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Ostermär-
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vom:
03.04.2002


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Ostermärsche und -aktionen 2002:

  Reden/Kundgebungsbeiträge

Rede beim Odenwälder Ostermarsch, 30. März 2002 in Erbach.

Thomas Schneider (Jusos Odenwald)

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen,

Anfang des letzten Jahrhunderts sagte Carl von Clausowitz, der Krieg sei "die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln". Er ist aber nicht die Fortsetzung, sondern das Ende der Politik und deren Versagen - wir wollen dies nach fast einhundert Jahren und zahllosen Kriegen immer noch nicht verstehen. Wir ziehen weiterhin in Kriege die uns befohlen wurden und töten unschuldige Menschen, und dabei vergessen wir dass wir unsere eigenen Ideale und Prinzipien einfach über Bord schmeißen. Wir werden klein und schwach vor einer Macht die uns zu erdrücken versucht. Aber auch die USA vermag uns nicht zu erdrücken - wir müssen nicht mit Waffen kämpfen, wir sollten mit Worten kämpfen für Solidarität und Frieden. Lasst uns die Waffen niederlegen - Deutschland hat schon zuviel Blut vergossen in dieser Welt.

Wir sind heute hier auf die Straße gegangen um deutlich zu machen, dass wir gegen Krieg, gegen Faschismus und für ein weltoffenes Deutschland stehen. Davon jedoch sind wir zurzeit noch weit entfernt. In jeder Minute in der unsere Politik versagt und Krieg führt sterben in der so genannten Dritten Welt tausende von Menschen am Hungertod - und wir? Wir schießen Raketen für tausende von Euro in ein Land das ohnehin zerstört und mit Kampfmitteln übersäht ist. Alleine in diesem Krieg sind nochmals hunderte von Blingängern verlegt worden und diese treffen zumeist Kinder die spielen wollen und sich nichts mehr wünschen als Frieden - den wir ihnen nicht geben. Clusterbomben wie sie von den Amerikanern in Afghanistan eingesetzt wurden und werden, hatten und haben eine Misserfolgsrate von 20%. Wenn man diese Bomben als willkürliche Waffe klassifizieren würde, so wäre ihr Einsatz laut der Genfer Konvention verboten.

Aber dies ist meist zweitrangig. Ökonomische Interessen stehen vor Menschlichkeit, und solange dies der Fall ist, sehe ich für die Zukunft dieser Welt blutrot. Deutschland lässt sich zu etwas zwingen, was es nach dem Zweiten Weltkrieg nie wieder wollte. Deutschland sollte nach dem verlorenen Krieg nie wieder Krieg führen und schon gar nicht von deutschem Boden aus - dies wurde von den Siegermächten propagiert; heute ist es jedoch eine der Siegermächte, die uns wieder in einen Krieg drängt. Wir hier wollen diesen Krieg nicht, der größte Teil unserer Bevölkerung will ihn nicht - warum führen wir ihn dann?

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Der NATO-Vertrag zwingt uns dazu; falls ein bewaffneter Angriff gegen ein oder mehrere Bündnismitglieder erfolgt, wird dies als Angriff auf alle Bündnismitglieder gesehen. Dies geht aus dem Artikel 5 des NATO-Vertrages vom 4. April 1949 hervor.

Deshalb fordern wir Jusos die Halbierung des Verteidigungshaushaltes und die gleichzeitige Reduzierung des Umfangs der Bundeswehr, langfristig gesehen die Abschaffung der Bundeswehr und der NATO. Wir Jusos haben noch die Vision von einer Welt ohne Krieg und Verfolgung - dies sollten wir immer anstreben, jedoch so mancher Politiker vergisst dies allzu oft. Umso beschämender für mich und für alle Jusos ist, dass dieser Krieg ausgerechnet von einer Sozialdemokratischen Regierung geführt wird.

Dieser Krieg und die Kriege die folgen werden, lassen wir nicht an uns vorbei gehen - wir werden solange die Straße als revolutionäres Mittel nutzen, bis das Morden in dieser Welt ein Ende hat.

Danke.



E-Mail:   mail@jusos-odw.de
Internet: http://www.jusos-odw.de
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