Netzwerk Friedenskooperative



Ostermär-
sche 2000


vom:
15.04.2000
Update: 04.09.2003


 vorheriger

 nächster
 Artikel

Ostermärsche und -aktionen 2000:

  Reden/Kundgebungsbeiträge

Berichte von Ostermarsch-Veranstaltungen 2000

Regionale Veranstalter

Bericht Oldenburg

Bericht Bremen

Bericht München

Bericht Schwerin

Bericht OM Ruhr

Bericht Stuttgart





Bericht aus Oldenburg

Mit der Oldenburger Veranstaltung begann die Reihe der diesjährigen Ostermärsche in der Bundesrepublik. Zum Auftakt vor dem Kriegerdenkmal an der Hauptstraße rief die BürgerInneninitiative "Helm ab" dazu auf, dass auch die Stadt Oldenburg wie Münster, Osnabrück und Bonn sich dazu bereiterklärt, Deserteure aufzunehmen.

Bei der Schlußkundgebung im Fußgängerbereich entfaltete nach dem Votum eines kurdischen Freundes die Schriftstellerin Gudrun Pausewang das Motto des Oldenburger Ostermarsches "Statt Krieg Friedens lernen.". Sie rief dazu auf, trotz aller Schwierigkeiten mit Zivilcourage, Zähigkeit und hoffnungsvoll die nötige neue Brandungswelle der Friedensbewegung vorzubereiten. - Mit 300 Teilnehmerinnen wurde die Zahl des Vorjahres leicht überschritten.

Helmut Hoffmann





Pressemitteilung, Bremen, 22.4.2000

Es waren fast 250 Menschen, die sich bei frühlingshaften Temperaturen zur diesjährigen Ostermarsch Kundgebung auf dem Marktplatz versammelten. Die Kundgebung stand im Zeichen des Kosovokrieges vor genau einem Jahr. Unter dem Motto "Zivilcourage statt Militärcourage - für ein Jahrhundert des Friedens und der Abrüstung" zogen die Juristin Antonie Brinkmann und Pastor Ernst Uhl eine traurige Bilanz des ersten NATO-Krieges mit deutscher Beteiligung, der Menschen nicht geschützt und zusammengeführt, sondern mit Leid und Zerstörung genau das Gegenteil erreicht habe. Im Kosovo würden weiterhin Menschen getötet oder vertrieben. Statt die lebenswichtige Infrastruktur Jugoslawiens wieder aufbauen zu helfen, hielten die EU und die USA ihr Embargo aufrecht. Pastor Ernst Uhl machte Fehlinformationen für das falsche Bild über den Krieg in der Bevölkerung mitverantwortlich. Die Versammlung forderte, daß die Bundeswehr nicht an Auslandseinsätzen teilnehmen dürfe. Betroffenheit löste der ehemalige Zwangsarbeiter Henry Morgenstern aus Frankreich aus, als er die Folgegenerationen der Nazitäter für die nicht stattgefundene juristische Aufarbeitung der Vergangenheit anprangerte. Scharfe Kritik richtete er auch an die deutsche Industrie. Die Konzerne von damals seien nicht nur für das Elend der Zwangsarbeiter und die beschämende Abgeltung dieses Unrechts, sondern ebenso für Rüstung und Kriege heute maßgeblich mitverantwortlich zu machen.

 zum Anfang


Ostermär-
sche 2000
Mit freundlichen Grüßen, Wieland von Hodenberg

Bremer Friedensforum, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Tel.:Fax: 0421/3961892





Ostermarsch München 2000

Strahlender Sonnenschein zeichnete dieses Jahr den Ostermarschtag aus. Das schöne Wetter trug zu einer lockeren Stimmung bei.

Die Planung sah von Anfang an als wichtigen Punkt ein breites politisches Programm am Marienplatz unter Beteiligung vieler Gruppen vor. Dies nochmal in Erinnerung zu rufen ist auch Zweck dieses Beitrags.

Auftakt und Demonstration

Zu unserer Überraschung entdeckten wir während der Vorbereitung einen russischer Chor in München, der MIR (Frieden) heißt - er gab dem Auftakt am Sendlinger Tor mit seinen Liedern einen besonderen, fast festlichen Charakter. Die Musik reizte zum länger Zuhören ... der Zeitplan wurde strapaziert. Trotzdem: Schon beim Auftakt wurde mit einen Redebeitrag auch der politische Tenor unserer Aktionen dargestellt: keinerlei Einverständnis mit der herrschenden Militärpolitik.

