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Krise in Mazedonien


vom:
23.08.2001


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Krise in Mazedonien:

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Brief an die Bundestagsabgeordneten

Aktionskreis für Frieden Erfurt e.V.

An alle Fraktionen des Bundestages

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Bundestages,

sie haben über den Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien zu entscheiden. Gestatten Sie uns daher, daß wir als Vertreter von 15 Friedensinitiativen vor Ort unsere Besorgnis für einen solchen Einsatz zum Ausdruck bringen. Der von der UNO nicht mandierte Einsatz der NATO im Kosovo hat sehr deutlich gezeigt, daß Kriege keine Lösung für Konflikte sind, sondern diese millionenfach verschlimmern.

Die Zerstörung von Krankenhäusern, Schulen, Fabriken und Wohnhäusern war ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung Jugoslawiens.

Der Einsatz von radioaktiver Munition, Splitterbomben und Graffitbomben setzte sich über alle internationale Vereinbarungen wie Haager Landkriegsordnung und Genfer Konventionen, denen Deutschland angehört, hinweg.

Was den NATO-Einsatz im Kosovo anbelangt, so haben einige NATO-Länder im Einsatz vor Ort, was die UGK-Aktivitäten betraf, nicht nur einfach weggesehen, sondern die moderne Bewaffnung der UCK gefördert, so daß der heutige Zustand entstehen konnte.

Die UCK als Terrororganiation, die aus dem Untergrund heraus agiert, ist nicht mit regulären Truppen zu entwaffnen.

Um das zu erkennen, muß man kein Militärstratege sein.

Ja, der NATO - Einsatz hat als angebliches Ziel nur die Entwaffnung der UCK. Aber dieses Argument ist einfach zu dünn und zu durchsichtig.

Wir werden an dieser Stelle ganz deutlich.

Im Grunde weiß die NATO nichts:

 Die Zahl der Waffen, die eingesammelt werden sollen, differiert von 2.000 bis 10.000

 Sie hat keine Konzeption, wie die UCK entwaffnet werden soll und wie man auf ihr zukünftiges Verhalten Einfluß nehmen kann.

 Sie hat keine Konzeption, wie die durch den NATO - Einsatz entstandenen Umweltschäden, Beispiel Pancevo, beseitigt werden können, damit wieder,,Brot" wachsen kann.

 Sie hat keine Konzeption für eine wirkliche Hilfe bei der Beseitigung der durch die NATO verursachten Kriegsschäden in Jugoslawien.

Wer nur mit dem Säbel rasselt, will Krieg - auch gegen die eigenen Soldaten. Im sinnlosen Einsatz in Tetovo und an anderen Orten sind deutsche Soldaten zu Tode gekommen und was besonders schwer wiegt, auch durch Selbstmord. Hier wird doch das ganze Dilemma eines solchen Einsatzes sichtbar, auch für die Mütter daheim. Keine Frau gebiert ihr Kind für den Graben. Das sinnlose Morden im Krieg muß ein Ende haben!

Um friedenspolitische Akzente zu setzen, braucht die Bundesregierung nicht unbedingt in weltweiten Konfliktherden zu vermitteln.

Wichtiger wäre, im eigenen Lande für Frieden und Völkerverständigung einzustehen.

Das heißt konkret:

 Absage an jede Form von Aufrüstung in der Bundeswehr

 Stopp von Rüstungsexporten in Krisenregionen

 Dafür mehr Einsatz von zivilen Friedenskräften in diesen Regionen

 Stopp des Umbaus der Bundeswehr in eine Interventionsarmee

 Gerechte Finanz-, Wirtschafts- und Sozialhilfe für Krisenregionen

gez.

Friedenskoordinierungstelle Thüringen
Aktionskreis für Frieden e. V. Erfurt
Mütter gegen den Krieg e. V. in Erfurt
Mütter gegen den Krieg e.V. in Berlin




E-Mail:   aktionskreis-frieden-erfurt@gmx.de


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