Ostermär-
sche 2002


vom:
30.03.2002

update:
31.03.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002

 Echo/Presse

Pressespiegel 30.03.02 (Karsamstag) Presse / Agenturen

Netzwerk Friedenskooperative

30.03.02

taz: Frischer Wind für Pazifisten

RP: Friedensbewegung fordert Stopp der Bundeswehrbeteiligung

Kölnische Rundschau: Ostermärsche 2002 gegen Terrorismus und Krieg gestartet

Badische Zeitung: Eine Bewegung schläft ein

ND: Gastkolumne: Botschaft der Ostermärsche

taz: (Kommentar) Trotz alledem: Ostermärsche!

Nordkurier: Ostermarsch mit Radler-Protest

Hamburger MoPo: 60 Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

DNN: Ostermärsche finden in Sachsen wenig Teilnehmer

FR: DGB ruft zum Ostermarsch auf

Main-Echo: "Bedenkliche Schieflage"

LVZ: Mit FDJ-Hemd zum Ostermarsch - das fand die Polizei gar nicht lustig

WDZ: Ostermarsch mit Friedenspreis

Thüringer Allgemeine: Ostermarsch für Menschenrechte

Thüringer Allgemeine: Attac radelt Ostermarsch

taz HH: Ostermarsch auch durch die Strese

Donau Kurier: Ostermärsche gegen Krieg und Terror beginnen heute

ap: Mehrere tausend Menschen bei Ostermärschen

Vorarlberg-Online: Keine Zwischenfälle in Bregenz

afp: Deutlich regere Beteiligung an Ostermärschen als im Vorjahr





Quelle: taz, 30.03.02

Frischer Wind für Pazifisten

Der "Krieg gegen den Terror" bringt den Ostermärschen Zulauf, hoffen die Veranstalter. Grüne und PDS buhlen um die Gunst der Friedensfreunde. Die setzen aber lieber auf Globalisierungskritiker

von NADIA LEIHS

Das Jahr nach dem Ostermarsch 2001 war ernüchternd für Friedensbewegte: Die eingestürzten Türme in New York, die Bomben auf Afghanistan, die Niederlagen der grünen Pazifisten und jetzt die neuen Kriegspläne der USA.

Die Hoffnung der Organisatoren, dass die diesjährigen 60 Großveranstaltungen mehr Zulauf haben, könnte sich daher als berechtigt erweisen. Der "Kampf gegen den Terror" und die "Auseinandersetzung mit der Kriegspolitik der Bundesregierung" ist in Variationen Thema der Ostermarsch-Aufrufe. Im Kreise der Pazifisten hat sich massives Misstrauen gegenüber der rot-grünen Politik entwickelt. "Da gibt es Loslösungsprozesse, die ziemlich fundamental sind", analysiert Willi van Oojen vom Ostermarschbüro in Frankfurt.

Wie die PDS, die seit Anfang der Woche für die Ostermärsche wirbt, versuchen die Grünen Angelika Beer und Winni Nachtwei die alte Klientel mit einem eigenen Aufruf einzufangen. "Diese Kritik nehmen wir ernst", antworteten sie auf die Rüge für ihre Politik, die Kritiker übersähen allerdings die "Dilemmata einer Politik gegenüber akuter Gewalt". Das wird die Grünen aber kaum mit dem harten Kern der Friedensbewegung aussöhnen, der "die Relegitimierung des Militärischen als Instrument der Politik" verurteilt, wie Kai-Uwe Dosch von der Deutschen Friedensgesellschaft.

Zu den Hochzeiten der Ostermärsche demonstrierten bis zu 700.000 Menschen gegen die nukleare Aufrüstung. Nach dem Ende des Kalten Krieges sei die Bedrohung für die meisten Menschen zu abstrakt geworden, um den Protest weiterzutragen, glauben Soziologen und Politikwissenschaftler. Seit Anfang der 90er-Jahre nehmen die Teilnehmerzahlen ab, die Nachricht vom Tod der Friedensbewegung macht jedes Jahr die Runde. "Wir sind zurzeit nicht in der Lage, mit einer Massenbewegung politische Veränderungen zu erzwingen", gesteht Willi van Oojen ein. Friedensaktivist Dosch hält dagegen: "Es geht nicht um Zahlen, sondern um Themen."

Die haben sich seit 1960 kaum verändert, findet Renate Kirstein vom Hamburger Friedensforum. Die 62-Jährige ist seit 1961 fast jedes Jahr dabei - und sagt: "Die Flugblätter von vor 20 Jahren könnte man heute noch nehmen." Politischen Einfluss will sie der Friedensbewegung damit nicht absprechen. Sie glaubt sogar, die Kohl-Regierung hätte sich 1991 im Golfkrieg nicht nur auf finanzielle Unterstützung beschränkt, wären die Pazifisten nicht auf die Straße gegangen.

Aktivisten wie Kirstein wird es aber künftig nicht mehr geben, prognostiziert Kristian Golla von der Bonner Friedenskooperative, die meisten seien nur noch für "punktuelles Engagement" zu mobilisieren. Dieser Prognose zum Trotz setzen viele Pazifisten jetzt auf die Unterstützung der Globalisierungskritiker. Das Netzwerk Attac ruft erstmals zu Ostermärschen auf und will frischen Wind in die Aktionen bringen, sagt Sprecher Sascha Kimpel. Die Analyse der neuen, globalen Weltordnung und der Nord-Süd-Konflikte soll die Friedensbewegung runderneuern.

taz Nr. 6713 vom 30.3.2002, Seite 7, 102 Zeilen (TAZ-Bericht), NADIA LEIHS



Quelle: Rheinische Post, 30.03.02

Friedensbewegung fordert Stopp der Bundeswehrbeteiligung

Ostermärsche gegen den Terrorkrieg

Frankfurt/Main (rpo). Die traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung stehen dieses Jahr ganz im Zeichen des "sogenannten Krieges gegen den Terror. Tausende Menschen werben auf Demonstrationen und bei Gottesdiensten für friedliche Konfliktlösungen in den aktuellen Krisenregionen.

