Ostermär-
sche 2002


vom:
28.03.2002

update:
29.03.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002

 Echo/Presse

Pressespiegel (Vorfeld) 28.03.02

Netzwerk Friedenskooperative

28.02.02

Darmstädter Echo: Wieder ein Ostermarsch

FR: Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

Hamburger MoPo: 60 Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

NRZ: Ostermarsch startet

NRZ: Die jährliche Demonstration wandert vom Bahnhof ans Rathaus.

NRZ: Grüne wollen nicht mitmarschieren

NRZ: Auftakt ist am Samstagvormittag auf der Königstraße.

Berliner Zeitung Tausende zu Ostermärschen erwartet

Südwestpresse: Neuer Schwung für die Friedensbewegung

Höchster Kreisblatt: Es ist still geworden um die Ostermärsche

FR: "Gemeinsam gegen Krieg und Terror"

taz: Der Frieden geht jetzt auch Online

WDR: Gedenkveranstaltung in Dortmund



Quelle: Darmstädter Echo (lokales), 28.03.02

Wieder ein Ostermarsch

ERBACH. Der Deutsche Gewerkschaftsbund im Kreis sowie das Odenwälder Jugendbündnis - bestehend aus Schülervertretungen, DGB-Jungend, Jungsozialisten, Naturfreunde-Jugend und Jugendparlament - rufen die Bevölkerung zur Teilnahme am Odenwälder Ostermarsch am Samstag (30.) auf. Der Marsch steht unter dem Motto "Für Frieden und Abrüstung! Für Arbeit, Ausbildung und soziale Gerechtigkeit! Gegen Rassismus und Neofaschismus! Für Weltoffenheit und Solidarität!". Beginn des Ostermarschs ist um 14 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Erbach. Anschließend folgt ein Demonstrationszug nach Michelstadt, wo um 15.30 Uhr vor dem Historischen Rathaus die Abschlusskundgebung ansteht. DGB und Jugendbündnis wollen damit an die Tradition der Odenwälder Ostermarschbewegung anknüpfen: "Frieden, Arbeit, soziale Gerechtigkeit, Weltoffenheit und Solidarität sind untrennbar miteinander verbunden", heißt es in abschließend.



Quelle FR (lokales), 28.03.02

Ostermärsche

Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

FRANKFURT A. M. Mit Ostermärschen, Festen, Radtouren und Kundgebungen demonstriert die Friedensbewegung an Ostern gegen Krieg und Terror. In Frankfurt spricht am Ostermontag der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter zum Thema "Gemeinsam gegen Krieg und Terror". Für den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan hatte die Ostermarsch-Bewegung bereits am vergangenen Samstag in der Frankfurter Innenstadt Unterschriften gesammelt.

Am Karfreitag ist in Hessen Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) zentraler Kundgebungsort. Beim Ostermarsch spricht der Vorsitzende des DGB Region Main-Kinzig, Arno Enzmann. Die Jusos des Odenwaldkreises rufen für Samstag zu einem Ostermarsch von Erbach nach Michelstadt im Odenwaldkreis auf. Neben Frankfurt steht am Ostermontag auch Kassel im Programm der Friedensbewegung. "Den Terror bekämpfen - Kriege verhindern" lautet das Thema des Ostermarschs, zu dem der DGB aufgerufen hat.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist der Samstag vor Ostern der wichtigste Tag der Friedensbewegung. "Gegen Terror - gegen Krieg" lautet das Motto des Ostermarschs in Mainz, zu dem eine Friedensinitiative aufgerufen hat. Beim Ostermarsch in Saarbrücken, heißt es: "Dies ist nicht mein Krieg". (lhe)



Quelle: Hamburger MoPo, 28.03.02

Friedensbewegung

60 Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

Hamburg gehört zum Hauptziel der Demonstrationen

Frankfurt/Main (dpa) - Mit rund 60 Ostermärschen, Festen, Radtouren und Kundgebungen demonstriert die Friedensbewegung an Ostern gegen Krieg und Terror. Die meisten Teilnehmer erwartet das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main zu den Veranstaltungen in Berlin, dem Ruhrgebiet, Frankfurt, München, Stuttgart und Potsdam.

