Netzwerk Friedenskooperative



Krise in Mazedonien


vom:
05.07.2001


 vorheriger

 nächster
 Artikel

siehe auch:

 Mazedonien:
 Offener
 Brief an
 MdBs


Krise in Mazedonien:

  Was tun? - Aktionen/Beispiele

Betr.: Mazedonien

Clemens Ronnefeldt

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Friedensorganisationen,

wieder wird ein Bürgerkrieg auf dem Balkan, diesmal in Mazedonien, von der NATO und ihrer Führungsmacht USA für sehr viel weitreichendere Ziele instrumentalisiert.

Wieder wird die Öffentlichkeit getäuscht und belogen - und die meisten Medien scheinen aus dem letzten Krieg 1999 kaum etwas gelernt zu haben.

Die USA versorgen sowohl die UCK (vgl. Hamburger Abendblatt, 28.6.01) als auch die mazedonische Regierung (vgl. "Der Spiegel, 14.5.01, S. 160) mit Waffen und werden nicht müde, ständig neues Öl ins Feuer zu gießen.

In der Öffentlichkeit dagegen wird nach wie vor der Eindruck erweckt, Aufgabe der NATO sei die Entwaffnung der UCK.

In der Sendung "Streitkräfte und Strategien" des NDR 4 am 24.3.2001 wurde bereits darauf hingewiesen, dass in den Ausbildungslagern in Albanien britische und amerikanische Spezialisten den Ton angeben sollen.

Weiterhin verwies die Sendung darauf, dass die NATO wie auch bereits 1999 so auch im Falle Mazedonien nicht bereit ist, Russland einzubinden.

Die Entscheidung der US-Regierung, die strategische Partnerschaft mit Russland aufzukündigen, einseitig an einem Raketenabwehrschirm zu bauen und 50 russische Diplomaten aus den USA auszuweisen, könne durchaus mit dem Krieg in Mazedonien in Verbindung gebracht werden: Dort wäre ein neuer Stellvertreterkrieg zwischen den so verschiedenen Rivalen vorstellbar. Die mazedonische Regierung erhält ihre Waffen vornehmlich aus Russland, der Ukraine und Bulgarien.

Zu den Leittragenden dieser Politik gehörten - neben und vor allem den Menschen vor Ort - auch diesmal wieder die NATO-Europäer.

Während möglicherweise der Bundestag in Kürze zu einer Sondersitzung über einen erneuten Kriegseintritt der Bundeswehr zusammenkommen und beraten wird, ist bereits jetzt schon ein Schiff mit Leopard II-Panzern und Marderschützenpanzern nach Thessaloniki unterwegs. Ob seine Ware für Kosovo oder für Mazedonien bestimmt ist, lässt sich derzeit nicht mit Gewissheit sagen. Sollten die Panzer für Mazedonien bestimmt sein, wäre dies ein Hintergehen des Parlamentes.

 zum Anfang


Krise in Mazedonien
Weiterhin ist nicht auszuschließen, dass ein Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien als Argumentationsgrundlage dienen könnte, der Bundeswehr neue Milliardenbeträge zu genehmigen.

Der Friedensbewegung und auch der Friedensforschung ist es beim Kosovo-/ Jugoslawienkrieg nicht gelungen, der massiven Kriegspropaganda genügend Aufklärung entgegen zu setzen und damit die öffentliche Zustimmung zum Krieg zu verhindern. Wer relevante Hintergründe wissen möchte, könnte sich diese auch diesmal wieder vorher besorgen.

Was - bei vielen Parallelen zum Kosovo-/Jugoslawienkrieg - diesmal sich erheblich unterscheidet, ist die Meinung der Bundestagsabgeordneten zu einem erneuten Militäreinsatz ohne UN-Mandat in Mazedonien. In allen Fraktionen gibt es Widerstände gegen einen weiteren Einsatz - aus sehr unterschiedlichen Motiven.

Diese Tatsache gilt es zu nutzen, um Abgeordnete über Hintergründe zu informieren, die Ihnen möglicherweise auch diesmal wieder die Regierung verschweigt.

Diesem Anliegen der Aufklärung und der Forderung nach einem Verzicht auf einen erneuten Militäreinsatz dient der nachfolgende
Brief an Bundestagsabgeordnete, den Prof. Dr. Andreas Buro für das Komitee für Grundrechte und Demokratie, Mani Stenner für die AG out-of-area im Netzwerk Friedenskooperative und ich für den deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes gemeinsam als erste unterzeichnet haben.

Am kommenden Donnerstag, 5.7.2001, wird Bundeskanzler Gerhard Schröder mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien zusammen kommen, um für einen Militäreinsatz der Bundeswehr in Mazedonien zu werben.

Sie können die Abgeordneten des Bundestages per e-mail anschreiben nach folgendem Muster:
peter.struck@bundestag.de, friedrich.merz@bundestag.de. Alle Abgeordneten haben eine eigene e-mail-Adresse, die sich aus Vorname.Nachname@bundestag.de zusammensetzt.

In der Hoffnung, dass es nicht schon wieder zu spät für die Verhinderung einer Katastrophe ist, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes



E-Mail:   BuC.Ronnefeldt@t-online.de
Internet: http://www.versoehnungsbund.de
 zum Anfang

 vorheriger

 nächster
  
Artikel

       
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema
Mazedonien
FF3/2001: Antwort auf W. Rätz
Mazedonien Brief an Bundestagsabgeordnete
Mazedonien Offener Brief an Bundestagsabgeordnete
Mazedonien Pressemitteilung Friedensnetz BaWü
Mazedonien Keine NATO-Intervention
Mazedonien Keine NATO-Intervention in Mazedonien

Bereich

 Themen 

Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
         
Netzwerk   F-Forum  Termine  Jugo-Hilfe Aktuell