Ostermär-
sche 2002


vom:
29.03.2002

update:
30.03.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002

 Echo/Presse

Pressespiegel, 29.03.02 (Karfreitag)

Netzwerk Friedenskooperative

29.03.02

WDR: Ostermärsche haben begonnen

MDR: Ostermärsche starten

heute-online: Wenn die Politik auf Seite des Krieges steht, stehen die Pazifisten auf der Straße

heute-online: Ostermärsche: Eine Tradition auf dem Rückweg?

SFB/ORB: Ostermärsche beginnen in Chemnitz, Leipzig und Dortmund In Chemnitz, Leipzig und Dortmund beginnen heute die traditionellen Ostermärsche.

tagesschau: Ostermärsche: Mehr Teilnehmer erwartet

ap: Friedensbewegung beginnt mit Ostermärschen

dpa: Ostermärsche 2002 gegen Terrorismus und Krieg gestartet



Quelle: WDR-Hörfunk-Nachrichten, 29.03.02 - 12 Uhr

Ostermärsche haben begonnen

Mit einer Demonstration in Chemnitz hat die Friedensbewegung ihre diesjährige Ostermarsch-Kampagne in Deutschland begonnen. Rund 170 Menschen zogen nach Polizeiangaben mit Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt und protestierten gegen Krieg und Terrorismus. Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 verschiedene Aktionen geplant.



Quelle: MDR-Hörfunk-Nachrichten, 29.03.02 - 8:32

Ostermärsche starten

An diesem Wochenende beginnen in rund 40 deutschen Städten die Ostermärsche der Friedensbewegung gegen Krieg und Terrorismus. In Leipzig startet eine dreitägige Fahrradtour für den Frieden. Friedensaktivisten werden wieder gegen die militärische Nutzung der Brandenburger Kyritz-Ruppiner Heide und der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt protestieren. Wegen des Militäreinsatzes in Afghanistan rechnen die Organisatoren in diesem Jahr mit mehr Zulauf als in den vergangenen Jahren.



Quelle: heute-online (zdf), 29.03.02

»Wenn die Politik auf Seite des Krieges steht, stehen die Pazifisten auf der Straße«

Der Psychoanalytiker, Philosoph und Pazifist Horst-Eberhard Richter im Interview

Seit 1983 mehr als 700.000 Demonstranten zu Ostern auf die Straße gingen, hat die Friedensbewegung an Bedeutung verloren. In diesem Jahr stehen die Aktionen jedoch im Zeichen von Terror und Krieg - und die Veranstalter rechnen mit Aufwind. heute.online sprach mit Horst-Eberhard Richter, der 2002 in Frankfurt und Gießen die Ansprache zum Ostermarsch hält.

von Nicola Frowein, 29.03.2002

heute.online: Seit Jahren nehmen die Ostermärsche immer mehr ab, weil die Teilnehmer ausbleiben. Diesmal stehen die Demonstrationen im Zeichen von Terror und Krieg. Gibt das den Aktionen neuen Auftrieb?

Horst-Eberhard Richter: Ohne dass ich schon voher genaue Zahlen nennen könnte, bin ich mir sicher, dass die Teilnehmerzahlen erheblich höher als in den Vorjahren liegen werden. In vielen Städten - wie in Gießen - , in denen es lange nicht mehr oder noch nie solche Märsche gegeben hat, ziehen zum ersten Mal wieder die Kriegsgegner auf die Straße.

heute.online: Sogar die Grünen haben sich jetzt von ihrem Grundsatz der Gewaltfreiheit verabschiedet - schlechte Zeiten für Pazifisten?

Richter: Auch die SPD hat sich ja zum Mitschießen entschlossen, aber gerade dadurch hat die Friedensbewegung erheblichen Zuzug bekommen.

heute.online: Pazifismus ist also kein Phänomen aus den 80ern?

