Ostermär-
sche 2002


vom:
11.03.2002

update:
26.03.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002

 Echo/Presse

Pressespiegel (Vorfeld) bis 26.03.02

Netzwerk Friedenskooperative

11.03.02

SZ: Friedensbündnis lädt zum Ostermarsch ein

taz: Ostermärsche gegen US-Krieg

18.03.02

dpa: 40 Aktionen der Friedensbewegung gegen Krieg und Terror zu Ostern

19.03.02

taz HH: Strese-Ostermarsch

taz: OSTERMÄRSCHE: 40 Aktionen geplant

21.03.02

Giessener Anzeiger: Frauenaufruf zu Osteraktionen

22.03.02

FR: Ostermarschierer fordern Stopp der Militäreinsätze

Thüringer Allgemeine: Ostermarsch: Zeichen für Toleranz

23.03.02

jW: Neue US-Atomstrategie - ein Hauptthema der diesjährigen Ostermärsche?

Sächsische Zeitung: Ostermarsch soll in Sebnitz enden

24.03.02

ap: Ostermärsche mit Protest gegen Militäreinsatz in Afghanistan

25.03.02

NN: "Mit Krieg ist das nicht zu lösen"

ND: Dreiländer-Friedensfest eröffnete Ostermärsche 2002

Berliner Zeitung: Ostermärsche gegen Einsatz in Afghanistan

taz: Auftakt in Potsdam

Saarbrücker Zeitung: Ostermärsche mit Protest gegen Afghanistan-Einsatz

26.03.02

Giessener Anzeiger: Frauen für den Frieden: Pazifismus ist nicht out

FR: Ostermarsch in Bruchköbel

Main-Echo: Nach dreijähriger Pause wieder ein Ostermarsch

Rheinpfalz: Ostermärsche haben begonnen

Berliner MoPo: Ostermärsche mit mehreren Aktionen

ap: Ostermarschierer für Ende der Gewalt-Spirale



Quelle: SZ 11.03.02

Friedensbündnis lädt zum Ostermarsch ein

Das Münchner Friedensbündnis lädt auch in diesem Jahr wieder zum Ostermarsch der Friedensbewegung ein. Unter dem Motto "Krieg ist kein Mittel gegen Terror - Krieg ist Terror" soll für Solidarität mit den Opfern der Gewalt und für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung eingetreten werden. Für die Kundgebung am Samstag, 30. März, am Marienplatz wird unter anderem Clemens Ronnefeld vom Internationalen Versöhnungsbund erwartet. Erstmals wird heuer Monika Cyrani Gospels singen. Der Ostermarsch startet mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der St.-Johannes-Kirche. Um 10.30 Uhr findet eine Auftaktkundgebung am Orleansplatz statt mit anschließendem Marsch zum Marienplatz. Die Abschluss-Kundgebung ist für 12.15 Uhr geplant. (abec)



Quelle: taz 11.03.02

Ostermärsche gegen US-Krieg

(FRANKFURT/MAIN epd) Mit den Ostermärschen in diesem Jahr will die Friedensbewegung in Deutschland gegen weitere Kriegspläne der USA protestieren. Die angekündigten Demos und Kundgebungen richteten sich überwiegend gegen die "als Kampf gegen den Terror getarnte Kriegspolitik der USA und ihrer Verbündeten", erklärte das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main. Diese Kriegsvorbereitungen, die sich immer eindeutiger auf den Irak zuspitzten, gefährdeten den Weltfrieden, hieß es weiter. Nach Angaben des Organisationsbüros sind bislang in rund 30 deutschen Städten Ostermärsche geplant. Dazu zählten Demonstrationen in vielen Großstädten, der traditionelle mehrtägige "Ostermarsch Ruhr" sowie Protestaktionen in den neuen Bundesländern gegen Truppenübungsplätze der Bundeswehr. Am nächsten Sonntag will sich die Friedensbewegung in Kassel treffen, um über weitere Aktionen zu beraten.

taz Nr. 6697 vom 11.3.2002, Seite 2, 32 Zeilen (Agentur)



Quelle: dpa 18.02.02

40 Aktionen der Friedensbewegung gegen Krieg und Terror zu Ostern

Frankfurt/Main (dpa) - Mit mehr als 40 Ostermärschen, Friedensfesten, Radtouren und Kundgebungen wird die Friedensbewegung an Ostern gegen Krieg und Terror demonstrieren. Dabei sollen Berlin, Frankfurt und Hamburg am Ostermontag die Hauptziele für Veranstaltungen der Friedensbewegung sein, teilte das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Montag mit.

Den Angaben zufolge spricht in Frankfurt der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter zum Thema "Gemeinsam gegen Krieg und Terror". In Hamburg lautet das Thema des Ostermarsches "Aufstehen für den Frieden! Eine andere Welt ist möglich". In Berlin sind Mahnwachen Rad- und Motorrad-Fahrten und Demonstrationen geplant. Zu den bundesweiten Aktionen werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet. (181625 Mrz 02)



Quelle: taz Hamburg, 19.03.02

Strese-Ostermarsch

Der diesjährige Ostermarsch wird durch die Stresemannstraße führen. Wie die AnwohnerInnen-Initiative mitteilte, soll mit einer Zwischenkundgebung darauf hingewiesen werden, dass Sozialabbau, Rüstungspolitik und menschengefährdende Verkehrspolitik "gegen uns alle" gerichtet sind. Mit Ausnahme des Karfreitags wollen die AnwohnerInnen daneben weiter jeden Freitag ab 17 Uhr auf der Stresemannstraße demonstrieren.



