Ostermär-
sche 2002


vom:
02.04.2002

update:
03.04.2002


 voriger

 nächster

Ostermärsche und -aktionen 2002

 Echo/Presse

Pressespiegel 02.04.02, Teil I
Zeitungen

Netzwerk Friedenskooperative

FR: Ostermarschierer gehen Bush hart an

FR: Wieder mehr Ostermarschierer auf der Straße

ND: Ostermarsch 2002: Es waren mehr

ND: Friedensruf des Ostermarsches

taz: Den Frieden wiederentdeckt

jW: "Wir sind keine Utopisten"

Tagesspiegel: Neue Stärke für den Berliner Ostermarsch

Berlin Zeitung: Proteste gegen Militär-Pläne mit Teilnehmerrekord

Berliner Zeitung: Der Ostermarsch wurde zur Kritik an Israel

Sindelfinger, Böblinger Zeitung: Ostermarsch: Kritik an USA und Israel

Oberbayerisches Volksblatt: "Krieg ist kein Mittel zum Frieden"

Giessener Anzeiger: "Wir überlassen unsere Erde nicht den Militärs"

Giessener Anzeiger: Zehntausende bei Ostermärschen gegen Krieg und Terror

DNN: Großaufgebot der Polizei für 80 antifaschistische Demonstranten

Darmstädter Echo: Odenwälder für Frieden unterwegs

Main-Rheiner: Mit der Gitarre gegen den Krieg 280 Demonstranten bei Ostermarsch

Welt: Palästinenser verbrennen Israel-Fahne beim Ostermarsch

Schweriner Volkszeitung: Teilnehmer aus MV bei Protest gegen Bombodrom

Offenbach Post: Viele zogen für den Frieden auf Straße

Neue Presse: Tausende marschieren für Frieden

Mainz online: Friedensbewegung setzt Aktionen gegen Krieg und Terror fort:

Fränkischer Tag: Wieder mehr Zulauf bei Ostermärschen

Berliner Kurier: Ostermarsch gewinnt wieder stark an Zulauf

Aachener Nachrichten: Zehntausende bei Ostermärschen gegen Krieg und Terror





Quelle: Frankfurter Rundschau, Politik, 1.4.2002

Ostermarschierer gehen Bush hart an

Friedensaktivisten stehen zu Palästinensern / Organisatoren verbuchen mehr Resonanz

Bei den Ostermärschen der Friedensbewegung haben sich am Wochenende in verschiedenen deutschen Städten tausende Friedensaktivisten gegen die Besatzungspolitik Israels im Westjordanland und den so genannten Krieg gegen den Terrorismus gestellt. Das Ostermarschbüro in Frankfurt am Main zeigte sich zufrieden mit der Resonanz bei den Veranstaltungen.

BERLIN/FRANKFURT A. M., 1. April (vo/rtr/dpa). Zum Abschluss der bundesweiten Ostermarsch-Aktionen haben am Montag etwa 2000, nach Angaben der Veranstalter sogar 4000 Menschen auf dem Frankfurter Römerberg gegen die israelische Aggression in den palästinensischen Gebieten und den internationalen Kampf gegen den Terrorismus demonstriert. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter verurteilte die Politik der USA im Kampf gegen den Terrorismus. "Raketen sind das sicherste Mittel, um neuen Hass zu schüren", sagte Richter. Kritik äußerte er auch an der größeren Verantwortung Deutschlands in der Weltpolitik. Sie zeichne sich durch "einen Rückfall in eine pubertäre High-Noon-Mentalität" aus.

Der Sprecher des zentralen Ostermarschbüros in Frankfurt am Main, Willi van Ooyen, sagte am Montag, bundesweit seien an den Feiertagen einige zehntausend Menschen zu den Demonstrationen gekommen. Damit habe die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zugenommen. Die Organisatoren der verschiedenen Kundgebungen hätten zugleich auch ein zunehmendes Interesse vor allem jüngerer Menschen registriert, sagte van Ooyen. Die wieder gewachsene Resonanz für die Anliegen der Friedensbewegung sei Folge der "Notwendigkeit, sich aus der Resignation zu befreien", die angesichts des parteiübergreifenden Konsenses mittlerweile in der deutschen Außenpolitik herrsche.

Van Ooyen kündigte für den 22. Mai eine große Demonstration in Berlin an, mit der US-Präsident Bush vor einem Angriff auf Irak gewarnt werden solle, der an diesem Tag in der deutschen Hauptstadt erwartet wird.

Die traditionellen Ostermärsche gingen am Montag mit Kundgebungen in Berlin, Frankfurt am Main, Dortmund und Hamburg zu Ende, an denen nach Angaben der Veranstalter insgesamt mehr als 10 000 Menschen teilnahmen. Im Vordergrund der Protestaktionen standen die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan, die Erwartung eines von den USA forcierten Militär-Einsatzes gegen Irak und das Vorgehen des israelischen Militärs in den Palästinenser-Gebieten.

An der Demonstration in Berlin, die vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor führte, beteiligten sich etwa 2000 bis 3000 Menschen, davon ein Drittel Palästinenser. Sie demonstrierten gegen die Politik Israels unter Ministerpräsident Ariel Scharon und skandierten Parolen wie "Scharon ist ein Mörder und Faschist". Mit Sprechchören und Plakaten machten sie Israel für den Tod palästinensischer Frauen und Kinder verantwortlich und forderten ein Ende der israelischen Besatzung der Palästinensergebiete. Sie kritisierten auch die ihrer Meinung nach einseitig pro-israelische Politik von US-Präsident George W. Bush. Sie hielten dazu vor der US-Botschaft an, die an der Route des Ostermarsches lag.

In Hamburg demonstrierten nach Angaben des Ostermarschbüros knapp 5000 Menschen. In Dortmund nahmen nach Angaben eines Sprechers rund 750 Demonstranten an der letzten Etappe des dreitägigen Ruhr-Ostermarschs teil.

Am Sonntag fand eine der größten Kundgebungen der Ostermarschierer in der Wittstocker Heide in Brandenburg statt, die sich gegen den dort geplanten Bombenabwurfplatz richtete.



Quelle: Frankfurter Rundschau Lokales 2.4.2002

Wieder mehr Ostermarschierer auf der Straße

Palästinenser-Vertreter rechtfertigt die Selbstmordattentate gegen Israel

Von Volker Mazassek Der in den vergangenen Jahren stark an Auszehrung leidende Ostermarsch hat diesmal überraschend viele Menschen auf die Straße gebracht. Polizei und andere Beobachter schätzten, dass sich etwa 2000 Demonstranten auf dem Römerberg versammelten. Die Veranstalter sprachen von 4000 Teilnehmern. Hauptthema war der Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Das Ostermarschbüro wollte die "Absage an den so genannten Krieg gegen den Terrorismus" zum zentralen Anliegen der diesjährigen Veranstaltung machen. Die aktuellen Ereignisse in Palästina schoben sich jedoch in den Vordergrund. Als erster Redner auf dem Römerberg geißelte ein Palästinenser-Vertreter die Angriffe Israels auf Ramallah. "Scharon ist ein Terrorist", rief der Sprecher unter lebhafter Zustimmung palästinensischer Demonstranten. Indirekt verteidigte er die Selbstmordattentate von Extremisten. Während der Rede gab es teilweise heftige Wortgefechte vor der Bühne.

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter verurteilte den Kampf gegen den Terrorismus seitens der USA. Bush habe zwar in Afghanistan "ein Unrechtsregime beseitigt", doch die fortgeführten kriegerischen Handlungen und Kriegspläne seien kontraproduktiv. "Raketen sind das sicherste Mittel, um neuen Hass zu schüren." Grund für die Aggression gegenüber dem Westen seien "Armut und Hoffnungslosigkeit". Den USA und den anderen westlichen Mächten warf Richter vor, die Länder der Dritten Welt an Schulden ersticken zu lassen und durch Zollbarrieren vom Welthandel auszuschließen. Deutschlands größere Verantwortung in der Welt bedeute vor allem "das Mitschießen in Kriegen". Dies sei kein Zeichen größerer politischer Reife, sondern "ein Rückfall in eine pubertäre High-Noon-Mentalität", kritisierte Richter.

Den im Vergleich zu den Vorjahren größeren Zuspruch bei der Veranstaltung schrieb Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros, der aktuellen politischen Lage zu sowie "der Notwendigkeit, sich aus der Resignation zu befreien", die angesichts des parteiübergreifenden Konsenses in der Militärpolitik herrsche. Ein Redner beklagte freilich den Bedeutungsverlust des Ostermarsches. "Es müssten tausendmal so viele Leute sein, um wirklich etwas zu bewegen."