In Frankfurt spricht am Ostermontag der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter. Neben Frankfurt steht am Ostermontag auch Kassel auf dem Programm der Friedensbewegung. "Den Terror bekämpfen - Kriege verhindern" lautet das Thema des Ostermarschs, zu dem der DGB aufgerufen hat.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist der Samstag vor Ostern der wichtigste Tag der Friedensbewegung. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr zieht sich von Samstag bis Ostermontag unter dem Motto "Schluss mit der Kriegspolitik! Den Frieden vorbereiten!" durch das Ruhrgebiet.

Der Ostermarsch in Potsdam am Karsamstag führt vom Bahnhof zum NATO-Koordinierungsstandort in der von Tresckow-Kaserne. "Eine Welt ohne Krieg ist möglich" lautet das Thema des Ostermarsches am Samstag in Hannover. In München heißt es bei einem Demonstrationszug: "Krieg ist kein Mittel gegen Terror - Krieg ist Terror." Das Friedensnetz in Stuttgart ruft ebenfalls am Samstag zu einem Ostemarsch mit dem Thema "Stoppt die Spirale der Gewalt" auf. Bei einem Ostermarsch in Bremen unter dem Motto "Für eine Welt des Friedens" spricht Horst Schmitthenner vom Vorstand der IG Metall.

Berlin und Hamburg sind neben Frankfurt am Ostermontag die Hauptziele der Friedensbewegung. In Hamburg lautet das Thema des Ostermarsches "Aufstehen für den Frieden! Eine andere Welt ist möglich". In Berlin sind Mahnwachen, Rad- und Motorrad-Fahrten und Demonstrationen geplant.



Quelle: NRZ, 28.03.02

Ostermarsch startet

Auftakt ist am Samstagvormittag auf der Königstraße.

"Nein zum Krieg! Den Frieden vorbereiten!" So lautet das Motto des diesjährigen Ostermarschs Rhein-Ruhr, der in Duisburg am Samstag, 30. März, um 10.30 Uhr auf der Königstraße mit einem Friedensmarkt beginnt. Als Redner werden Bernhard Nolz, Geschäftsführer des Zentrums für Friedenskultur, und Ansgar Schmidt, der ehemalige Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft, zu den Teilnehmern sprechen. Um 12.35 Uhr geht es dann mit dem Zug nach Düsseldorf, wo die Duisburger Ostermarschierer an der Auftaktkundgebung auf dem Konrad Adenauer Platz teilnehmen werden.

Der diesjährige Ostermarsch Rhein-Ruhr wird als Radtour am Sonntag von Essen aus mit dem Fahrrad über Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne nach Bochum-Langendreer führen und am Montag zu Fuß von Bochum aus nach Dortmund fortgeführt.



Quelle: NRZ (Lokales), 28. März 2002

Die jährliche Demonstration wandert vom Bahnhof ans Rathaus.

Mit dem Vietnam-Veteranen und Rapper Stephen Summers hat der diesjährige Ostermarsch einen schwarzen US-Bürger zu Gast. Gemeinsam mit dem Friedensforum eröffnet er den Zug am Samstag um 14 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Zunächst geht es zum Handelsblatt-Verlagshaus, vor dem der PDS-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke sprechen will. Dann weiter durch die Altstadt an den Rhein, um ein Schiff mit Kölner Demonstranten zu empfangen. Bei der Abschlusskundgebung ab 15 Uhr auf dem Rathausplatz rappt Summers, sprechen Tobias Pflüger von der Informationsstelle Militarisierung IMI, Peter Bürger vom Ökumenischen Friedensnetz sowie der gebürtige Afghane Daud Assad. Bis zum Ende der Kundgebung gegen 17 Uhr spielen die "Magic Street Voices".