Der Zug wurde dann ein farbenprächtiges Ereignis in bester Stimmung, auch wenn er nur eine halbe Stunde dauern sollte. Das Bild des Zuges schaffte es sogar in die Tagesschau.

Marienplatz - die Kundgebung

Am Marienplatz sammelten sich dann auch die vielen anderen, die bereits vom traditionellen ökumenischen Gottesdienst kamen, die sich bei den Ständen des Infomarktes beteiligten, oder viele Teilnehmer, die direkt am Marienplatz eintrafen. Sie erlebten ein schwungvolles Musikprogramm zur Einstimmung.

Die Kundgebung begann mit dem Beitrag von Elvi Claßen (Deutsache Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG/VK). Die Medienwissenschaftlerin ging ausführlich auf den Kosovokrieg, auf die verheerende Politik von Bundesregierung und NATO, sowie auf die Rolle der Medien ein. Sie schilderte aber auch die Ermutigung durch die zahlreichen Ostermärsche und die anderern Aktivitäten von Friedensgruppen.

In seinem Grußwort stellte der DGB-Kreisvorsitzende Helmut Schmid fest, daß die Erfahrung beim Jugoslawien-Krieg die historische Position des DGB-Programms bestätigt hatte, daß Gewalt kein Mittel der Politik sein kann. Er setzte sich besonders mit den akuten Auswirkungen der Globalisierung auseinander, die wirtschaftliche Ursachen kriegerischer Konflikte verschärft, und betonte die gemeinsamen Aufgaben von Gewerkschaften und Friedensbewegung - eine konstruktive Perspektive.

Die Stadträtin Jutta Koller brachte die Grüße der Stadt. Wir freuen uns, daß sie selbst auch den Krieg nicht akzeptierte, im Gegensatz zu Vertretern der Stadtspitze im Rathaus, die leider im Kosovo-Konflikt zu den Kriegsbefürwortern zählen. Sie schilderte u. a. die kontroverse Diskussion bei den Grünen, aber auch ihre Hoffnungen auf Verbesserungen beim Thema Rüstungsexport.

Die Lautsprecheranlage machte für die Redebeiträge ziemliche Probleme, die Helmut Schmid als wohl Erfahrenster am besten in den Griff bekam... Die drei Beiträge werden schriftlich dokumentiert und sind über das Friedensbündnis zu erhalten (und in Kürze bei www.friedenskooperative.de, dort bei Ostermarsch 2000).

Das politische Programm:

Ein eigenständiges Gewicht haben beim Münchner Ostermarsch die Beiträge von Friedensgruppen, die in Sketchen, Interviews, Moritaten oder Liedern ihre politischen Inhalte vorstellen. Nach der guten Resonanz im Vorjahr hat dieser Teil heuer eine größere Rolle gespielt. Beteiligt waren Gruppen wie die "Öffentliche Aufforderung zum gewaltfreien Widerstand gegen Rüstung und Krieg", die "Truderinger Frauen für Frieden und Abrüstung" oder das "Forum Ziviler Friedensdienst", um nur einige zu nennen.

Es ist wohl nur wenigen klar, welche intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit den uns bewegenden politischen Themen hinter diesen Darbietungen steckt. Die langjährige politische Arbeit und Erfahrung wird hier auf anschauliche und nicht zuletzt unterhaltsame Szenen zugespitzt.

Die Kritik an der Globalisierung mit ihren menschenfeindlichen Auswirkungen, am Verhalten der Konzerne und ihren Machtansprüchen - sei es bei den Rüstungsexporten, sei es es bei der Atompolitik, die Konfliktursachen und Wege zur Konfliktbewältigung, solche Fragen wurden hier eindrücklich und verständlich auf unkonventionelle Form nahegebracht. Die Probleme der Opfer einer ungerechten Wirtschaftspolitk, die sozial schwächeren in allen Ländern werden sichtbar. Und, ganz wichtig, es wurden Wege aufgezeigt für Alternativen zur herrschenden Politik!

Ein aktueller Punkt: Frauen in die Bundeswehr ... unsere Friedensfrauen lassen sich das nicht bieten.

Auch in Moritatenform kommt klar, was wir von der Atompolitik halten - der Garchinger Reaktor kann uns gestohlen bleiben...