Quelle: taz, 19.03.02

OSTERMÄRSCHE: 40 Aktionen geplant

Mit mehr als 40 Ostermärschen, Friedensfesten und Kundgebungen wird die Friedensbewegung an Ostern gegen Krieg und Terror demonstrieren. Dabei sollen Berlin, Frankfurt und Hamburg am Ostermontag die Hauptziele für Veranstaltungen sein, hieß es. (dpa)



Quelle: Giessener Anzeiger, 21.03.02

Frauenaufruf zu Osteraktionen

GIESSEN (rsr). Bei einem Treffen zu Wochenbeginn waren sich die Vertreterinnen von Gießener Friedens- und Frauengruppen einig, dass Zeichen gegen die zunehmende Kriegsgefahr in der Welt gesetzt werden müssten. Geplant sind Aktionen im Rahmen der Ostermärsche und zukünftig Veranstaltungen, die über die Gefahren und Kosten der Militarisierung aufklären sollen. Die Gießener Friedensfreunde treffen sich am Ostersamstag um 11 Uhr am Hiroshima-Platz, wo Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter sprechen wird. Anschließend geht der Protestzug, von Aktionen begleitet, durch die Innenstadt und wird gegen 12 Uhr am Kirchenplatz zum Abschluss kommen. Am Ostermontag (Treffpunkt Bahnhof Gießen, 9.30 Uhr) werden dann die Gießener, an die Tradition der Ostermärsche anknüpfend, gemeinsam nach Frankfurt fahren, um am dortigen Ostermarsch teilzunehmen. Das nächste Treffen findet am Montag, dem 25. März, um 20 Uhr in der Evangelischen Studentengemeinde in der Henselstraße statt.



Quelle: Frankfurter Rundschau, Frankfurt-Teil, 22.03.02

Protest gegen den Krieg

Ostermarschierer fordern Stopp der Militäreinsätze

Am Ostermontag marschieren sie wieder. Gegen den Krieg, gegen eine Umwandlung der Bundeswehr in eine Interventionsarmee, gegen ein Eingreifen der USA im Irak, für Frieden und Abrüstung. Einige hundert Unentwegte werden es sein, die sich zum Ostermarsch formieren und am Römerberg eine Kundgebung abhalten.

"Deutschland soll wieder als ,normale` Militärmacht dabei sein, wenn es um geopolitische Interessen, um Militärstützpunkte, um die Kontrolle der Bodenschätze, der Energiequellen, um Erdöl und Erdgas geht", heißt es warnend im Aufruf des Frankfurter Ostermarschbüros. Soldaten der Bundeswehr hätten bei solchen Einsätzen nichts zu suchen. "Wir fordern das sofortige Ende des Krieges in Afghanistan und die Absage an alle weiteren Militäreinsätze, die im Zeichen des ,Kampfes gegen den internationalen Terrorismus` geplant sind", steht weiter in der Erklärung. Das Nein zum Krieg sei "eine grundsätzliche Absage, aus humanitären, moralischen, politischen und auch aus wirtschaftlichen Gründen". Nach dem "Abschied der Mehrheit der Regierungsparteien von einer friedensorientierten Politik und der Friedensbewegung" gelte es umso mehr, die außerparlamentarischen Kräfte zu stärken.

Der Frankfurter Ostermarsch startet am Ostermontag, 1. April, um 10.30 Uhr vom Rödelheimer Bahnhof, um 11 Uhr vom Offenbacher Rathaus, um 11.30 Uhr vom Weißen Stein, Eschersheim, sowie um 11.30 Uhr vom Bruchfeldplatz in Niederrad. Die Abschlusskundgebung auf dem Römerberg ist für 13 Uhr vorgesehen.

Am morgigen Samstag, 23. März, wollen die Ostermarschierer von 11 bis 14.30 Uhr an der St. Katharinenkirche (Hauptwache), in der Leipziger Straße (Kaufhaus Woolworth) sowie an der U-Bahn-Station Bornheim Mitte, Aufgang Saalburgstrasse, auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Dabei sollen auch Unterschriften gesammelt werden. emem



