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Ostermär-
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vom:
01.04.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002:

  Reden/Kundgebungsbeiträge

Rede beim Ostermarsch Rheinland/Ruhr 2002 in Duisburg, 30.03.02

"Wir müssen konsequent in vielfältiger Form NEIN sagen"

Ansgar Schmidt (DFG/VK Münster)

- Es gilt das gesprochene Wort -



Liebe FriedensfreundInnen,

Ich bedanke mich für die freundliche Begrüßung zu der Auftaktkundgebung des Ostermarsches Rheinland / Ruhr 2002.

Hier in Duisburg sowie in zahlreichen anderen Städten finden alljährlich Ostermarsch-Aktivitäten statt. Wir alle sind heute hier, um im Rahmen der Ostermärsche Protest zu erklären und fordern eine andere Politik. -

Für die Achtung demokratischer Rechte, gegen den massiven Sozialabbau, gegen die Verschärfung der AusländerInnengesetze sowie gegen die ins Leben gerufenen Antiterrorismusgesetze und gegen die aktive Kriegspolitik der Bundesrepublik Deutschland.

Die Bundesrepublik Deutschland führt Krieg - Deutsche Soldaten sind an der Kriegsführung des Globalen Kreuzzuges GW Bush`s "Enduring freedom" aktiv beteiligt.

Deutsche Kommando-Spezial-Kräfte sind aktuell in Afghanistan im Einsatz. Des weiteren sind deutsche Bundeswehrsoldaten seit Februar in Kuwait stationiert, es werden schon Szenarien eines Bodenkrieges gegen den Irak in Manövern geprobt und deutsche Marineeinheiten unterstützen den geplanten Kriegseinsatz in Somalia.

Ich möchte in meinem Beitrag speziell auf die Ereignisse des 09.11.2001, die Terror-Anschläge auf das WTC und das Pentagon in den USA sowie die Rolle Afghanistans bzw. Osama bin Laden eingehen.

... es ist interessant, dass ein solches Szenario, eine Form eines Terroranschlages, die Entführung eines Passagierflugzeuges und Nutzung dessen durch einen Selbstmordattentäter in US-amerikanischen Kriegsplänen der 60er Jahre zu finden ist. Ein solcher Terroranschlag sollte die Kriegsmotivation in der US-amerikanischen Bevölkerung für einen Krieg gegen das sozialistische Kuba sicher stellen.

Welche Rolle spielt eigentlich Afghanistan in der US-amerikanischen Außenpolitik - oder sollte ich nicht besser gleich von US-amerikanischer Kriegspolitik sprechen ?!

Offiziell gilt dieser Tag / gelten diese Terror-Anschläge als eine Kriegserklärung des "Internationalen Terrorismus", der "Achse des Bösen" gegenüber der westlichen "freien" Welt.

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Doch schauen wir hinter die Kulissen und die bewusst verfälschte Informationspolitik der USA stellen wir fest, dass GW Bush einen gewollten Krieg führt.

Die Terroranschläge des 11.09.2001 wurden genutzt als Auslöser eines Vorschubes einer "rechts-konservativen-Kriegspolitik" zu Gunsten einer barbarischen raffgierigen weltweiten Elite der US-amerikanischen Rüstungsindustrie vereint im Carley Kartell. Bis zu dem 09.11.2001 gehörte auch der Familien-Clan der Bin Ladens diesem Kartell an.

Die amerikanischen Geheimdienste in Zentralasien

Schon in den 50er Jahren gab es Verbindungen der amerikanischen Geheimdienste zu Saudi Arabien bei der Unterstützung fundamentalistischer Moslems. (*2)

Seit 1979, dem Zeitpunkt der Invasion der Sowjetunion in Afghanistan, führte die USA ihren gewaltigsten Stellvertreterkrieg des 2Kalten Krieges2. Es war die Strategie des ehemaligen US-Sicherheitsberater Brzezinski, die Sowjetunion aus angrenzenden muslimischen Staaten zu schwächen. Es waren auch die Amerikaner, die die Intervention der Sowjetunion in Afghanistan tatkräftig unterstützten. Afghanistan entwickelte sich in der Zeit von 1979 bis 1989 zum sowjetischen Vietnam.