Mit Demonstrationen, Kundgebungen, Gottesdiensten und Fahrradstafetten wollen Tausende Menschen bis Montag für nicht-militärische Konfliktlösungen, für Abrüstung, Gerechtigkeit und internationale Solidarität werben. In diesem Jahr stehe der "so genannte Krieg gegen den Terrorismus" im Mittelpunkt der Aktionen, teilte das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main mit.

Krieg selbst sei Terror, weil er die Zivilbevölkerung treffe und die zivile Infrastruktur zerstöre, sagte der Sprecher der bundesweiten Infostelle Ostermarsch 2002, Willi van Ooyen, in Frankfurt. Die Friedensbewegung forderte die Bundeswehr daher auf, sich nicht weiter an den Militäraktionen der USA zu beteiligen. Die deutschen Soldaten sollten aus den Kriegsaufmarschgebieten abgezogen werden. Statt uneingeschränkter Solidarität mit der US-Kriegspolitik müsse die Bundesregierung zur Deeskalation beitragen, da politische Probleme nur politisch gelöst werden könnten.

Die Ostermarschierer warfen Deutschland vor, so stark aufzurüsten wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr. Trotz unverantwortlicher Einsparungen bei den sozialen Aufgaben seien für die längerfristig geplanten 213 Rüstungsprojekte bis zu 120 Milliarden Euro vorgesehen.

Daneben forderte die Infostelle Ostermarsch 2002 gemeinsam mit der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung ein Ende der Spirale der Gewalt im Nahen Osten. Verurteilt wurde vor allem das "völkerrechtswidrige Vorgehen der israelische Regierung".

Aktionen der Friedensbewegung sind unter anderem in Leipzig (Karfreitag), München (Ostersamstag), Hamburg (Ostermontag) und Berlin (Ostermontag) geplant. Rund 3.000 Teilnehmer werden allein zu den Aktionen im Ruhrgebiet, die am Samstag in Duisburg beginnen. (Infos:
http://www.ostermarsch.info)



Quelle: Kölnische Rundschau, 30.03.02

Ostermärsche 2002 gegen Terrorismus und Krieg gestartet

Geringe Beteiligung zum Auftakt

Chemnitz/Leipzig. (dpa) Mit Demonstrationen in Chemnitz und Leipzig hat die Friedensbewegung im Deutschland am Karfreitag ihre diesjährige Ostermarsch-Kampagne begonnen. Initiativen demonstrierten gegen die Anti-Terror-Strategie der Amerikaner und das deutsche Militär-Engagement.

Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 Ostermärsche, Feste, Radtouren und Kundgebungen angekündigt. Rund 170 Menschen zogen nach Polizeiangaben mit Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt von Chemnitz und protestierten gegen Terrorismus und Krieg. Von Leipzig aus waren am Morgen etwa 80 Teilnehmer zu einer Fahrradtour gestartet.

Die Chemnitzer Organisatoren wollten ein Zeichen für "gemeinsame Sicherheit und eine gerechte Welt" setzen. Sie verurteilten Krieg als Reaktion auf die verbrecherischen Terroranschläge in den USA und forderten Friedenspolitik sowie Hinwendung zu wirklicher Entwicklungshilfe. Voraussetzung seien Abrüstung und das Verbot von Waffenexporten.

Die meisten Teilnehmer erwartet das zentrale Organisationsbüro zu den Veranstaltungen in Berlin, im Ruhrgebiet, in Frankfurt, München, Stuttgart und Potsdam.



Quelle: Badische Zeitung, 30.03.02

Eine Bewegung schläft ein

Von Stefan Hupka

Die Ostermärsche sind am Ende. Für ihre schlichten Feindbilder findet sich kaum Nachwuchs

Chemnitz war gestern Schauplatz eines Großereignisses. Das heißt nicht, dass die Stadt davon etwas bemerkt haben müsste. In Chemnitz begann die Friedensbewegung ihre diesjährige Ostermarsch- Kampagne. Man hätte sie auch für einen Betriebsausflug halten können: Weniger als 200 nahmen teil - obwohl das Wetter marschfreundlich war wie selten und die Zeiten so kriegerisch sind wie nie. Offiziell haben die Organisatoren das Köpfezählen vor längerer Zeit aufgegeben. Die Ostermärsche, behaupten sie, seien "nicht der Zählappell der Friedensbewegung". Was dann?

Man soll nicht unterschlagen, dass auch in Leipzig etwas los war: ein Ostermarsch per Fahrrad. 80 verbanden das Angenehme mit dem Nützlichen und radelten mit. Nach einer nicht allzu kühnen Prognose werden die Osterfeiertage keinen größeren Mobilisierungsschub bringen. Was ist los? Die Nato steht auf dem Balkan, der Afghanistan-Krieg ist noch im Gange, die Bundeswehr steckt mitten drin, der amerikanische Präsident möchte neue Atomwaffen bauen und womöglich Irak angreifen. Und die deutsche Friedensbewegung? Geht nicht mehr hin, wenn demonstriert wird.

Goethe ahnte, warum er Faust an Ostern nicht marschieren sondern spazieren ließ. Wer spaziert, lüftet die Gedanken, wer marschiert, braucht ein Ziel. Die deutsche Friedensbewegung hatte einmal ein Ziel. 1968, als 300 000 an Ostern mitmarschierten, protestierte sie etwa gegen die Notstandsgesetze, in denen sie Obrigkeitsstaat und Kriegstreiberei erblickte. 1982, auf dem Höhepunkt der Debatte um Atomraketenstationierung, gingen mehr als eine Million gegen die Pläne auf die Straße. Und heute treffen sich 170 Pazifisten zum gemeinsamen Osterspaziergang.