Quelle: Thüringer Allgemeine, 22.03.02

Ostermarsch: Zeichen für Toleranz

SONDERSHAUSEN. 300 Menschen waren es, die im Januar zur Demonstration rechtsgerichteter Jugendlicher vom Freitag zum Samstag zusammenfanden, um gewaltfrei gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu protestieren. "Wir haben es doch gar nicht nötig, darauf zu warten", artikulierte Georg Schäfer vom Bündnis gegen Rechts die Überlegungen im Anschluss. So wollen die etwa 25 engagierten Angehörigen des Aktionsbündnisses ein Zeichen setzen, ein Zeichen für Toleranz, Menschenwürde und Gewaltfreiheit. Nicht gegen etwas, sondern für etwas, sollen Bürger, Schulen, Vereine, Unternehmen etc. stehen und dies beim Ostermarsch am 30. März zum Ausdruck bringen. "Menschenwürde achten im Kyffhäuserkreis und überall" lautet das Motto des kleinen Aktionsfestes. Und wenn es nach dem Wunsch von Georg Schäfer geht, liegt die Resonanz im vierstelligen Bereich. Zahlreiche Anschreiben an Schulen, Kirchen und Gewerkschaften hätten bisher viel Anklang gefunden. So bekamen von Kindertagesstätten bis zu Gymnasien alle Bildungseinrichtungen das Angebot, Aufkleber zu ordern, auf denen ein dunkelhäutiger Junge - vom sechsjährigen Christian gezeichnet - und das Motto des Ostermarsches dargestellt sind. "Wir wissen gar nicht, ob unsere 15.000 Aufkleber reichen, so groß ist die Resonanz", freute sich Sabine Bräunicke, Sachgebietsleiterin Jugendpflege im Landratsamt. 14.30 Uhr treffen sich Ostersamstag alle Teilnehmer in der Ferdinand-Schlufter-Straße in Sondershausen. Die Route des Marsches verläuft vom Elisabethplatz zum Markt im Zentrum. Mit einer kleinen Abschlusskundgebung soll das bunte Treiben aber noch nicht am Ende sein. Die aufgeschriebenen Wünsche von Jugendlichen - an einer Friedenswand gesammelt - sollen schließlich per Luftballon gen Himmel reisen. Bastelarbeiten, Tanzgruppen oder Spiele ohne Grenzen kann sich Georg Schäfer vorstellen. "Wir hoffen auf die Kreativität der Vereine und Verbände", so der Sozialdezernet des Kreises. Man wolle keine Verkaufsstände und wegen des Osterfestes keine laute Musik. "Wenn aber ein Verein einen Kuchenbasar oder ähnliches organisiert, haben wir natürlich nichts dagegen", meinte er. Der Aufruf gehe an alle: "Wir wollen uns nicht verstecken." Carsten UPADEK



Quelle: junge Welt, 23.03.2002

Neue US-Atomstrategie - ein Hauptthema der diesjährigen Ostermärsche?

jW sprach mit Felix Oekentorp, Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW und Vertreter der DFG-VK im Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen"

Interview Interview: Martin Höxtermann

Frage: Sind die jetzt bekanntgewordenen Pläne des Pentagon, Atomwaffen zur Zerstörung unterirdischer Ziele einzusetzen, überraschend?

Felix Oekentorp: Keineswegs. Das Pentagon arbeitet seit längerem an flexibel einsetzbaren Miniatom-Sprengköpfen, die unterirdische Bunker zerstören können, ohne überirdisch eine langjährige Verstrahlung zu verursachen. Der Atomphysiker Robert Nelson von der Princeton-University hat bereits viele Monate vor dem 11.September publiziert, daß es ein großes Interesse von US-Senatoren an solchen Waffen gibt. Nelson berichtet davon, daß die USA bereits seit 1997 mit erddurchdringenden Atomwaffen, der B61-11, experimentieren. Sie könnten auch als Vergeltung für einen Angriff mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen oder bei überraschenden militärischen Entwicklungen eingesetzt werden. Die Friedensbewegung macht seit 1998 auf diese Neuausrichtung der US-Atomwaffenpolitik aufmerksam.

Frage: Was ist das Besondere an den neuen Atomsprengsätzen?

Felix Oekentorp: Die normalen Nuklearwaffen hatten und haben vor allem eine politische Funktion: Sie dienen der Abschreckung. Sie führen zu einer ungeheuer großen Zahl von Toten, so daß ihr Einsatz undenkbar ist. Die sogenannten Mini-Nukes senken diese Hemmschwelle, sie machen das seit Hiroshima und Nagasaki Undenkbare wieder denkbar. Bislang ist noch unklar, welche Sprengkraft sie haben werden und wie sie technisch funktionieren. Sie werden im Bereich bis etwa eine Kilotonne (kT) liegen. Zum Vergleich: Die Hiroshima-Bombe lag bei 12,5 kT. Damit wächst die Gefahr eines Atomkrieges, denn die Grenze zwischen konventioneller und atomarer Kriegführung verwischt. Wir können davon ausgehen, daß die USA den nächsten Krieg, etwa gegen den Irak, als Testfeld nutzen werden, um neue Waffen auszuprobieren. Auch im Kosovo-Krieg wurde ja die Durchschlagskraft uranhaltiger Munition erprobt. Die Folgen sind absehbar. Ein neuer weltweiter Rüstungswettlauf droht, der die Gefahr von Kriegen erhöht. Wir können nur hoffen, daß viele Menschen begreifen, wie dramatisch die aktuelle US-Atomwaffenpolitik wirklich ist.

Frage: Die Kehrtwende der US-Militärpolitik - auch ein Thema der kommenden Ostermärsche?