Quelle: Neues Deutschland Vermischtes 1.4.2002

Ostermarsch 2002: Es waren mehr

Von Peter Kirschey

Es waren zu Ostern wieder mehr Friedensaktivisten auf den bundesdeutschen Straßen unterwegs als in den vergangenen Jahren. Ein buntes, vielfarbiges und vielsprachiges Völkchen. Ein wenig exotisch, doch unüberhör- und -sehbar in diesen Tagen im Stadtzentrum Berlins und anderswo. Die Kriege, die heute in der Welt geführt werden, tragen mehr und mehr deutsche Handschrift. Deutschland ist wieder wer, wenn es gilt, mit dem Säbel zu rasseln. Militarismus ist in diesem Lande wieder salonfähig geworden. Das wollen die Ostermarschierer nicht aktionslos hinnehmen. 1964 zogen die ersten durch Westberlin mit dem Ruf nach Ächtung der Atomwaffen. Nun treibt die US-Administration ihre Sandkastenspiele mit der Mini-Nuklearbombe. Die Gefahr ist real, dass der US-Präsident Irak mit Gewalt - atomare eingeschlossen - zur Kapitulation zwingen will. Deshalb hat sich an der Aktualität des Rufes nach einer Welt ohne Krieg nichts geändert. So ist sie da, die Stimme der Vernunft und der Mahnung. Am Ende waren es natürlich viel zu wenige Teilnehmer, um die Mächtigen des Landes ernsthaft beeindrucken zu können. Es ist nicht leicht, Massen zu mobilisieren, wenn es nicht um die eigene Haut geht. Doch totzukriegen ist sie nicht, die Friedensbewegung.



Quelle: Neues Deutschland, Lokales, 1.4.2002

Friedensruf des Ostermarsches

Tausende Berliner forderten Ende des Terrors im Nahen Osten

Von Peter Kirschey

Für den Frieden zu sein und gegen den Krieg zu demonstrieren, das sind noch immer zwei verschiedene Dinge. Es kamen in diesem Jahr einige Tausend zum Berliner Ostermarsch, mehr als im letzten Jahr, doch immer noch zu wenig, um die Verantwortlichen für Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland ernsthaft zum Nachdenken zu zwingen.

Es war eine Vielvölkerdemonstration. Deutsche, amerikanische, koreanische, vor allem aber arabische Antikriegsteilnehmer mit ihren Palästinensertüchern sowie bunten Hüten und Trachten, originell gezwirbelten Bärten und Luftballons der Friedensbewegung prägten das Bild des Marsches, der vom Alexanderplatz zur Friedrichstraße und zum Pariser Platz führte. Rollstuhlfahrer schlossen sich dem Zug an, viele Radfahrer eskortierten den Marsch. Die Polizei nannte zu Beginn die Zahl von etwa 1200 Demonstranten, doch zu diesem Zeitpunkt waren es weit mehr als das Doppelte, gegen Ende des Marsches könnten es durchaus 10000 Teilnehmer gewesen sein. Die Aktivisten der traditionellen Osterdemonstration forderten den weltweiten Stopp militärischer Einsätze und den Verzicht der Bundesrepublik auf Beteiligung an Kriegsabenteuern. Die Friedensmarschierer verlangten einen Stopp der Rüstungsproduktion und die Einstellung der Rüstungsexporte. Die Drohung der USA, den Irak auch atomar anzugreifen, verurteilten vor allem die arabischen Teilnehmer. Die Eskalation der Gewalt gegen das palästinensische Volk wurde lautstark attackiert.

In ihrem Aufruf kritisierte die Friedenskoordination Berlin, ein Zusammenschluss von rund 60 Initiativen, "dass die politisch Verantwortlichen die Ereignisse vom 11. September als Vorwand nutzen, bereits seit längerem andauernde Konflikte weltweit mit Militärinterventionen weiterzuführen". Das berge die Gefahr eines "permanenten Kriegszustands". Eine Mitverantwortung für die Zuspitzung der internationalen Lage weist die Friedenskoordination der rot-grünen Bundesregierung zu. Sie habe unter Verletzung des Grundgesetzes die Beschränkungen für die Bundeswehr beseitigt und "den weltweiten Gewalteinsatz zur Normalität erhoben".

Auf dem Boulevard Unter den Linden hatten sich einige hundert Friedensaktivisten zu einer Mahnwache versammelt. Krieg als Mittel der Politik, hieß es auf Transparenten, sei für die Lösung nationaler und internationaler Probleme völlig unbrauchbar. Die Regierenden aller Länder müssten gezwungen werden, alle Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Verschiedene Gruppen des Ostermarsches kündigten an, während des geplanten Bush-Besuches in Berlin im Mai massive Proteste zu organisieren.



Quelle: TAZ, Politik, 1.4.2002

Den Frieden wiederentdeckt

Nahostkrise und Afghanistankrieg treiben die Menschen wieder zu Ostermärschen. Forderungen: Rüstungsexporte nach Nahost einzustellen und deutsche Soldaten aus Kriegsgebieten abzuziehen

von NICOLE JANZ

Mehrere 10.000 Menschen haben sich an den diesjährigen Ostermärschen der deutschen Friedensbewegung beteiligt - deutlich mehr und vor allem jüngere als im vergangenen Jahr. Die Lage im Nahen Osten und der "Krieg gegen den Terror" hatten die Leute auf die Straße gebracht. Die größten Demonstrationen gab es in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Nürnberg und Kassel.

Das Frankfurter Ostermarschbüro zog gestern eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An vier Tagen habe es in 70 Städten Märsche, Kundgebungen und Fahrraddemonstrationen gegeben. "Dies zeugt von einer lebendigen Protestbewegung gegen den Krieg", sagte Sprecher Willi van Ooyen. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, sei angesichts der Lage in Afghanistan und im Nahen Osten im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen.

Auf zahlreichen Kundgebungen schlossen sich die Demonstranten Aufrufen der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung an, die Spirale der Gewalt in Nahost zu beenden. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, Rüstungsexporte in diese Region einzustellen. Im Mittelpunkt stand auch die Kritik am so genannten "Krieg gegen den Terrorismus". Die Demonstranten forderten, die Bundeswehr dürfe sich nicht weiter am Krieg der USA beteiligen.

Bei der gestrigen Kundgebung in Berlin waren mehrere hundert Ostermarschierer beteiligt. Nach Polizeiangaben setzten sich am Nachmittag rund 1.400 Menschen vom Alexanderplatz in Mitte aus in Bewegung. Im Laufe des Marsches durch die Innenstadt sollten noch weitere Gruppen aus der Region Berlin-Brandenburg hinzustoßen. Die Abschlusskundgebung war vor dem Brandenburger Tor geplant. Besonders lautstark machte sich eine Gruppe bemerkbar, die das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser verurteilte. In ihrem Aufruf kritisierte die "Friedenskoordination Berlin", ein Zusammenschluss von rund 60 Initiativen, "dass die politisch Verantwortlichen die Ereignisse vom 11. September als Vorwand nutzen, seit längerem andauernde Konflikte weltweit mit Militärinterventionen weiterzuführen".

In Frankfurt am Main waren rund 4.000 Menschen in einem Sternmarsch aus vier Richtungen ins Zentrum gezogen. IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner sagte, der Terroranschlag vom 11. September werde für die Kriegführung "instrumentalisiert". Der Zielkatalog des Afghanistan-Krieges sei immer weiter aufgefächert worden, "so dass für fast jeden etwas Passendes zu finden war", so Schmitthenner.

Rund 5000 Menschen haben sich am Sonntag im Kreis Ostprignitz-Ruppin am 10. Ostermarsch gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr beteiligt. Fritz Kuhn, Bundesvorsitzender der Grünen sicherte die Unterstützung seiner Partei zu: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz."

Weitere Schwerpunkte der Aktionen bildeten am Ostersonntag der Ruhr-Ostermarsch von Essen nach Bochum und die Leipziger Fahrradstafette, die jeweils mehrere hundert Menschen auf die Straße brachten. Zudem gab es einen gut besuchten Eifel-Osterspaziergang durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Ostbelgien. In Hamburg demonstrierten über 1.000 Menschen, in Nürnberg kamen ebenso viele zum Ostermarsch. In Kassel sprachen Veranstalter von 1.200 Teilnehmern.

Willi van Ooyen vom Ostermarschbüro schätzt, die hohen Teilnehmerzahlen würden sich auch bei den geplanten Aktionen aus Anlass des Bush-Besuchs im Mai widerspiegeln.

taz Nr. 6714 vom 2.4.2002, Seite 6, 121 Zeilen (TAZ-Bericht), NICOLE JANZ



Quelle: junge Welt, 02.04.2002

"Wir sind keine Utopisten"

Ostermärsche: Zehntausende für Frieden in Palästina und gegen Kriegsbeteiligung der Bundeswehr

Ralf Wurzbacher

Im Rahmen der traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung demonstrierten von Karfreitag bis Ostermontag mehrere zehntausend Menschen in über 70 Städten und Gemeinden für Frieden und gegen den Einsatz militärischer Gewalt. Den Abschluß der Ostermärsche bildeten am Montag wie in jedem Jahr die Friedenskundgebungen unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München.