Das Einschlafen der Ostermarsch-Bewegung ist nicht nur Resignation. Dass sie politisch erfolglos war, hat die Bewegung früher ja auch nicht gekümmert. Aber heute kommt manches hinzu. Und anderes fehlt. Es fehlt zum Beispiel Gewissheit. In dieser Hinsicht hatten der Kalte Krieg und sein Gleichgewicht des atomaren Schreckens nachgerade etwas Gemütliches. Damals herrschte Gewissheit, dass Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ausscheidet, weil er - zumindest in Europa - das dauerhafte Ende jeder Politik mit sich bringen würde. Heute dagegen gilt Krieg wieder als Mittel der Politik, und das sogar bei Politikern, die früher an Ostern mitzumarschieren pflegten.

Es fehlt heute zwar nicht an der Gewissheit, dass Kriege wie im Kosovo und in Afghanistan mit rechtzeitiger, vorausschauender Friedenspolitik grundsätzlich vermeidbar gewesen wären. Nur wenige aber vertreten die Gewissheit, dass man diese Kriege - auch dann noch, als sich herausstellte, dass Prävention versagt oder nicht stattgefunden hat - um keinen Preis hätte führen dürfen. Vermutlich ist deren Zahl nicht viel größer als die der Ostermarschierer an diesem Wochenende.

Es gibt in Mitteleuropa auch nicht mehr so viele Leute, die wie früher zu Vietnamkriegszeiten die Kriegsschuld kurz und bündig stets bei den Vereinigten Staaten und ihrem jeweiligen Präsidenten sehen. Auch da war das Marschieren und Skandieren im Kalten Krieg irgendwie einfacher. Kriegsherr George W. Bush mag als verkappter Friedenspolitiker vielen suspekt sein. Ganz so kindlich-naiv wie zu Ronald Reagans Zeiten wird die deutsche Friedensbewegung ihren Antiamerikanismus dennoch nicht mehr zelebrieren können.

Die Ostermarsch-Bewegung samt ihren traditionellen Ausdrucksformen - Latschdemo mit Sprechgesang - ist am Ende. Es mangelt ihr an Nachwuchs, der bereit wäre, ihre klaren Feindbilder und einfachen Gewissheiten zu teilen. Das heißt nicht, dass es keinen Nachwuchs gäbe. Nur hat sich dieser längst in einer ganz anderen Bewegung zusammengefunden, bei den so genannten Globalisierungsgegnern - Sammelbegriff einer internationalen, unübersichtlichen Vielfalt verschiedener Gruppen, Aktionsformen und Gewissheiten. Was immer man über diese neue Bewegung im Einzelnen denken mag, sie passt in die Zeit, denn sie stellt zeitgemäße Fragen. (
http://www.badische-zeitung.de/1017479085479)



Quelle: Neues Deutschland, 30.03.02

Gastkolumne: Botschaft der Ostermärsche

Von Wolfgang Gehrcke

Christ ist erstanden von der Marter alle. Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? Etwas von dieser Osterbotschaft teilte sich sonst auch dem bekennenden Atheisten mit. Dieses Jahr will der Funke nicht überspringen. Ich bin zornig. Und ich habe auch Angst. Da ist der Stachel des Todes. Deutschland hat zwei Kriege in drei Jahren geführt, 10000 deutsche Soldaten sind im Auslandseinsatz in Afghanistan, Usbekistan, Georgien, Kosovo, Mazedonien, Bosnien, Kenia, Kuweit, vor Somalia.

Die Zeit nach der Systemkonkurrenz entblößt sich nur als neue Etappe neuer Kriege - und Deutschland ist wieder dabei. Als ob sie die durch Verlangsamung verlorene Zeit aufholen müsse, dreht sich die Rüstungsspirale mit atemberaubender Geschwindigkeit. Und wir, die wir das ablehnen, kehren zum Ursprung des Ostermarschs zurück, der erstmals 1960 von Bergen-Hohne nach Hamburg unter der Losung zog "Wir werden solange nicht ruh`n, wie der Atomtod uns bedroht".

Damals herrschte Kalter Krieg. Heute ist eine Weltmacht übrig geblieben, sie hat die Mächtigen hinter sich, die Rüstungslobby, die Erdölindustrie, das Finanzkapital. An der Spitze der US-Regierung stehen unberechenbare Leute, beseelt vom Sendungsbewusstsein religiöser Eiferer, getrieben vom unbedingten Willen zur Macht, maßlos in ihrem Anspruch auf Weltherrschaft.

Entsprechend schrill klingen die Töne aus dem Pentagon wie George Bushs "Die ganze Welt ist unser Schlachtfeld." In Europa, auch unter meinen Kolleginnen und Kollegen im Bundestag, werden diese deutlichen Worte gern heruntergespielt, als ob sie woomms und bänngs aus Comics wären. Diese europäische Arroganz mache ich nicht mit. Ich nehme die Worte und Taten der Washingtoner Regierung ernst. Sie führt Krieg in Afghanistan, sie militarisiert den Weltraum, modernisiert die Atomwaffen, erklärt China, Russland, sogar Staaten, die überhaupt keine Atomwaffen besitzen, zu möglichen Zielen eines atomaren Erstschlags. Sie hat den ABM-Vertrag gekündigt, die B-Waffenkontrolle blockiert, die Kontrollorganisationen zum C-Waffenabkommen finanziell lahm gelegt. Sie ist dem Internationalen Strafgerichtshof nicht beigetreten, missachtet das Völkerrecht und das humanitäre Kriegsrecht, die Klimavereinbarung von Kyoto hat sie verlassen usw. usf..

Und die Bundesregierung übt "uneingeschränkte Solidarität", Außenminister Fischer doziert: "Wir haben die USA nicht zu kritisieren." Daraus spricht nicht nur Unterwürfigkeit, sondern auch Eigeninteresse. Schließlich wird die Welt neu aufgeteilt, Washington hat das Sagen, wer ein Stück abbekommen will, muss sich mit den USA verbünden.