Felix Oekentorp: Auch. Daneben der Krieg in Afghanistan, die Beteiligung der Bundeswehr an weltweiten Einsätzen und der Umbau in einer Angriffsarmee sowie die Innere Sicherheit. Bei den über 30 Ostermärschen, die in diesem Jahr stattfinden, gibt es aber auch regionale Themenschwerpunkte und Aktionen. So wird der dreitägige Rhein-Ruhr-Ostermarsch in Nordrhein-Westfalen auf der zweiten Etappe von Essen nach Bochum wieder mit dem Fahrrad bestritten. Die FriedensfreundInnen aus Köln reisen mit dem Schiff zur Kundgebung nach Düsseldorf. Was die Resonanz angeht, wage ich keine Prognose. Ich fürchte jedoch, angesichts der für mich nicht nachvollziehbaren Gewöhnung an Krieg und Militär werden wir nicht wesentlich mehr Teilnehmer erwarten können als im vergangenen Jahr.



Quelle: Sächsische Zeitung, 23. März 2002

Ostermarsch soll in Sebnitz enden

Demo geplant / Landratsamt spricht mit Organisatoren

Von Anja Weber

Der Ostermarsch-Verein - Initative gegen Rassismus in der Sächsischen Schweiz plant für den Ostersonntag eine Antifa-Demo in Sebnitz.

Ein entsprechender Antrag wurde am 16. März im Landratsamt Pirna gestellt. Ob die Kundgebung stattfinden darf, muss noch entschieden werden. "In den nächsten Tagen finden dazu im Landratsamt in Pirna gemeinsam mit den Anmeldern und der Polizei ein Gespräch statt. Nach diesem wird entschieden, wie es weitergeht", sagt Landratsamtssprecherin Astrid Linke auf Nachfrage der SZ.

Der Ostermarsch-Verein will am Karfreitag an der Moritzbastei in Leipzig starten. Geplant ist dann die nächsten Tage weiter mit dem Rad über Riesa - Pirna und nach Sebnitz zu fahren. Nach der Demo ist eine Kundgebung auf dem Marktplatz vorgesehen.

Seit Tagen ruft im Internet auch die sogenannte Antifa Vernetzung Oberelbe zur Teilnahme an dieser Demo auf. Der Text liest sich ähnlich dem vom Frühjahr letzten Jahres. Da rief die Antifaschistische Aktion Berlin bezugnehmend auf den Fall Joseph mit einer Demo zur "Öffentlichen Hinrichtung" in Sebnitz auf. Die Veranstaltung wurde damals in letzter Minute durch das Oberverwaltungsgericht abgelehnt. Einzelne versprengte autonome Gruppen drängten dennoch nach Sebnitz und stießen vor in der Stadt auf ein massives Polizeiaufgebot.

Der neuerliche Aufruf der Antifa Vernetzung Oberelbe enthält ähnliche Eckpunkte und bedient sich wiederholt der Ereignisse in Sebnitz um den Fall Joseph. Letztlich gipfelt er in der Aussage: "Eigentlich müsste die Demo "Safari im Nazistreichelzoo - Teil 3 - der Rundgang heißen."

"Das Grundanliegen ist schon begrüßenswert. Dennoch ist darauf zu achten, dass unter diesem Deckmantel keine anderen Aktivitäten laufen", sagte der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) bei der jüngsten Stadtratstagung. Letztlich müssten darüber aber die Gerichte entscheiden. Unter den Abgeordneten wird der Antrag unterschiedlich diskutiert.

Von der polemischen Darstellung im Internet hält Ulrich Dornick von der PDS nichts. Trotzdem sollte man sich überlegen, wie man die Abschlusskundgebung bewertet, die von einer Bewegung ausgeht, die mal Ostermarsch hieß. "Die Sebnitzer können sich auch einbringen und zeigen, dass sie nicht um ihr Leben fürchten." Eine Demo gegen Faschismus und Rassismus bräuchte nicht abgelehnt werden", sagt CDU-Stadtrat Eckhart Schneider. Ausgehend von der Internet-Ankündigung müsse man aber befürchten, das es zur gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen könnte.



Quelle: NÜRNBERGER NACHRICHTEN, 25.03.02

Ostermarsch-Organisator Hans-Joachim Patzelt verurteilt Anti-Terror-Angriffe

"Mit Krieg ist das nicht zu lösen"

Rückzug der Bundeswehrtruppen aus Afghanistan empfohlen - Angst vor weiterer Eskalation

Am Ostermontag, 1. April, 13 Uhr, treffen sich auf dem Olof-Palme-Platz in Nürnberg die Ostermarschierer. Zu der vom "Nürnberger Friedensforum" mit initiierten Demonstration werden unter anderem Wilfried Haarstrick-Pälloth von der IG-Metall Nürnberg und Hertha Steinmaier von der "Friedensinitiative Nordost" als Redner erwartet. Die Lokalredaktion unterhielt sich mit dem Organisator Hans-Joachim Patzelt über die Ziele der Friedensbewegung in Zeiten eines "Anti-Terror"-Krieges.

Frage: Herr Patzelt, das Motto der Nürnberger Friedensbewegten für den diesjährigen Ostermarsch lautet: "Krieg ist keine Lösung". Nun schließen aber selbst die Grünen, die seit ihrer Gründung die Fahne des Pazifismus hoch gehalten haben, Militäreinsätze nicht mehr grundsätzlich aus. Verweigern Sie sich nicht einfach der Realität?