Mehr als 1.800 Menschen setzten sich vom Berliner Alexanderplatz in Richtung Brandenburger Tor in Bewegung. Dem Marsch durch die Innenstadt zum Pariser Platz schlossen sich weitere Gruppen aus Berlin und Brandenburg an. Lautstark machte sich dabei eine Gruppe bemerkbar, die das militärische Vorgehen Israels gegen die Palästinenser verurteilte. In Hamburg versammelten sich mehr als 5.000 Ostermaschierer, in der Frankfurter Innenstadt wurden etwa 2500 Menschen gezählt, darunter viele mit palästinensischen Fahnen.

Während die Veranstalter seit dem Ende des Kalten Krieges stetig rückläufige Teilnehmerzahlen zu beklagen hatten, konnten die Friedensinitiativen in diesem Jahr erstmals wieder regeren Zuspruch verzeichnen. Die deutlich steigende Beteiligung an den Friedensgottesdiensten, Wanderungen, Fahrraddemonstrationen und Kundgebungen zeuge von einer "lebendigen Protestbewegung gegen den Krieg", konstatierte das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main. Die Bürger diese Landes seien weder "kriegsbereit noch kriegswillig". Sprecher Willi von Ooyen stellte am Montag fest, die Friedensbewegung habe sich als Massenbewegung zurückgemeldet.

Auch das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn zog eine "sehr positive Bilanz" der Aktionen und sprach von einer sich neu formierenden Bewegung gegen derzeit wütende und noch drohende Kriege. Damit sei das Image einer unattraktiven Veteranenbewegung abgestreift worden.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Friedensaktionen stand die Absage an den nach den Flugzeugattentaten vom 11. September 2001 von der NATO angezettelten "Krieg gegen den Terror", der mit dem bevorstehenden Angriff der USA und ihrer Verbündeten auf den Irak auf einen neuen Höhepunkt zusteuerte. Die Bundeswehr, so die Forderung der Friedensbewegung, dürfe sich nicht weiter an dem Krieg der USA beteiligen. Statt uneingeschränkter Solidarität mit der US-Kriegspolitik müsse die Bundesregierung zur Deeskalation beitragen, weil politische Probleme nur politisch gelöst werden könnten.

Auf der Kundgebung des Gießener Ostermarsches erklärte der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter: "Nicht wir in der Friedensbewegung sind Utopisten, sondern genau diejenigen, die glauben, man könne und müsse Gewalt mit einem irgendwann unwiderstehlichen Aufwand an Gegengewalt ersticken." Von den politisch Verantwortlichen forderte er ein politisches Umdenken, "denn es gibt nur eine gemeinsame Sicherheit und keine gegeneinander".

In dem Aufruf der Friedenskoordination Berlin wurde der NATO vorgeworfen, "die Ereignisse vom 11. September als Vorwand zu nutzen, bereits seit längerem andauernde Konflikte weltweit mit Militärinterventionen weiterzuführen". Das berge die Gefahr eines "permanenten Kriegszustands" und dürfe nicht widerstandslos hingenommen werden. Eine Mitverantwortung weist die Friedenskoordination der Bundesregierung zu. Sie habe die vom Grundgesetz auferlegten Beschränkungen für die Bundeswehr beseitigt und "den weltweiten Gewalteinsatz zur Normalität erhoben".

Bei strahlendem Sonnenschein beteiligten sich allein am Samstag weit über 10.000 Menschen an den vielfältigen Friedensaktionen in ganz Deutschland. In der Augsburger Innenstadt fand ein Osterfriedensmarkt statt. In Braunschweig radelten Friedensaktivisten durch die Innenstadt. In Leipzig wurde eine dreitägige Fahrradtour über Pirna nach Riesa fortgesetzt. In Bremen, Hannover, Stuttgart, München und Mainz tummelten sich mehrere tausend Bürger auf Friedenskundgebungen.

Über den mit über 5000 Teilnehmern seit zehn Jahren größten Zulauf durften sich die Veranstalter der Protestwanderung im brandenburgischen Fretzdorf freuen. Neben dem allgemeinen Eintreten für Frieden richtete sich der Protest der Demonstranten gegen die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock durch die Bundeswehr. Diese plant, auf dem ehemaligen sowjetischen Militärgelände einen Bombenabwurfplatz zu betreiben, wogegen die Bürgerinitiative Freie Heide seit nunmehr neun Jahren mit regelmäßigen Protestaktionen und in noch anhängigen Gerichtsverfahren Sturm läuft. Nachdem Grünen-Parteichef Fritz Kuhn mit Pfiffen empfangen wurde, versicherte er in seiner Rede, sich gegen die militärische Nutzung des Geländes einzusetzen. Entsprechende Pläne des Bundesverteidigungsministeriums seien für die touristische Entwicklung der Region schädlich. Klare Worte nach langer Abwesenheit der Grünen am Bombodrom. Es ist eben wieder Wahlkampfjahr.

Weit oben auf dem Forderungskatalog der Friedensbewegung stand in diesem Jahr auch die Beilegung des Nahostkonflikts. Gemeinsam mit der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung mahnten die Veranstalter "ein Ende der Spirale der Gewalt" an. Verurteilt wurde neben der völkerrechtswidrigen Siedlungs- und Besatzungspolitik der israelischen Führung der anhaltende deutsche Rüstungsexport in die Region. "Trotz unverantwortlicher Einsparungen bei den sozialen Aufgaben, seien für die längerfristig geplanten Rüstungsprojekte bis zu 120 Milliarden Euro vorgesehen", kritisierte das Frankfurter Ostermarschbüro in einer Stellungnahme. Clemens Ronnefeld vom Internationalen Versöhnungsbund hob auf der Kundgebung am Samstag in München den Mut der mehr als 300 israelischen Soldaten hervor, die sich dem Einsatz im Besatzungsgebiet verweigern. Dabei unterstrich er den Zusammenhang zwischen der deutschen Politik und der US-Kriegspolitik. Von Bundeskanzler Gerhard Schröder verlangte er, deutsche Soldaten aus Kuwait und Somalia zurückzuziehen, wo sie in einen "durch nichts zu rechtfertigenden Irak-Krieg verwickelt" würden.

Auch der PDS-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke appellierte in seiner Rede auf dem Rathausplatz in Düsseldorf an Schröder, "verbindlich jegliche deutsche Teilnahme an einem Irak-Krieg" auszuschließen. Zugleich rief er die Zuhörer zur Teilnahme an den Friedensaktionen anläßlich des Besuches von US-Präsident George Bush im Mai auf.





Quelle: Tagesspiegel, Lokales, 02.04.2002

Neue Stärke für den Berliner Ostermarsch

7.000 Menschen protestierten Unter den Linden gegen Militäreinsätze in Afghanistan, Irak und anderswo

Von Holger Wild

Sie protestierten gegen das Vorgehen der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan, gegen einen Krieg gegen den Irak, gegen die Teilnahme der Bundeswehr an internationalen Militäreinsätzen und gegen die israelische Politik in den besetzten Gebieten. Mehrere 1000 Menschen demonstrierten am Montag auf dem Berliner Ostermarsch zwischen Alexander- und Pariser Platz. "Wir sagen Nein zu militärischen Einsätzen weltweit", lautete das Motto der Veranstaltung, die von der Berliner Friedenskoordination organisiert wurde.

Mit - wie die Veranstalter zählten - rund 7.000 Teilnehmern aller Altersgruppen war der diesjährige Ostermarsch erheblich besser besucht als der im vergangenen Jahr. Damals waren keine tausend Teilnehmer zusammengekommen. "Je größer die Gefahr, desto bedeutender ist unsere Bewegung", sagte Laura von Wimmersperg von der Friedenskoordination. Allerdings seien die Zeiten derzeit so gefährlich, dass eigentlich noch mehr Menschen hätten kommen müssen. Der Protest richtete sich insbesondere gegen Atomraketen. Das ist "unser alter Kampf, der jetzt neu und noch heftiger geführt werden muss", betonte von Wimmersperg.

"Wir sind nicht bereit, in einer Welt im permanenten Kriegszustand zu leben", hatte es zuvor in einem Aufruf für die Demonstration geheißen. Der Marsch begann kurz nach 13 Uhr auf dem Alexanderplatz und führte über die Straße Unter den Linden, Charlottenstraße, Friedrichstraße und wieder Unter den Linden zum Brandenburger Tor, vor dem gegen 16 Uhr Lieder und Gedichte gegen den Krieg und eine Bild-Ton-Kollage den Schlusspunkt setzten. Gut ein Viertel der Marschierer waren Palästinenser, die durch regelmäßig skandierte Slogans auf sich aufmerksam machten: "Scharon ist: ein Mörder und Faschist" oder "Kindermörder Israel". Einer trug eine Fahne der Terrororganisation Hamas, ein anderer hielt - auf einem Ostermarsch - den Koran in die Höhe.