Unterhalb der offiziellen "uneingeschränkten Solidarität" lanciert Rot-Grün die Botschaft: Wir müssen mitmachen, um das Schlimmste zu verhindern. Sie trauen George Bush auch nicht ganz über den Weg. Nur: Sie haben sich verkalkuliert. Wer im Vorfeld beteuert, dass er alles mitmacht, braucht nicht mehr gefragt zu werden. Einfluss nehmen kann er schon gar nicht. Auch aus diesem Grund ist es eine Katastrophe, dass Gerhard Schröder die deutsche Beteiligung am Irak-Krieg zugesagt hat, wenn er unter UN-Mandat stattfindet. Das ermuntert die USA, zuzuschlagen. Und die deutschen Fuchs-Panzer sind dabei. Fragt sich nur, ob sie gegen die Waffen Saddam Husseins nützen sollen oder gegen die A-, B- oder C-Waffen der US-Army.

Rot-Grün hat Krieg wieder zum Mittel der Politik gemacht, darauf kann Stoiber aufbauen. Noch wird deutsche Kriegsbeteiligung als "ultima ratio" dargestellt, als letztes Mittel. Das waren alle Kriege zu allen Zeiten. Krieg steht nie am Anfang eines Konflikts, Krieg steht am Ende - aber nur dann, wenn er von Anfang an als Möglichkeit einkalkuliert ist.

Diese Möglichkeit schließt die PDS aus. Für die PDS ist Krieg kein Mittel der Politik. Bei aller Wertschätzung für den Konsens: Zwischen ein bisschen Krieg und nie wieder Krieg gibt es keinen Kompromiss.

Als einer der Aktiven in der Ostermarschbewegung weiß ich aus Erfahrung: Die sich als Herren der Welt dünken, verstehen nur eine Sprache, die Sprache großer Protestbewegungen. Die haben den Vietnamkrieg beendet, die Nachrüstung verzögert, sie werden den Atomtod überwinden und Wege zu einem gerechten Frieden für alle Menschen eröffnen. Das ist die Botschaft der Ostermärsche.

Der 58-jährige Journalist ist außenpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Bundestag.

(ND 30.03.02)



Quelle: taz (kommentar) 30.03.02

DIE AUFGEREGTEN AUFRUFE DER FRIEDENSBEWEGUNG SIND ABSCHRECKEND

Trotz alledem: Ostermärsche!

Es gibt es so viele Anlässe zum Protest wie schon seit Jahren nicht. Dementsprechend scharf und aufgeregt rufen die Organisationen der Friedensbewegung zu den Ostermärschen auf - und ahnen doch, dass trotz des Afghanistankrieges nicht allzu viele Menschen kommen werden, um in Berlin oder München, Leipzig oder Hamburg zu demonstrieren.

Die Aufrufe der Friedensbewegung lesen sich in Teilen wie eine Variante von George W. Bushs unsinniger "Achse des Bösen" - in diesem Fall: USA, Nato, Bundeswehr und Kapital. Wenn man den Aufrufen glaubt, haben erst die USA Afghanistan zerstört und nicht 23 Jahre Krieg, ist die erfreulicherweise unterfinanzierte Bundeswehr auf dem Sprung zur militärischen Imperialmacht und der 11. September ein willkommener, womöglich hausgemachter Vorwand für die US-Kriegstreiber zum Ausbau der weltweiten Hegemonie.

Schon in der Anti-Pershing-Bewegung Anfang der 80er-Jahre, als noch Hunderttausende protestierten, hatten wir, die Linke, Schwierigkeiten, mit der Vielschichtigkeit von Politik umzugehen: Galten uns die US-Unterstützung für Lateinamerikas Militärdiktaturen und der Contra-Krieg in Nicaragua als Beweis für die Aggressivität der westlichen Weltmacht, fanden wir kaum Worte für den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan oder das andauernde Unrecht der Diktaturen Osteuropas. Um klare Positionen dazu drückten wir uns mit dem an sich ja richtigen Argument, wir müssten zuerst vor der eigenen Haustür kehren.

Auch der 11. September hat die Friedensbewegung zunächst verstummen lassen. So wenig, wie die US-Gesellschaft damit zurechtkam, dass sie erstmals auf eigenem Boden attackiert worden war, konnte die Friedensbewegung damit umgehen, dass US-Amerikaner, einfache Bürger zumal, plötzlich Opfer waren. Erst als die Regierung Bush damit begann, den Afghanistankrieg vorzubereiten, fand die Bewegung ihre Sprache wieder.

Muss man angesichts der simplen Aufrufe also zu Hause bleiben statt zu demonstrieren? Nein. Denn es stimmt ja, dass in Washington derzeit eine Regierung amtiert, die sich globaler Rechtsstaatlichkeit verweigert und ihren Führungsanspruch militärisch durchsetzt. Und es ist zu wichtig, die europäischen Regierungen dazu aufzufordern, die Politik zu zivilisieren und Alternativen aufzuzeigen. Dazu braucht es eine Friedensbewegung. Und um deren Gesicht mitzuprägen, muss es dann wohl auch mal sein, etwas verloren zwischen PDS- und Linksruck-Block einfach mitzugehen.

BERND PICKERT



Quelle: Nordkurier, 30.03.02

Ostermarsch mit Radler-Protest

Station in Neustrelitz

Mecklenburg-Strelitz. Mit einer Radtour will die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner gegen den geplanten Luft-Boden-Schießplatz bei Wittstock protestieren. Heute ab 9 Uhr fahren die Demonstranten von Neustrelitz ab über Wesenberg (12 Uhr), Mirow (13.30 Uhr) nach Flecken Zechlin (etwa 16 Uhr). Am morgigen Sonntag wollen sie dann am Ostermarsch der "FREIen HEIDe" teilnehmen. Mitfahrer sind auch auf Teilstrecken willkommen, hieß es.