Richter: Nein, dass kann man nun wirklich nicht sagen. Erstens gibt es die Friedensbewegung ja seit über hundert Jahren. Man denke nur an Frauen wie Bertha von Suttner, die schon Ende des 19. Jahrhunderts zur Leitfigur der Friedensbewegung in Österreich und Deutschland wurde. Die Friedensvereinigung der Ärzte, die International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), deren Mitbegründer ich bin, feiert in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen. Die deutsche Sektion steht dabei weltweit an zweiter Stelle. Die internationale Friedensbewegung nimmt eben immer wieder zu und dann wieder ab. Jetzt gerade wird sie wieder stärker, weil sich die Politik ganz auf die Seite des Krieges stellt.

heute.online: Sie selbst sprechen am Ostermontag bei den Friedensmärschen in Frankfurt ...

Richter: ... und am Samstag in Gießen. Dabei möchte ich zwei Botschaften vermitteln. Die eine wendet sich ganz entschieden gegen die neue Nuklearstrategie der USA. Es ist doch alarmierend, dass neue Atomwaffen produziert und im nächsten Monat schon getestet werden sollen. Und dass durch sie jetzt auch Länder bedroht werden, die selber nicht einmal soloche Waffen haben. Die andere Botschaft richtet sich gegen den ausufernden neuen Krieg und den Einsatz deutscher Soldaten in Somalia, in Kuweit oder in Afghanistan. Die Gefahr ist, dass durch solche Einsätze eine globale Wiederholung des »Modells Nahost« entsteht. Der Krieg droht in einer Gewaltspirale zu enden, wie wir sie täglich in Israel und Palästina vorgeführt bekommen. Noch so viele Raketen und Bomben schützen nicht vor Selbstmordattentaten.

heute.online: Also gilt: Frieden lässt sich nicht durch Krieg erreichen?

Richter: Natürlich ist es notwendig, Verbrechen mit Polizeigewalt zu begegnen und Massenverbrechen mit Gewaltmitteln zu bestrafen. Aber es ist etwas anderes, die Welt in Gut und Böse einzuteilen oder wie der US-Präsident George W. Bush von einer »Achse des Bösen« zu sprechen. Meine Botschaft ist positiv: Wie der amerikanische Außenminister Powell gesagt hat - ein Leben in Armut und Hoffnungslosigkeit ist der Nährboden für Terrorismus. Also müssen wir zuerst diesen Nährboden in den kritischen Regionen durch eine gerechtere Ordnung austrocknen. Schließlich ist die Friedensbewegung keine Anti- sondern eine Pro-Bewegung. Die Gräben in der Welt sollten überwunden und nicht durch letztlich selbstmörderische Gewalt vertieft werden. [ende]



Zur Person: Der deutsche Psychoanalytiker und Psychosomatiker Horst-Eberhard Richter wurde 1923 in Berlin geboren. Er studierte Medizin, Philosophie und Psychologie und promovierte 1949 zum Dr. phil. und 1957 zum Dr. med. 1962 wurde Richter auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Psychosomatik nach Gießen berufen und gleichzeitig mit dem Aufbau einer Psychosomatischen Klinik betraut. Bis zu seiner Emeritierung 1991 war Richter Geschäftsführender Direktor dieses Zentrums. Seit 1992 leitet er in gleicher Eigenschaft das Frankfurter Sigmund-Freud-Institut. 1981 wurde Richter mit seiner Arbeit »Alle redeten vom Frieden« zur Leitfigur der Friedensbewegung. Im selben Jahr gehörte er zu den Gründern der westdeutschen Sektion der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Zitat:

»Die internationale Friedensbewegung nimmt immer wieder zu und dann wieder ab. Jetzt gerade wird sie wieder stärker, weil sich die Politik so ganz auf die Seite des Krieges stellt.« (Horst-Eberhard Richter)

Zitat:

»Die Gefahr ist, dass eine globale Wiederholung des »Modells Nahost« entsteht. Militärische Gewalt ändert nichts an der Gewalt, wie sie zum Beispiel durch Selbstmordattentate hervorgerufen wird.« (Horst-Eberhard Richter)



Quelle: heute-online (zdf), 29.03.02

Marschieren für den Frieden

Ostermärsche: Eine Tradition auf dem Rückweg?

Die Ostermärsche richten sich in diesem Jahr nicht nur gegen den Krieg, sondern auch gegen den Terror in der Welt. Die Friedensbewegung hofft, wegen der Terroranschläge in den USA und des Krieges gegen Afghanistan wieder mehr Menschen mobilisieren zu können.