Den stärksten Beifall , und keineswegs nur von Palästinensern, gab es auch während der Kundgebung auf der Weidendammer Brücke für die Forderung, Israel solle sich aus den besetzten Gebieten zurückziehen. Laut wurde es auch an der Ecke Unter den Linden / Neustädtische Kirchstraße, als vor allem die Palästinenser in Sichtweite der amerikanischen Botschaft die USA als "internationale Völkermord-Zentrale" schmähten. Es blieb jedoch friedlich.

Den Anfang des Zuges bildete ein Trüppchen von Anarchisten, deren schwarz-rotes Transparent für "Sein statt Haben" warb. Die DKP war mit mehreren Fahnen am Ort, ebenso die Marxisten-Leninisten der MLPD und die "PDS-Charlottenburg" - die einzige Ortsgruppe, die die Sozialisten beim Ostermarsch vertrat. Ebenso fehlten die Fahnen und Transparente der Grünen, der Falken, der Jusos und der SPD. Statt dessen liefen die Globalisierungskritiker von "attac" mit und einige Buddhistinnen, die bekannten: "Es gibt keinen Weg zum Frieden. Friede ist der Weg."

Ein Schalmeien-Orchester spielte Arbeiterlieder, weiter hinten sangen Frauen zur Gitarre "Give Peace a Chance". Pappschilder mit "Give Bush a Push" waren ebenso zu sehen wie ein Transparent mit der Parole "Tucholsky!" Doch nicht für Satire wollte seine Trägerin sich einsetzten, vielmehr auf Tucholskys Satz "Alle Soldaten sind Mörder" verweisen, den zu formulieren sie sich aus Furcht vor einem Verfahren jedoch nicht getraut hatte.

Eine Gruppe Koreaner sprach sich gegen die Privatisierung eines Kraftwerks in ihrer Heimat aus und gegen die "Spannungspolitik" der USA in der Heimat. Eine Frau verkaufte lila Luftballons, auf denen eine Taube den Bundesadler fesselt. Was sie damit sagen wolle? "Dass auch in Deutschland Frieden herrschen soll." Ist dem denn nicht so? "Ich habe wirklich Angst davor, was auf uns zukommt."

Eine Jugendliche trug ein Pappschild mit den Worten "Der Terror hat viele Gesichter". Abgebildet waren jedoch nur drei Konterfeis des US-Präsidenten George W. Bush.



Quelle: Berlin Zeitung, Brandenburg Teil

Ostermarsch: 5.000 kamen zum Bombodrom

Proteste gegen Militär-Pläne mit Teilnehmerrekord

(dpa) WITTSTOCK. Rund 5.000 Menschen haben sich nach Angaben der Veranstalter am Sonntag im Kreis Ostprignitz-Ruppin am 10. Ostermarsch gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz-Ruppiner Heide beteiligt. "Das ist ein Teilnehmerrekord", sagte Helmut Schönberg von der Bürgerinitiative "Freie Heide". Nachdem sich auch in Mecklenburg eine Bürgerinitiative gegen das "Bombodrom" gegründet hatte, waren auch von dort zahlreiche Demonstranten gekommen. Es war bereits die 75. Protestwanderung der Initiative "Freie Heide" , die seit 1992 gegen Militär-Pläne für das 14.000 Hektar große Areal streitet.

Der Bundesvorsitzende der Bündnisgrünen, Fritz Kuhn, sagte bei einer Kundgebung am Rande des Truppenübungsplatzes: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz." Dieser würde eindeutig der touristischen Entwicklung der Gegend schaden. Seine Partei werde sich dafür einsetzen, dass das Areal nicht militärisch genutzt werde. Der PDS-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrke kündigte an, seine Partei werde den Bundestagsgruppenantrag gegen das Bombodrom geschlossen unterstützen. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Wolfgang Ullmann forderte, dass es für das Bombodrom keine neuen Hausherren geben dürfe.

Der Umzug hatte an der Kirche in Fretzdorf bei Wittstock begonnen. Dort sprach Pfarrer i. R. Horst Kasner, Vater von CDU-Bundeschefin Angela Merkel, zu den Teilnehmern.

Um das "Bombodrom" wird seit Jahren auch gerichtlich gestritten. Die Bundeswehr hatte das Militärgelände nach dem Abzug der russischen Truppen - nach Meinung der Gegner widerrechtlich - übernommen. Statt des Luft-Boden-Schießplatzes fordert die Bürgerinitiative eine zivile Nutzung des Areals. Die Bundeswehr will mit den Tiefflügen andere Übungsplätze in Bayern und Niedersachsen entlasten und plant die Ansiedlung einer Garnison bei Wittstock.

Ende 2000 hatte das Bundesverwaltungsgericht den Streitkräften zunächst untersagt, das Bombodrom militärisch zu nutzen, ohne vorher die Anliegergemeinden ausreichend angehört zu haben. Das Verteidigungsministerium ließ Anfang 2002 ein Anhörungsverfahren in der Region laufen, ein Ergebnis steht bislang noch aus. (dpa)



Quelle: Berliner Zeitung, Lokales, 2.4.2002

Der Ostermarsch wurde zur Kritik an Israel

Mehrere tausend Menschen demonstrierten

Marlies Emmerich

Der Nahostkonflikt stand am Montagnachmittag im Mittelpunkt des diesjährigen Ostermarsches. Die Menschen, die vom Alexanderplatz über die Straße Unter den Linden zum Pariser Platz zogen, kritisierten immer wieder die Politik Israels. Es waren deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren gekommen. Die Veranstalter sprachen von 5 000, die Polizei von 2 000 Teilnehmern.

"Stoppt die finanzielle Unterstützung für Israel", "Palästina muss leben" oder "Israel ist ein rassistischer Staat" hieß es auf den zahlreichen Transparenten. "Kindermörder Israel" riefen mehrere hundert Palästinenser in Sprechchören. Der israelische Ministerpräsident Scharon wurde als "Mörder und Faschist" bezeichnet. Auch auf einer Zwischenkundgebung an der Weidendammbrücke stand die israelische Politik im Vordergrund. Der Journalist Eckhard Spoo nannte Scharon in seiner Rede im Namen der Friedensbewegung einen "Kriegsverbrecher".

"Die Israelis haben Kritik verdient", sagte Roland Tremper von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Rande der Veranstaltung. Die Palästinenser trügen nicht allein die Schuld an Auseinandersetzungen. Verdi ist eine von mehr als 60 Organisationen, die in diesem Jahr den Ostermarsch unterstützen.

Uta Watermann von der Vereinigung der Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) verurteilte wie andere Sprecher die Militäreinsätze der USA in Afghanistan und die Unterstützung der Bundesregierung. Es werde aufgerüstet wie nicht einmal während der Zeiten des Kalten Krieges. Die politisch Verantwortlichen würden die Anschläge vom 11. September vergangenen Jahres auf das World Trade Center als Vorwand nutzen, bereits seit langem andauernde Konflikte weltweit mit Militärinterventionen weiterzuführen.

Tägliche Proteste

Wegen des unerwartet hohen Zuspruchs beim Ostermarsch hofft die traditionelle Friedensbewegung auf einen "politischen Frühling." Wie Eckhard Spoo sagte, gehe dieser Frühling mit Demonstrationen bereits am 1. Mai weiter und erreiche einen Höhepunkt beim Besuch des US-Präsidenten Bush in Berlin. "Die Friedensbewegung wird Bush am 21. Mai begrüßen", sagte Spoo. Darüber hinaus soll jeden Sonnabend um 13 Uhr an der Weltzeituhr am Alexanderplatz gegen jegliche Kriegspläne weltweit protestiert werden. Mohamed El-Najmir von der Palästinensischen Gemeinde kündigte außerdem eine bundesweite Großkundgebung der Palästinenser für den 13. April an.

Bereits am Sonnabend und am Freitag hatten mehrere tausend Palästinenser auf dem Kurfürstendamm in Charlottenburg demonstriert.



Quelle: Sindelfinger, Böblinger Zeitung, Lokales, 2.4.2002

Ostermarsch: Kritik an USA und Israel

Etwa 2.200 Teilnehmer bei Friedensdemonstration durch die Innenstadt

Am Ostermarsch gegen Krieg und Gewalt durch die Stuttgarter Innenstadt nahmen am Samstag nach Schätzung der Polizei etwa 2.200 Demonstranten teil. Bei zwei Kundgebungen gingen die Redner mit den USA und Israel, aber auch mit der deutschen Bundesregierung hart ins Gericht.

VON ALEXANDER HETTICH

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten war das beherrschende Thema auf den Transparenten der Friedensdemonstranten, die am Samstagmittag vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Schlossplatz zogen. Die israelische Regierung stand dabei im Mittelpunkt der Kritik. "Stoppt Sharon" oder "Freiheit für Arafat" war auf einigen Spruchbändern zu lesen. Israel müsse mit Arafat verhandeln, forderte die Tübinger Religionswissenschaftlerin Claudia Haydt.