Quelle: Hamburger MoPo, 30.03.02

Friedensbewegung

60 Aktionen gegen Krieg und Terror geplant

Hamburg gehört zum Hauptziel der Demonstrationen

Frankfurt/Main (dpa) - Mit rund 60 Ostermärschen, Festen, Radtouren und Kundgebungen demonstriert die Friedensbewegung an Ostern gegen Krieg und Terror. Die meisten Teilnehmer erwartet das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main zu den Veranstaltungen in Berlin, dem Ruhrgebiet, Frankfurt, München, Stuttgart und Potsdam.

In Frankfurt spricht am Ostermontag der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter. Neben Frankfurt steht am Ostermontag auch Kassel auf dem Programm der Friedensbewegung. "Den Terror bekämpfen - Kriege verhindern" lautet das Thema des Ostermarschs, zu dem der DGB aufgerufen hat.

In Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist der Samstag vor Ostern der wichtigste Tag der Friedensbewegung. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr zieht sich von Samstag bis Ostermontag unter dem Motto "Schluss mit der Kriegspolitik! Den Frieden vorbereiten!" durch das Ruhrgebiet.

Der Ostermarsch in Potsdam am Karsamstag führt vom Bahnhof zum NATO-Koordinierungsstandort in der von Tresckow-Kaserne. "Eine Welt ohne Krieg ist möglich" lautet das Thema des Ostermarsches am Samstag in Hannover. In München heißt es bei einem Demonstrationszug: "Krieg ist kein Mittel gegen Terror - Krieg ist Terror." Das Friedensnetz in Stuttgart ruft ebenfalls am Samstag zu einem Ostemarsch mit dem Thema "Stoppt die Spirale der Gewalt" auf. Bei einem Ostermarsch in Bremen unter dem Motto "Für eine Welt des Friedens" spricht Horst Schmitthenner vom Vorstand der IG Metall.

Berlin und Hamburg sind neben Frankfurt am Ostermontag die Hauptziele der Friedensbewegung. In Hamburg lautet das Thema des Ostermarsches "Aufstehen für den Frieden! Eine andere Welt ist möglich". In Berlin sind Mahnwachen, Rad- und Motorrad-Fahrten und Demonstrationen geplant.



Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten (Lokales), 30.03.02

SACHSEN

Ostermärsche finden in Sachsen wenig Teilnehmer

Am Sonntag Antifa-Demonstration in Sebnitz

Chemnitz/Leipzig/Sebnitz. Mit einer Demonstration in Chemnitz hat die Friedensbewegung am Karfreitag in Sachsen ihre diesjährige Ostermarsch-Kampagne begonnen. Rund 170 Personen zogen nach Polizeiangaben mit Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt von Chemnitz und protestierten gegen Terrorismus und Krieg. Von Leipzig aus waren am Morgen etwa 80 Teilnehmer nach einer Kundgebung zu einer Fahrradtour gestartet. Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 Ostermärsche, Feste, Radtouren und Kundgebungen angekündigt.

Die Chemnitzer Organisatoren wollten ein Zeichen für "gemeinsame Sicherheit und eine gerechte Welt" setzen. Sie verurteilten Krieg als Reaktion auf die verbrecherischen Terroranschläge in den USA und forderten Friedenspolitik sowie Hinwendung zu wirklicher Entwicklungshilfe. Voraussetzung dessen seien Abrüstung und das Verbot von Waffenexporten.

Im Verlaufe der in Leipzig gestarteten Radtour griff die Polizei in Grimma ein. "Wir haben die Personalien von sechs Personen festgestellt", sagte ein Polizeisprecher. Die Jugendlichen hätten sich geweigert, die Hemden der DDR-Jugendorganisation FDJ auszuziehen. "Seit den 50er Jahren gehört die FDJ laut Gesetz zu den in der Bundesrepublik verbotenen Organisationen." Obwohl die Betroffenen dann doch ihre Jacken überstreiften, müssten sie mit entsprechenden Anzeigen rechnen.

Die Radtour erreicht am Ostersonntag Sebnitz und soll dort mit einer antifaschistischen Demonstration abgeschlossen werden. Die "Initiative gegen Rassismus Sächsische Schweiz" hatte die Demonstration unter dem Motto "Gegen den faschistischen, rassistischen und antisemitischen Mainstream" angekündigt, die mit Auflagen vom Landratsamt in Pirna genehmigt wurde. Antifaschistische Gruppen befürchten Stör-Aktionen von Neonazis. Die Polizeidirektion Pirna wird ein größeren Aufgebot einsetzen. "Wir werden Konfrontationen verhindern", sagte Polizeisprecher Gerhard Wellner. Bereits im Vorfeld der Demonstration werde es umfangreiche Kontrollen geben.

Einen weiteren Ostermarsch in Sachsen hat das "Netzwerk Frieden" für Samstagvormittag in Zwickau angekündigt. "Wir haben 150 Personen angemeldet, rechnen aber angesichts der aktuellen Ereignisse mit höherer Teilnehmerzahl", sagte Netzwerk-Sprecher Uwe Schuch. Unter dem Motto "Bomben brauchen keinen Mut" einem Brecht-Zitat soll gegen jede bewaffnete Konfliktlösung protestiert werden. (Eig. Ber./th/dpa/sn)



Quelle: Frankfurter Rundschau (Lokales) 30.03.02

Friedensbewegung

DGB ruft zum Ostermarsch auf

Der DGB-Vorsitzende für die Region Frankfurt-Rhein-Main, Harald Fiedler, hat zur Teilnahme am diesjährigen Ostermarsch aufgerufen. Die Abschlusskundgebung des Ostermarsches am Ostermontag auf dem Römerberg ist für 13 Uhr vorgesehen. Dabei sind der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter und IG-Metall-Vorstand Horst Schmitthenner als Redner angekündigt.

