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Ostermär-
sche 2002


vom:
03.04.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002:

  Reden/Kundgebungsbeiträge

Rededisposition für die (frei gehaltene) Rede beim Ostermarsch 2002 in Mainz am 30.03.02

Wir verurteilen, warnen, fordern und loben

Andreas Buro (Komitee für Grundrechte)

Als wir vor 42 Jahren, 1960, in Bergen-Hohne im Sternmarsch ankamen......

Heute sind die Ostermärsche und die ständige anti-militaristische und die pazifistische Kritik der herrschenden Politik zu einem festen Bestandteil dieser Gesellschaft geworden. Hunderttausende verweigern den Kriegsdienst.

Verurteilung jeglichen Terrors

Attentate in New York und Washington. Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Tschetschenien

Israel-Palästina

Algerien und Türkei und vielen anderen Ländern in fast allen Kontinenten

Den Embargo-Terror gegen Irak, der über 1 Millionen Menschen, darunter über Millionen Kinder das Leben kostete

Den von USA (und Deutschland) gestützten Terror der UCK und den von Serbien gegen die albanische Bevölkerung im Kosovo

Den Terror, der von Interventionsarmeen und der Bedrohung mit Atomwaffen ausgeht. Protest gegen die Entwicklung von Mini-Nukes!

Attentate, Staatsterrorismus und Krieg - alles dies ist Terror.

Und ich füge hinzu: Es gibt keine guten Terrorismus, wie man uns glauben machen will. Es gibt ebenso wenig gute Attentatsterroristen, wie es gute Streubomben und Atomwaffen-Terroristen gibt. Es gibt keinen,Gerechten Krieg!`

Selbst die ständige weitere Aufrüstung wirkt sich letztlich als Terror aus, weil durch sie die Mittel für die Lösung der drängenden Menschheitsprobleme vergeudet werden. Darunter haben wir alle zu leiden, nicht nur die arme Welt! Die ständige weitere Aufrüstung auch in Deutschland und der EU bringt weder Sicherheit noch Frieden.



Wir warnen vor einer Ausweitung des Krieges gegen den internationalen Attentats-Terrorismus, denn

 Terror und Gegenterror werden dabei globalisiert. Geo-strategische und ökonomische Interessen werden damit verschleiert.

 Atomwaffen sollen zum Einsatz kommen können, wenn die konventionellen Waffen nicht mehr hinreichen. England will sich an USA in dieser Hinsicht anschließen.

 Das Rüstungskontrollsystem, wie auch das internationale Recht werden tendenziell zerstört

 Im Zeichen eines angeblichen Kampfes der Kulturen sind gewalttätige Zusammenbrüche von Gesellschaften in Nahost denkbar

 Die Mauern der Festung Europa werden weiter hochgezogen, statt eine weltoffene Entwicklung anzustreben

 Der erreichte Stand der Demokratisierung in den EU-Staaten wird rückgängig gemacht. Die,Sicherheitspakete der Innenminister` weisen in Richtung Polizeistaat.

 Wir warnen, weiter dem Kriegskurs der USA zu folgen: Nach 10 Jahren Terror-Krieg wird man unsere Gesellschaften nicht mehr wieder erkennen. Die psychischen, legislativen und materiellen Kollateralschäden werden unsere Werte vernichten. "Barbaren werden wir durch barbarische Mittel" lautete unser so treffender Slogan bereits beim ersten Ostermarsch 1960



Wir fordern eine zivile und eine präventive Politik, die Gewalt vorbeugt.

Die Verfolgung der Attentats-Terroristen mit rechtsstaatlichen und polizeilichen Mitteln. Ziele und Mittel müssen in Übereinstimmung stehen. Einrichtung internationaler Gerichte.

Den Dialog im gegenseitigen Respekt für die jeweils besonderen Gesellschafts- und Kulturformen aufnehmen, mit dem Ziel Spannungen abzubauen und Kooperationen zu schaffen. Keine weiteren Demütigungen für den islamisch-arabischen Raum. Das Wort von den Schurkenstaaten muß verschwinden

Internationales Recht wieder zu achten und auszubauen, um Mitsprache- und Mitwirkungsmöglichkeiten auch für die Schwachen zu sichern. Arroganz der Macht darf nicht länger vorherrschen.

Der Israel-Palästina-Konflikt darf nicht länger die Beziehungen vergiften. Israel muß die internationalen Auflagen erfüllen. Es darf keine unterschiedlichen Maßstäbe geben. Beide Seiten sollen auf Gewalt verzichten. Rache ist auch Terror und verletzt die Menschenrechte und die Menschenwürde von Opfern und Tätern!

Keine deutsche Beteiligung am Krieg. Fuchs und Flotte müssen zurück gezogen werden.

Freundschaft zu dem amerikanischen Volk bedeutet in dieser Situation nicht bedingungslose Unterordnung unter die Bush-Politik, sondern Hilfe dafür, dass die USA nicht in die Gewaltfalle rennen



Wir sind auch zusammengekommen, um zu loben

Die israelischen Offiziere, die den Militäreinsatz in Palästina verweigern

Die gewaltfreie kurdische Kampagne für muttersprachlichen Unterricht

Die Arbeiten im Sinne von zivilen Friedensdienst, die nicht nur Schutt weg räumen, sondern zu Versöhnung und Kooperation anregen und Bedrohte schützen. "Ferien vom Krieg" gehört auch dazu.

Die norwegische Regierung, die geduldig und konsequent im Krieg in Sri Lanka vermittelt und fragen uns, warum Berlin nicht ähnliche Arbeit entwickelt hat.



Die Politikerinnen und Politiker, die sich gegen die weitere Militarisierung der Politik stemmen.

Diejenigen, die im Rahmen von internationalen Organisationen - wie zum Beispiel der OSZE - eine vorbeugende zivile Konfliktbearbeitung betreiben und die viel Haß abgebaut und Zusammenleben ermöglicht haben.

Mit Vorsicht loben wir auch den Stabilitätspakt, wenn er denn nur konsequent betrieben wird.

Wir loben alle die Menschen, die unter der Parole "Eine bessere Welt ist möglich" für eine soziale und gerechte Globalisierung eintreten und gegen eine Globalisierung im Interesse der Konzerne und der Ausplünderung unserer Welt ankämpfen.

Die Menschen in Deutschland, die trotz aller Diffamierung Krieg, Gewalt, Aufrüstung und Kulturkampf ablehnen und für weltoffene Dialoge, für Verständigung und für Gerechtigkeit eintreten. Das wird in eiskalter Zeit nicht einfach sein. Aber das müssen und das werden wir durchstehen. Dabei gegenseitige Stärkung in lokalen Gruppen sehr wichtig.

Wir werden weiter jeden Terror verurteilen, gegen Krieg kämpfen, auch wenn er uns als politischer Pazifismus von Herrn Volmer angedient wird.

Wir werden nicht müde werden, eine menschenrechtliche Politik ohne Krieg zu fordern, und zwar eine menschenrechtliche Politik, die uns ebenso zu gute kommt, wie den Menschen in allen anderen Teilen der Welt.

Und wir rufen in Solidarität mit vielen Millionen Menschen in dieser Welt: "Eine bessere Welt ist möglich und eine zivile, also nicht-militärische Friedenspolitik kann heute schon begonnen werden.



E-Mail:   andreas.buro@gmx.de


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