Quelle: NRZ (Lokales), 28.03.02

Grüne wollen nicht mitmarschieren

Der Aufruf sei "ausgrenzend" formuliert, heißt es. Kundgebung am Sonntag.

Zu einer massenhaften Beteiligung hat`s auch in den vergangenen Jahren längst nicht mehr gereicht. Doch wenn sich die Mitstreiter der Ostermarsch-Bewegung am kommenden Sonntag um 10 Uhr zur Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz treffen, dürfte so manches bekannte Gesicht fehlen. Grund: Erstmals wollen die Grünen nicht mitmarschieren, distanzieren sich vielmehr ausdrücklich von dem Aufruf zur Teilnahme, in dem es unter anderem heißt, die Bundeswehr würde "zu einer Angriffsarmee umstrukturiert".

"Derart pauschale Vorwürfe, die unserer Einschätzung total widersprechen, können wir nicht akzeptieren und demzufolge auch nicht unterstützen", sagte gestern der Vorstandssprecher der Essener Grünen, Thomas Rommelspacher. Der Aufruf sei "ausgrenzend formuliert und stellt keine Gemeinsamkeiten her, wo sie erreichbar gewesen wären". Stattdessen, so Rommelspacher, würden der gesamten rot-grünen Regierung Großmacht-Ambitionen und Kriegspolitik vorgeworfen, obwohl mit ihr Weichen gestellt worden seien, "die in Afghanistan hoffentlich eine friedliche und demokratische Entwicklung einleiten".

Der Ostermarsch-Kundgebung am Sonntag folgt ein Fahrrad-Korso, der über Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne nach Bochum führt. (woki)



Quelle: NRZ (Lokales), 28.03.02

Auftakt ist am Samstagvormittag auf der Königstraße.

"Nein zum Krieg! Den Frieden vorbereiten!" So lautet das Motto des diesjährigen Ostermarschs Rhein-Ruhr, der in Duisburg am Samstag, 30. März, um 10.30 Uhr auf der Königstraße mit einem Friedensmarkt beginnt. Als Redner werden Bernhard Nolz, Geschäftsführer des Zentrums für Friedenskultur, und Ansgar Schmidt, der ehemalige Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft, zu den Teilnehmern sprechen. Um 12.35 Uhr geht es dann mit dem Zug nach Düsseldorf, wo die Duisburger Ostermarschierer an der Auftaktkundgebung auf dem Konrad Adenauer Platz teilnehmen werden.

Der diesjährige Ostermarsch Rhein-Ruhr wird als Radtour am Sonntag von Essen aus mit dem Fahrrad über Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne nach Bochum-Langendreer führen und am Montag zu Fuß von Bochum aus nach Dortmund fortgeführt.



Quelle: Berliner Zeitung, 28.03.02

Tausende zu Ostermärschen erwartet

"Krieg gegen den Terror" mobilisiert Friedensbewegung

Kerstin Krupp

BERLIN, 27. März. Die Organisatoren der traditionellen Ostermärsche rechnen in diesem Jahr mit großem Zulauf. "Das Interesse ist gewachsen", sagt Horst Trapp vom zentralen Koordinierungsbüro der diesjährigen Proteste in Frankfurt am Main. Bislang haben Initiativen aus etwa 70 Städten und Kommunen ihre Teilnahme an den Ostermärschen bestätigt. Das sind deutlich mehr als in den Vorjahren. Die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, das bevorstehende Jahr sei ein Jahr der Kriege, mache den Menschen Angst, vermutet Trapp, der seit 1960 in der Bewegung aktiv ist. "Die Beteiligung steigt mit dem Gefühl der persönlichen Bedrohung."