Patzelt: Unmittelbar nach dem 11. September haben wir gesagt, dass man "privaten" Terror nicht mit militärischem Terror beantworten darf. Seit einem halben Jahr wird in Afghanistan bombardiert. Es sind dort schon mindestens so viele unschuldige Menschen gestorben wie bei den Anschlägen von New York und Washington. Das ist völlig inakzeptabel, und wir verurteilen diesen Krieg. Wenn die Grünen das anders sehen, ist das ihre Sache.

Frage: Was antworten Sie denen, die sagen, weitere terroristische Anschläge müssten unter allen Umständen verhindert werden?

Patzelt: Gegenfrage: Kann dies wirklich mit militärischen Mitteln verhindert oder müssen nicht ganz andere Wege eingeschlagen werden? Längst gibt es weitere Kriegssignale aus Washington, Angriffe auf so genannte Schurkenstaaten wie Irak sind im Gespräch. Man denkt darüber nach, "Mini-Atombomben" einzusetzen, die die Sprengkraft der Hiroshima-Bombe haben. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen. Wer Terrorismus eindämmen will, der muss Hunger und Armut bekämpfen und Extremisten so den Nährboden entziehen.

Frage: Auf der Habenseite der Anti-Terror-Kampage mit Militäreinsätzen wird verbucht, dass ein Großteil der Infrastruktur der Terrorgruppe Osama bin Ladens zerschlagen worden ist . . .

Patzelt: Schön wär`s. Denn gleichzeitig wird beklagt, dass die Netzwerke auf den Kontinenten nach wie vor bestehen. Man rechnet mit weiteren Terroranschlägen. In Afghanistan werden viele unschuldige Menschen getroffen, nicht aber die internationalen Netzwerke zerschlagen. Terrorismus, heißt es, sei sozusagen die Antwort der zu kurz gekommenen Eliten. Bomben erzeugen neuen Hass und terroristischen Nachwuchs. Mit Krieg ist das nicht zu lösen.

Frage: Die Friedensbewegung hat auch die Entsendung der Bundeswehr nach Afghanistan abgelehnt. Leisten deutsche Soldaten in Kabul nicht einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Landes?

Patzelt: Das Problem ist, dass immer noch bombardiert wird und weiterhin Menschen sterben. Im Hintergrund agiert die Nordallianz, die sich nicht wesentlich von den Taliban unterscheidet. Wir würden dem afghanischen Volk eine selbst bestimmte Ent wicklung wünschen und eine Verbesserung in Richtung Menschenwürde. Die Unterstützungsleistungen, die versprochen werden, erreichen nicht einmal die Höhe der Schäden, die durch den Krieg angerichtet worden sind. Eine wirkliche Stabilisierung Afghanistans kann man nur herstellen, wenn die Milliarden für die Militäraktionen in den Aufbau von Infrastruktur umgeleitet werden, für Bildung und für Gesundheit.

Frage: Frauen können wieder ohne Schleier auf die Straße, Mädchen die Schule besuchen - ist das kein Fortschritt?

Patzelt: Das ist nur in Kabul so, landesweit ist das leider nicht der Fall. Die Nordallianz, die hinter den Kulissen das Sagen hat, hat die gleichen Ideologien, die gleichen Gesetze wie die Taliban. Dieses Problem ist nicht militärisch zu lösen.

Frage: Die EU-Mitgliedsstaaten haben beschlossen, wenn auch zögernd, die Entwicklungshilfe zu erhöhen.

Patzelt: Seit über einem halben Jahr kostet jeder Tag Krieg in Afghanistan 200 Millionen Dollar. Das sind Unsummen, die in keinem Verhältnis zu den Entwicklungsangeboten stehen, die jetzt von der EU beschlossen werden.

Frage: Können Sie in dem militärischen Einsatz gegen den Terror überhaupt nichts Positives erkennen?

Patzelt: Nein. Im Gegenteil. Denn der Krieg in Afghanistan ist nur der Einstieg für weitere Kriege. Deshalb sollte die Bundeswehr ihre Truppen vom Horn von Afrika umgehend zurückziehen. Auch dafür gehen wir zum Ostermarsch. Interview: GEORG ESCHER



Quelle: Neues Deutschland, 25.03.02

Friedensbewegung: Es gilt die Lügen des Krieges zu entlarven

Dreiländer-Friedensfest eröffnete Ostermärsche 2002

Von Martin Höxtermann, Basel

"Gerechtigkeit statt Rache" forderten am Sonnabend 150 Friedensbewegte beim "Dreiländer Friedensfest" in Basel (Schweiz). 26 Friedensorganisationen und Parteien aus der Schweiz und Deutschland hatten zur Teilnahme an dem Auftakt der diesjährigen bundesweiten Ostermärsche aufgerufen.

Das Friedensfest begann mit einer Kundgebung auf dem Rümelinsplatz, auf dem sich diverse Gruppen mit Infoständen präsentierten. Zivile Konfliktlösungen und Abrüstung statt militärische Interventionen forderten die Redner in ihren Ansprachen. Antoinette Mächtlinger von der Schweizerischen Friedensbewegung (SFB) rief zum Misstrauen gegen die wohlfeilen Begründungen auf, die die regierenden Politiker zur Rechtfertigung ihrer Kriege abgeben. Vom Vietnam-Krieg über den Golf-Krieg bis hin zu den Jugoslawienkriegen habe sich immer wieder gezeigt, dass die Bevölkerung belogen worden sei. "Diese Lügen gilt es zu entlarven und unsere Feinde zu benennen", sagte Mächtlinger.