1992 wurde das SU-gestützte Regime Mohammed Nadschibulla gestürzt. Kabul wurde darauf zu einem Schlachtfeld rivalisierender Milizen. Unter ständig wechselnden Koalitionsverhältnissen stellte letztendlich Burhanuddin Rabbani den Kopf der Regierung. Rabbani stand den ethnisch verwandten Usbeken und Tadschiken aus dem Norden Afghanistans vor.

Im Süden Afghanistans entstand im Jahre 1994 die Taliban-Bewegung. Die Taliban-Bewegung wurde in den folgenden Jahren ebenfalls massiv aus dem benachbarten Pakistan, aus Saudi Arabien sowie vom US-amerikanischen Geheimdienst unterstützt. Die Unterstützung erstreckte sich im Waffenbereich von Kampfflugzeugen, Panzer, Handfeuerwaffen bis hin zu zahlreicher personeller Unterstützung, die aus einer Schar von Guerilla-Kämpfern eine hoch qualifizierte Kampftruppe machte.

Im August 1996 erzwangen die Taliban nach monatelanger Belagerung den Rückzug der Regierung Rabbani. Das Hoch des Taliban-Regimes mit internationaler Anerkennung dauerte jedoch nicht lange an. Im Frühjahr 1997 nahmen die Taliban-Krieger die nordafghanische Stadt Masar-i-Scharif ein und versuchten den usbekischen, tadschikischen und schiitischen Hazara, den Anhängern des Rabbani-Regimes, ihre religiösen und sozialen Zwänge aufzuerlegen; doch stießen sie damit auf Widerstand. Durch die darauf folgenden Aufstände wurden die Taliban-Krieger mit zahlreichen Opfern aus der gesamten nördlichen Region vertrieben. Diese bedeutende Niederlage veranlasste die USA zum sofortigen Abbruch sämtlicher Unterstützung.

Nach jahrelanger Ignoranz der innenpolitischen Verhältnisse des Taliban-Regimes, wurde von einen auf den anderen Tag Kritik geäußert, Verstrickungen mit dem internationalen Drogenhandel verurteilt und der Begriff 2Islamischer Terrorismus2 entdeckt.

Vom Handlanger zum Feindbild

Die USA katapultierten ihre "fallen gelassenen Taliban-Kämpfer" in die Rolle des Feindbildes und dies systematisch konsequent nach außen aber inkonsequent nach innen.

Nach außen auf internationaler Ebene wird der Taliban seit 1997 offiziell verurteilt doch noch im Mai 2001 erhöhte die US-Regierung Wirtschaftshilfen gegenüber Afghanistan also dem amtierenden Taliban-Regime. "Die Bush-Administration sagte weitere 43 Millionen US-$ für Afghanistan zu und erhöhte somit die Gesamthilfe in diesem Jahr auf 124 Millionwn US-$." Washington Post 25.05.2001.

Seit 1998 gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Osama bin Laden und fortwährend wurde Afghanistan aufgefordert Ob Laden auszuliefern. Warum konnte Osama bin Laden, wie es in der französischen Zeitung "Le Figaro" zu lesen war Anfang Juli in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einem amerikanischen Lazarett sein Nierenleiden behandeln lassen und mit CIA-Beamten zusammentreffen?

Was wussten die US - Geheimdienste vor dem 11. September?