Der "Krieg gegen den Terrorismus" steht im Mittelpunkt der Aktionen. "Viele Menschen fürchten die Ausweitung des Krieges in Afghanistan auf den Irak und auf Somalia", sagt auch Tobias Pflüger, der als Friedensforscher in der Informationsstelle Militarisierung arbeitet. Er verweist darauf, dass sich in Umfragen 80 Prozent der Deutschen gegen ein Angriff auf den Irak äußern. Vor allem die Ankündigungen aus den USA und Großbritannien, möglicherweise Atomwaffen einzusetzen, alarmiere die Menschen.

Als einzige Partei hat die PDS zur Teilnahme aufgerufen. Der Krieg werde wieder zur politischen Normalität erhoben, sagt Parteichefin Gabi Zimmer. Sie kritisiert, dass der Einsatz von Atomwaffen "öffentlich und ohne Scham" einkalkuliert werde. Die Bundesregierung solle sich bei den USA gegen eine Intervention im Irak stark machen. An Ostern solle ein klares Signal für die zivile Lösung von Konflikten gesetzt werden.

Aktionen im ganzen Land

Die ersten Ostermärsche beginnen bereits am Karfreitag. Größere Aktionen wird es in Städten wie Frankfurt am Main, Leipzig, München, Hamburg und Berlin geben. In Nordrhein-Westfalen zieht sich der Marsch über mehrere Tage. Die erste Etappe beginnt am Samstag in Duisburg. Köln und Bochum sind weitere Stationen. Auch viele kleine Gemeinden sind dieses Jahr dabei - zum ersten Mal Wolfratshausen, der Heimatort Edmund Stoibers (CSU).

Ihren Ursprung haben die Ostermärsche in den 50er-Jahren in Großbritannien. In einer überparteilichen Kampagne schlossen sich Kriegsgegner zusammen und demonstrierten für eine nukleare Abrüstung. Erster Präsident der Kampagne war der britische Philosoph Bertrand Russell. In Deutschland marschierten die Friedenskämpfer erstmals 1960. Zunächst waren es nur tausend, doch schon 1968 nahmen deutschlandweit 300.000 Menschen teil. Ihren Höhepunkt allerdings erlebte die Friedensbewegung in den 80er Jahren. Mehr als 700.000 Menschen zogen 1983 durch das Land, um gegen den Nato-Doppelbeschluss und damit gegen die Stationierung von Cruisemissiles und Pershing-2-Raketen zu protestieren. (mit dpa)

Termine im Internet unter:

http://www.friedenskooperative.de





Quelle: Südwestpresse (Ulm), 28.03.02

OSTERMÄRSCHE / Protest gegen Krieg und Terror

Neuer Schwung für die Friedensbewegung

Mit Protesten gegen den Anti-Terror-Krieg erhofft sich die Friedensbewegung neuen Schwung. Von Samstag bis Montag sind 60 Ostermärsche geplant.

ANDREAS REHNOLT, AP

BONN/BERLIN Die österlichen Friedensaktionen, zu denen auch Parteien und Gewerkschaften aufrufen, richten sich dieses Jahr gegen Krieg und Terror. Das Bonner Netzwerk Friedenskooperative hofft auf Zehntausende von Demonstranten bei Friedensmärschen, Protestkundgebungen, Radtouren und Festen. Die Deutsche Friedensgesellschaft (Berlin) erwartet allein im Ruhrgebiet 3000 Teilnehmer.

Im Mittelpunkt steht der Protest gegen die US-Atomwaffenpläne und den Militäreinsatz in Afghanistan. Die Friedensbewegung kritisiert im Vorfeld Krieg, Machtpolitik und die Einschränkung der Freiheitsrechte als untaugliche Mittel gegen den Terror.

Weitere Ostermarsch-Aktionen fordern eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung und eine faire Politik gegenüber islamischen Ländern. Zahlreiche Veranstaltungen thematisieren den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und fordern massiven Druck des Westens für eine Friedenslösung. Zugleich warnen die Veranstalter vor den unabsehbaren Folgen eines US-Krieges gegen den Irak und kritisieren die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror-Krieg.