Westeuropa und die USA haben sich von der Einsicht verabschiedet, dass Krieg kein Mittel der Politik sein kann", kritisierte Pfarrer Christian Keller vom Freiburger Friedensforum. Die Anschläge vom 11. September würden als willkommener Anlass genommen, die angesammelte militärische Macht voll auszuspielen. Luzia Jäger von "Schweiz ohne Armee" (GSoA) sprach sich für die Stärkung der UNO und des Völkerrechts und für die Auflösung der Nato aus. "Frieden auf unserem gemeinsamen Stück Land", forderte Yshai Kalmanovitz vom Zentralkomitee des "Israel Communist Forum". Es sei erfreulich, dass sich immer mehr israelische Soldaten weigern, an den brutalen Aktionen der israelischen Armee teilzunehmen. "Man kann Terror und Gewalt nicht mit Gegenterror und Gegengewalt beseitigen, sondern nur mit Behebung der Ursachen", sagte Kalmanovitz.

Anschließend zogen die Teilnehmer erstmals seit zehn Jahren durch die Basler Innenstadt. "US-Politik bringt Elend, Terror und Krieg", war auf dem Fronttransparent des Ostermarsches zu lesen. "Nach einer längeren Pause haben wir 1999 anlässlich des NATO-Krieges gegen Jugoslawien die Tradition des Dreiländer-Ostermarsches in Basel wieder aufgenommen, damals mit einer Friedensschiff-Fahrt auf dem Rhein", berichtete Franziska Genitsch von der "Schweizerischen Friedensbewegung". "In diesem Jahr war die Resonanz im Vorfeld so groß, dass wir uns entschlossen haben, auch mit einem Ostermarsch ein politisches Signal zu setzen". Abgerundet wurde das Basler Friedensfest mit einem Auftritt des Kabarettisten Friedrich Kittner, der sein neues Programm "Mords Gaudi" präsentierte.



Quelle: Berliner Zeitung, 25.03.02

Ostermärsche gegen Einsatz in Afghanistan

(AP) POTSDAM. Die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen den Militäreinsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan. Zum Auftakt der traditionellen Aktionen demonstrierten am Sonntag in Potsdam mehrere hundert Menschen vor allem gegen die Beteiligung deutscher Soldaten. Sie zogen vor das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow, von wo aus alle Auslandseinsätze der deutschen Armee koordiniertwerden. (AP)



Quelle: taz, 25.03.02

in kürze OSTERMÄRSCHE

Auftakt in Potsdam

Die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen den Militäreinsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan. Zum Auftakt demonstrierten gestern in Potsdam mehrere hundert Menschen vor allem gegen die Beteiligung deutscher Soldaten. (ap)



Quelle: Saarbrücker Zeitung, 25.03.02

Ostermärsche mit Protest gegen Afghanistan-Einsatz

Potsdam (ap). Die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen den Militäreinsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan. Zum Auftakt der traditionellen Aktionen demonstrierten am Sonntag in Potsdam mehrere hundert Menschen vor allem gegen die Beteiligung deutscher Soldaten.



Quelle: Giessener Anzeiger, 26.03.2002

Stadt Gießen

Frauen für den Frieden: Pazifismus ist nicht out

Nach sieben Jahren Pause am Samstag erstmalig wieder ein Ostermarsch in Gießen - Professor Richter spricht am Kirchenplatz

