![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ||
![]() Ostermär- sche 2002 vom: 11.02.2002 Update: 08.03.2002 | Ostermärsche und -aktionen 2002: Links und Hintergrundinformation zum Ostermarsch 2002 Netzwerk Friedenskooperative Potsdam Losheim (Eifel) Bernhard Nolz Müllheim Dortmund-Bittermark Ostermarsch in Potsdam am 23.03. Links zum Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam-Geltow Die Bundeswehr legt Tempo vor: Zentrales Kommando für Auslandseinsätze in Dienst gestellt http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Bundeswehr/interventionsarmee.html Indienststellung des Einsatzführungskommandos in Potsdam-Geltow Pressemitteilung vom 9.7.2001 http://www.brandenburg.de/land/stk/presse/2001/0709.htm http://www.bundeswehr.de/news/presse/mip01082.html http://www.ifdt.de/001112/Artikel/heinemann.htm http://www.imi-online.de/2001.php3?id=64 Interview als MP3-Datei zum Anhören oder Downloaden Tobias Pflüger von der Informationstelle Militarisierung zur Bundeswehrreform hin zur Interventionsarmee und besonders zur Indienststellung des Einsatzführungskommandos / Fragen von Timo Stadler von Radio Querfunk Karlsruhe http://freieradios.nadir.org/content.php?id=51 http://www.imi-online.de/2002.php3?id=8 Osterspazierung am 30.03. in Losheim Links zum Munitionsfabrik in Hallschlag http://bildung.freepage.de/heerwagen/ http://www.wisoveg.de/rheinland/histo/eifelbhn/his-eif9.htm weiterhin werden Unterschriften für den offenen Brief an die Bezirksregierung Arnsberg, in dem die vollständige Rehabilitierung des in der Friedensarbeit engagierten Lehrers fordern und gegen die grundgesetzwidrige Maßregelung protestieren. http://www.friedensforum-duisburg.de/pdf/protest-nolz.pdf "Ein einziger Aufruf zum Frieden" Wegen einer Rede auf einer Friedensdemo nach den Terroranschlägen wirft eine Schule einen Friedenspädagogen aus dem Dienst. Die Schule ist ausgerechnet die "Bertha-von-Suttner-Gesamtschule" in Siegen, die in ihrem Namen eine international bekannte Pazifistin ehrt, die erste Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt. |
![]() | ![]() | ||
Ostermär- sche 2002 | zivil: Herr Nolz, Sie wurden wegen einer Rede während einer Friedensdemonstration nach dem 11. September zunächst vom Schuldienst suspendiert und anschließend an eine andere Schule versetzt - was hat man Ihnen vorgeworfen? Nolz: Es wurde mir vorgeworfen, ich hätte gegen die politische Mäßigung verstoßen, die ein Beamter innerhalb und außerhalb des Dienstes jederzeit zeigen muss. zivil: Was haben Sie denn Unmäßiges gesagt? Nolz: Der Dienstvorgesetzte nennt drei Dinge. Erstens: ich hätte antiamerikanisch geredet. Das bezog sich darauf, dass ich gesagt hatte, die USA hätten ihre Schulden bei der UNO nicht bezahlt. Das haben sie inzwischen immerhin teilweise getan - vielleicht hat Bush meine Rede gehört? Das Zweite war: Ich hätte zur Kriegsdienstverweigerung aufgerufen. Ich habe das Recht auf Kriegsdienstverweigerung betont, und das war ihnen offensichtlich nicht ausgewogen genug. Und das Dritte war, dass ich gesagt habe: Ich möchte das nicht noch einmal erleben, was die NATO in Jugoslawien gemacht hat, nämlich dass sie Dörfer, Städte und Menschen zerstörte. Das waren die drei Punkte. Und dann wird noch eine zweite, sehr bedeutende Argumentation aufgemacht: Ich hätte den Schulfrieden gestört, weil ich Absprachen mit Schülern nicht eingehalten hätte. zivil: Die Schüler hatten eine unpolitische Veranstaltung gewollt und meinten damit, eine nicht parteipolitische. Nolz: Das Ganze war auch von der Schulleitung her als eine unpolitische Veranstaltung gedacht. Es sollte eigentlich nur getrauert werden. Aber das, so meine Ansicht, ließ sich nicht mit