"Krieg ist Terror - Frieden ist machbar", sind die Aktionen in Baden-Württemberg überschrieben. "Stoppt die Spirale der Gewalt", lautet das Motto des Stuttgarter Ostermarsches am Samstag. Weitere Friedensveranstaltungen sind in Dortmund und Leipzig (Karfreitag) sowie in München (Ostersamstag). Im Ruhrgebiet sind das ganze Wochenende über Protestwanderungen und Kundgebungen geplant. Neben Frankfurt und Hamburg ist am Ostermontag Berlin ein Hauptziel der Friedensbewegung. Dort ist nachmittags auf dem Pariser Platz die Abschlusskundgebung. Auch im Londoner Hyde Park und im niederländischen Den Haag sind Demonstrationen gegen Krieg, Aufrüstung und Terror angekündigt.

INFO

Höhepunkt der Ostermärsche war nach dem Nato-Doppelbeschluss zur Stationierung atomarer Mittelstreckenwaffen. 1983 demonstrierten mehr als 700000 Menschen. Nach dem Abzug der Pershings und dem Ende des Warschauer Pakts flaute die Friedensbewegung ab. Im Golfkrieg 1991 und während des Kosovo-Kriegs 1999 stieg die Resonanz wieder.



Quelle: Höchster Kreisblatt (Lokales), 28.3.02

Es ist still geworden um die Ostermärsche

Frankfurt. Am Ostermontag werden wieder die Friedensdemonstranten am Römer erwartet. Im Vorjahr demonstrierten rund 1500 von ihnen, während 1991 etwa 20000 Ostermarschierer gezählt wurden. Das Auf und Ab der Ostermärsche verfolgt Willi van Ooyen schon seit 1964. Der pädagogische Leiter der Praunheimer Werkstätten verbringt einen großen Teil seiner Freizeit im Ostermarschbüro im Gewerkschaftshaus. Hier laufen die Fäden der Gruppen in Frankfurt zusammen.

Es ist still geworden um den Pazifismus. Van Ooyen sieht im Rückblick Wellenbewegungen: Den Höhepunkt hatte die Ostermarschbewegung in den frühen 80ern. 30.000 demonstrierten in Frankfurt gegen die Nachrüstung mit Pershings und Cruise Missiles der Nato. Die sowjetischen SS-20-Raketen blieben weitgehend unbeachtet - wenngleich van Ooyen betont, dass die Friedensbewegung immer von verschiedenen Gruppen getragen worden ist.

Vorbei, die Schlachten sind geschlagen. Willi van Ooyen kann es im Rückblick beurteilen. "Nach 1969 gab es keine Ostermärsche mehr, weil die Regierung Brandt/ Scheel und später Schmidt/Genscher das Programm der außerparlamentarischen Opposition zu verwirklichen schienen. Erst 1980 fingen wir wieder an - mit einem Osterspaziergang, an dem 80 Leute teilnahmen." Ein Jahr später waren es mehr als 1000.

Auf einen solchen Boom hofft van Ooyen auch für die kommenden Jahre. "Die Situation polarisiert sich", beobachtete er. Die Grünen seien für Friedensbewegte keine Heimat mehr. Das sei weniger ein Vorwurf an die Grünen, als Einsicht in die Realität: "Ohne außerparlamentarisches Engagement werden alle käuflich." Geburtshelfer einer Renaissance der Friedensbewegung könnte George W. Bush sein. Der US-Präsident plane Angriffe auf den Irak, ist van Ooyen überzeugt. Die Angst davor könne wieder 10000 auf die Straße treiben - oder eben nicht.