GIESSEN (svj). "Wir überlassen unsere Welt nicht den Militärs", unter dieser gemeinsamen Überschrift rufen sechs Gießener Friedensinitiativen zum Ostermarsch auf. Treffpunkt am Samstag, dem 30. März, ist der Platz vor dem Kaufhaus Horten, Katharinengasse Ecke Löwengasse um 11 Uhr. Mit Transparenten "Gegen Krieg und Terror" sowie symbolischen Aktionen gegen Gewalt, wird der Protestzug durch die Gießener Innenstadt ziehen und sich gegen 12 Uhr am Kirchenplatz einfinden. Dort wird der bekannte Gießener Psychoanalytiker, Buchautor und Friedensforscher Professor Dr. Horst-Eberhard Richter zum Abschluss der Veranstaltung sprechen. Seit sieben Jahren fand in Gießen kein Ostermarsch mehr statt. Laut den Initiatorinnen des kommenden Ostermarsches, von der Gruppe "Frauen für den Frieden" (FfF), sei es aber nun "dringend an der Zeit, dass sich die Menschen, die nicht an militärische Lösungen globaler Probleme glauben, öffentlich protestieren." Vor Journalisten erläuterte die Gruppe im Frauenkulturzentrum, die Notwendigkeit des Protestes. Eva Berck, Sprecherin der FfF: "In einem Artikel aus der Frankfurter-Rundschau vom 11. März, mussten wir beispielsweise lesen, dass die US-Regierung plant, Mini-Atombomben einzusetzen, wenn sie mit konventionellen Waffen nicht weiterkomme." Aus dem weltweiten Abkommen, über den Einsatz atomarer Waffen, sei die USA unlängst ausgestiegen. "Und es kann doch nicht sein, dass die Bundesregierung, nicht nur blinde Duldung durch Deutschlands Bevölkerung und Medienlandschaft voraussetzt, sondern diese auch noch stattfindet", ergänzte FfF-Frau Anna Bernard. Dass die Stimmen, die den Einsatz von Militär nicht für "die Lösung" von Fundamentalismus und globalisierungsbedingter Probleme halten, seit dem 11. September "diskreditiert und als naiv abgestempelt werden", sei ein bedrohliches Anzeichen für eine demokratische Aushöhlung Deutschlands, so Heide Blum. Die "Frauen für den Frieden" wollen in diesem Jahr nicht nur das Gespräch mit der Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul suchen, sondern auch so genannte "Wahlprüfsteine" an Politiker aller demokratischen Parteien verschicken. Blum: "Das heißt, dass wir uns durch die Beantwortung konkreter Fragen zur Friedenspolitik, einen Eindruck über die Wählbarkeit der Politikerinnen und Politiker verschaffen wollen." Zudem planen die "Frauen für den Frieden" auch Aktionen zur "konkreten Hilfe für die afghanische Bevölkerung." Der erste Schritt, laut Else Holland und Hildetraud Wever-Freimuth, sei jedoch, dass sich das Friedensnetzwerk wieder öffentlich präsentiere: "Pazifismus ist nicht out - Deshalb freuen wir uns darauf gemeinsam mit alten und neuen Friedensbewegten am Samstag ein Zeichen zu setzen." Am Ostermontag laden die Gießener Friedensgruppen zudem ein, gemeinsam zum Friedenszug nach Frankfurt zu fahren. Treffpunkt dafür ist 9.30 Uhr am Infopoint im Bahnhof Gießen.



Quelle: Frankfurter Rundschau, 26.03.02

Friedensbewegung

Ostermarsch in Bruchköbel

BRUCHKÖBEL. Zum Ostermarsch treffen sich Friedensbewegte am Karfreitag, 29. März, um 14 Uhr auf dem Freien Platz in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis). Veranstalter sind Pax Christi und der DGB Main-Kinzig, Offenbach, Wetterau. jur



Quelle: Main-Echo / Aus der Region - Stadt Aschaffenburg, 26.03.02

Nach dreijähriger Pause wieder ein Ostermarsch

Kundgebung vor der City Galerie - Kritik an Auflagen

Aschaffenburg. Nach dem bislang letzten Ostermarsch 1999 in Aschaffenburg - damals wurde gegen die Bombenangriffe auf Jugoslawien protestiert - wird die traditionsreiche Veranstaltung heuer neu aufgelegt. Diesmal geht es um den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan und am Horn von Afrika. Veranstalter des Ostermarsches ist wieder das Aschaffenburger Friedenskomitee, das von zahlreichen anderen Organisationen und Einzelpersonen, darunter auch Mandatsträgern, unterstützt wird.

Die Teilnehmer des Demonstrationszuges versammeln sich am Ostersamstag um 11 Uhr vor der Musikschule in der Kochstraße und ziehen danach über Kochstraße, Bessenbacher Weg, Flachstraße, Spessartstraße, Schweinheimer Straße und Wermbachstraße zur Zwischenkundgebung am Scharfeck; anschließend geht es weiter über Landing und Luitpoldstraße zur zweiten Zwischenkundgebung im Bereich des Marktplatzes; nächste Stationen sind Friedrichstraße und Schöntal. Die Abschlusskundkebung findet vor dem Eingang zur City Galerie statt. Hauptrednerin ist Petra Lehmann. Für den kulturellen Rahmen sorgen die türkische Musikgruppe Rüzgar und eine Kindertanzgruppe aus dem Internationalen Kulturzentrum.

Die mit strikten Auflagen versehenen amtlichen Genehmigungen sind von den Friedenskomitee-Mitstreitern Reinhard Frankl und Hans Büttner als "Beeinträchtigung demokratischer Grundrechte" kritisiert worden.



Quelle: Rheinpfalz, 26.03.02

Ostermärsche haben begonnen

POTSDAM/BERLIN (ap/afp). Die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen den Militäreinsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan. Zum Auftakt der Aktionen demonstrierten gestern in Potsdam mehrere hundert Menschen vor allem gegen die Beteiligung deutscher Soldaten. Sie zogen am Nachmittag vor das Einsatzführungskommando der Bundeswehr im nahen Geltow, von wo aus alle Auslandseinsätze der deutschen Armee koordiniert werden. Bis Ostermontag sollen weitere Veranstaltungen folgen. Zudem haben die Friedensbewegung und Globalisierungsgegner angekündigt, den geplanten Deutschland-Besuch von US-Präsident Bush mit massiven Protesten zu begleiten. Für den 21. Mai, dem Tag vor Bushs Ankunft in Berlin, sei eine Großdemonstration mit mehreren zehntausend Teilnehmern geplant, sagte der Sprecher der Anti-Globalisierungs-Organisation Attac, Kolb.