Sogar eine "Kunstinstallation" war diesmal dabei, zum Thema Kriegsberichterstattung: "Bürger fragen nicht - die NATO antwortet", eine Camouflage-Installation von Christoph Boekel, Barbara Weigel und Mathis Nitschke. Sie beeindruckte die Besucher in einem eigens aufgebauten Zelt.

Einziger Wermutstropfen: Die Konzentration auf dem großen Marienplatz läßt schneller nach, als einem lieb sein kann. Nicht jeder hält es in der heißen Sonne so lange aus.

Es bleibt aber die Erfahrung, wie eine erfreulich große Zahl von Gruppen sich überzeugend mit ihren Argumenten behaupten können, daß sie sogar diejenigen sind, die mit ihren Ideen entscheidend sein können für eine menschenwürdige Zukunft.

Dieses Programm war wie ein kleines Guckloch auf das langfristig wirksame Engagement in München. Der Münchner Ostermarsch wurde auch dadurch ein hoffnungsvoll stimmendes Ereignis - mit vielen anderen Ostermärschen ein Beitrag für eine friedlichere Politik.

Franz Iberl,
F.IBERL@AMAZONAS.comlink.apc.org





Ostermarsch in Schwerin

Pressemitteilung

Das Friedensbündnis Schwerin hat in diesem Jahr den 1. Schweriner Ostermarsch erfolgreich durchgeführt. Wenn in Tschetschenien, in Kurdistan, in Kolumbien, in Jugoslawien, im Irak, in Mexiko oder sonst wo auf der Welt das Leben von Menschen durch Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen bedroht ist, sind wir im ruhigen und reichen Europa nicht unschuldig daran. Über hundertfünfzig Leute sind auf die Straße gegangen, um für Frieden und Menschenrechte zu demonstrieren. Der ehemalige Admiral der Bundeswehr, Elmar Schmähling verdeutlichte, daß Krieg in der heutigen Zeit kein Mittel zur Konfliktbewältigung sein darf. Für die Wahrnehmung des Rechtes auf Wehrdienstverweigerung durch eine wachsende Zahl Jugendlicher warb der Geschäftsführer der deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsgegnerInnen M-V e.V., der Landtagsabgeordnete und Totalverweigerer Monty Schädel. Über die Entwicklung der Ostermarschbewegung sprach die langjährige Mitstreiterin in der Friedensbewegung, Waltraud Paasch (DKP Schwerin). In der Gedenkstätte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers im heutigen Grünen Tal trug der Keisvorsitzende der PDS Schwerin, Peter Brill, die Ballade "Die Kinderschuhe von Lublin" von Simonow vor.

Die Auftaktveranstaltung für den 1. Schweriner Ostermarsch war eine ermutigende Veranstaltung für die weitere Arbeit des Schweriner Friedensbündnisses, insbesondere, weil viele Jugendliche ihr Engagement für Frieden und soziale Gerechtigkeit gezeigt haben. Das Friedensbündnis Schwerin trifft sich zur Auswertung des Ostermarsches und Vorbereitung weiterer Aktionen am Dienstag, den 09. Mai 2000, um 19.00 Uhr in den Räumlichkeiten der AG Junge GenossInnen e.V. Schwerin (Jugendhaus/Platz der Freiheit) in der Dr.- Külz- Str. 03.

Mit freundlichen Grüßen
Friedensbündnis Schwerin i.A.: Jens-Martin Krieg


Friedensbündnis Schwerin, c/o AG Junge GenossInnen e. V. Schwerin, Dr.-Wilhelm-Külz-Str. 03, 19053 Schwerin, Tel.: 0385/7855671, Fax:
0385/7855672





Ostermarsch Ruhr 2000

Ostermarsch Ruhr Information 22. April 2000

Der Auftakt des Ostermarsch Ruhr in Duisburg verlief wie in den Vorjahren ohne besondere Vorkommnisse. Die Teilnehmerlnnenzahlen sind im Vergleich zu den Vorjahren mit 200 Menschen bei zunächst wechselhaftem Wetter stabil geblieben.

Aus aktuellem Anlaß - am Karfreitag hatte es in der Dortmunder Nordstadt rechtsradikal motivierte Ausschreitungen gegeben - wurde noch zu einer antifaschistischen Mahnwache in Dortmund mobilisiert die trotz der kurzen Mobilisierung gut frequentiert war.