Denn die Friedensbewegung steckt im Pazifisten-Dilemma. Viele, die vor 20 Jahren demonstrierten, haben heute den Schwenk des Joschka Fischer nachvollzogen, der nach dem Massaker von Srebreniza erkannte, dass man Menschenrechte bisweilen mit Gewalt durchsetzen muss. Gregor Böckermann vom Orden der Weißen Väter in Frankfurt widerspricht: "Es gibt zivile Friedensarbeiter in den Krisengebieten. Die müssten stärker unterstützt werden. Aber für sie ist kein Geld da." Böckermann demonstriert seit zwölf Jahren mit den Ordensleuten für den Frieden vor der Deutschen Bank. Auch beim Ostermarsch sind sie dabei.

Der Ostermarsch in Frankfurt ist am Montag, 1. April. Zur Abschlusskundgebung um 13 Uhr auf dem Römer sprechen Prof. Horst-Eberhard Richter, Horst Schmitthenner (IG Metall), eine Vertreterin von Gus Shalom, Israel und Mustafa Shehade, Generaldirektion Palästina. Die Demo beginnt um 10.30 Uhr vor dem Bahnhof Rödelheim; 11 Uhr Offenbach, Stadthof (Rathaus); 11.30 Uhr Eschersheim, Am Weißen Stein; 11.30 Uhr Niederrad, Bruchfeldplatz. (tjs)



Quelle: FR (lokales), 28.03.02

Friedensmarsch

"Gemeinsam gegen Krieg und Terror"

FRANKFURT-WEST (ica). Die Friedensinitiativen der westlichen Stadtteile rufen zum Marsch für den Frieden auf. Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Krieg und Terror" treffen sich die Friedensmarschierer am Ostermontag, 1. April, um 10.30 Uhr vor dem Bahnhof Rödelheim, am Baruch-Baschwitz-Platz. Danach führt die Route über Bockenheim in die Innenstadt, wo eine Kundgebung auf dem Römerberg geplant ist.

Schwerpunktthema der Abschlusskundgebung ab 13 Uhr ist die Situation im Nahen Osten und der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Es reden Horst-Eberhard Richter, der ehemalige Geschäftsführer der deutschen Vereinigung von "Ärzte gegen den Atomkrieg", und Horst Schmitthenner, der bei der IG-Metall im Vorstand sitzt.

Als Gäste sprechen Vertreter der israelischen Friedensbewegung Gush Shalom und Mustafa Shehade von der Generaldirektion Palästina. Im Anschluss erwartet die Friedensmarschierer ein internationales Kulturprogramm.



Quelle: taz, 28.03.02

Der Frieden geht jetzt auch Online

An ihre erste Demonstration kann sich Laura Freiin von Wimmersperg kaum noch erinnern. "Es war eine Vietnam-Demo." Die Notstandsgesetze und die Kampagne der Axel-Springer-Zeitungen gegen Rudi Dutschke nennt die 67-Jährige mit den weißen Haaren als Beginn ihrer Politisierung. Seitdem ist die gebürtige Schlesierin gegen so vieles auf die Straße gegangen, dass sie längst den Überblick verloren hat. Gegen Bomben in Vietnam, den Golfkrieg, das öffentliche Auftreten von Neofaschisten, den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, die Nato-Osterweiterung, die Bundeswehr als Interventionsarmee.

Während viele Friedensaktivisten der Straße den Rücken gekehrt haben, hat von Wimmersperg auch dieses Jahr wieder den Berliner Ostermarsch vorbereitet. Solange sie gesund ist, wird sie auch weiterhin jeden ersten Sonntag im Monat zu den Versammlungen der Friedenskoordination gehen, Aufrufe verfassen, Geld für Druckkosten eintreiben und in ihren altmodischen Karteikästen mit etwa 500 Telefonnummern wühlen. Wenn sie Pech hat, bleibt sie auf hohen Telefonrechnungen sitzen. Dann backt sie in ihrer Altbauwohnung in Schöneberg Kuchen und verkauft ihn auf der Straße.