Den Krieg in Afghanistan verurteilte Dieter Lachenmayer vom Friedensnetz Baden-Württemberg, das zusammen mit Gewerkschaften und anderen Organisationen zum Ostermarsch aufgerufen hatte. "Unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrors", so Lachenmayer, "ist der Terror zum Prinzip westlicher Politik geworden." Scharfe Kritik an den USA gab es auch bei der Abschlusskundgebung, zu der sich nach laut Veranstalter über 4000 Teilnehmer auf dem Schlossplatz versammelten. Manfred Stenner vom Netzwerk Friedenskooperative beklagte, den USA gehe es nur darum, "Gas- und Ölinteressen militärisch durchzusetzen".

Bundeskanzler Gerhard Schröder solle den "Kriegstreiber George Bush" wieder ausladen, forderte Anne Rieger. Deutschland, so die Vertreterin der IG Metall, müsse "weltweit zum Friedensmacher Nummer eins" werden. Stattdessen habe sich die Zahl der ausländischen Einsatzorte deutscher Soldaten unter der rot-grünen Regierung von einem auf zehn erhöht. Jede deutsche und internationale Beteiligung an einem möglichen Militärschlag gegen den Irak sei abzulehnen, sagte Rieger.

Bereits am Samstagmorgen hatten sich rund 200 Demonstranten vor der europäischen Kommandozentrale der US-Streitkräfte Eucom in Vaihingen versammelt.

An Demonstrationen, Gottesdiensten und Fahrradkorsos in 70 Städten beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter mehrere 10 000 Menschen - und damit deutlich mehr als im vergangenen Jahr.



Quelle: Oberbayerisches Volksblatt, Lokales, 2.4.2002

"Krieg ist kein Mittel zum Frieden"

Traunstein (ves) - "Mit Krieg ist kein Frieden zu schaffen!" Diese Botschaft trugen am Samstag etwa 150 Menschen durch die Traunsteiner Innenstadt. Die Friedensinitiative Traunstein hatte, unterstützt von vielen anderen Organisationen, zum Ostermarsch aufgerufen. Angesichts des Kriegs gegen Afghanistan und der US-Drohungen gegen weitere Länder forderten die Demonstranten den "sofortigen Stopp aller Kriegshandlungen" und eine "gerechte Weltwirtschaft statt Krieg".

Viele Jugendliche nahmen diesmal an der Demonstration teil, auch die Auftaktkundgebung am Maxplatz wurde von jungen Leuten gestaltet: Valentin Zill, Schüler aus Altenmarkt, verlas ein Gedicht des Pazifisten Kurt Tucholsky: "Krieg dem Kriege". Die 17-jährige Franziska Lindlacher aus Staudach hielt die ers-te Rede und drückte darin vor allem ihre Sorge vor Atomkriegen aus.

Begleitet von einer Trommelgruppe zogen die Friedensfreunde durch die Ludwigstraße bis zum Bahnhof und von dort zurück Richtung Stadtpark. Am Mahnmal für die Opfer der Nazidiktatur sprach Friedbert Mühlbacher von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA). Man müsse, wie schon die Geschwister Scholl in ihrem vorletzten Flugblatt, nach den wahren Ursachen von Kriegen fragen, und das seien die sozialen Ungerechtigkeiten auf der Welt. "Die Vergangenheit darf nicht herhalten, um Rüstung und Krieg zu legitimieren. Denn sie zeigt doch gerade die Notwendigkeit von ziviler Politik, von Abrüstung und Engagement für weltweite Gerechtigkeit."

Am Maxplatz meinte Ludwig Jost vom IG-Metall-Bildungsausschuss, man dürfe nicht nur nach den USA starren, sondern auch aufpassen, was im eigenen Land geschieht: "Die Gefahr geht bei uns von denen aus, die unsere sozialen und demokratischen Rechte abbauen."



Quelle: Giessener Anzeiger, Lokales, 2.4.2002

Stadt Gießen

"Wir überlassen unsere Erde nicht den Militärs"

200 Frauen, Männer und Kinder nahmen an Ostermarsch in Gießen teil - Professor Richter sprach am Kirchenplatz

GIESSEN (rk). Ein großer Ball als symbolische Weltkugel wurde beim Gießener Ostermarsch an der Spitze des Demonstrationszuges vorneweg gerollt. Er sollte das Motto der Kundgebung "Wir überlassen unsere Erde nicht den Militärs" besonders betonen. Am Platz vor der Galeria Horten sammelten sich die Teilnehmer, entrollten ihre Transparente und machten deutlich, dass die Friedensbewegung nicht in der Versenkung verschwunden ist. Sieben Jahre schon fanden in der Universitätsstadt keine Ostermärsche mehr statt. Freude über die gute Beteiligung herrschte deswegen bei den Organisatoren von sechs Gießener Friedensinitiativen. Gut 200 Frauen, Männer und Kinder zogen durch die Innenstadt, stoppten an einigen Stellen und machten mit symbolischen Aktionen auf ihr Anliegen gegen Krieg und Gewalt aufmerksam. Pfarrerin Ilse Staude von der Ökumenischen Initiative "Steuern zu Pflugscharen" kritisierte bei der Aktion "Kein Geld für Krieg", zu wenige Gelder würden für die zivile Konfliktbearbeitung bereitgestellt.

Der prominente Psychoanalytiker Professor Horst Eberhard Richter sagte zum Abschluss am Kirchenplatz, die Teilnehmer des Ostermarsches träfen sich, um nicht gehorsam zu einer Politik zu schweigen, die die Menschen mit zwei übermächtigen Bedrohungen konfrontiere. Die Verwicklung in einen sich ausweitenden Krieg, der die Gefahr enthalte, in großem Maßstab eine Wiederholung dessen zu sein, was sich täglich in Israel/Palästina abspiele, sei eines der Probleme. Die Einleitung eines neuen atomaren Wettrüstens und die soeben verkündete amerikanische Planung für atomare Einsätze gegen andere Länder, sprach er als weitere Befürchtung an. "Es ist eine regelrechte Entmündigungsstrategie, die uns zumutet, die parteitaktischen Machtspiele wichtiger zu nehmen als die globalen Probleme, von deren Lösung die Sicherung unserer Zukunft abhängt", sagte Richter zum Verhalten der Politiker. Richter machte deutlich, auch der Besitz der stärksten Machtmittel ändere nichts an der Verletzbarkeit durch verheerende Selbstmordanschläge, wie der 11. September gezeigt habe. Der Friedensforscher sagte, nicht nur das politische Gleichgewicht der Erde, auch die Zukunft der Kinder stehe auf dem Spiel.



Quelle: Giessener Anzeiger, Politik, 2.4.2002

Zehntausende bei Ostermärschen gegen Krieg und Terror

Frankfurt/Main (dpa) - Bei den diesjährigen Ostermärschen der deutschen Friedensbewegung haben nach Veranstalterangaben mehrere 10 000 Menschen gegen Krieg und Terror demonstriert - deutlich mehr als 2001. Bei frühlingshaften Wetter gingen am Montag noch einmal Tausende zu den Abschlusskundgebungen auf die Straße.

Die größten Aktionen gab es in Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Nürnberg und Kassel. Vielfach wurde auf die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten Bezug genommen.

Das Frankfurter Ostermarschbüro zog eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An vier Tagen habe es in gut 70 Städten Demonstrationen gegeben. "Die meisten der beteiligten Veranstalter sprachen mindestens von einer Verdoppelung der Teilnehmerzahlen im Vergleich zum Vorjahr", sagte Sprecher Horst Trapp. Vor allem seien mehr jüngere Teilnehmer dabei gewesen. Die Furcht vor der Weiterführung des Anti-Terror-Krieges treibe die Menschen zu Friedensdemos. "Aber auch das gute Wetter spielte eine Rolle."

In Frankfurt zogen tausende Menschen in einem Sternmarsch aus vier Richtungen in die Innenstadt. Im Vorjahr waren es dort nur etwa 400 gewesen. Bei der Abschlusskundgebung kritisierte der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror- Krieg: "Keine noch so gewaltige militärische Überlegenheit schützt vor selbstmörderischer Rachebereitschaft." Deutschland solle endlich "den Mut aufbringen", seine erweiterte Verantwortung nicht militärisch, sondern friedenspolitisch zu zeigen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner äußerte den Verdacht, "dass der grauenhafte Terroranschlag vom 11. September für die Kriegführung instrumentalisiert wurde". Der Zielkatalog des Afghanistan-Krieges sei immer weiter aufgefächert worden, "so dass für fast jeden etwas Passendes zu finden war".

In Berlin protestierten am Montag mehrere tausend Menschen gegen den Krieg in Afghanistan und gegen eine deutsche Beteiligung an weiteren Anti-Terror-Einsätzen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich zwischen 5.000 und 10.000 Ostermarschierer, die Polizei sprach von 1.800 Teilnehmern. Auf Plakaten wurde vor einem Militärschlag gegen den Irak gewarnt.

In Hamburg demonstrierten Tausende vor allem gegen die Politik des israelischen Premiers Ariel Scharon im Konflikt mit den Palästinensern. In Nürnberg kamen etwa 1.000 Menschen zum Ostermarsch. In Kassel sprachen die Veranstalter von gut 1.200 Teilnehmern. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer dort auf rund 600. Auch in Aschaffenburg, Würzburg, München, Wolfratshausen, Bochum und Dortmund gab es Aktionen.