Die USA bzw. der CIA wurden Monate vor den Anschlägen von der ägyptischen Regierung, sowie dem BND, dem russischen Geheimdienst sowie dem israelischen Geheimdienst gewarnt, dass Anschläge gegen die USA geplant seien. Konkret war die Rede von "terroristischen Piloten" und "Selbstmordeinsätzen", sowie das "entführte Passagierflugzeuge" als "Waffen" eingesetzt werden für "sehr große Zielobjekte" die eine" hohe Verwundbarkeit der USA darstellen". (*2)

Warum haben am 10. September, wie das Wochenmagazin Newsweek am 25. September 2001 veröffentlichte, führende Pentagon-Beamte plötzlich offensichtlich aus Sicherheitsgründen ihre Reisepläne für den nächsten Tag aufgegeben? (*2)

Es gibt auch Quellen darüber, dass die Bin Laden Anhänger elektronisch und auch direkt überwacht worden sind. "Neben den Gesprächen zwischen den Attentätern und ihren Mitverschwörern gab es noch einen weiteren elektronischen Hinweis auf den 11. September. Es wurde schon öfter berichtet, dass es in der Woche vor den Selbstmordanschlägen unerwartete und unerklärliche Spekulationen mit Aktien von American Airlines und United Airlines gab. (...) Weniger bekannt ist, dass die CIA ein ausgeklügeltes Software-System namens Promis betreibt, das solche plötzliche Preisschwankungen gezielt überwacht, um im Voraus davor warnen zu können, dass ein bestimmter Industriezweig oder ein Konzern Zielobjekt eines Terroranschlages werden könnte. Diese Software liefert rund um die Uhr Echt-Zeit-Informationen. Demnach hätte der CIA am 7. September darauf aufmerksam werden müssen, dass die amerikanischen Fluggesellschaften mögliche Anschlagsziele werden könnten." (*2)

... wer profitiert tatsächlich von den Terror-Anschlägen des 11. September ??

Die USA haben vom Weltsicherheitsrat das Recht auf Krieg erteilt bekommen.

Diese dominante Vormachtstellung der USA, zunächst die Tragödie der Anschläge und die darauf folgende "Erklärung des permanenten Kriegszustandes" realisiert Zukunftsvisionen der US-amerikanischen Militärplaner.

Der us-amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld antwortete auf die Frage, was er denn als Sieg im neuen amerikanischen Krieg bezeichnen würde. "Ein Sieg wäre, wenn er die Welt davon überzeugen könne, das es den Amerikanern möglich sein müsse, an ihrem 2way of life2 festzuhalten." (*3)

Wir müssen diese verfälschte Informationspolitk durchbrechen - den öffentlichen Medien sowie den großen privaten Medienkonzernen ist ein Maulkorb auferteilt worden, so darf sich nach der Überarbeitung der Arbeitsverträge beim Bertelsmannkonzern kein Mitarbeiter öffentlich anti-amerikanisch positionieren.

Wir müssen konsequent in vielfältiger Form NEIN sagen - Protestieren gegen diesen Krieg.

Dieser Krieg trifft uns alle. Er wird innenpolitisch und außenpolitisch geführt.

Innenpolitisch trifft er uns alle, z.B. durch Verbrauchssteuern f.d. Krieg oder die Anti-Terrorismusgesetze, die uns zu "Gläserne BürgerInnen" machen sollen.

Außenpolitisch trifft er unzählige Opfer in den zukünftigen "Ending states", die ggf. willkürlich zu einem Schurkenstaat erklärt werden.

Laßt uns gemeinsam Protest erklären !!

Für die Achtung demokratischer Rechte, gegen den massiven Sozialabbau, gegen die Verschärfung der AusländerInnengesetze sowie gegen die in`s Leben gerufenen Antiterrorismusgesetze und gegen die aktive Kriegspolitik der Bundesrepublik Deutschland.



*2Patrick Martin, 26.01.2002, "War die US-Regierung vor dem 11. Sept. vorgewarnt?"

*3"Terror ist nur ein Symptom", Arundhati Roy



E-Mail:   ansgar-s@muenster.de
Internet: http://www.dfg-vk.de
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