Quelle: Berliner MoPo, 26.03.02

Ostermärsche mit mehreren Aktionen

(dpa) Mehr als 60 Friedensinitiativen und Gruppen haben zu den diesjährigen Ostermärschen aufgerufen. Für Ostermontag sind laut Organisatoren von 13 Uhr an mehrere Veranstaltungen geplant, darunter eine Mahnwache auf dem Linden-Boulevard, ein Motorradkorso sowie eine Demo vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor.



Quelle: ap 24. März 2002, 15:13 Uhr

Ostermärsche mit Protest gegen Militäreinsatz in Afghanistan

Potsdam (AP) Die diesjährigen Ostermärsche der Friedensbewegung richten sich gegen den Militäreinsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan. Zum Auftakt der traditionellen Aktionen demonstrierten am Sonntag in Potsdam mehrere hundert Menschen vor allem gegen die Beteiligung deutsche Soldaten. Sie zogen am Nachmittag vor das Einsatzführungskommando der Bundeswehr im nahen Geltow, von wo aus alle Auslandseinsätze der deutschen Armee koordiniert werden. Bis Ostermontag sollen weitere Veranstaltungen folgen.

Mehrere Redner erklärten, die Terroranschläge vom 11. September würden von USA und ihren Verbündeten weltweit für Militärinterventionen genutzt. "Wir sehen die Gefahr, dass wir in einer Welt im permanenten Kriegszustand leben sollen, und sind nicht bereit, dies widerstandslos hinzunehmen", hieß es in einem Aufruf. Die US-Regierungen hätten jahrelang die Taliban und ihre Vorgänger aufgerüstet und unterstützt. Die Aktivisten kritisierten auch die Haltung der rot-grünen Bundesregierung. Sie trage die Verantwortung dafür, dass die Beschränkungen für Auslandseinsätze der Bundeswehr aus dem Grundgesetz gestrichen worden seien und Gewalteinsatz zur Normalität erhoben worden sei.



ap: Dienstag 26. März 2002, 09:20 Uhr

Ostermarschierer für Ende der Gewalt-Spirale

von Andreas Rehnolt

Deutsche Friedensbewegung ruft zu Demonstrationen gegen Terror und deutsche Kriegsbeteiligung auf

Von AP-Korrespondent Andreas Rehnolt

Düsseldorf (AP) Der "Krieg gegen den Terrorismus" und seine Folgen stehen bundesweit im Mittelpunkt der diesjährigen Ostermärsche. Wenige Tage vor den traditionellen Veranstaltungen ab Karfreitag gab sich das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn am Montag zuversichtlich, auch in diesem Jahr wieder Zehntausende von Demonstranten für die Friedensmärsche, Protestkundgebungen und anderen Aktionen gewinnen zu können.

Es gelte, den Widerspruch gegen Krieg und Machtpolitik nach außen und Einschränkung der Freiheitsrechte nach innen als untaugliche Mittel zur Verhütung von Terror stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, hieß es in dem aktuellen Rundbrief der Friedensbewegung.

Zudem wird bei den Ostermarsch-Aktionen auch die Notwendigkeit einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung und einer fairen Politik gegenüber den islamischen Ländern thematisiert. Auch der anhaltende blutige Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist Thema zahlreicher Veranstaltungen. Die Friedenskooperative forderte einen massiven Druck des Westens für eine Friedenslösung im Nahen Osten. Gleichzeitig warnten die Veranstalter der Ostermärsche vor den unabsehbaren Folgen eines US-Krieges gegen den Irak. Auch die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror-Krieg soll kritisiert werden, hieß es.

Die Friedenskooperative warnte zugleich davor, dass die furchtbaren Terroranschläge vom 11. September in eine Gewaltspirale mit unabsehbaren Folgen führen könnten. "Auf dem Weg zum Frieden sind Abrüstung und soziale Gerechtigkeit die wichtigsten Schritte", hieß es dazu in dem in Stuttgart veröffentlichten Aufruf zum Ostermarsch Baden-Württemberg. "Krieg ist Terror - Frieden ist machbar", haben die Veranstalter ihre Ostermarsch-Aktionen überschrieben.

Kundgebungen auch in London und Den Haag

In Dortmund steht nach Angaben der Veranstalter am Karfreitag ein Mahngang zum Mahnmal für die Hingerichteten vom April 1945 in der Bittermark auf dem Programm. Am Samstag beginnt in Duisburg die erste Etappe des Ostermarschs Rhein-Ruhr. In Hannover ist eine Kundgebung unter dem Titel "Eine Welt ohne Krieg ist möglich" vorgesehen. In Mainz findet der Ostermarsch unter dem Thema "Gegen Terror - gegen Krieg" statt, in München lautete das Motto "Krieg ist kein Mittel gegen Terror". Auch in Münster, Saarbrücken, Stuttgart, Essen oder Bochum gibt es am Sonntag Protestwanderungen und Kundgebungen.

Am Ostermontag schließlich sind Aktionen in Nürnberg, Müllheim, Kassel, Hamburg, Frankfurt und Dortmund geplant. Auf dem Pariser Platz in Berlin ist für Montagnachmittag die Abschlusskundgebung der Ostermarschierer vorgesehen. Auch im Londoner Hyde Park und im niederländischen Den Haag finden nach Angaben der Friedenskooperative Demonstrationen, Friedensfeste und Kundgebungen gegen Krieg, Aufrüstung und Terror statt.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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