Rund 5.000 Menschen hatten nach Angaben der Veranstalter am Sonntag gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz- Ruppiner Heide (Brandenburg) demonstriert. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Fritz Kuhn, sagte bei der Kundgebung: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz." Seine Partei werde sich dafür einsetzen, dass das Areal nicht militärisch genutzt wird.



Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten, Lokales, 2.4.2002

SACHSEN

Großaufgebot der Polizei für 80 antifaschistische Demonstranten

Platzverweis gegen 15 rechte Jugendliche, Leipziger Ostermarsch in Sebnitz beendet

Dresden. Bei den Ostermärschen haben über die Feiertage in Sachsen mehrere regionale Friedensinitiativen gegen Krieg und die Anti-Terror-Strategie der Amerikaner demonstriert. Nach Angaben der Polizei liefen die Kundgebungen ohne Zwischenfälle ab. Der 12. Leipziger Ostermarsch ist am Sonntag in Sebnitz mit einer antifaschistischen Demonstration unter dem Motto "Gegen den faschistischen, rassistischen und antisemitischen Mainstream" zu Ende gegangen. Rund 80 Teilnehmer zogen mit Spruchbändern vom Stadtrand zum Bahnhof.

Die Demonstration wurde von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Rund 200 Einsatzkräfte aus Pirna, Dresden und Leipzig sicherten den Zug durch die Stadt ab. Zuvor hatten die Polizisten gegen 15 rechte Jugendliche aus Pirna und Sebnitz Platzverweise ausgesprochen. Die Zufahrten zur Stadt waren im Vorfeld kontrolliert worden.

"Es gab keine Störungen", sagte der Pirnaer Polizeisprecher Gerhard Wellner. Er verteidigte den groß angelegten Polizeieinsatz, der von einem BGS-Hubschrauber unterstützt wurde. "Wenn wir zu wenig Beamte einsetzen und es zu Konfrontationen kommt, wird ganz schnell mit dem Finger auf uns gezeigt."

Der PDS-Landtagsabgeordnete Uwe Adamczyk aus Meerane, der die Demonstration angemeldet hatte, zeigte sich von der Resonanz enttäuscht. "Wir wollten auf die rechtsextreme Problematik in der Sächsischen Schweiz und in Sebnitz hinweisen." Die Demonstranten seien bewusst aus der Stadt heraus gedrängt worden, warf Adamczyk Bürgermeister Mike Ruckh (CDU) vor. Mit dem Hinweis auf eine andere Veranstaltung wurde der ursprünglich geplante Verlauf über den Markt untersagt. Auf dem Markt war es allerdings ruhig nur eine Handvoll Kahlköpfe saß in der Sonne...

Thomas Hartwig



Quelle: Darmstädter Echo, Lokales, 2.4.2002

Odenwälder für Frieden unterwegs

Ostermarsch: Protestbewegung findet nach neun Jahren Pause wieder regen Zulauf

ODENWALD. Aufschriften wie "Wir haben nur eine Welt - Gemeinsamkeit wächst von unten!" oder "Es gibt kein ruhiges Hinterland" prangten von den Spruchbändern der Teilnehmer des Ostermarsches, den der Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gemeinsam mit dem Jugendbündnis Odenwald am Samstag veranstaltete und der die Teilnehmer vom Erbacher Marktplatz zu einer Kundgebung vor das Rathaus in Michelstadt führte. Der letzte Odenwälder Ostermarsch war 1993.

Es sei skandalös, dass die Waffenexporte unter einer rot-grünen Regierung einen Höchststand erreicht hätten. Auch müsse die Regierung die Schieflage in der Vermögensverteilung beseitigen.

Thomas Schneider von den Odenwälder Jungsozialisten kritisierte die Anti-Terror-Politik der USA: Krieg sei ein Zeichen von Versagen. Nina Orth, Sprecherin des Jugendbündnisses Odenwald, nannte den Kampf gegen den internationalen Terrorismus einen "Vorwand, jeden Einzelnen von uns zu durchleuchten". Das Bündnis bezeichnet sich als "radikaldemokratisch, antifaschistisch, provokativ und sozial".



Quelle: Main-Rheiner, Lokales, 2.4.2002 (Allg. ZeitungMZ)

Mit der Gitarre gegen den Krieg 280 Demonstranten bei Ostermarsch

(kl.) - "Frieden und Brot statt Krieg und Not", "Statt roter Teppich für Sharon, Kriegsverbrechertribunal". Zeilen wie diese haben Kriegsgegner auf ihre Plakate gemalt. Rund 280 Demonstranten zogen nach Schätzung der Polizei am Samstag vom Neubrunnenplatz durch die Neustadt zum Leichhof im Rahmen des traditionelle Ostermarschs der Friedensinitiative Mainz.

Im blauen Umhang, eine Friedenstaube auf den Rücken gestickt, zieht Dr. Daniela Engelhardt mit dem Lautsprecherwagen voran, spricht gegen Aufrüstung und für einen Internationalen Strafgerichtshof. "Wir fordern einen Rückzug deutscher Soldaten aus Afghanistan", ruft sie und erhält dafür Applaus. Deutschland solle sich gegen die amerikanischen Kriegsvorbereitungen, gegen die Weltraummilitarisierung und die Produktion einer neuen Neutronenbombe stellen, so die Forderungen. Der Rüstungsetat solle gekürzt und stattdessen mehr Geld für Friedensdienste und Entwicklungshilfe ausgegeben werden.

Die Demonstranten sind bunt gemischt. Jugendliche sind genauso darunter wie Alte, die den Krieg noch selbst miterlebt haben. Alt-68-er und Friedensdemonstranten der 80-er Jahre haben Gitarren und Trillerpfeifen wieder ausgepackt, singen gegen Krieg.

Viele Palästinenser protestieren gegen die Politik Israels. "Seit dem Kosovo-Krieg gibt es wieder eine Friedensinitiative in Mainz", erklärt Daniela Engelhardt. Rund 15 Mitglieder habe die Initiative, bei Veranstaltungen kooperiere sie aber mit Organisationen aus ganz Rheinland-Pfalz. Auf einem gemeinsamen Flugblatt stellen sie ihr Motto symbolisch dar: Er zeigt einen Zaun, in der Mitte ein Loch in Form einer Friedenstaube.



Quelle: Welt, Lokales, 2.4.2002

Palästinenser verbrennen Israel-Fahne beim Ostermarsch

Ostermarsch in Hamburg unter dem Motto: "Aufstehen für den Frieden - eine andere Welt ist möglich". Friedensbewegte Menschen waren augenscheinlich in der Minderheit

Rund 1.500 Menschen haben am Ostermontag in Hamburg am Ostermarsch unter dem Motto "Aufstehen für den Frieden - eine andere Welt ist möglich" teilgenommen. Damit wurde die Teilnehmerzahl vom vergangenen Jahr, als 800 Menschen in Hamburg an dem Marsch teilnahmen, weit übertroffen. Geprägt war die Demonstration diesmal von den Auseinandersetzungen im Nahen Osten. So dominierten Palästinenser-Fahnen den Aufzug. Viele der Teilnehmer waren aus ganz Norddeutschland angereist. Darunter auffallend viele Mitglieder ausländischer Gruppierungen. Friedensbewegte Deutsche bildeten augenscheinlich die Minderheit. Sie belegten, wie die kleine Abordnung des DGB, auch vornehmlich die hinteren Plätze im Aufzug. Während des Aufzuges wurde eine israelische Fahne verbrannt. In der Hein-Hoyer-Straße wurde aus dem Aufzug heraus das dortige SPD-Büro mit mehreren Farbbeuteln beworfen. Zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es nicht. zv



Quelle: Schweriner Volkszeitung, Lokales, 2.4.2002

Teilnehmer aus MV bei Protest gegen Bombodrom

Ostermarsch an Landesgrenze mit 5.000 Teilnehmern

Wittstock/Neubrandenburg(dpa). Rund 5.000 Menschen haben am Sonntag mit einem Ostermarsch gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz-Ruppiner Heide (Brandenburg) demonsriert. "Das ist ein Teilnehmerrekord", sagte Helmut Schönberg von der Bürgerinitiative "Freie Heide". Auch aus Mecklenburg-Vorpommern waren zahlreiche Teilnehmer angereist. Das Gelände liegt nur wenige Kilometer von der Landesgrenze entfernt.

Auch in MV hat sich zu Jahresbeginn eine Initiative gegen den Bombenabwurfplatz gegründet, der Verein "Freier Himmel". Die Gruppe will vor allem Tiefflüge über der Seenplatte verhindern, die ein wichtiges Tourismusgebiet im Nordosten ist.