Der Kampf gegen den Terrorismus drohe in Kriege gegen politisch missliebige Staaten ausgeweitet zu werden, heißt es in einer Presseerklärung von DGB-Chef Fiedler. Bemühungen um zivile Konfliktlösungen würden so erschwert. Das Motto des diesjährigen Ostermarsches lautet "Gemeinsam gegen Krieg und Terror". Das Ostermarschbüro hat seinen Sitz im Gewerkschaftshaus in der Wilhelm-Leuschner-Straße.

Weiter haben unter anderem die Friedensinitiative Rödelheim, die Naturfreunde Frankfurt und die Frankfurter Schülerinitiative für den Frieden zum Mitmarschieren für den Frieden aufgerufen. Der Frankfurter Ostermarsch startet am Ostermontag, 1. April, um 10.30 Uhr vom Rödelheimer Bahnhof, um 11 Uhr vom Offenbacher Rathaus, um 11.30 Uhr vom Weißen Stein, Eschersheim, sowie um 11.30 Uhr vom Bruchfeldplatz in Niederrad. Von dort setzen sich die Friedenskämpfer dann in Richtung Römerberg in Bewegung. (emem)



Quelle: Main-Echo (Lokales) 30.03.02

Aus der Region - Hanau

"Bedenkliche Schieflage"

Kundgebung: Terror und Krieg veränderten Weltpolitik Main-Kinzig-Kreis.

Rund 150 Menschen haben am Karfreitag in Bruchköbel für weltweiten Frieden und gegen jeden Einsatz militärischer Mittel zur Lösung internationaler Konflikte demonstriert. Die "traurige Aktualität des 11. September", wie der Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Arno Enzmann, es formulierte, hatte der traditionellen Ostermarsch-Kundgebung auf dem Freien Platz eine deutlich höhere Beteiligung als in den vergangenen Jahren beschert.

Terror und Krieg haben die Weltpolitik nach Ansicht des DGB-Vorsitzenden Enzmann, der sich ebenso wie später der Hauptredner Peter Gingold entschieden gegen jegliche deutsche Beteiligung an internationalen Militäreinsätzen aussprach, eine bedenkliche Schieflage gebracht. Statt sich drängenden Problemen der Menschheit anzunehmen, etwa der Bekämpfung der Armut und einer Eindämmung der Flüchtlingsströme, proklamierten die Mächtigen der westlichen Welt den "Kampf zwischen Gut und Böse" und bauten eine Achse angeblicher "Schurkenstaaten" als neues Feindbild auf , hieß es. Eine Kontinuität der Kriegspolitik erkannte Peter Gingold, Veteran der Friedensbewegung und Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts, in der aktuellen deutschen Außenpolitik. Unter dem Beifall der zahlreichen Zuhörer beschwor Gingold Erinnerungen an die Leiden der Völker während des Zweiten Weltkrieges und zeigte gesellschaftspolitische Parallelen zwischen der Weimarer Republik und der aktuellen Stimmungslage in der Bundesrepublik. Dass Deutschland sich letztlich doch wieder an einem Krieg beteilige, überrasche ihn indessen nicht: Diese Entwicklung habe mit der Wiederbewaffnung in den Fünziger Jahren ihren Anfang genommen, im NATO-Beitritt, der Aufrüstung und im "verordneten Antikommunismus" des Kalten Krieges ihre Fortsetzung gefunden.

Montag weitere Veranstaltungen

Die Kundgebung in Bruchköbel, mit Friedensliedern von Ferdinand Hareter musikalisch begleitet, endete traditionsgemäß in einem Friedensfest an der "Dicken Eiche". Am Ostermontag finden im Raum Frankfurt weitere Ostermarsch-Veranstaltungen statt, die um 13 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Römerberg ihren Abschluss finden sollen. (kko)



Quelle: Leipziger Volkszeitung, 30.03.02

Mit FDJ-Hemd zum Ostermarsch - das fand die Polizei gar nicht lustig

Jugendliche mit Blauhemden bei Radtour in Grimma gestoppt / Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 Aktionen angekündigt

Grimma/Chemnitz. Sie wollten gegen Terror und Krieg radeln und handelten sich prompt Kontakt mit der Staatsmacht ein. Doch das lag nicht am Anliegen ihrer Ostermarsch-Aktion. Sechs Jugendliche Teilnehmer einer von Leipzig gestarteten Fahrradtour wurden in Grimma von der Polizei von ihren Rädern geholt, weil sie Blauhemden der DDR-Jugendorganisation FDJ trugen und sich weigerten, diese auszuziehen. "Wir haben die Personalien von sechs Personen festgestellt", sagte ein Polizeisprecher und erklärte, "seit den 50er Jahren gehört die FDJ laut Gesetz zu den in der Bundesrepublik verbotenen Organisationen." Obwohl die Betroffenen dann doch ihre Jacken überstreiften, müssten sie mit Anzeigen rechnen.

Ostermärsche fanden gestern in vielen Teilen der Bundesrepublik statt. Mit einer Demonstration in Chemnitz begann die Friedensbewegung in Sachsen ihre diesjährige Ostermarsch-Kampagne. Rund 170 Personen zogen nach Polizeiangaben mit Transparenten und Plakaten durch die Innenstadt von Chemnitz und protestierten gegen Terrorismus und Krieg. Bundesweit sind über die Feiertage rund 60 Ostermärsche, Feste, Radtouren und Kundgebungen angekündigt.

Die Chemnitzer Organisatoren wollten ein Zeichen für "gemeinsame Sicherheit und eine gerechte Welt" setzen. Sie verurteilten Krieg als Reaktion auf die verbrecherischen Terroranschläge in den USA und forderten Friedenspolitik sowie Hinwendung zu wirklicher Entwicklungshilfe. Voraussetzung dessen seien Abrüstung und das Verbot von Waffenexporten.