29.03.2002

Der Höhepunkt der Bewegung, als Anfang der 80er Jahre Hunderttausende an Ostern gegen die atomare Rüstung auf die Straße gingen, ist aber längst überschritten.

Ursprung in England Die Ostermärsche haben ihren Ursprung in den 50er Jahren in Großbritannien in einer überparteilichen Kampagne für nukleare Abrüstung. Als deren geistiger Vater gilt der britische Philosoph Bertrand Russell, der auch zum ersten Präsidenten der Kampagne wurde.

In Deutschland gingen erstmals 1960 rund 1.000 religiös motivierte Pazifisten an den Ostertagen auf die Straße. 1968 demonstrierten Ostern 300.000 Menschen. Die Beteiligung kommunistischer Organisationen an den Kundgebungen führte jedoch schon 1970 - unter dem Eindruck des Einmarsches von Ostblock-Truppen in die CSSR - zum einstweiligen Aus.

700.000 Demonstranten in den 80ern Nach dem NATO-Beschluss, mit Pershing-2-Raketen und Cruise- Missile-Marschflugkörpern auf die Stationierung sowjetischer SS-20- Mittelstrecken-Raketen zu reagieren, erlebten die Ostermärsche eine Wiedergeburt. 1983 zogen mehr als 700.000 Demonstranten an Ostern durch das Land.

Nach der Einigung zwischen den USA und der UdSSR über den Abbau der atomaren Mittelstrecken-Waffen 1987 und dem Abzug der Pershings verlor die Ostermarsch-Bewegung eines ihrer Hauptthemen. Das Ende des Warschauer Pakts beschleunigte die Auflösungs-Erscheinungen.

Unterbrochen von einem leichten Wiederanstieg der Teilnehmer im Golfkrieg-Jahr 1991 und während des Kosovo-Krieges 1999 flaute die Resonanz ab. (Mit Material von dpa)



Quelle: SFB/ORB Infos-Radio-Nachrichten, 29.03.02, 14:25

Ostermärsche beginnen in Chemnitz, Leipzig und Dortmund In Chemnitz, Leipzig und Dortmund beginnen heute die traditionellen Ostermärsche.

Mit Demonstrationen und Kundgebungen wollen bundesweit mehrere tausend Menschen für die nicht-militärische Lösung von Konflikten werben.

Im Mittelpunkt der Aktionen steht in diesem Jahr nach Angaben der Organisatoren der so genannte Krieg gegen den Terrorismus. Die Friedensbewegung fordert unter anderem, dass sich die Bundeswehr nicht weiter an Militär-Aktionen der USA beteiligt. Stattdessen solle die Bundesregierung zur Entschärfung von Konflikten beitragen.

In Berlin haben mehr als sechzig Friedens-Initiativen und Gruppen für den Ostermontag zu Protest-Aktionen aufgerufen.



Quelle: tageschau, 29.03.02, 14 Uhr

Ostermärsche: Mehr Teilnehmer erwartet

In rund 40 deutschen Städten werden an den Osterfeiertagen Ostermärsche gegen Krieg und Terror veranstaltet. Karfreitag startete in Leipzig eine dreitägige Fahrradtour für den Frieden. Den Auftakt der Aktionen in acht nordrhein-westfälischen Städten bildete ein Mahngang in Dortmund.

Organisatoren erwarten mehr Teilnehmer

Im Osten Deutschlands wollen am Ostersonntag Aktivisten wieder gegen die militärische Nutzung der Brandenburger Kyritz-Ruppiner Heide und der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt protestieren. Diese Ostermärsche hatten in den vergangenen Jahren besonders großen Zulauf. Für die Kundgebung in Brandenburg hat sich Grünen-Chef Kuhn angesagt.

Am Ostermontag planen Demonstranten in Berlin ab 13.00 Uhr mit verschiedenen Aktionen Protest gegen die US-Militärpolitik.