Der Marsch am Sonntag war die 75. Protestwanderung der Initiative "Freie Heide". Sie streitet seit 1992 gegen die Militär-Pläne für das 14.000 Hektar große Gelände, das früher von den Sowjettruppen genutzt worden ist. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, sagte bei einer Kundgebung am Rande des Truppenübungsplatzes: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz". Dieser würde eindeutig der touristischen Entwicklung der Gegend schaden.



Quelle: Offenbach Post, Lokales, 2.4.2002

Stadt - Offenbach

Viele zogen für den Frieden auf Straße

Offenbach (AyB) Mit Plakaten, Rucksäcken, Fahrrädern und Kinderwagen ausgestattet, hatten sich am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein rund 200 Menschen am Stadthof versammelt, um an dem diesjährigen Ostermarsch von Offenbach zum Römerberg in Frankfurt teilzunehmen. Auch für Initiativen aus Rödelheim, Eschersheim und Niederrad war der Römer in diesem Jahr Ziel des Ostermarsches. In Offenbach hatte die örtliche Friedensinitiative zum Mitmachen aufgerufen. Themen der Kundgebung waren der umstrittene Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan und die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Palästina und Israel. "NEIN zu Terror und Krieg - nur eine gerechte Welt schafft Frieden" war auf einem Plakat zu lesen, "Reduzierung des Rüstungshaushaltes - Waffenexporte verbieten" auf einem anderen.

In der Auftaktkundgebung zum Sternmarsch referierte Anneli Hüpenwecker, Vorsitzende der Naturfreunde Offenbach, über den Anlass der Versammlung. Angesichts der Geschehnisse in Nahost ermutigte sie die Anwesenden, ihren Protest laut zur Sprache zu bringen. Es müsse wieder "Druck von unten kommen - also von uns". Die Zeiten seien vorbei, in denen die Menschen die Zustände der Politik sang- und klanglos hingenommen hätten. Dies zeige auch die Resonanz auf den Aufruf - immer mehr Menschen seien wieder bereit, sich für die Belange in der Politik einzusetzen.

Besonders erfreut zeigten sich die Veranstalter darüber, dass eine steigende Zahl junger Menschen an den Kundgebungen teilnahmen. So auch Silke und Mareike Penz, zwei Schülerinnen, die aus Fulda angereist kamen, um an dem traditionellen Ostermarsch teilzunehmen. Wer sie dazu gebracht hat, politisch aktiv zu werden? Mareike Penz: "Zum einen die Schule. Aber natürlich auch die Ereignisse vom 11. September letzten Jahres. Da sind meine Schwester und ich aufgewacht."

Seitdem haben die beiden Schwestern schon an einigen Demonstrationen und Mahnwachen in ganz Deutschland teilgenommen.

Der Offenbacher Ostermarsch ist für Arno Enzberger, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Main-Kinzig, ein weiteres Teil in einem "Puzzle". In seiner Rede an die "Friedensfreunde und Friedensfreundinnen" von Offenbach bestellte er die besten Grüße von früheren Ostermärschen aus Bruchköbel und dem Odenwald. Für ihn steht fest: "Keine Initiative kann für sich alleine stehen." Kritische Meinungen aus der Bevölkerung wären zu lange schon von der eigenen Regierung beeinflusst worden und nun habe man auch noch dem Frieden den Krieg erklärt - "wenn das kein Anlass ist, auf die Straße zu gehen!"

Und seit wann gehen die Teilnehmer des diesjährigen Ostermarsches nun schon mit? Einige sind zum ersten Mal dabei, aber viele schon seit Jahren. Margarete Graf, gebürtige Offenbacherin: "Bin schon in den 60-er Jahren mitgegangen. Und bei der gegenwärtigen politischen Situation muss man Flagge zeigen. Wir treten für den Frieden ein." Ob sie bis zum Römer mitläuft? "Natürlich!"

Und dann setzen sich die "Ostermarschierer" in Bewegung, und langsam biegt der ansehnliche Zug in die Frankfurter Straße ein.

Marschiert wurde von Offenbach aus über Oberrad, durch die Frankfurter Innenstadt bis auf den Römerberg. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der unter anderem Horst Schmitthenner, Vorstand der IG-Metall, die Bedeutung der Aktion unterstrich.

Mustafa Shehade von der Generaldirektion Palästina sowie einer Vertreterin von Gush Shalom aus Israel dankten für die Kundgebung und richteten Grußworte an die Anwesenden. An diesem Nachmittag wurde noch viel diskutiert, aber auch gefeiert.



Quelle: Neue Presse, Politik, 2.4.2002

Tausende marschieren für Frieden

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag bei Ostermärschen in deutschen Städten gegen den Anti-Terror-Krieg der USA und die Beteiligung der Bundeswehr demonstriert. Die Aktionen mahnten auch zu Frieden in Nahost. Am zweiten Tag der diesjährigen Aktionen der Friedensbewegung sei der Zulauf größer gewesen als im Vorjahr, teilte das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt/Main mit.

Bereits am Freitag waren bundesweit mehrere tausend Menschen für Frieden und gegen Terror auf die Straße gegangen. Bis Ostermontag sind rund 60 Märsche, Feste, Gottesdienste, Radtouren und Kundgebungen geplant.

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter übte bei einer Kundgebung in Gießen scharfe Kritik an deutschen Militäreinsätzen. "Unsere neue "Verantwortung" heißt: überall mitschießen", sagte Richter. "Die Deutschen wieder mit vorne an allen Fronten: Das wird als Reifung gepriesen, ist aber doch nur ein Rückfall in eine High- Noon-Mentalität."

Die Initiatoren der Ostermärsche forderten, die Bundeswehr dürfe sich nicht weiter an dem Krieg der USA beteiligen,. Das Vorgehen der israelischen Armee in den palästinensischen Autonomie-Gebieten wurde als völkerrechtswidrig verurteilt. Die Spirale der Gewalt müsse ein Ende haben.

In Hannover kamen nach Angaben der Veranstalter rund 1.000 Menschen zum ersten Ostermarsch seit zehn Jahren. In München protestierten 500 Menschen gegen die "Militarisierung der weltweiten Außenpolitik". Rund 250 Menschen versammelten sich in Stuttgart vor der europäischen Kommandozentrale der US-Streitkräfte, zu einer späteren Kundgebung wurden mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet. In Düsseldorf gingen rund 300 Menschen mit Fahnen und Transparenten auf die Straße, in Duisburg 150 Demonstranten. Auch in Saarbrücken, Mainz, Zwickau und Bremen protestierten mehrere Hundert Menschen. Zu Zwischenfällen kam es nach Angaben der Polizei nicht.

Die Bereitschaft, sich zu engagieren, sei angesichts der US- Militärschläge in Afghanistan vor allem bei jungen Leuten gestiegen, sagte Willi van Ooyen vom Ostermarschbüro in Frankfurt. Die Teilnehmerzahlen der Ostermärsche lägen etwa ein Drittel über denen des Vorjahres. Nach weiteren Aktionen am Sonntag sind Ostermontag größere Kundgebungen unter anderem in Berlin, Frankfurt/Main und Hamburg angekündigt. (onl., FRANKFURT/M.)



Quelle: Mainz online, Politik, 1.4.2002

Friedensbewegung setzt Aktionen gegen Krieg und Terror fort:

"Eine lebendige Protestbewegung"

Frankfurt/Main - An den Ostermarsch-Aktionen der deutschen Friedensbewegung gegen Krieg und Terror haben sich auch am Sonntag Tausende Menschen beteiligt. Zu einer Protestwanderung zum Bombenabwurfplatz nahe dem brandenburgischen Wittstock kamen nach Angaben der Veranstalter mehrere tausend Demonstranten. Unter ihnen war auch der Vorsitzende der Grünen, Fritz Kuhn.

Mehrere tausend Demonstranten beteiligen sich am Ostermarsch vom brandenburgischen Fretzdorf zum naheliegenden Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Die Teilnehmer und Mitglieder der Bürgerinitiative "Freie Heide" wollen die Auflösung des Militärgeländes erreichen, welches seit Jahrzehnten vor allem als Bombenabwurf- Trainingsgebiet genutzt wird.

Weitere Schwerpunkte der Aktionen bildeten am Ostersonntag der Ruhr-Ostermarsch von Essen nach Bochum und die Leipziger Fahrradstafette, die nach Angaben des Ostermarschbüros in Frankfurt am Main jeweils mehrere hundert Menschen auf die Straße brachten. Zudem gab es einen gut besuchten Eifel-Osterspaziergang durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Ostbelgien.

Das Frankfurter Ostermarschbüro zog eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An den drei Tagen habe es in 50 Städten Osteraktionen gegeben. "Dies zeugt von einer lebendigen Protestbewegung gegen den Krieg", sagte Sprecher Willi van Ooyen. Die Beteiligung sei insgesamt reger geworden. Es seien mehr jüngere Teilnehmer als im Vorjahr dabei gewesen. Zum Abschluss der Aktionen am Ostermontag sind größere Kundgebungen in Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg angekündigt.