All das macht sie, weil sich Laura von Wimmersperg verantwortlich fühlt für eine Welt ohne Krieg. Weil sie zornig ist "über die Verhältnisse, die uns aufgezwungen werden". Weil sie ihren Senf dazugeben will, und weil sie nicht weggucken will. "Meine Erfahrung mit der Verdrängung hat mich viel nachdenken lassen." Erst sehr spät wurde ihr klar, was es bedeutete, wenn ihre Mutter sagte: "Vati ist in Auschwitz auf Geschäftsreise." Eine Psychoanalyse, Freunde und Literatur über den Nationalsozialismus halfen ihr, damit klarzukommen: Ihr Vater, den sie sehr gemocht hat, hat in Auschwitz im Auftrag einer Baufirma vermutlich Baracken errichtet.

Ihr Fazit nach 20 Jahren Friedensarbeit fällt nüchtern aus. "Wir machen uns keine Illusionen mehr. Wir paar Leute können nicht groß was bewegen." Von Wimmersperg spricht von "harten Niederlagen": "Viele lassen sich enttäuschen von den Kriegseinsätzen." Deshalb setzt sie auf Seminare, in denen "große Zusammenhänge geschaffen werden". Damit will sie die Vision der Vision einer Welt ohne Krieg aufrecht erhalten. Gerne zitiert sie einen Satz eines Mitstreiters. "Es gilt, die Glut über die Zeit zu tragen." Die langjährigen Aktivisten, die ihr zum Teil zu Freunden geworden sind, will sie nicht enttäuschen. Deshalb unterdrückt sie ihre "tendenzielle Lust", mehr zu fotografieren oder ein Kinderbuch zu schreiben.

Die Straße teilt sich von Wimmersperg mit Menschen zwischen 20 und 85 Jahren, die meisten aus der Mittelschicht. Das Gros sind "wir alt Gewordenen". Bei aktuellen Themen oder Aktionen mit Happeningcharakter sind auch junge Leute dabei, die sich von den intellektuellen Auseinandersetzungen aber fern hielten. "Das geht denen auf die Nerven." Doch von Wimmersperg, die selbst nie heiratete und keine Kinder hat, ist froh, wenn sich junge Leute überhaupt engagieren - egal, ob kurz oder lang.

Wer glaubt, dass die alten Friedensaktivisten das Internet scheuen, hat sich getäuscht. Die Berliner Friedenskoordination hat eine eigene Homepage (
http://www.friko-berlin.de). Von Wimmersperg nutzt das Netz zur Weitergabe von Informationen. Online-Demonstrationen steht sie jedoch skeptisch gegenüber. "Wenn die wirkungsvoll wären, müsste man sich vielleicht nicht die Sohlen ablatschen." Sie setzt auf die persönlichen Begegnungen auf der Straße und sieht das moderne Medium nicht als Konkurrenz.

Laura von Wimmersperg glaubt nicht, einer aussterbenden Spezies anzugehören, auch wenn sie jedes Jahr den Niedergang der Friedensbewegung erklären muss. "Wir sind nicht das Feigenblatt der Nation", schimpft sie. Doch sie weiß, dass die Friedenskoordination "irgendwann überflüssig sein wird". Und für diesen Fall hat sie eine Vision: "Dann wird es eine andere Gruppe geben."

taz Nr. 6712 vom 28.3.2002, Seite 5,



WDR-Höfrunk-Nachrichten - Studio Dortmund - 28.03.02

Gedenkveranstaltung in Dortmund

Um 15 Uhr am morgigen Karfreitag wird am Mahnmal in der Bittermark der 300 Gefangenen gedacht, die vor 57 Jahren in Hörde, im Rombergpark und in der Bittermark durch Gestapo und SS ermordet wurden. In diesem Jahr wird zum ersten Mal eine Dortmunder Schülerin eine Ansprache halten.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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