritt "Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik" ist längst ad absurdum geführt.


Manfred Stenner
Geschäftsführer des Netzwrk Friedenskooprative


E-Mail:  friekoop@bonn.comlink.org
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