Einen weiteren Ostermarsch in Sachsen hat das "Netzwerk Frieden" für heute Vormittag in Zwickau angekündigt. "Wir haben 150 Personen angemeldet, rechnen aber angesichts der aktuellen Ereignisse mit höherer Teilnehmerzahl", sagte Netzwerk-Sprecher Uwe Schuch. Unter dem Motto "Bomben brauchen keinen Mut" einem Brecht-Zitat soll gegen jede bewaffnete Konfliktlösung protestiert werden.

Auch in Dortmund, Neubrandenburg und Bruchköbel (Hessen) wollten Initiativen gegen die Anti-Terror-Strategie der Amerikaner und das deutsche Militär-Engagement protestieren. Die meisten Teilnehmer erwartet das zentrale Organisationsbüro in Frankfurt am Main zu den Veranstaltungen in Berlin, dem Ruhrgebiet, Frankfurt, München, Stuttgart und Potsdam. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr zieht von heute bis Ostermontag unter dem Motto "Schluss mit der Kriegspolitik! Den Frieden vorbereiten!" durch das Ruhrgebiet.

Die Märsche haben ihren Ursprung in den 50er Jahren in Großbritannien in einer überparteilichen Kampagne für nukleare Abrüstung. In Deutschland gingen erstmals 1960 rund 1000 Pazifisten auf die Straße. 1968 demonstrierten rund 300 000 Menschen. Nach der Einigung zwischen den USA und der damaligen UdSSR über den Abbau der atomaren Mittelstrecken-Waffen 1987 und dem Abzug der Pershings verlor die Ostermarsch-Bewegung eines ihrer Hauptthemen. Unterbrochen von einem leichten Wiederanstieg der Teilnehmer im Golfkrieg-Jahr 1991 und während des Kosovo-Krieges 1999 flaute die Resonanz ab. (Eig. Ber./dpa) (Internet:
http://www.ostermarsch.info)



Quelle: Westdeutsche Zeitung (Lokales), 30.03.02 - Düsseldorf Stadt

Ostermarsch mit Friedenspreis

Düsseldorf. Lange lag sie darnieder, die Friedensbewegung. Vielleicht findet sie nun angesichts der Terrorfolgen und der aktuellen Weltlage wieder mehr Zulauf.

An diesem Wochenende finden in acht Städten in NRW Ostermärsche gegen Krieg und Terror statt. In Düsseldorf haben sich mehrere Initiativen zusammengeschlossen.

Am Samstag werden in der Innenstadt etwa 1.000 Demonstranten erwartet. Beginn der Veranstaltung ist um 14 Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz. Dort wird der erste "Düsseldorfer Friedenspreis" verliehen. "Er geht an eine Frau aus Düsseldorf, die schon lange in der Friedensbewegung aktiv ist", sagt Organisatorin Erika Bosch vom Antikriegsbündnis "Menschen für den Frieden". Danach rappt dort ein Vietnam-Veteran.

Auf dem Weg durch die Innenstadt zum Rathausplatz könnte es zu kurzzeitigen Straßensperrungen kommen. Die Polizei rechnet aber nicht mit großen Behinderungen. Ab 15 Uhr wird dann auf dem Rathausplatz ein "Friedensfest" gefeiert mit Musik (unter anderem von Antonella Selerio) und einem "afghanischen Friedensfreund".

Die drei Düsseldorfer Friedensgruppen ("Menschen für den Frieden", "Friedensforum" und "Ökumenisches Friedensnetz") werden von Aktiven aus der Region unterstützt. Friedensbewegte aus dem Ruhrgebiet kommen per Zug, solche aus Köln gar per Schiff. Sie legen in der Altstadt an und bringen ein Kunstwerk aus Leitern mit, das von jedem Demonstranten angereichert werden kann.



Quelle: Thüringer Allgemeine (Lokales) 30.03.02

Ostermarsch für Menschenrechte

SONDERSHAUSEN. Das "Bündnis gegen Rechts" im Kyffhäuserkreis ruft noch einmal alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme am ersten Sondershäuser Ostermarsch auf. Die Veranstaltung, die am heutigen Samstag 14.30 Uhr mit einem ökumenischen Friedensgebet in der katholischen Kirche am Elisabethplatz (Kreisverkehr) in Sondershausen beginnt, trägt das Motto "Menschenrechte achten im Kyffhäuserkreis und überall". Nach dem Friedensgebet verläuft der Marsch durch die Innenstadt und endet nach Angaben der Organisatoren mit einem kleinen Fest auf dem Marktplatz. Die Aktion soll Zeichen für Toleranz und Gewaltfreiheit setzen.



Quelle: Thüringer Allgemeine (Lokales) 30.03.02 (Weimar)

Attac radelt Ostermarsch

WEIMAR (rd).Zur Teilnahme am heutigen Ostermarsch per Drahtesel hat die im Februar gegründete Attac-Regionalgruppe Weimar/Jena aufgerufen. "In unseren Tagen ist Stillhalten und Krieg führen wieder in Mode gekommen: Das mächtigste Land der Erde schickt sich an, eventuell auch Atomwaffen gegen die von ihm ausgewählten Feinde einzusetzen", begründeten die Initiatoren ihr Engagement unter dem Motto "Gegen Gewalt und Terror - Kriege verhindern!" Die Radtour führt von Weimar nach Jena. Auftakt ist um 11 Uhr auf dem Theaterplatz. 15 Uhr gibt es eine Abschluss-Kundgebung in Jena.



Quelle: taz HH, 30.03.02.