Quelle: ap, 29.03.02, 16.39 Uhr

Friedensbewegung beginnt mit Ostermärschen

Frankfurt/Main (AP) Die Friedensbewegung hat am Karfreitag ihre traditionellen Ostermärsche aufgenommen. Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Gottesdiensten und Fahrradstafetten wollen Tausende Menschen bis Montag für nicht-militärische Konfliktlösungen, für Abrüstung, Gerechtigkeit und internationale Solidarität werben. In diesem Jahr stehe der "so genannte Krieg gegen den Terrorismus" im Mittelpunkt der Aktionen, teilte das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main mit.

Krieg selbst sei Terror, weil er die Zivilbevölkerung treffe und die zivile Infrastruktur zerstöre, sagte der Sprecher der bundesweiten Infostelle Ostermarsch 2002, Willi van Ooyen, in Frankfurt. Die Friedensbewegung forderte die Bundeswehr daher auf, sich nicht weiter an den Militäraktionen der USA zu beteiligen. Die deutschen Soldaten sollten aus den Kriegsaufmarschgebieten abgezogen werden. Statt uneingeschränkter Solidarität mit der US-Kriegspolitik müsse die Bundesregierung zur Deeskalation beitragen, da politische Probleme nur politisch gelöst werden könnten.

Die Ostermarschierer warfen Deutschland vor, so stark aufzurüsten wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Trotz unverantwortlicher Einsparungen bei den sozialen Aufgaben seien für die längerfristig geplanten 213 Rüstungsprojekte bis zu 120 Milliarden Euro vorgesehen.

Daneben forderte die Infostelle Ostermarsch 2002 gemeinsam mit der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung ein Ende der Spirale der Gewalt im Nahen Osten. Verurteilt wurde vor allem das "völkerrechtswidrige Vorgehen der israelische Regierung".

Aktionen der Friedensbewegung sind unter anderem in Leipzig (Karfreitag), München (Ostersamstag), Hamburg (Ostermontag) und Berlin (Ostermontag) geplant. Rund 3.000 Teilnehmer werden allein zu den Aktionen im Ruhrgebiet, die am Samstag in Duisburg beginnen. (Infos:
http://www.ostermarsch.info)



Quelle: dpa, 29.03.02

Ostermärsche 2002 gegen Terrorismus und Krieg gestartet

Leipzig (dpa)- Mit Demonstrationen in Chemnitz und Leipzig hat die Friedensbewegung im Deutschland am Karfreitag ihre diesjährige Ostermarsch-Kampagne begonnen. Auch in Dortmund, Neubrandenburg und im hessischen Bruchköbel wurde gegen die Anti-Terror-Strategie der Amerikaner und das deutsche Militär-Engagement protestiert. Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 Ostermärsche, Feste, Radtouren und Kundgebungen angekündigt.

Rund 170 Menschen zogen nach Polizeiangaben mit Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt von Chemnitz und protestierten gegen Terrorismus und Krieg. Von Leipzig aus waren am Morgen etwa 80 Teilnehmer nach einer Kundgebung zu einer Fahrradtour gestartet.

Die Chemnitzer Organisatoren wollten ein Zeichen für "gemeinsame Sicherheit und eine gerechte Welt" setzen. Sie verurteilten Krieg als Reaktion auf die verbrecherischen Terroranschläge in den USA und forderten Friedenspolitik sowie Hinwendung zu wirklicher Entwicklungshilfe. Voraussetzung seien Abrüstung und das Verbot von Waffenexporten. Im Verlaufe der in Leipzig gestarteten Radtour griff die Polizei in Grimma ein. "Sechs Jugendliche hatten sich geweigert, Hemden der DDR-Jugendorganisation FDJ auszuziehen. "Seit den 50er Jahren gehört die FDJ laut Gesetz zu den in der Bundesrepublik verbotenen Organisationen", stellte die Polizei fest.

Die meisten Teilnehmer erwartet das zentrale Organisationsbüro in Frankfurt am Main zu den Oster-Veranstaltungen in Berlin, im Ruhrgebiet, in Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Potsdam. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr zieht von Samstag bis Ostermontag unter dem Motto "Schluss mit der Kriegspolitik! Den Frieden vorbereiten!" durch das Ruhrgebiet. Berlin und Hamburg sind neben Frankfurt am Ostermontag die Hauptziele der Friedensbewegung.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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