Ende der Gewalt in Nahost gefordert

"Gemeinsam mit der israelischen und palästinensischen Friedensbewegung wurde ein Ende der Spirale der Gewalt gefordert", teilte das Ostermarschbüro mit. "Vor allem das völkerrechtswidrige Vorgehen der israelischen Regierung wurde verurteilt." Die Bundesregierung sei aufgefordert worden, den Rüstungsexport in die Region sofort einzustellen.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Ostermärsche steht der Protest gegen den "Krieg gegen den Terrorismus". Die Friedensbewegung verlangt, die Bundeswehr solle sich aus den "Kriegsaufmarschgebieten" der USA zurückziehen. Statt uneingeschränkte Solidarität mit der US- Politik zu zeigen, müsse die Bundesregierung zur Deeskalation beitragen. (dpa, AP)



Quelle: Fränkischer Tag, Lokales, 1.4.2002

News: Franken

Wieder mehr Zulauf bei Ostermärschen

Zentrale Kundgebung in Nürnberg - Protest gegen Krieg und Terror - Kritik an USA

NÜRNBERG/MÜNCHEN. Im Zeichen des Protestes gegen Krieg und Terror haben die traditionellen Ostermärsche in Bayern in diesem Jahr wieder mehr Zulauf gefunden.

An den Veranstaltungen im Freistaat beteiligten sich nach Polizeiangaben mindestens 2700 Menschen, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Im Zentrum der Kritik stand die Militärpolitik der USA. Die Anhänger der Friedensbewegung demonstrierten gegen den Krieg in Afghanistan sowie gegen die militärische Offensive Israels gegen die Palästinenser.

Rund 1.000 Ostermarschierer nahmen nach Angaben der Polizei am Ostermontag an einer zentralen Kundgebung in Nürnberg teil. Redner riefen mit Blick auf die Terroranschläge in den USA zum Nachdenken darüber auf, wo die Wurzeln des Terrors lägen.

Hemmung geschwunden Krieg zu führen

Dies sei nach dem 11. September von den meisten Politikern nicht geleistet worden. Dagegen seien die Hemmungen geschwunden, Krieg zu führen.

Unter dem Schlagwort "Kampf dem Terror" werde Krieg als humanitäre Aktion zur Verteidigung von Menschenrechten ausgegeben. Innenpolitisch diene die Angst vor Terror dazu, demokratische Rechte einzuschränken.

"Verdrängt wird, dass Armutsbekämpfung, gerechter Welthandel und überzeugender Einsatz für die Menschenrechte das wirksamste Mittel für eine friedliche Welt sind", hieß es in einer Erklärung. Zu dem Ostermarsch hatte das "Nürnberger Friedensforum" aufgerufen.

In München protestierten am Ostersamstag auf einer Kundgebung unter dem Motto "Krieg ist kein Mittel gegen Terror - Krieg ist Terror" rund 1400 Menschen gegen die "Militarisierung der weltweiten Außenpolitik".

Solidarität mit Opfern von Gewalt

Die Teilnehmer forderten Solidarität mit den Opfern von Gewalt und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung. Sie verurteilten die militärische Offensive Israels gegen die Palästinenser. Ohne ein Ende der israelischen Siedlungspolitik hätten jene palästinensischen Kräfte keine Chance, die auf Verständigung setzten.

Die Veranstaltung wurde vom "Münchner Friedensbündnis" organisiert, in dem verschiedene Friedensbewegungen zusammengeschlossen sind. Nach Angaben der Polizei verlief die Demonstration ohne Ausschreitungen.

In Würzburg und Aschaffenburg richteten sich die Proteste am Samstag vor allem gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Gegen die Einschränkung von Grundrechten

Bei den Kundgebungen wandten sich die Teilnehmer zugleich gegen die Einschränkung von Grundrechten im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September. Das Jahr 2002 dürfe auf keinen Fall wieder ein Kriegsjahr werden, denn Krieg sei auch nach den New Yorker Anschlägen keine Lösung, betonten Kundgebungsredner.

Beide Friedensaktionen verliefen nach Angaben der Polizei störungsfrei. In der Würzburger Fußgängerzone beteiligten sich nach Polizeiangaben knapp 100 Menschen an den Protesten.

In Aschaffenburg bezifferte die Polizei die Zahl der Demonstranten mit 200. Die Veranstalter sprachen von 300 Teilnehmern. In Aschaffenburg trugen die zahlreiche Teilnehmer Transparente mit Aufschriften wie "Stoppt den Krieg."



Quelle: Berliner Kurier, Lokales, 1.4.2002

Ostermarsch gewinnt wieder stark an Zulauf

BERLIN - Der Krieg in Afghanistan und die Nahost-Krise brachten beim Ostermarsch gestern mehr Menschen auf die Straße als noch vor einem Jahr. Bis zu 10.000 Ostermarschierer zählten die Veranstalter in der Hauptstadt, 7.000 die Polizei. Vor einem Jahr waren es 1.000 Teilnehmer.

"Wir sagen Nein zu militärischen Einsätzen weltweit" war das Motto des Ostermarschs vom Alex zum Pariser Platz. Zu der Demo hatten mehr als 60 Gruppen der Friedensbewegung aufgerufen. Protestiert wurde gegen Atomraketen, einen "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg um die Neuordnung der Welt" in Afghanistan, und gegen einen Militäreinsatz im Irak.

Am Marsch beteiligten sich auch palästinensische Gruppen, die in der Nähe der amerikanischen Botschaft anhielten, Sprechchöre skandierten. "Palästina muss leben -Schluss mit der Besatzung" stand auf einem Spruchband. Einige riefen "Sharon - Mörder". Nach Polizeiangaben verlief der Ostermarsch friedlich.



Quelle: Aachener Nachrichten, Politik, 1.4.2002

Zehntausende bei Ostermärschen gegen Krieg und Terror

Frankfurt/Main (dpa) - Bei den diesjährigen Ostermärschen der deutschen Friedensbewegung haben nach Veranstalterangaben mehrere 10 000 Menschen gegen Krieg und Terror demonstriert - deutlich mehr als 2001. Bei frühlingshaften Wetter gingen am Montag noch einmal Tausende zu den Abschlusskundgebungen auf die Straße. Die größten Aktionen gab es in Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Nürnberg und Kassel. Vielfach wurde auf die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten Bezug genommen. Das Frankfurter Ostermarschbüro zog eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An vier Tagen habe es in gut 70 Städten Demonstrationen gegeben. "Die meisten der beteiligten Veranstalter sprachen mindestens von einer Verdoppelung der Teilnehmerzahlen im Vergleich zum Vorjahr", sagte Sprecher Horst Trapp. Vor allem seien mehr jüngere Teilnehmer dabei gewesen. Die Furcht vor der Weiterführung des Anti-Terror-Krieges treibe die Menschen zu Friedensdemos. "Aber auch das gute Wetter spielte eine Rolle." In Frankfurt zogen tausende Menschen in einem Sternmarsch aus vier Richtungen in die Innenstadt. Im Vorjahr waren es dort nur etwa 400 gewesen. Bei der Abschlusskundgebung kritisierte der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Terror- Krieg: "Keine noch so gewaltige militärische Überlegenheit schützt vor selbstmörderischer Rachebereitschaft." Deutschland solle endlich "den Mut aufbringen", seine erweiterte Verantwortung nicht militärisch, sondern friedenspolitisch zu zeigen. IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner äußerte den Verdacht, "dass der grauenhafte Terroranschlag vom 11. September für die Kriegführung instrumentalisiert wurde". Der Zielkatalog des Afghanistan-Krieges sei immer weiter aufgefächert worden, "so dass für fast jeden etwas Passendes zu finden war". In Berlin protestierten am Montag mehrere tausend Menschen gegen den Krieg in Afghanistan und gegen eine deutsche Beteiligung an weiteren Anti-Terror-Einsätzen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich zwischen 5000 und 10 000 Ostermarschierer, die Polizei sprach von 1800 Teilnehmern. Auf Plakaten wurde vor einem Militärschlag gegen den Irak gewarnt. In Hamburg demonstrierten Tausende vor allem gegen die Politik des israelischen Premiers Ariel Scharon im Konflikt mit den Palästinensern. In Nürnberg kamen etwa 1000 Menschen zum Ostermarsch. In Kassel sprachen die Veranstalter von gut 1200 Teilnehmern. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer dort auf rund 600. Auch in Aschaffenburg, Würzburg, München, Wolfratshausen, Bochum und Dortmund gab es Aktionen. Rund 5000 Menschen hatten nach Angaben der Veranstalter am Sonntag gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz- Ruppiner Heide (Brandenburg) demonstriert. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Fritz Kuhn, sagte bei der Kundgebung: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz." Seine Partei werde sich dafür einsetzen, dass das Areal nicht militärisch genutzt wird.



E-Mail: friekoop@bonn.comlink.org

Website: www.friedenskooperative.de
 voriger

 nächster




       
Bereich:

Netzwerk
Die anderen Bereiche der Netzwerk-Website
          
Netzwerk  FriedensForum Ex-Jugo Termine   Aktuelles