Am Sonntag wird die zweite Etappe des Ostermarsch Ruhr per Fahrrad bewältigt. Es geht von Essen über Gelsenkirchen Wattenscheid und Herne nach Bochum Langendreer. Der Tagesabschluß im Bahnhof Langendreer steht unter dem Motto Atomwaffen abschaffen. Für den Ostermarsch Ruhr

Felix Oekentorp (Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW; Sprecher des Ostermarsch Ruhr)



Ostermarsch Ruhr Information 23. April 2000

Auch bei der zweiten Etappe des Ostermarsch Ruhr ist die Teilnehmerinnenzahlen im Vergleich zu den Vorjahren mit etwa 100 Radlerlnnen stabil geblieben.

Aus aktuellem Anlaß - am Karfreitag hatte es in der Dortmunder Nordstadt rechtsradikal motivierte Ausschreitungen gegeben - gab es einen zusätzlichen Zwischenstopp an der NPD Zentral ein Wattenscheid. Zwischenstopps in Gelsenkirchen und Herne thematisierten den Krieg der NATO gegen Jugoslawien und die Atomwaffen. Diese waren auch Thema des Tagesabschlusses in Bochum Langendreer.

Am Montag wird die dritte Etappe des Ostermarsch Ruhr wieder zu Fuß bewältigt. Es geht von

Bochum-Werne über Lütgendortmund nach Dortmund. Der Tag beginnt mit dem Friedensgottesdienst in der evangelischen Kirche am Markt um 10.00 Uhr. Anschließend gibt es eine kurze Auftaktkundgebung am benachbarten Brühmann Haus.

Der Abschluß des dreitägigen Ostermarsch Ruhr ist in diesem Jahr im Schauspielhaus Dortmund. Hauptredner ist Eckard Spoo, der sich u.a. beim Tribunal gegen den NATO Krieg engagiert.

Für den Ostermarsch Ruhr
Felix Oekentorp (Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW, Sprecher des Ostermarsch Ruhr)





1.500 Menschen nahmen an den Ostermarschaktionen in Stuttgart teil.

An der Hauptveranstaltung auf dem Marktplatz in Stuttgart beteiligten sich knapp über 1000 Menschen. Die Veranstaltung hatte einen sehr lebendigen Charakter, Reden und Kulturelemente wechselten einander ab. Höhepunkte waren neben den Reden die Gruppe Valère Hiobi & BAOBAB, die Schwung in die Veranstaltung brachte und das abschließende Ostermarschlied, zu dem Dutzende von Luftballons mit anhängenden Friedensgrüßen in den Himmel gelassen wurden. Der Ostermarsch verurteilte die Durchsuchung des Büros von Ohne Rüstung leben in der Woche vor Ostern ebenso wie den Polizeieinsatz am Eucom. Am Eucom in Vaihingen beteiligten sich ungefähr 300 Menschen an Blockadeaktionen. Einer Reihe von Leuten gelang es, auf das Gelände vorzudringen. Es kam zu Festnahmen und 12 Verhaftungen. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt durch den Tritt eines Polizeipferdes. Der Polizeieinsatz war unverhältnismäßig und hart.

Trotz schlechten Wetters waren die Osteraktionen in Stuttgart ein Erfolg. TeilnehmerInnen sprachen von einer großen Motivation für die Friedensarbeit, die auf der Veranstaltung zu spüren gewesen sei.

Reden und Fotos vom Ostermarsch in Stuttgart findet man ab sofort unter
http://www.friedensnetz.de

Mit herzlichen Friedensgrüßen

Gerald Fangmeyer e-mail: XXXX

Kontakt: Friedensnetz Baden-Württemberg, Rosenbergstr. 45; 70176 Stuttgart, Tel.: 0711/6368240; Fax: 0711/6369009, http://www.friedensnetz.de, mailto:buero@friedensnetz.de

 zum Anfang

 vorheriger

 nächster
  
Artikel

       
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema
Ostermärsche
Ostermärsche
OM 2002 - Rede G.Fähndrich, Hannover, 30.03.02
OM 2002 - Rede F.Oekentorp, Ruhr, 01.04.02
OM 2003 - Aufruf Chemnitz
OM 2003 - Aufruf der PDS zu den Ostermärschen 2003
OM 2003 - Rede U.Stroheker, Mannheim, 19.04.03

Bereich

 Themen 

Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
         
Netzwerk   F-Forum  Termine  Jugo-Hilfe Aktuell