Ostermarsch auch durch die Strese

Am Ostermontag wird marschiert: Es geht zwar nicht mehr um die Stationierung von Atomraketen in Deutschland wie noch zu den seligen Zeiten auf diesem Foto. Dafür sind diesmal der Bundeswehr-Einsatz im Ausland, der Nato-Krieg in Afghanistan und die Anti-Terror-Strategie der USA Hauptthemen des Ostermarsches 2002 in Hamburg. In diesem Jahr führt der Marsch zudem bewusst durch die Stresemannstraße - Ausdruck des Protestes gegen die Verkehrspolitik des Rechtssenates. Bevor marschiert wird, wird um 11.30 Uhr in der Gnadenkirche an der Karolinenstraße eine Friedensandacht abgehalten. Danach starten Kundgebung und Marsch um 12 Uhr am Holstenglacis. Die Demonstration führt durch St. Pauli, wo in der Wohlwillstraße eine Zwischenkundgebung geplant ist, bis zu den Landungsbrücken, wo um 14.30 Uhr der Abschluss stattfinden soll.

taz Hamburg Nr. 6713 vom 30.3.2002, Seite 26, 13 Zeilen (TAZ-Bericht), Foto-Text



Quelle: Donau Kurier, 30.03.02

Ostermärsche gegen Krieg und Terror beginnen heute

Frankfurt/Main (dpa) - Mit bundesweit mehr als 50 Ostermärschen und weiteren Aktionen protestiert die Friedensbewegung von heute bis Ostermontag gegen Krieg und Terror. Mit den meisten Demonstranten rechnet das zentrale Ostermarschbüro Frankfurt/Main bei den Veranstaltungen in Berlin, dem Ruhrgebiet, Frankfurt, München, Stuttgart und Potsdam. Am Karfreitag fanden erste Veranstaltungen nur geringes Interesse.



Quelle: ap, 30.03.02, 15.12 Uhr

Mehrere tausend Menschen bei Ostermärschen

Frankfurt/Main (AP) Bei den Ostermärschen haben am Samstag bundesweit mehrere tausend Menschen gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistan-Krieg protestiert. An den Aktionen der Friedensbewegung in über 30 Städten nahmen mehr Demonstranten teil als in den Jahren zuvor, wie Willi von Ooyen vom Ostermarschbüro in Frankfurt am Main berichtete. Zentrale Forderungen waren der Abzug deutscher Soldaten aus Kriegsaufmarschgebieten und der Stopp von Rüstungsexporten in den Nahen Osten.

Vielerorts wurden den Angaben zufolge Ostermärsche neu ins Leben gerufen, so etwa in Hannover, wo die Veranstalter rund 1.000 Teilnehmer zählten. Weitere Märsche gab es unter anderem in Augsburg, Bremen, Duisburg, Düsseldorf, Gießen, Karlsruhe, Köln, Mainz, München, Saarbrücken und Stuttgart.



Quelle: Vorarlberg-Online, 30.03.02, 19.48 Uhr

Keine Zwischenfälle in Bregenz

"Gegen Militarisierung, gegen Rassismus und gegen Faschismus, für soziale Gerechtigkeit, für ein ziviles Europa und für Frieden" demonstrierten rund 200 Teilnehmer in Bregenz.

"Gegen Militarisierung, gegen Rassismus und gegen Faschismus, für soziale Gerechtigkeit, für ein ziviles Europa und für Frieden" demonstrierten am Samstagnachmittag rund 200 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz beim 14. Internationalen Bodensee-Ostermarsch in Bregenz. Die Veranstaltung verlief ruhig und ohne Zwischenfälle.

"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Krieg in Afghanistan und dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September", sagte Winfried Wolf, PDS-Mitglied des Deutschen Bundestages. Dennoch gehe die Rache der USA gegen ganz normale Zivilisten weiter. Der Krieg in Afghanistan sei für die USA ein "reiner Rachefeldzug", so der deutsche Politiker. Deutsche und Österreicher seien Teil dieser Kriegspolitik der USA. Wolf: "Deutschland und Österreich werden in die weltweiten, neuen Rüstungsprogramme einbezogen". In den Staaten der Europäischen Union ortet Wolf einen Abbau der demokratischen Rechte. Das zeige sich unter anderem im neuen deutschen Zuwanderungsgesetz, das eine Verschlechterung für Zuwanderer und eine Verschärfung des Klimas gegen Zuwanderer mit sich bringe. Die Antwort auf diesen Abbau der demokratischen Rechte müsse von unten kommen "und kommt von unten wie die Demonstrationen in Rom, Paris und London zeigen".

Der Obmann der Vorarlberger Partei "Vau heute" und Obmann des Dachverbandes der österreichischen Jugendzentren, Bernhard Amann, forderte in seiner Rede "eine neue, soziale Landesverteidigung". Dazu gehöre die Abschaffung des Bundesheeres und des Zivildienstes. Die frei werdenden finanziellen Mittel sollten für Bildung, Sozialprojekte, Frauenpolitik und sozialen Ausgleich aufgewendet werden, schlägt Amann vor.

Der Vorstandssprecher der Vorarlberger Grünen, Johannes Rauch, bezeichnete als "Zumutung" einerseits Abfangjäger zu kaufen, andererseits aber Sparpakete zu schnüren, Sozialabbau zu betreiben und auf Kosten der Armen zu sparen. "Die Abfangjäger dienen der Vorbereitung für einen NATO-Beitritt Österreichs" sagte Rauch und rief die Ostermarsch-Teilnehmer auf, das Sozialstaats-Volksbegehren zu unterzeichnen.



Quelle: afp, 30.03.02, 16.27 Uhr

Deutlich regere Beteiligung an Ostermärschen als im Vorjahr

Friedensbewegung: Bereits über zehntausend Teilnehmer

Frankfurt am Main, 30. März (AFP) - Mehrere tausend Menschen haben in Deutschland am Ostersamstag an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung teilgenommen. Die Beteiligung sei deutlich stärker als im vergangenen Jahr, sagte ein Sprecher des zentralen Ostermarsch-Büros in Frankfurt am Main. Auch die Reaktionen aus der Bevölkerung auf die Ostermarschierer seien deutlich positiver als in den Vorjahren. Am Samstag fanden unter anderem Ostermärsche in München, Stuttgart, Düsseldorf und Hannover statt. Insgesamt schätzte der Sprecher die Zahl der Teilnehmer auf über zehntausend. Der Schwerpunkt der Märsche liegt auf dem Ostermontag, mit Abschlusskundgebungen unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
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