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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach - Inhalt


vom:
23.03.2000
Update: 26.04.2000


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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach:

  Stellungnahmen/Aufrufe

EKD-Positionen zum Jahrestag des Kosovo-Kriegs

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

Kock stellt im Rückblick NATO-Angriff als letztes Mittel in Frage
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, hat im Rückblick den Angriff auf Jugoslawien als letzte Handlungsmöglichkeit der NATO in Zweifel gezogen. Es sei im Nachhinein zu hinterfragen, "ob vor Beginn des Luftkrieges tatsächlich alle denkbaren Konfliktlösungsmöglichkeiten ausgeschöpft waren", sagte Kock in einem Interview zum ersten Jahrestag des Kriegsbeginns am 24. März. Es mache allerdings den Ernst politischer Verantwortung aus, dass Entscheidungen zu einem Zeitpunkt getroffen werden müssten, in dem nicht alles klar sei.

Der EKD-Ratsvorsitzende forderte, dass "die Entscheidung über ein solches Eingreifen im Rahmen und nach den Regeln der Vereinten Nationen getroffen werden" solle. Allerdings müsse deren Entscheidungs- und Leistungsfähigkeit dringend verstärkt werden.

Es gebe in der evangelischen Kirche grundsätzliche Übereinstimmung, dass der Einsatz militärischer Gewalt zur Verteidigung und Durchsetzung von Menschenrechten nicht ausgeschlossen sei, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft seien, hob Kock hervor. Dies sei aber gründlich zu prüfen. Die Politik solle "über klar angebbare Ziele einer solchen Intervention verfügen". Man habe aber gegenwärtig den Eindruck, dass die Ziele immer unklarer und unter den NATO-Staaten zunehmend strittig würden.

In künftigen Fällen seien Informationen einer Krieg führenden Partei "noch genauer zu prüfen und zugleich unsere eigenen Worte in solcher Lage noch gründlicher abzuwägen". Kock hatte einen Tag nach den ersten Luftangriffen auf Jugoslawien öffentlich auf das Dilemma zwischen dem Schutz der Menschenrechte und der Wahrung des Friedens hingewiesen. Er bedaure, von manchen so interpretiert worden zu sein, "als wolle die evangelische Kirche pauschal das Bombardement der NATO rechtfertigen", sagte der Theologe im Rückblick. In der Kirche habe man wie in der Politik unter dem Eindruck der Bilder und Berichte von Massakern an der kosovo-albanischen Bevölkerung gestanden. (epd, 16.3.00)

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Kosovo-Krieg: 1 Jahr danach - Inhalt
EKD fordert von NATO-Staaten Hilfe für Serbien und das Kosovo
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat massive Wiederaufbauhilfe der NATO-Staaten für Serbien und das Kosovo gefordert. Das Wirtschaftsembargo gegen Serbien müsse aufgehoben werden, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock anlässlich des Beginns der NATO-Luftangriffe vor einem Jahr am 24. März 1999. Nur so könnten die Lage der Bevölkerung verbessert und die Voraussetzungen für eine demokratische Entwicklung geschaffen werden.

Es sei ein "Skandal", dass bisher "nur zögerlich und in viel zu geringem Umfang" finanzielle Mittel für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Serbien, dem Kosovo und der gesamten Region bereitgestellt worden seien. Für die militärische Intervention seien dagegen "erhebliche Mittel" aufgewendet worden.

Ein Jahr nach Beginn des Kosovo-Krieges sei "der Hass aufeinander ungebrochen, Mord und Totschlag haben nicht aufgehört", hebt der Ratsvorsitzende in seiner Erklärung mit dem Titel "Den Frieden gewinnen" hervor. Die Aussichten auf die Verwirklichung eines multi-ethnischen Kosovo seien erheblich beeinträchtigt. "Jetzt droht ein weiteres Scheitern, wenn man nach dem Ende des Krieges den Frieden im Kosovo nicht gewinnt." Dazu müsse es klare Absprachen über die politischen Ziele der NATO-Mitgliedsstaaten auf dem Balkan geben.

Kock rief dazu auf, die konkrete Versöhnungsarbeit im Kosovo zu verstärken. Dazu wollten auch die Kirchen ihren Beitrag leisten. "Solange das Gesetz der Blutrache das Handeln bestimmt, ist Versöhnung nicht mehr als ein Wunschtraum." (epd, 23.3.00)

Quelle: Junge Kirche 4/00

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