dem Motto der Kundgebung vereinbaren. Das lautete ja: "Gegen Krieg, Terror und Gewalt!" Ich hatte dann gesagt: Ich als Friedenspädagoge und Pazifist habe da ja eine eindeutige Position und ich habe gefragt, ob ich da trotzdem reden sollte. Ja, hieß es, ich sollte! zivil: Seit wann ist der Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung - der Aufruf, ein Grundrecht in Anspruch zu nehmen - ein Grund zur Rüge? Nolz: Es gab immer wieder Vorwürfe den Lehrern gegenüber, dass sie hier nicht ausgewogen genug seien. zivil: Im Unterricht - okay. Aber Sie hielten diese Rede nicht im Unterricht. Nolz: Das war kein Unterricht, das war eine von der Schülermitverwaltung organisierte öffentliche Veranstaltung. zivil: Und dort gilt das Grundgesetz. Artikel 4: Die Freiheit des Gewissens ist unverletzlich. Inwieweit sehen Sie diese Freiheit noch gegeben? Nolz: Ich sehe meine Meinungsfreiheit und meine Redefreiheit verletzt - und nicht zuletzt meine pädagogische Verantwortung beschädigt. Denn ganz eindeutig muss ich nach der Landesverfassung und dem Schulgesetz zur Friedensgesinnung erziehen. Und meine Rede ist ein einziger Aufruf zum Frieden. Sie enthält ja kein einziges Wort des Aufrufs zur Gewalt. zivil: Sie würden von dem Gesagten nichts zurücknehmen? Nolz: Ich finde, dass das genau das Passende und das Treffende war. Ich würde vielleicht manches anders ausdrücken, aber im Grunde: Zu dem, was ich da gesagt habe, zu dem stehe ich. zivil: Was lernen die Schüler für das Fach "politische Kultur" aus der Sache? Nolz: Ich glaube, dass sich hier sehr deutlich zeigt, dass unser gesamtes Konzept von politischer Bildung gescheitert ist. Denn: Dass man so tut, seitens der Schüler, seitens der Lehrer und seitens der Schulleitung, dass eine Schule unpolitisch sein könnte, dass eine Demo unpolitisch sein könnte, das ist für mich ein Debakel. Und: Dass eine Gesellschaft nach den Anschlägen sich so schnell in Panik begibt, so irrational handelt, das hätte ich nicht erwartet. Der Bundespräsident hat Zivilcourage von den Bürgern gefordert. Ja, wer mag denn noch Zivilcourage zeigen, wenn er vom Fall Nolz hört, oder wenn er vom Fall Wickert hört. Ich glaube, unsere politische Kultur hat erheblich gelitten, weil es plötzlich nicht mehr möglich ist, sich auf seine Grundrechte zu berufen. Mit Bernhard Nolz sprach Werner Schulz Bernhard Nolz hat gegen die Versetzung an eine andere Schule Widerspruch eingelegt, über den bis Redaktionsschluss nicht entschieden war. Sein Redetext ist abrufbar im Internet unter: http://www.zfk-siegen.de. Quelle: "zivil", Heft 1/02 (http://www.zivil.de) MÜLLHEIM ist Stationierungsort des Stabes der DEUTSCH - FRANZÖSISCHEN BRIGADE. http://www.df-brigade.de/ Die DEUTSCH - FRANZÖSISCHE BRIGADE ist Bestandteil des EUROKORPS. http://www.eurocorps.org/D/index.htm Das Eurokorps ist die schnelle Eingreiftruppe für die NATO und die EU. Das Manöverprogramm der Deutsch-Französischen Brigade verdeutlicht: Es wird für weltweite Einsätze trainiert. Für Kampfeinsätze "zur Aufrecherhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt" - wie es in den "Verteidigungspolitischen Richtlinien" der Bundesrepublik heißt. (Quelle: aus dem Flugblatt-Text) http://www.mein-dortmund.de/bittermark.html E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org Internet: http://www.friedenskooperative.de | ||
Einige weitere Texte (per Zufallsauswahl) zum Thema Ostermärsche OM 2002 - Friedenserklärung OM 2002 - PE AGF Trier zum Ostermarsch Saarbrücken OM 2002 - Rede C.Haydt in Stuttgart, 30.03.02 OM 2002 - Pressespiegel 01.04.02 OM 2002 - Rede D.Reichert, Würzburg, 30.03.02 |
![]() | ![]() | |
Bereich Themen | Netzwerk F-Forum Termine Jugo-Hilfe Aktuell |